Die bisherige Haltestelle Ehinger Tor ist Geschichte: Das Dach ist ab [NUZ]
ZitatDie Bildergalerie zeigt den Fortschritt der Arbeiten: vom Start bis zum aktuellen Anblick, ganz ohne Dach.
Schöne Bildstrecke, ohne Bezahlschranke.
Die bisherige Haltestelle Ehinger Tor ist Geschichte: Das Dach ist ab [NUZ]
ZitatDie Bildergalerie zeigt den Fortschritt der Arbeiten: vom Start bis zum aktuellen Anblick, ganz ohne Dach.
Schöne Bildstrecke, ohne Bezahlschranke.
Für die Maßnahme am Ehinger Tor und am Donaustadion bietet die SWU im August zwei Baustellenführungen an. Link zur Baustellenseite
Für die Maßnahme am Ehinger Tor und am Donaustadion bietet die SWU im August zwei Baustellenführungen an. Link zur Baustellenseite
Für die Führung am Freitag um 14 Uhr waren zumindest vorhin noch freie Plätze verfügbar. Hab lange gezögert, weil's doch eine (für mich) ungeschickte Uhrzeit und der Treffpunkt auch nicht sinnvoll mit dem Auto erreichbar ist, aber mich zuguterletzt doch entschlossen, mitzugehen, zumal der inkludierte Bustrip zum Donaustadion auch mal was Besonderes ist. Vielleicht sieht man sich ja?
Im Sichtfeld der Kamera scheint kaum was voranzugehen, was etwas überraschend ist, wo es doch eigentlich einen ziemlichen Zeitdruck zum Ende der Sommerferien hin gibt. Wollte man nicht noch die Gleise austauschen?
Allerdings stehen mittlerweile neue Lampenmasten, und die Fundamente der Kioske verschwinden allmählich.
Der SWU Präsentation im Stadtteilforum West (ehm. RPG West/Söflingen) von 2025 nach wird ab September der Haltestellenbereich vor der Blechbüchse Ypsilon und einem Teil der Schillerstraße rückgebaut und neu hergestellt. Der Neubau der Gleistrasse inklusive Steig C+D sowie der neuen Oberleitung soll erst im 7. Bauabschnitt in den Sommerferien 2027 erfolgen. Mehr weiss ich allerdings auch nicht.
Der SWU Präsentation im Stadtteilforum West (ehm. RPG West/Söflingen) von 2025 nach wird ab September der Haltestellenbereich vor der Blechbüchse Ypsilon und einem Teil der Schillerstraße rückgebaut und neu hergestellt. Der Neubau der Gleistrasse inklusive Steig C+D sowie der neuen Oberleitung soll erst im 7. Bauabschnitt in den Sommerferien 2027 erfolgen. Mehr weiss ich allerdings auch nicht.
Ich habe bei der Führung einiges erfahren, ausführlicherer Fotobericht folgt die Tage.
Diesmal hat's mit dem Verstecken nicht so gut geklappt.
Die hatten halt auch einen professionellen Fotografen engagiert...
So, dann kommt hier mal der bebilderte Bericht zur Führung vom vergangenen Freitag. Vorweg möchte ich anmerken, dass ich selbst mit diesem Bereich der Stadt kaum vertraut bin. Mein Leben mit dem ÖPNV spielt sich weitgehend entlang der Linie 5 ab, und als Autofahrer muss ich mich auf andere Dinge konzentrieren als das Tor und seine Umgebung zu beachten. Von daher hatte ich lange mit mir gehadert, ob ich überhaupt teilnehmen möchte; nachdem es aber ein paar Tage vorher immer noch freie Plätze gab, hab ich mich doch noch kurz entschlossen und das im Nachhinein auf jeden Fall nicht bereut. Es war auch mal "was anderes" als meine "Heimatbaustelle" rund ums Blaubeurer Tor.
Ich konnte mir leider die Namen und Rollen der beiden SWU-Führer nicht merken, ich meine es war der Verantwortliche für Infrastruktur und eine Ingenieurin, beide auf jeden Fall mit Herzblut und Leidenschaft dabei. Ich finde es immer toll, wenn Menschen ihren Beruf lieben, und das merkt man dann auch, wenn sie über ihre Arbeit erzählen. Ebenso engagiert dabei, wie eigentlich bei den allermeisten Baustellenführungen, war auch Frau Zimmermann von der städtischen Baustellenkommunikation, die natürlich zu Themen außerhalb der SWU-Baustelle auszuhelfen wusste.
