Angepinnt Allgemeiner Diskussionsthread & Lounge

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    • Beim Blick auf die Fotos, die Reinhold gerade zum Wohnbauvorhaben auf dem Gelände des alten Söflinger Krankenhauses gepostet hat, musste ich wieder an die vielen Proteste der Nachbarn denken. Nachdem ich außerdem zuletzt noch etwas zu Bürgerwindrädern gelesen habe -- Bürger können bei manchen Windenergieanlagen Anteile zeichnen und damit am Gewinn partizipieren, was die Stimmung häufig sehr schnell befriedet oder versöhnlich macht --, kam mir eine Idee:

      Wie wäre es, wenn Nachbarn und Anrainer die Möglichkeit erhalten, sich an Neubauprojekten in ihrer Nachbarschaft finanziell zu beteiligen?

      Sagen wir, es werden irgendwo drei Häuser mit je einigen Wohneinheiten auf einer Brache in einem bestehenden Wohngebiet hochgezogen. Sagen wir weiterhin, dass die Wohnungen in zwei der Gebäude verkauft, diejenigen des dritten aber von einer Wohnungsbaugesellschaft oder dergleichen vermietet werden.
      Es könnten sich nun Bürger aus der Nachbarschaft finanziell am Bau der Gebäude beteiligen und anteilig eine jährliche Rendite aus den Mieteinnahmen erhalten. Die kann man dann ja durchaus ins eigene Haus stecken. Das hätte auf den ersten Blick folgende denkbare Vorteile:
      • Der Bauträger kann Kapital außerhalb von Eigen- und bezinstem Fremdkapital auftreiben. (In Zeiten von Niedrigzinsen nicht sehr attraktiv, kann sich aber ändern)
      • Bürger können sich mit variablen, auch überschaubaren Investments an den (momentan noch) guten Renditen auf dem Immobilienmarkt beteiligen, ohne ein unstemmbares finanzielles oder zeitliches Risiko zu tragen. Für eine Eigentumswohnung zur Vermietung reicht es vielleicht nicht, aber wie wäre es mit 5,8% an sieben Wohnungen? Die eigenen Anteilsscheine lassen sich ja jederzeit verkaufen oder bei Gelegenheit vermehren.
      • Die Grundstimmung gegenüber Neubauprojekten kann sich aufhellen.
      • Nachbarn können sich in frühen Planungsphasen einbringen -- wieso zum Beispiel nicht eine größere Tiefgarage mit Parkberechtigung und dafür die alte Garagenreihe an der Straße opfern, deren Fläche wiederum in die Bebauung mit einbezogen werden kann? Bei eigener Beteiligung kann man mit Blick auf die zukünftige Rendite auch eher hinnehmen, dreieinhalb statt zweieinhalb Geschosse gebaut zu sehen...
      Wäre das was? Kam mir spontan, habe ich auch spontan so runtergeschrieben, also würde ich mich sehr über kritische Anmerkungen freuen. Das alles beruht natürlich auf der Bereitschaft des Investoren, auf einen Teil seines Gewinns zu verzichten; wofür er allerdings such weniger Kapital aufbringen muss. Außerdem erfordert das einiges an Aufwand im Vorfeld, um die nun mehr gewordenen Akteure zu koordinieren und auf eine Linie zu kriegen, wobei das eine fähige und routinierte Verwaltung durchaus packen kann.

      Der Gedanke kam mir nicht aus der Motivation heraus, geschädigte Nachbarn mit Peanuts abzuspeisen und goodwill zu erkaufen. Darum geht es nicht. Aber diese Konflikte wird es immer wieder geben (siehe auch Türmle), wenn man Innenentwicklung ernstnimmt und innerörtlich nachverdichten will, und vielleicht könnte das eine Möglichkeit sein, die ewig negative Stimmung dabei auf den Kopf zu stellen.
    • München verfärbt sich von grün zu betongrau [SZ]
      Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Einwohner in München auf 1,7 Millionen steigen. An vielen Stellen muss die Natur deshalb Bauvorhaben weichen. Immer mehr Wohnraum wird auf den freien Flächen errichtet.
      Als Erinnerung, in welchem Spannungsfeld wir uns auch in Ulm bewegen. Wir brauchen Neubauten, um allen Bevölkerungschichten leistbare Wohnungen und Häuser bieten zu können; gleichzeitig laufen wir Gefahr, unsere Stadt komplett zuzubauen. Schwierig. Hilft nur, maßvoll zu handeln.
    • Und als Kontrast und Ergänzung zum vorhergehenden Post:

