Abriss: Vaterunsergasse 2

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Abriss: Vaterunsergasse 2

      Eine Meldung aus dem "Schwesterforum" Stadtbild Deutschland:
      Da ich nicht weiß, ob die Foristen "Wihunga" oder "Zeno" hier selbst angemeldet sind und ich in dem Falle den Beiden nichts vorweg nehmen will, hier der zugehörige Link mit den Verweis auf die ersten beiden Beiträge von heute: Vaterunsergasse 2

      In meinen hochkochenden Emotionen dazu folgender Spoiler: Das wohl einjedem von uns als integraler Bestandteil der Donaufront wohlbekannte Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau erstzt werden. Wohl mag es sich nicht um einen Prachtbau handeln, doch bin ich der Überzeugung, dass das Anknabbern des Altbaubestandes der Donaufront ein Tabubruch ist, der nicht nur empfindlich das Gesicht Ulms verändern wird, sondern auch eine hohe Nachahmungsgefahr mit sich bringt. Es gibt einige Häuser diesen Formats entlang der Stadtmauer...
    • ulmz schrieb:

      Eine Meldung aus dem "Schwesterforum" Stadtbild Deutschland:
      Da ich nicht weiß, ob die Foristen "Wihunga" oder "Zeno" hier selbst angemeldet sind und ich in dem Falle den Beiden nichts vorweg nehmen will, hier der zugehörige Link mit den Verweis auf die ersten beiden Beiträge von heute: Vaterunsergasse 2

      In meinen hochkochenden Emotionen dazu folgender Spoiler: Das wohl einjedem von uns als integraler Bestandteil der Donaufront wohlbekannte Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau erstzt werden. Wohl mag es sich nicht um einen Prachtbau handeln, doch bin ich der Überzeugung, dass das Anknabbern des Altbaubestandes der Donaufront ein Tabubruch ist, der nicht nur empfindlich das Gesicht Ulms verändern wird, sondern auch eine hohe Nachahmungsgefahr mit sich bringt. Es gibt einige Häuser diesen Formats entlang der Stadtmauer...
      Auch wenn ich mich unbeliebt damit mache:
      Es ist wohl rein rechtlich gegen einen Abriss nix einzuwenden, das Haus und sein Erscheinungsbild sind eher Geschmackssache. Mir gefällts nicht. In der SWP gibts auch schon einen Artikel:
      swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm…m-donauufer-15627252.html
    • Hallo Ulmz.

      Ich hatte es heute morgen in der SWP auch gelesen. Es ist schon sehr traurig und Schade um das Gebäude.

      Aber man sollte das ganze auch verstehen und mit anderen Augen sehen.

      Dazu einfach mal etwas mehr und genauer, ich hoffe und denke dann sieht es so mancher mit anderem Blick.
      Ich selbst wohne ja seit jetzt knapp 60 Jahren an der Stadtmauer mit einigen Unterbrechungen. Meine Eltern hatten dort nach dem Krieg ein altes Haus gekauft. Dieses war aber nicht zu retten und wurde 1972 abgerissen und als 2 1/2 Fam. Haus wieder errichtet.
      Außerdem habe ich in der Altstadt speziel Fischervierzel so manche Renovierung mitbekommen.

      Ich weiß also so einiges und von was ich Rede.

      Ende Teil 1
      Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
      "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )
    • Wegen des persönlichen Geschmacks dürfte sich niemand unbeliebt machen ;) Mir persönlich gefällt z.B. die Kronengasse 5 (an der Stelle) nicht maximal gut, weil es mir zu klobig ist aber ein Abriss wäre für mich undenkbar.
      Und ja, die rechtliche Lage ist im Artikel hinreichend dargestellt. Dennoch finde ich es sehr unsensibel in DER Perspektive einer Stadt, die Zerstörungstechnisch noch ein Glücksfall ist, derart einzugreifen.
    • Zu Ulmz letzter Post noch kurz.

      Wir können uns glücklich schätzen das wir trotz allem und so großer Zerstörung in Ulm mit der Altstadt noch so viel schönes haben. Kreuz Fischervierzel. Gerberviertel. Grabenhäuser. Norden vom Münster und mehr.
      Aber alles zu erhalten geht einfach nicht. Jedes Gebäude das verschwindet ist ein Verlust, aber manchmal geht es nicht anders.
      Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
      "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )
    • Ich finde es auch eher bedauerlich, dass das Gebäude abgerissen werden soll -- einfach, weil ich Fan von Erkern und Kuriositäten bin :) . Das gibt Charakter.

      Allerdings habe ich auch keinen Einblick in eventuelle Sanierungsgutachten oder die Überlegungen des Eigentümers, der laut Aussage der Nachbarn im Artikel noch vor drei Jahren nicht von einem Abriss sprach. Wegen der Ensemblewirkung in der Ecke und einiger netter Details wie der Tür oder eben dem Erker würde ich gefühlsmäßig eher sagen: Erhaltenswert. Insofern geselle ich mich zu ulmz in die Ecke...
    • Teil 2 meiner Sichtwe

      Erhalten schön und gut, aber wer kann das Heute noch. Als Privatmann hast du einfach nicht die Mittel. Die Kosten einer Renovierung von Altgebäuden sind enorm, darüber brauchen wir nicht zu reden.
      Wenn wir aber jetzt noch den Heutigen Brandschutz und die Umweltbestimmungen rechnen, dann noch die Auflagen des Denkmalschutzes und des Stadtbildes, oder den Bau von Garagen, dann ist es nicht mehr zu stemmen wenn du keine Zuschüsse bekommst, so gering die auch sind.
      Ich kenne jetzt das innere des betreffenden Hauses nicht, aber kann mir so einiges vorstellen.

