Neubau Staatsanwaltschaft (Bauabschnitt 1) | Abriss Justizhochhaus | Karl-Schefold-Straße 1

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    • Hallo Nr. 2,
      ja, die Urbanität vermeidende Haltung in den 60ern hatte hier gewiss einen negativen Einfluss. Damals wurde die Stadt eher als notwendiges Übel mit Ausfallstraßen-charakter angesehen und gestaltet, was sich glücklicherweise seither gewandelt hat. Dass hinter den aktuellen Plänen zur Beibehaltung oder Schaffung von Plätzen irgendeine Absicht steht, das autofreundliche und anti-urbane Wiederaufbaustadium zu konservieren, glaube ich eher nicht.

      Mag sein, dass eine geschlossene Blockrandbebauung kennzeichnend für europäische Großstädte ist. Nebem dem Aspekt der effizientesten Flächenausnutzung, der in Ulm jedoch nicht so schwer ins Gewicht fällt wie sagen wir mal in Paris, ist das sicherlich auch eine Einstellungs- und Geschmacksfrage. Ich persönlich bevorzuge aufgelockerten Städtebau. Jemand anderes könnte hingegen der Meinung sein, dass Plätze entlang einer Hauptstraße reine Platzverschwendung sind, da sie praktisch kaum genutzt werden. Andererseits stehen sie mit ihrer freien Zugänglichkeit, Helligkeit etc. symbolisch für eine Öffnung gegenüber der Allgemeinheit, im Gegensatz zu einem Innenhof (only for members). Der Grundgedanke ist also tatsächlich weiter in Richtung links (Sozialismus) angesiedelt, daher lagst Du mit dem Beispiel Osteuropas nicht schlecht.
      Ulm ist Provinz.
    • Hallo Aquarium, ich behaupte auch nicht, dass es (allgemeine) anti-urbane Absichten an sich sind die zu diesen Plätzen führen. Ich behaupte nur das sie auf das gleiche Problem (der viele Autoverkehr) immer noch mit den gleichen Methoden wie in den 60ern reagieren (von der Straße abgewendetes Bauen) und die Plätze das nur kaschieren sollen. Die verminderte Urbanität ist nur ein zwangsläufiger Nebeneffekt dieser Bauweise, zwar ungewollt aber nicht so wichtig wie das Wohlbefinden der Angestellten in dem Gebäude. Auch als Zeichen zu interpretieren, dass Olga und Karlsstraße über Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte, "Stadtautobahnen" bleiben werden :huh:
    • Hallo Nr.2, diese Befürchtungen kann ich verstehen. Ich finde auch, dass man die (Kfz-) Verkehrsentlastung der Innenstadt langfristig weiterverfolgen sollte.

      Dazu sollte man beachten, dass die Pläne zur Beruhigung der Karlstraße schon in der Schublade liegen, lediglich der konkrete Zeitpunkt der Umsetzung ist noch finanzenabhängig. Und im Zuge der Citybahnhof-Entwicklung wird sich zeigen, ob die Friedrich-Ebert Straße als wichtige Anbindung der Olgastraße beidseitig zweispurig bleibt. Es zeichneten sich in der Bahnhofsdiskussion nämlich durchaus große Sympathien für eine Reduzierung auf insgesamt zwei Spuren ab. Damit wäre schon viel Verkehr in der Olgastraße vermieden. Wir werden sehen ...
      Ulm ist Provinz.
    • Da habe ich wohl eine spannende Diskussion verpasst... egal, aus gegebenem Anlass (Diskussion der Planungen im Fachbereichsausschuss; Diskussion um das Dienstleistungszentrum/Technische Rathaus): Auf den Seiten der Bürgerinfo gibt es gut zusammengestellt einen Satz Beschreibungen und Pläne. Neue relevante Informationen oder ein exakter Termin werden, soweit ich das überblicken konnte, nicht genannt. Das einzige, was mir in der Form noch unbekannt war: das neue Ensemble soll eine Tiefgarage unter dem zweiten Gebäude (an der Olgastraße) mit mindestens 55 Plätzen erhalten, wobei wohl 100 Stellplätze angepeilt werden. Die Rampe befindet sich am Nordende des Baufelds. Prinzipiell begrüßenswert, bringt wieder ein paar Autos von der Straße runter - je mehr in modern geplanten Tiefgaragen mit Parkbuchtbreiten für heutige Autos verschwinden, umso besser. Die Innenvisualisierungen unter den PDFs deuten außerdem auf spannende Treppenfluchten in den Gebäuden hin - dort, wo oben die Bullaugen in den Dächern sind.