      Nachfrage nach Immobilien auf hohem Niveau [SWP]

      Weil Ulm auch im Zuge von Stuttgart 21 ein gefragter Wohnstandort ist, bleibt die Lage auf dem Immobilienmarkt angespannt. Das berichtet der IVD.
      Der Zielkonflikt ist einfach nicht geschickt aufzulösen. Einerseits will man sich die Stadt nicht zustellen, andererseits läuft man Gefahr, dass einem die Preise um die Ohren fliegen. Ich glaube immer noch, dass vielen der Effekt, den die NBS haben wird, noch nicht wirklich bewusst ist. Das wird enorm. Erst recht, wenn mittelfristig auch noch eine NBS nach Augsburg und München dazustößt.
    • Die Gefahr besteht wohl sehr konkret daß Ulm zur Stuttgarter Schlafstadt wird, um es mal überspitzt auszudrücken. Und das wird sich auch zuerst in den qm-Preisen für Wohnungen ausdrücken und unmittelbar darauf natürlich in den Mietpreisen wiederfinden.
      Mir wollte einer letzhin ernsthaft darlegen daß Ulm ja eh zur Metropolregion Stuttgart zählen würde.
      Als alter Ulmer konnte ich das so ja nicht stehen lassen und entgegnete ihm daß es dann wohl bald zur Baden-Württemberg-Frage kommen würde... :D
    • Metropolregion Stuttgart, ey... wird Zeit, den Freistaat Schwaben vom Schwörhausbalkon zu proklamieren :D .

      Aber im Ernst, die Gefahr ist reell. Beziehungsweise: Die Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Die Frage ist nur, wie man sich ihr stellt und was man aus der Herausforderung macht. Da finde ich das Ausbauziel auf nun 700WE/a einen guten Anfang.

      Wenn Imagewerbung in Stuttgart oder am Flughafen gemacht werden sollte, dann bitte nicht für Ulm als Schlafstadt, sondern als Unternehmensstandort. Schlüsselzuweisungen aus Einwohnerzuwächsen und Auslastung von bestehender Infrastruktur schön und gut, aber erst Gewerbesteuereinnahmen füllen die kommunale Schatulle so richtig. Da sollte man schon selbstbewusst bleiben.

      Und: ein substantieller Teil der 700 WE sollte auf Wohnbaugesellschaften wie die UWS oder die heimstätte entfallen. Damit wäre zumindest dazu beigetragen, dass auch soziale Kriterien in der Vergabe der Wohnungen in Betracht gezogen werden. Der finanziell stärkere Zuzug kann sich auf dem freien Markt bedienen.
    • Experten warnen vor Boom am Häusermarkt [SWP]
      Die Preise vieler deutscher Immobilien steigen und steigen. Was für Mieter ein Graus ist, könnte auch für die gesamte Wirtschaft zur Gefahr werden. Experten warnen.

      Mietpreise schießen in die Höhe [NUZ]
      Nirgendwo in Bayern wird Wohnen schneller teurer als in Neu-Ulm. Das ergibt zumindest die Auswertung eines Immobilienportals.

      Wobei ich letzteren Artikel mit einer Prise Salz genießen würde. Datenbasis und Methodik scheinen mir etwas fragwürdig.
    • Blick über den Tellerrand. Heilbronn ist in vielfacher Beziehung ja ein Konkurrent Ulms.

      Heilbronn baut sich ein neues Image [StZ]
      Der Oberbürgermeister preist seine Stadt gerne als dynamischste im ganzen Land an. Die bauwütigste ist sie auf alle Fälle. Was entstanden ist in den vergangenen Jahren, kann sich sehen lassen. Die Stadt erfindet sich neu.
      Ansonsten ist auch ausgesprochen lesenswert, was das sehr engagierte Mitglied LuftbaHN im Deutschen Architekturforum zu Heilbronn schreibt.
    • Vom Acker zum Neubau im Schnellverfahren [SZ]
      Eine Novelle für das Baugesetz erlaubt es künftig, dass Bauland in ländlichen Gebieten ohne viel Aufhebens ausgewiesen werden kann. Das vereinfachte Verfahren verzichtet auf die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit. Die obligatorische Umweltprüfung kann ebenso entfallen wie Ausgleichsmaßnahmen. Eigentlich sollte eine weitere Zersiedelung verhindert werden. Doch offenbar war der Druck der CSU zu groß.
      Huch. Hoffe, dass diese Regelung nicht so viel kaputtmacht, wie ich gerade befürchte. In den Außenbereich kann man ja heute schon gehen, aber eben nur mit Nachweisen, dass der Flächenverbrauch an anderer Stelle kompensiert wird oder zumindest nicht stark abträglich ist. Wohnraumschaffung ja, bitte, aber doch nicht um jeden Preis...

