Stadtgespräche Ulm

  • Definitiv, wobei wir das auf Wiedervorlage 2035+ schieben müssen :|. Vereinzelt haben wir im Forum schon dazu geschrieben, und man kann auch mal in den sanft schlummernden Thread zum Masterplan Uniklinik schauen, aber wegen der Zeitschiene habe ich mich nicht getraut, einen separaten Thread für das Thema Michelsberg-Nachnutzung zu eröffnen :).


    Die neuen Kliniken auf dem Oberen Eselsberg sollen abschnittsweise im groben Zeitraum 2030-2040 gebaut werden, demnach könnten die Michelsbergkliniken optimistisch gerechnet im Zeitraum 2032-2042 Stück für Stück umziehen. Eine (wiederum abschnittsweise) Neuentwicklung des Areals am Michelsberg dürfte also Thema für 2035+ werden. Einzig die Kinder- und Jugendpsychiatrie könnte womöglich schon früher den Standort wechseln, da der Neubau wohl unabhängig vom kolossalen Gebäudekomplex an der Neuen Chirurgie und den Bestandshäusern realisiert wird.


    Spannend ist das Thema natürlich trotzdem. Einerseits wird man natürlich schon deutlich vor 2035+ in die Planungen gehen müssen (mein Tipp: nach der Landesgartenschau 2030), und andererseits hört es bei den Michelsbergkliniken ja nicht einmal auf: Auch der THU-Standort an der Prittwitzstraße soll ja auf mittlere Frist zugunsten weiterer Neubauten auf dem Oberen Eselsberg aufgegeben werden.



    Nimmt man alle drei Areale (Michelsbergkliniken, THU, Kinder- und Jugendpsychiatrie) zusammen, dürfte der Ulmer Osten in den Jahren ab 2035 ein neuer Entwicklungsschwerpunkt der Stadt werden. Wobei man bei der THU einschränken muss: Das Hauptgebäude wurde von Günter Behnisch entworfen und steht unter Denkmalschutz, und außerdem ist da im Keller noch ein kleiner Kernreaktor zu Schulungs- und Forschungszwecken verbaut, den man quasi nicht rauskriegt... das Gelände könnte also höchstens teilweise neu entwickelt werden. Aber vielleicht wäre ja auch eine Umnutzung reizvoll, etwa für eine private Hochschule oder ein Forschungsinstitut.


    Übrigens: Die Filstalbahn geht da ja auch ganz charmant mittendurch ;).

  • Der Gestaltungsbeirat tagt zum letzten Mal in diesem Jahr, und zwar am 12. Dezember 2025. Auf der Tagesordnung:


    Zitat

    1. Herrlinger Straße 31 (13:00 Uhr)

    2. König-Wilhelm-Straße 10/3, Flurstück 847/3 (13:30 Uhr)

    3. Schaffnerstraße 3 (14:15 Uhr)

    4. Syrlinstraße 6 (14:45 Uhr)

    5. Blaubeurer Straße Wackenhut (15:30 Uhr)


    Die Herrlinger Straße 31 ist wohl derzeit ein Garagenanbau am prägnanten Eckbau Jägerstraße 7. Ich vermute, dass sich ein Neubau direkt an die Brandmauer des Bestandsbaus anschließen soll. Angesichts der doch markanten Formsprache des Bestands kann man beim Neubau sicherlich gestalterisch danebengreifen :).




    Die König-Wilhelm-Straße 10/3 ist das komplette und sehr voluminöse Areal der in diesem Jahr insolvent gegangenen und aufgelösten Ege Textilmanufaktur.




    In der Schaffnerstraße 3 ist das Haus des Jugendrechts untergebracht. Ein etwas ältlicher Bau auf recht ordentlicher Grundfläche, der die Blockrandbebauung in diesem Quartier etwas aufbricht.




    Die Syrlinstraße 6 dreht eine weitere Runde im Gestaltungsbeirat, siehe auch den bereits angelegten Thread:


    Das Vorhaben "Blaubeurer Straße Wackenhut" war ebenfalls bereits im Gestaltungsbeirat, und zwar im Jahr 2023. Es gab wohl viel am Entwurf zu Tüfteln, vielleicht kamen in der Automobilbranche auch gerade andere Themen dazu. Eine genaue Abgrenzung des Areals ist mir nicht bekannt, aber es dürfte sich (ganz oder teilweise) um diese Flächen handeln:


  • Leider habe ich gerade nicht so viel Zeit, und eigentlich gehört das mit entsprechender Aufarbeitung in separate Threads... aber für mich etwas überraschend wurden die beiden nachstehenden Vorhaben gestern im zugehörigen Ausschuss jeweils mit 6:6 Stimmen abgelehnt:

    Berichterstattung dazu habe ich noch nicht gesehen. Beide Punkte sind auch auf der Tagesordnung der morgigen Gemeinderatssitzung.

  • Leider habe ich gerade nicht so viel Zeit, und eigentlich gehört das mit entsprechender Aufarbeitung in separate Threads... aber für mich etwas überraschend wurden die beiden nachstehenden Vorhaben gestern im zugehörigen Ausschuss jeweils mit 6:6 Stimmen abgelehnt:

    Berichterstattung dazu habe ich noch nicht gesehen. Beide Punkte sind auch auf der Tagesordnung der morgigen Gemeinderatssitzung.