      Der Platz wird im Übrigen damit begründet, dass einerseits der Blick aus Norden auf das Justizgebäude freigegeben wird, andererseits damit ein Eingang für die Nordstadt von Süden her sowie eine "repräsentative Adresse" geschaffen wird. Auf den Plänen ist er zudem ein wenig erhöht, scheinen wohl drei oder vier Stufen hinauf zu sein; die Skater werden sich freuen, die Straßenpizza machen dann andere weg ;). Ich finde den Platz soweit ganz nachvollziehbar, wenn auch etwas zu groß und in Relation dazu die neuen Gebäude zu klein; vielleicht wäre es klug gewesen, gleich ein Gebäude ums Eck zu planen? Die Lücke irritiert mich nachhaltig.

      Zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich, aber sollte sich wegen der Rochade mit dem geplanten Dienstleistungszentrum und dem Zeughaus etwas ergeben, könnte man die Planungen hier theoretisch immer noch ausbauen (auch wenn das wieder Probleme wegen den Bauabschnitten gibt...). Sollten hier neben der Staatsanwaltschaft auch u.a. Arbeits- und Sozialgericht einziehen, wäre wohl prinzipiell auch eine architektonische Aufwertung noch denkbar (im Sinne einer Trennung von Staatsanwaltschaft und Gericht nicht baulich, aber mit geschickter Formsprache... naja kommt eh nicht so).

      Da 2013/2014 wohl auch die Stapelturnhalle für das Kepler und das Humboldt in unmittelbarer Nachbarschaft hochgezogen wird, kann man sich auf zwei interessante Baustellen zum Preis von einer freuen :D - zum Leidwesen vor allem der Baustellenlaster, allerdings. Angesichts der Masse der neuen Halle ist es vielleicht gar nicht mal so schlecht, nicht in sieben Metern Luftlinie quer über die Karl-Scheffold-Straße gleich den nächsten Brummer stehen zu haben. Man muss bedenken, dass die Neustadt prinzipiell immer noch vor allem Wohngebiet ist und sich auch ein Gymnasiumskomplex mit knapp zweitausend Schülern direkt an der Justizbaustelle befindet - Offenheit ist da nicht unbedingt verkehrt, finde ich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Finn ()

    • Hallo miteinander..

      Weg frei fürs justitzzentrum.
      Bauausschuss in Ulm beschliest Bebauungsplan einstimmig.
      Erster Bauabschnitt mit 8,5 Mio. Euros veranschlagt.
      Baubeginn vorgesehen für Oktober 2013.

      Heute in der Augsburger Allgemeinen.

      augsburger-allgemeine.de/neu-u…izzentrum-id20801841.html
      Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
      "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )
    • Der Entwurf des Büros „Schulz & Schulz“ aus Leipzig, der aus einem Architektenwettbewerb als Sieger hervorging, sieht an dieser Stelle ein zweites Gebäude vor. Wann dieses gebaut und wie es später genutzt wird, darüber ist laut Zieher aber noch keine Entscheidung gefallen.
      Hmm. Baubeginn erst in über einem Jahr, 18 Monate Bauzeit, viele offene Frage - darunter auch, was passiert, sobald der erste Bau steht? Sprich, der zweite Baukörper ist noch nicht einmal festgezurrt? Wow. Irgendwie geht das gar nicht gut los. Das hat das Potential zu einem jahrelangen Problemfall, mit dessen Ausgang dann niemand so recht glücklich wird, fürchte ich.

      Rückblickend gesehen wäre es wohl toll gewesen, wenn schon früher jemand die Idee mit dem Dienstleistungszentrum/Technischen Rathaus vorangetrieben und dann die beiden Vorhaben verknüpft hätte. Auf dem recht großen Gelände hätte sich dann, kofinanziert von Stadt und Land, ein schönes, großes und vielleicht sogar hohes Gebäude hinstellen können, mit ausreichend Platz und Reserven für Staatsanwaltschaft und Gericht einerseits und städtische Einrichtungen andererseits. Volle und sinnvolle Ausnutzung einer sehr guten innerstädtischen Lage, bestens angebunden und vielleicht auch architektonisch spannend. (Vorausgesetzt, eine gemeinsame Nutzung ist rechtlich möglich - sollte sie aber sein.)