      Die nächste Landtagswahl in Bayern ist 2018; Zeit genug für Kommunen, rasch ein paar Wohngebiete über die Wählerschaft hinabrieseln zu lassen. Ein Schelm...
    • Stuttgart soll Moos-Stadt werden [SWP]
      In Stuttgart wird sich das im Frühjahr bekanntlich ändern. Am Feinstaubknotenpunkt Neckartor werden, wie berichtet, auf 100 Meter mit Moosflächen bestückte Wände aufgestellt und über ein Jahr wissenschaftlich beobachtet. Die Grünen im Gemeinderat haben das Projekt angestoßen.
      Wir haben zwar keine Feinstaubschwerpunkte wie Stuttgart, aber das Projekt kann man trotzdem von Ulm aus im Auge behalten. An Lärmschutzwänden angebracht fände ich sie auch gestalterisch interessant. Wer weiß, vielleicht schlucken sie sogar noch mehr Lärm...
    • Finn schrieb:

      Stuttgart soll Moos-Stadt werden [SWP]
      In Stuttgart wird sich das im Frühjahr bekanntlich ändern. Am Feinstaubknotenpunkt Neckartor werden, wie berichtet, auf 100 Meter mit Moosflächen bestückte Wände aufgestellt und über ein Jahr wissenschaftlich beobachtet. Die Grünen im Gemeinderat haben das Projekt angestoßen.
      Wir haben zwar keine Feinstaubschwerpunkte wie Stuttgart, aber das Projekt kann man trotzdem von Ulm aus im Auge behalten. An Lärmschutzwänden angebracht fände ich sie auch gestalterisch interessant. Wer weiß, vielleicht schlucken sie sogar noch mehr Lärm...
      Im Auge hätte ich da schon mal die B10/B28-Lärmschutzwand in Neu-Ulm. ;)


    • Zu leicht zu erkennen für den Quizthread, daher hier. Das Gebäude an der Ecke Gideon-Bacher-Straße/Neue Straße ist, ohne aus der Richtung etwas gehört zu haben, sicherlich ein Sanierungskandidat -- aber ich hoffe sehr, dass man diese sehr seltene Fassadenmalerei auf die ein oder andere Weise erhalten kann.

      Viele, und sehr oft auch ich, gehen nicht sehr gnädig mit den Nachkriegsprovisorien der 1940er und 1950er um. Deswegen bin ich dankbar für diese Erinnerung daran, aus welcher geschichtlichen Situation sie entstanden sind und was sie für die Stadt geleistet haben. Die Darstellung zwischen biblischer Katastrophe unten und heiler Kernfamilie im Rollenverständnis der 1950er oben, mit einem Hauch von Propagandaplakat, erscheint heute ein bisschen ungelenk, aber so viel Selbstlob kann man den Genossenschaften gerne zustehen.



      Ich hätte übrigens absolut nichts dagegen, wenn Fassadenmalereien, Sgraffitos und andere Techniken eine Renaissance feierten. Allemal besser als fader weißer Putz, und wenn sie offene Geschichtsücher der Stadt- und Baugeschichte sind, umso besser.
    • Ich stelle hier mal meine Fotos von der Elbphilharmonie ein.
      Meine Frau und Ich waren über die Feiertage in der alten Heimat (zumindest war es das 2 Jahre).
      Architektonisch ist es sowieso interesant. Leider kann man den Konzertsaal nicht besichtigen.
      Wenn die Fotos nicht erwünscht sind sagt bitte Bescheid!