    Ui. Geht der IMHO wirklich wichtige Umbau des Ehinger Tors tatsächlich in die Binsen? Dachte, das sei schon in trockenen Tüchern...

  • Jetzt auch bei SWP+. Knackpunkt wohl die geplante Reduzierung der Spuren in der Zinglerstraße von derzeit fünf auf zwei bis drei. Laut Stadtverwaltung würde das keinen zusätzlichen Stau verursachen, weil der Verkehr durch die Ampel am Bismarckring sowieso begrenzt wird. CDU, FWG, FDP und selbstverständlich auch die AfD sehen das offenbar anders.


    Da Gesamtpaket, steht nun das gesamte Vorhaben auf der Kippe. Der Umbau sollte im März 2026 beginnen, es sind auch Fördergelder zugesagt. In der Zinglerstraße verläuft zudem ein maroder Kanal, der relativ dringend ersetzt werden muss, was im Rahmen des restlichen Umbaus hätte passieren sollen. Der Gemeinderat hat nun am 18.12. das letzte Wort.

  • Ich habe das Gutachten, über dessen Auslegung wohl gestritten wurde, mal gesichtet. Es handelt sich um Anlage 2 in den Unterlagen zum TOP 7, Ehinger Tor. Ist reich bebildert, daher recht schnell zu erfassen. Ab Seite 22 werden die Resultate zweier Varianten dargestellt, mit denen der MIV über die Ampelschaltungen abgewickelt werden kann. Da findet man auch schnell die Punkte, über die manche Fraktionen gestolpert sind.


    Variante 1


    (Bildrechte: gevas humberg + partner; Quelle: Stadt Ulm)


    Variante 2


    (Bildrechte: gevas humberg + partner; Quelle: Stadt Ulm)


    In beiden Varianten könnte der Verkehr auf der Zinglerstraße sich in den Morgenspitzenstunden stadteinwärts zeitweise auf bis zu 250-320 Meter stauen, die Verlustzeit wird jeweils in Stufe E (>70 Sekunden) eingestuft. (Es gibt auch eine Betrachtung der Abendspitzenstunden, aber die Zustimmung scheiterte wohl an den Morgenspitzenstunden.)


    Ich kann grundsätzlich verstehen, wo die Diskussion herkommt. Objektiv ist das ein Komfortverlust für Nutzerinnen und Nutzer des MIVs. Wenn die Politik die Entscheidung trifft, die Maßnahmen umzusetzen, dann wird der oben beschriebene Zustand eine unmittelbare Folge sein. Die nächsten Gemeinderatswahlen stehen ja auch just im Jahr der Umsetzung, 2029, wieder an.


    Allerdings sieht man auch: Letztlich würde auch nur ein Zustand hergestellt werden, der an anderen Stellen in diesem System auch da sein wird und teilweise bereits da ist. In beiden Varianten etwa wird die Verkehrsqualität von Norden her kommend auch nicht besser eingestuft; mutmaßlich haben wir da auch jetzt schon die Stufe E. Nach meinem Dafürhalten kommt man da aktuell schon klar. An anderen Stellen wird der Verkehrsfluss verbessert oder bleibt gleich.


    Nicht nachvollziehen kann ich, dass im Artikel von Rückstaus bis ins Donautal die Rede ist; auch der Begriff "kritisch" bezieht sich auf mögliche Überstauungen der Gleistrasse (!) innerhalb des Knotens, vor allem in Folge von Wendefahrten des ÖPNV und den dafür notwendigen Schaltungen. Klingt danach, als ob die Diskussion an dieser Stelle nicht mehr ganz sachlich war.


    So oder so, bin gespannt auf den morgigen Donnerstag. Bleibt es bei dieser Konstellation, werden beide Maßnahmen wieder abgelehnt; die 6:6 Stimmen aus der Ausschusssitzung entsprächen 19:21 Stimmen im Gemeinderat, bei voller Anwesenheit; auch die OB-Stimme würde dann keinen Unterschied machen. Offen ist allenfalls noch, ob die Freien Wähler auch morgen wieder im Block abstimmen; da bei ihnen der Fraktionszwang nicht so ausgeprägt ist wie in anderen Fraktionen, ist nicht zwingend davon auszugehen.

  • In der heutigen GR-Sitzung werden als TOP 1 auch einige Beschlüsse veröffentlicht, die seit November in nicht-öffentlichen Sitzungen getroffen wurden. Einige geben Hinweise auf kommende Bauvorhaben:

    • Die chinesische Firma Beijing E-Town Semiconductor Technology Co., LTD, die eine Tochter der Stadt Beijing ist, und die deutsche Niederlassung (Mattson Thermal Products GmbH) ihrer amerikanischen Tochtergesellschaft Mattson Technology erhält das Kaufrecht für ein Grundstück im Science Park III, knapp 7.000 Quadratmeter. Zum Vergleich: Das Grundstück von Sartorius ist rund 6.000 Quadratmeter groß.
    • Im Baugebiet Weinberg wird eine Kaufoption für ein Grundstück eingeräumt, auf dem ein Studierendenwohnhaus entstehen soll.
    • Irgendeine Immobilie in Söflingen wurden verkauft. (???)
    • Das Grundstück des Baubetriebshofs Ecke Weinbergweg/Wanne wird freigeräumt und für eine Wohnbauentwicklung herangezogen.