Los ging es am provisorischen Steig A. Pünktlich zu Führungsbeginn begann es zu schütten wie man es lange nicht mehr erlebt hatte, so verbrachten wir dann die erste Dreiviertelstunde oder so unter dem Vordach des Y, wo es dann eigentlich alles Grundlegende schon zu erfahren gab und auch so einige generelle Fragen gestellt beantwortet wurden. Ich denke, das meiste wird hier aber ohnehin schon bekannt gewesen sein - Dächer, Bäume, Regenschutz, etc. Zur Erinnerung hier nochmal der grobe Entwurf (zu finden auf der Baustellenseite der SWU)
Interessant fand ich die Ausführungen zur Gleislage. Da ab Januar ja längere Bahnen im Stadtgebiet unterwegs sind, braucht es auch längere Bahnsteige. Wegen der vorhandenen Zwangspunkte gibt es genau keinen Spielraum als die vorgesehene Diagonale, um ein ausreichend langes, gerades Gleis unterzubringen. Gegenüber dem heutigen Verlauf weicht die neue Gleislage um bis zu sieben Meter ab. Diese veränderte Gleislage hätte einen von vielen geforderten Erhalt des Daches unmöglich gemacht, nicht nur weil es zu klein gewesen wäre, sondern weil auch Stützen im Weg gestanden hätten. Das hier im Forum besprochene "Recycling" des Daches im Donautal ist übrigens vor allem an den dafür anfallenden Kosten gescheitert - der potentielle Abnehmer, offenbar eine im Donautal ansässige Baufirma, hat es sich dann doch anders überlegt.
Die Steige A (vor dem Y) und E (nördlich am Tor vorbei) sind übrigens so gestaltet, dass es wohl möglich wäre, im Falle eines weiteren ÖPNV-Ausbaus dort auch noch zwei weitere Gleise unterzubringen, natürlich nur wenn auch der Straßenraum drumherum entsprechend angepasst würde.
Vielleicht nicht ganz so bekannt ist das Thema "Wendeschleife am Ehinger Tor" - Baurecht gäbe es, geplant ist es aber nicht mehr, weil aus betrieblichen Gründen nicht notwendig genug. Muss man die Verstärker auf der 2 halt weiterhin zum Kuhberg durchfahren lassen.
Und natürlich ging es auch um den nicht nur hier vieldiskutierten Elefanten im Raum, den ich jetzt schon mal, wenn auch von der Chronologie abweichend, schon mal aus selbigem schieben möchte: Wie will man denn mit der Haltestelle und den Gleisen bis Ende der Sommerferien fertig werden, wo doch offenkundig noch sehr viel zu tun, aber auch kein riesiger Zeitdruck und zumindest auf der Webcam schon gar kein Gleisbau erkennbar ist? Nun, da war wohl so manche Berichterstattung etwas missverständlich. Die Sperrung der Gleise wurde zwar auch im direkten Haltestellenbereich genutzt, um das Dach abzubauen, was aber ja nur wenige Tage dauerte. Vor allem aber, um in der Neuen Straße jede Menge Leitungen zu verlegen, sowie (zweiter Teil der Führung, und vermutlich ein anderer Thread hier im Forum?) den Umbau der Wendeanlage am Donaustadion umzusetzen. Der eigentliche Umbau der Haltestelle am Ehinger Tor wird sich noch einige Zeit hinziehen, und in den Sommerferien 2027 wird die Verschiebung der Gleise durchgeführt. Aber zum Zeitplan später mehr.
Zunächst ging es also in die Neue Straße, wo - unbeobachtet von den Webcams - eine veritable Leitungstrasse unter den Gleisen verlegt wurde. Zunächst mal ein Blick auf den Leitungsplan, um eine grobe Vorstellung zu bekommen:
Zunächst also um die Trasse, die am rechten Rand des Baufelds verläuft. Der Gleisbereich war am Freitag schon wieder hergestellt (übrigens wohl das erste Mal, dass die SWU den Gleisbau selbst durchgeführt hat, statt eine Fremdfirma zu beauftragen... man war schon etwas stolz!).
Man hatte geplant, die Mauer im ersten Bild am rechten Bildrand abreißen zu müssen, um die Leitungen darunter durch verlegen zu können. Wie sich herausstellte, war sie aber stabil genug, sich selbst zu tragen, so dass man einen Abriss vermeiden und einige Zeit und Kosten sparen konnte. Blick von der anderen Seite der Mauer zeigt, was hier verlegt wurde:
Fernwärme, Trinkwasser, diverse Leerrohre. Das Orangene ist, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Starkstromleitung, die mal zur Versorgung einer Ladestation für E-Busse dienen soll. Solche Leitungen werden mittlerweile an diversen Stellen mitverlegt, weil eine vollständige Elektrifikation des Busnetzes natürlich absehbar ist und man dann etwas mehr Flexibilität benötigt, was die Lademöglichkeiten angeht.