      Das Zeughaus hätte man dann sicher noch ansprechend umwidmen können - etwa in hübsche Wohnungen in schöner Altstadtlage -, während der Parkplatz an der Bachstraße dann mittelfristig, zusammen mit dem Gelände der Verkehrspolizei und dem benachbarten Altbau, zum Beispiel für leistbaren Wohnungsbau zur Verfügung stünde. Klar, ist billig, wenn ich ohne jede Verantwortung mal nachts vor mich hinspinne, während ich draußen dem Regen zuhöre (endlich! :rolleyes: ); aber Innenstadtkonzept hin oder her, mir fehlt da derzeit ein bisschen die Vision, mir fehlt der ein echter Coup auch in solchen Dingen, die nicht gerade Citybahnhof oder Sedelhöfe heißen. Ulm ist noch nicht so groß, als dass man keinen Überblick mehr über die verschiedenen Bauprojekte hätte.

      Ich schmeiße meinen Eindruck vom aktuellen Vorhaben (wie oben beschrieben) damit nicht sofort wieder um - wenn's so kommt, wie's geplant ist, kann's was werden. Nur sieht das irgendwie derzeit nicht danach aus...

      (Oh, und vielen Dank für den Fund, Reinhold! :))
    • Das wird wohl die nächsten Jahre in der Ulmer City sehr schwer mit dem Auto
      durch die Stadt zu fahren. Die Taxis, aber auch andere die ständig unterwegs
      sind werden sich sehr freuen. ;)

      Mit dem Beginn der Bauarbeiten bei der Justiz, sowie in der Karlstrasse ehmalige Aral Tanke
      und bald auch möglichst das Hotel an der Neutorstr. Ecke Karlstrasse, sind also alle drei
      grossen Ost/West Verbindungen, oder die Ulmer Hautverkehrs Durchgangsstrassen
      betroffen. Na PROST-MAHLZEIT sag ich nur.
      Da bin ich doch mal gespannt wie es da so läuft. ?(
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    • Nicht zu vergessen die Haltestelle für die Verlegung der Straßenbahnhaltestelle Theater und die Baustelle für die Sparkasse, Ecke Neue Straße/Frauenstraße grummeln sie ja jetzt schon... dann doch lieber öfter mal zu Fuß laufen ;)

      Beim Justizgebäude wird ja erstmal die Karl-Schefold-Straße leiden (weil der erste Gebäudeteil hinter dem Hochhaus hochgezogen wird) und nicht die Olgastraße, da wiederum wird die Baustelle der Stapelturnhalle reinhauen. Wobei die Olgastraße da ja immerhin zweispurig ist. Gilt so ähnlich auch für die Karlstraße, auch wenn man da nie so recht weiß, wie viele Spuren man nun hat... mir kommt's immer vor wie 1,8 Spuren in jede Richtung :rolleyes:. Wenigstens können sich die Autofahrer schon mal an die engere Karlstraße gewöhnen...
    • Stadt regelt Zeit nach dem Justizhochhaus Vertrag soll die Gesamtplanung absichern

      • 1. Neubau nördlich vom Justizhochhaus


      • 2. Auszug der Justizverwaltung in den Neubau


      • 3. Abriss Justizhochhaus


      • 4. Zweiter Bauabschnitt Verwaltungs und Büroneubau plus Gestaltung des Platzes sowie dem Bau einer Tiefgarage


      Zwischen Punkt 3 und 4 ist unterdessen eine Zwischenlösung geplant, um die Zeit zu überbrücken. Nach Abriss des Hochhauses entstehen dort 25 Stellplätze an der Olgastraße, bis die Tiefgarage kommt, gleichzeitig soll der Freiplatz "temporär mit Bäumen hergerichtet werden", wie Jescheck sagt.


      Artikel

      Südwest Presse
      Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
      Bill Mollision
    • Aquarium schrieb:

      ...Und im Zuge der Citybahnhof-Entwicklung wird sich zeigen, ob die Friedrich-Ebert Straße als wichtige Anbindung der Olgastraße beidseitig zweispurig bleibt. Es zeichneten sich in der Bahnhofsdiskussion nämlich durchaus große Sympathien für eine Reduzierung auf insgesamt zwei Spuren ab. Damit wäre schon viel Verkehr in der Olgastraße vermieden. Wir werden sehen ...

      ich weiß, die Diskussion ist schon über ein Jahr her, aber erst jetzt bin ich über die Beiträge gestolpert ;)

      Ich denke eine Reduzierung der Friedrich-Ebert-Str auf insgesamt nur zwei Fahrspuren wurde nicht zu einer Verminderung des Verkehrs in de Olgastraße führen, sondern zu einer Streckung, Verlangsamung und insgesamt zu einer unnötigen Verstopfung des Verkehrs. Wenn man versucht die Stadt noch autounfreundlicher zu machen schießt man sich ins eigen Bein und schafft eine ständig verstopfte Stadt voller genervter Autofahrer
    • Zum Glück habe ich zur Staatsanwaltschaft schon mehrfach alles gesagt und genug gemeckert, deswegen erlaube ich hier mal den Ausflug ins Off-Topic :D

      Vorab: es bleibt wohl bei zwei Fahrspuren je Richtung. Im Haltestellenkonzept des Masterplans Citybahnhof (siehe hier, Anlage 4) bleiben die Spuren erhalten. Klar kann sich noch etwas ändern, aber ich glaube, dass der große Plan Bahnhofsgarage/Friedrich-Ebert-Straße/Haltestelle/Bahnhofsvorplatz fix ist.