    Mattson Thermal Products ist im Wesentlichen ein Zulieferbetrieb für die Halbleiter- und Elektronik-Industrie, wenn ich es richtig verstehe, und hat seinen aktuellen Sitz in Dornstadt. Ich vermute daher in erster Linie, dass Mattson Thermal Products sich vergrößern will, was in Dornstadt - eingeklemmt zwischen zwei Wohngebiete - nicht geht. In zweiter Linie könnte ich mir aber auch vorstellen, dass der chinesische Mutterkonzern im Science Park III eine eigene Präsenz neben Mattson aufbauen will, in welcher Form auch immer. Mal sehen.


    Für Dornstadt ist es natürlich auch interessant, die beiden durch einen gewerblich genutzten Streifen abgetrennten Wohngebiete womöglich bald verknüpfen zu können.

  • Leider habe ich gerade nicht so viel Zeit, und eigentlich gehört das mit entsprechender Aufarbeitung in separate Threads... aber für mich etwas überraschend wurden die beiden nachstehenden Vorhaben gestern im zugehörigen Ausschuss jeweils mit 6:6 Stimmen abgelehnt:

    Berichterstattung dazu habe ich noch nicht gesehen. Beide Punkte sind auch auf der Tagesordnung der morgigen Gemeinderatssitzung.

    Die Abstimmung im GR ist durch:

    • Bebauungsplan "Bismarckring zwischen Neue Straße und Arsenalstraße"
      • Beschluss: mit Stimmenmehrheit beschlossen
      • Abstimmung: Ja: 30, Nein: 10, Enthaltung: 1, Befangen: 0


    • Landesgartenschau 2030 - Umbau des Verkehrsknotens Ehinger Tor, Bauabschnitt 1
      • Beschluss: mit Stimmenmehrheit und Ergänzung
      • Abstimmung: Ja: 35, Nein: 6, Enthaltung: 0, Befangen: 0


    Irgendwer wird mir mal in einfachen Worten erklären müssen, was das jetzt war...

  • Doch ein Ja zum großen Umbau am Ehinger Tor [SWP+]

    Zitat

    Der Bauausschuss des Ulmer Gemeinderats hatte den großen Umbau rund ums Ehinger Tor am Dienstag, 16. Dezember, noch mit Stimmenpatt abgelehnt. Im Gemeinderat zwei Tage später überwogen die Ja-Stimmen. Am Bismarckring (B10), in der Neuen Straße vor dem Universum-Center, in der Wagnerstraße vor dem Finanzamt und in der Zinglerstraße bei den Ehinger Anlagen können damit in den nächsten Jahren Fahrspuren reduziert, mehr Grünflächen angelegt, Geh- und Radwege verbessert werden. Grundsätzlich jedenfalls.

    Letztlich ein Formelkompromiss, um den Zeitplan nicht zu gefährden: Bebauungsplan und Umbau werden beschlossen wie vorgelegt, das Vorgehen zur Zinglerstraße soll zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal separat (wohl über eine mögliche Bebauungsplanänderung) diskutiert werden.

  • Was war los in den 90er Jahren in Ulm? [SWP+]

    Zitat

    Was die 90er Jahre so mit sich brachten? Eurodance, Tattoo-Halsbänder, Grunge, Backstreet Boys und Kelly Family, Neonfarben, Jogginghosen und „Jurassic Park“ (aber auch „Schindlers Liste“) im Kino – und Michael Schumacher gewann 1994 erstmals die Formel-1-Weltmeisterschaft. Vor allem aber begann das Jahrzehnt mit der deutschen Wiedervereinigung. Und es brachte den Zusammenbruch der Sowjetunion und auch Jugoslawiens (und damit den Bosnienkrieg) sowie das Ende der Apartheid in Südafrika. Die weite Welt – und was passierte in Ulm?


    [...]

    Die 90er in Ulm: Da wäre etwa die Eröffnung des Congress Centrums samt Maritim-Hotel am Donauufer (September 1993) und des von Richard Meier entworfenen Stadthauses (November 1993), aber auch das erste Internationale Donaufest (1998), das Jahrhunderthochwasser (1999) oder der Aufstieg der Fußballer des SSV UIm 1846 in die 1. Bundesliga.


    Für Alteingesessene wahrscheinlich ähnlich spannend wie für Neigschmeckte :). Vieles, was sich baulich in den 1990ern in Ulm tat (oder nicht tat), prägt die Stadt ja heute noch sehr nachhaltig. Der Film läuft immer sonntags, das Kinoprogramm gibt es hier: https://www.cineplex.de/ulm/fi…in-ulm-3EF31000012FWBXJYB