Danach ging es dann zur eigentlichen Haltestelle.
Wegen der Dateianhangs-Beschränkung folgt ein zweiter Teil...
Der Haltestellenbereich ist, wenig überraschend, von Rückbautätigkeiten geprägt.
Auf einigen Bildern deutet sich aber auch schon Neubau an - und zwar des neuen, provisorischen Bahnsteigs. Auf der Webcam aktuell natürlich schon weiter fortgeschritten:
Die neu aufgestellten Masten sehen übrigens so gebraucht aus, weil sie es sind, die kamen schon an diversen Stellen zum Einsatz. Denn, wie auch der Bahnsteig und die Gleistrasse selbst, sie sind provisorisch. Womit wir beim Thema wären: Wie geht es weiter?
Nun, wie anfangs erwähnt, die Vorstellung, dass der Haltestellenumbau während der Sommerferien passieren würde, ist ein Missverständnis. Das Dach ist weg, ebenso die Kioske und sonstige Möblierung. Entlang der alten Gleistrasse werden provisorische Bahnsteige hergestellt. Die Busse bleiben vorerst an den provisorischen Steigen außerhalb des eigentlichen Haltestellenbereichs.
In den nächsten Monaten wird zunächst im Bereich des künftigen Steigs E aufgeräumt - auf dem Webcam-Bild entlang des linken Bildrandes, dort wo die (alte?) Kabeltrasse verläuft. Die Spur führt gerade nördlich des Tors vorbei und ist geeignet, im Bedarfsfall ein weiteres Gleis aufzunehmen. Hier ist der Verlauf gut zu erkennen:
Die Arbeiten an Steig E sollen bis Ostern nächstes Jahr andauern. Danach geht es weiter im Bereich der Steige A und B vor dem Ypsilon. In den Sommerferien 2027 schließlich sollen die Gleise in die endgültige Lage verschoben werden, wie bereits erwähnt bis zu sieben Meter abweichend vom Status Quo. Da wird man dann auch nochmal in die Neue Straße eingreifen müssen, weil sich auch dort gewisse Verschiebungen ergeben.
Auch um das Tor herum bzw. davor gilt es noch ein interessantes Thema anzusprechen - im nächsten Teil.
Teil 3. In der Presse wurde erst kürzlich berichtet [SWP+], dass eine historisch wirkende Mauer den Umbaumaßnahmen zum Opfer fällt, nämlich diese hier im Hintergrund quer zum Tor verlaufende (Foto: Google Street View):
Historisch wirkend, weil sie erst in den 1960er Jahren im Zuge des Haltestellenbaus gebaut wurde und somit nicht dem Denkmalschutz unterliegt. Sie steht dem neuen geplanten Radweg im Weg, und es war am Freitag schon nur noch ein kläglicher Rest übrig:
Man sieht hier schon, dass man die abgebrochenen Steine offenbar nicht wahllos entsorgen will. Man glaubt kaum, wieviel Material aus so eine kleinen Mauer kommt:
Das Material wird aber, zumindest teilweise, direkt vor Ort wieder verwendet, und zwar um die ebenfalls in den 1960ern auf einen Sockel reduzierte Original-Mauer links von der Toreinfahrt (im ersten Bild im Vordergrund) halbwegs originalgetreu wieder zu errichten und somit eine gewisse Symmetrie mit der Mauer auf der rechten Seite herzustellen. Den Sockel hat man bereits entfernt und bis aufs Originalmauerwerk gegraben.
Ob es sich um Originalsteine handelt, die in den 1960ern und jetzt erneut verbaut wurden/werden, konnte ich nicht in Erfahrung bringen...
Der zweite Teil der Führung fand dann, nach einem Bustrip und einem Fußmarsch, an bzw. in der Wendeanlage am Donaustadion statt. Werden mal gucken, ob wir dafür schon einen Thread haben, und dann dort weiter berichten.
Sie steht dem neuen geplanten Radweg im Weg, und es war am Freitag schon nur noch ein kläglicher Rest übrig
Sehr schön. Auch wenn ich die neuen Radwegplanungen nicht kenne, aber bisher war am Ehinger Tor vom Blaubeurer Tor herkommend gefühlt irgendwie Schluss mit Radinfrastruktur, und man musste sich irgendwie an die Donau durchmogeln.
Danke für den ausführlichen Bericht, Sputnick !
Das Ehinger Tor war einige Jahre lang meine Haupt-Ein-und-Umsteigestelle - auch wenn das schon lange her ist. Deshalb interessiert mich der Umbau vielleicht mehr als andere. Die Führung hätte ich gerne mitgemacht. War aber zeitlich nicht möglich. Denn auch der Umbau am Stadion interessiert mich.