      Elbphilharmonie vom Kleinen Grasbrook aus gesehen


      Häuser in der HafenCity


      Platz vor der Elbphilharmonie


      Eliptische Rolltreppe zur Plaza in 40m Höhe


      Aussicht elbabwärts Richtung Landungsbrücken


      Aussicht elbaufwärts Richtung Kleiner Grasbrook und Überseekai


      Blick in den Museumshafen
    • Sehr schön, vielen Dank! Vor allem das erste Bild finde ich faszinierend. Über die inakzeptablen Kostensteigerungen, die gelinde gesagt mangelhafte politische Aufsicht und die problembehafteten Ausschreibungen und Vergaben im bundesdeutschen Recht ist ja schon genug geschrieben worden; bei manchen Bildern denke ich trotzdem an Kommentare zurück, die die Elbphilharmonie in einer Liga -- touristisch und kulturell -- mit dem Opernhaus in Sydney sehen. Es wird eine verdammt lange Zeit dauern und schwer zu bemessen sein, aber ich finde es nicht unrealistisch, dass die Elbphilharmonie über Tourismus und "softe" Faktoren wie Imagepflege der Stadt irgendwann die Kosten wieder reinspielt. Auch wenn es eher Jahrzehnte als Jahre dauern wird :/ .

      ***

      Ein weites Feld [Zeit]
      Wie zuvor bei der Mietpreisbremse wollen erste Politiker nun auch den Anstieg der Pachtpreise für Ackerland begrenzen.
      Der Artikel zeigt schön, wie schwierig es sein kann, einen Gegenstand mit offensichtlichem Regelungsbedarf politisch, nun ja, zu beackern. Flächenfraß und die Umwandlung von Ackerland ist auch bei uns im Süden eine wichtige Angelegenheit, man denke an die Baustellen A 8 und NBS sowie die Kohlplatte, aber ein Patentrezept drängt sich nicht gerade auf. Zumal unsere Städte noch einmal deutlich stärker wachsen als anderswo. Umso begrüßenswerter, wenn Flächen innerhalb des Stadtgebiets erfolgreich konvertiert werden -- Dichterviertel, Moco-Areal, Hindenburgkaserne, Abstellgruppe Ost, Bleidornkaserne, Magirus-Areal,...
    • Leitartikel: Gefährliche Kurzsicht bei Gentrifizierung [SWP]
      Vier Millionen. Auf so viele Einwohner wird Berlin einer Prognose zufolge zwischen 2020 und 2025 anwachsen. Das sind knapp 500 000 Menschen mehr als 2015. Für sie müssen Straßen und Wohnungen geschaffen sowie Kinderbetreuung gewährleistet werden. Doch vergangenes Jahr wurden gleich mehreren Kitas in der Hauptstadt die Mietverträge gekündigt. Sie mussten raus aus Räumen, die nun teurer weitervermietet werden. Soziale Einrichtungen als Verlierer des steigenden Drucks bei Wohn- und Nutzflächen – und mit ihnen viele Familien. Es ist ein Problem, das Berlin keineswegs exklusiv hat. Es ist national, kontinental, global.
    • Dazu einfach mal um die Kosten zu senken. Ist es wirklich nötig das so langsam alles nach kfw. Gold und Silber gebaut werden muss. Wenn wir immer mehr Solarium Wind und Wärme Rückgewinnung haben, womit man ja auch Strom und Wärme erzeugt und der Umwelt gutes tut, dann muss doch nicht alles bis zum geht nicht mehr gedämmt werden.. Es muss doch nicht alles doppelt sein. Genauer gesagt braucht ein Gebäude wo Solarium auf dem Dach ist und es gar an Windstrom angeschlossen ist und Ferndampf oder Heisswasser aus Windkraft Wasserkraft und Solarkraft bekommt wirklich eine super Dämmung.
      Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
      "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )
    • Gerade bezüglich der Fernwärme habe ich diese Kritik auch schon gehört. Die Infrastruktur herzustellen ist teuer, aber es wird wenig abgenommen, wenn alle Häuser auf höchstem Standard abgedichtet und gedämmt werden. Deswegen wird man in vielen Neubaugebieten (Lettenwald?) zum Anschluss verpflichtet, damit sich der Ausbau irgendwie rechnet.

      Ich finde auch das Raumklima in einigen nach hohem KfW-Standard errichteten Neubauten manchmal unangenehm. Die Häuser atmen halt nicht mehr. Bei einigen UWS-Objekten kommt dann zum Beispiel ruckzuck Schimmel rein.