      Dazu einfach noch ein kleines Beispiel.
      Wir bekommen jetzt neue Fenster. Es müßen laut Stadtbild Holzfenster sein.
      Zuschüsse von der Stadt gibt es keine und wenn dann nur gering und vielleicht über den Verein alt Ulm.
      Kosten der 21 Fenster ca. 15000 Euro mehr als Kunststoff oder Metal. Der Unterschied ist von der Stadtmauer oder sonst auch durch den Fachmann nicht zu erkennen wenn sie sauber gestrichen sind. Aber die Stadt sagt es muß Holz sein.

      Aber es ist schon schön dort an der Stadtmauer zu wohnen.
      Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
      "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )
    • Um dieses Gebäude ist es sehr schade finde ich, da man es bestimmt schön herrichten könnte. So ein neues Gebäude finde ich passt an so einer stelle nicht so gut rein, auch wenn es bestimmt ein Giebelbau wird.
      Außerdem entstehen da bestimmt nur noch teurere Luxuswohnungen in der Lage. und zu den benachbarten kleinen Häusern gegenüber würde denke ich der Neubau auch nicht passen. Das einzig schöne ist wohl, dass es bestimmt besser aussehen wird, als die benachbarten Giebelhäuser auf der anderen Seite aus den 50er oder 60er Jahren am Saumarkt.

      Hier auf dieser alten Karte sieht man mal, wie das früher hier ausgesehen hat. Das Gebäude links auf dem Bild mit dem Giebel ist das, was abgerissen werden soll.
      ansichtskarten-center.de/topo-…900-ulm-vater-unser-gasse
    • reinhold schrieb:

      Erhalten schön und gut, aber wer kann das Heute noch. Als Privatmann hast du einfach nicht die Mittel. Die Kosten einer Renovierung von Altgebäuden sind enorm, darüber brauchen wir nicht zu reden.
      Wenn wir aber jetzt noch den Heutigen Brandschutz und die Umweltbestimmungen rechnen, dann noch die Auflagen des Denkmalschutzes und des Stadtbildes, oder den Bau von Garagen, dann ist es nicht mehr zu stemmen wenn du keine Zuschüsse bekommst, so gering die auch sind.
      Ich kenne jetzt das innere des betreffenden Hauses nicht, aber kann mir so einiges vorstellen. […]
      Wenn das ein Privatmann ohne Zuschüsse nicht mehr stemmen kann, bzw. die Verteilung der Gelder so fehlorganisiert ist, dann läuft HIER etwas ganz grundsätzlich schief. Von Irland über Italien bis nach Polen und noch weiter (mit Ausnahme der Schweiz) scheint es ja in Städten mit einem Vielfachen an Altbausubstanz, wie auch in den hintersten Dörfern offensichtich wirtschaftlicher zu sein, zu erhalten statt neu zu bauen. Bemerkenswert ist außerdem das Ost-West Gefälle in Mitteleuropa, wo Städte wie Krakau und Riga aber auch Dresden oder Leipzig eindeutige Signale senden. Am Wohlstand der Region kann es also weniger liegen.

      reinhold schrieb:

      Wir können uns glücklich schätzen das wir trotz allem und so großer Zerstörung in Ulm mit der Altstadt noch so viel schönes haben. Kreuz Fischervierzel. Gerberviertel. Grabenhäuser. Norden vom Münster und mehr.
      Aber alles zu erhalten geht einfach nicht. Jedes Gebäude das verschwindet ist ein Verlust, aber manchmal geht es nicht anders.
      Das können wir ohne Zweifel aber es ist nur Glück im Unglück. Sicher kann nicht alles erhalten werden aber gerade weil vergleichsweise viel verschont blieb (wir sprechen von gerade mal 20% der Innenstadt, abzüglich der Nachriegsverluste. Einem Gebäudeanteil mit Bezugsjahr vor 1920 von 8,6% ergebnisse.zensus2011.de/#MapContent:00,G241,,map ), sollte mit dieser überdurchnittlichen Situation besonders sensibel umgegangen werden. Ein Bruch in einem stimmigen Enseble schadet mehr als ein Verlust in einem ohnehin inhomogenen Umfeld.

      Zum Zustand der Bausubstanz kann ich nichts sagen aber da möchte ich an das Projekt Büchsengasse 12 erinnern. Sicherlich ein Extremfall und eine andere Situation bei einem der Ältesten in Ulm aber man sieht, es geht einiges und da kann ich irgendwie keine Verhältnismäßigkeit mehr erkennen.
    • Ihr habt beide recht, es ist bestimmt schwer und teuer, ein altes Haus zu erhalten. Aber da muss auch der Wille da sein, Man wollte dieses Haus auch erst erhalten, dann aber denke ich hat man sich ausgerechnet, dass ein Abriss und dann ein Neubau, vermutlich mit luxuriösen Wohnungen mehr Geld bringt, als wenn man dieses Haus wieder saniert. Problem ist, so ein neuer Bau sieht oft in 20 oder 30 Jahren halt langweilig aus oder wird als Bausünde angesehen, wohingegen ein richtig altes Haus renoviert dann immer noch als schön angesehen wird.