Ich hoffe, dass die WebCam weiter in Betrieb bleibt (wenn sie funktioniert) und man die weiteren Veränderungen verfolgen kann.
Und nebenbei: Auch wenn ich heute da nicht mehr umsteige könnte ich mir (wie es auf einer Skizze zu sehen war) ein Café / ein "Schnell-Café im Ehinger Tor sehr gut vorstellen. So etwas wie "Backwerk" könnte mit den vielen Pendlern und Schülern sicher ordentlich Umsatz machen.
Hier noch ein Bild aus "meiner" Ehinger-Tor-Zeit - wobei ich mich mit dem Haus nicht mehr ganz sicher bin.
Wie immer vielen, vielen Dank für die fantastische Dokumentation in Bild und Text Sputnick - ein ganz, ganz wertvoller Beitrag zu unserem Forum als kleine Zeitmaschine (und wahrscheinlich dankbares KI-Opfer
)!
Vielleicht nicht ganz so bekannt ist das Thema "Wendeschleife am Ehinger Tor" - Baurecht gäbe es, geplant ist es aber nicht mehr, weil aus betrieblichen Gründen nicht notwendig genug. Muss man die Verstärker auf der 2 halt weiterhin zum Kuhberg durchfahren lassen.
Sehr interessantes Detail, an die Wendeschleife habe ich immer mal wieder denken müssen. Ganz ehrlich: Ein wenig bin ich ja froh, dass sie nicht kommt. Ich müsste etwas gruschteln, um einen Entwurf in meinen Unterlagen zu finden, aber ich habe die Trassenführung relativ zu den vielen querenden und sonstigen MIV-Fahrbeziehungen als sehr anspruchsvoll in Erinnerung; wenn da mal eine Straßenbahn wenden muss, kommt alles komplett zum Stehen. Vielleicht gibt es mal bei Bedarf eine alternative Möglichkeit mit einer Stichwende wie hinterm Theater, sagen wir mal direkt am Finanzamt.
Oh, sehr spannend, dass die SWU da Kapazitäten aufgebaut haben! Wir haben ja gute Gleisbauer in der Region, aber ich habe schon auch ein kleines Faible dafür, wenn die öffentliche Hand oder öffentliche Unternehmen da eigene Kapazitäten und Bautrupps vorhalten, wie die Stadt Ulm es auch mit ihrem Brückentrupp für laufende Ausbesserungen und kleinere eigene Bauprojekte handhabt. Die SWU sind da ambitioniert unterwegs, sehr schön ![]()
Alles anzeigenDanke für den ausführlichen Bericht, Sputnick !
Das Ehinger Tor war einige Jahre lang meine Haupt-Ein-und-Umsteigestelle - auch wenn das schon lange her ist. Deshalb interessiert mich der Umbau vielleicht mehr als andere. Die Führung hätte ich gerne mitgemacht. War aber zeitlich nicht möglich. Denn auch der Umbau am Stadion interessiert mich.
Ich hoffe, dass die WebCam weiter in Betrieb bleibt (wenn sie funktioniert) und man die weiteren Veränderungen verfolgen kann.
Und nebenbei: Auch wenn ich heute da nicht mehr umsteige könnte ich mir (wie es auf einer Skizze zu sehen war) ein Café / ein "Schnell-Café im Ehinger Tor sehr gut vorstellen. So etwas wie "Backwerk" könnte mit den vielen Pendlern und Schülern sicher ordentlich Umsatz machen.
Hier noch ein Bild aus "meiner" Ehinger-Tor-Zeit - wobei ich mich mit dem Haus nicht mehr ganz sicher bin.
Willkommen im Forum! Wenn die baulichen und infrastrukturellen Möglichkeiten es hergeben (Strom, Wasser,...), sollte man auf jeden Fall über eine echte Bespielung des Ehinger Tors nachdenken. Je mehr beleuchtete Fensterfronten und soziale Kontrolle an einem so großen Umsteigepunkt, desto besser.
Das Foto ist fantastisch, wie aus einer anderen Welt
. Einerseits wirkt es luftig und offen, andererseits: Das ist schon sehr viel versiegelte Fläche und eine arg geringe Nutzung der Ressource Boden. Ich frage mich ja, wie leuchtstark die großen Beleuchtungsmasten damals waren und was sie für eine Atmosphäre erzeugt haben...
Das Gebäude ist schon beachtlich stattlich mit seinen vier Voll- und zwei Dachgeschossen und wirkt fast schon reinmontiert, aber das gab es. Unter anderem in diesem Video kann man es auch sehen (Minute 2 rum):