      Abgesehen davon gibt es beim Straßen(aus)bau das Phänomen, dass man mit mehr Straßenkapazität überproportional mehr Verkehr schafft: es verteilt sich nicht dieselbe Menge Autos auf mehr Raum, sondern es fahren im Verhältnis deutlich mehr Autos im neuen Straßenraum als zuvor. Ist bekannt als Braess-Paradoxon, englischsprachig gibt es dazu auch Erkenntnisse von Downs/Thomson und Lewis/Mogridge.

      Bei der Friedrich-Ebert-Straße wäre ich allerdings auch skeptisch gewesen. Bin ja kein Verkehrswissenschaftler, aber ich würde trotzdem behaupten, dass eine Stadt wie Ulm eine innerstädtische Ost-West-Achse braucht, die eine gewisse Mindestkapazität aufweist. Das wäre bei uns dann von der Kreuzung am CCU die Münchner Straße, die Olgastraße, die Friedrich-Ebert-Straße, und dann die Zange Zinglerstraße/Neue Straße (am Ehinger Tor) zur Kreuzung mit der B10, mit Abzweigen am Theater via Neutorstraße und Ludwig-Erhard-Brücke zur B10 und zur Blaubeurer Straße/B28 und am Ehinger Tor zur B311 nach Erbach raus. Früher war wohl auch die Neue Straße ein Teil dessen, aber nach dem Rückbau haben wohl Friedrich-Ebert-Straße und Olgastraße einen großen Teil des Verkehrsflusses geschluckt und der Rückbau hat sich wohl auch deswegen als richtig erwiesen. Finde ich :D

      Wie gesagt, bin kein Verkehrswissenschaftler, aber intuitiv würde ich lieber diese Achse so, wie sie ist, behalten, und dafür andere Straße zurückbauen: Neue Straße hat prima geklappt, Frauenstraße und Karlstraße werden auch prima werden. Schade nur, dass der Umbau der Schillerstraße sich mit der Zwangspause beim Citybahnhof auch verschieben wird; kann mir gut vorstellen, dass eine besser ausgebaute Schillerstraße mit einem Pendlerparkhaus im Nordabschnitt, Taxen und vor allem Kurzzeitparkplätzen am Westportal die Friedrich-Ebert-Straße vom Zubringerverkehr zum Bahnhof massiv entlasten könnte.
    • Gute Betrachtungen, danke Finn.

      Wenn ich aus heutiger Sicht drüber nachdenke: Vermutlich ist es richtig und nötig, eine mindestens je zweispurige Ost-West-Hauptverkehrsachse durch die Innenstadt bestehen zu lassen. Diese Funktion muss aufgrund ihrer Lage und Breite die Olgastraße übernehmen. Natürlich läuft dort einiges zusammen, wenn von der B10 von Norden Kommende in die City wollen - das war aber bisher auch nicht anders, ob die Karlstraße nun teils verschmälert ist oder nicht.

      Solange die Schillerstraße nicht für den Bahnhofs-Zubringerverkehr ausgebaut ist (also noch etwa 6 Jahre?!), wäre eine Reduzierung der Friedrich-Ebert-Straße wohl ein verkehrstechnischer Wahnsinn. Vielleicht sollte aber auch darüber hinaus die bestehende Kapazität erhalten bleiben, denn nur so gibt es eine leistungsfähige Anbindung an die B311 und die Weststadt. Aber das haben die Verkehrsplaner wahrscheinlich bereits alles erörtert, daher wird das wohl auch so beibehalten.

      Die bereits vollzogenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in der Neuen Straße und die noch anstehenden in der Karlstraße und Frauenstraße halte ich dennoch für richtig.
      Ulm ist Provinz.
    • Wenn Mittelfristig die Parkmöglichkeiten gegenüber dem Kepler Gymnasium durch das geplante Wohnquartier wegfallen wäre ein neuer öffentlicher Parkplatz keine verkehrte Sache. In der Ecke ist der Parkraum eh sehr begrenzt oder eingeschränkt.