Einstein Discovery Center

  • Ja nun, die weitgehend spendenfinanzierte Anschubphase dürfte nun so langsam vorbei sein. Sicherlich werden Spenden weiterhin eine Rolle spielen, aber bald dürfte es öfter um Business-Pläne, Sponsorings und Investments gehen; auf Dauer muss das Center sich ja tragen und rechnen. Zum Vergleich die experimenta in Heilbronn, per Wikipedia:

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    Als Modell der öffentlich-privaten Partnerschaft wurden die Kosten des Umbaus überwiegend von der Stadt Heilbronn übernommen, während die kompletten Ausstellungseinbauten und Exponate über Sponsoren finanziert wurden. Insgesamt wurden auf diesem Weg 30,8 Millionen Euro in die Anlage mit rund 7500 Quadratmetern Nutzfläche investiert – rund 3,8 Millionen mehr als zunächst veranschlagt. Die Stadt Heilbronn war mit einem Anteil von 15,6 Millionen Euro vor der Dieter-Schwarz-Stiftung (15,2 Millionen) der größte Geldgeber. Weitere Sponsoren waren unter anderem EnBW, Gasversorgung Süddeutschland, Würth-Gruppe und die Südwestdeutschen Salzwerke. Ein Parkhaus für rund sechs Millionen Euro sowie weitere Verkehrsbauten im Zusammenhang mit der experimenta finanzierte die Stadt Heilbronn alleine. Im Mai 2008 begannen die Bauarbeiten.


    Die experimenta wurde am 14. November 2009 eingeweiht. Träger der Einrichtung ist eine Gesellschaft, deren Mitglieder die Stadt Heilbronn, die Dieter-Schwarz-Stiftung, die IHK Heilbronn-Franken, die Hochschule Heilbronn und die Akademie für Information und Management sind.

    Das gilt freilich für den "Altbau", das umgebaute Lagerhaus. Der spektakuläre Neubau wurde (meines Wissens) komplett von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanziert. Einen einzigen solchen Mäzen gibt es in der Gegend zwar nicht, aber wirtschaftsschwach sind wir nun auch nicht. Mal schauen, wer sich dem Vorhaben so alles anschließen wird.

  • Bau des Einstein-Discovery-Centers verzögert sich weiter [NUZ+]

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    Der Bau des Albert-Einstein-Discovery-Centers in Ulm kommt deutlich später als geplant. Zwar ist der Standort inzwischen fix – der sogenannte Glaspalast der Stadtwerke Ulm in der Karlstraße muss weichen – doch eine Eröffnung zum 150. Geburtstag Einsteins im Jahr 2029 ist nicht realistisch. Zunächst müssen die Stadtwerke aus dem Gebäude ausziehen. Danach stehen Abriss und Bodensanierung an. Erst danach kann der Bau starten. Eine Fertigstellung dürfte daher frühestens in den frühen 2030er Jahren liegen.

    Neue Infos, die über den Stand und den Plan von Dezember 2024 hinausgehen, sehe ich nicht im Artikel. Gab wohl einfach ein Pressegespräch mit einem Zwischenstand.

  • So will das Discovery Center jetzt Millionen einwerben [SWP+]

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    Mit einem von der Volksbank gesponserten Preis für ausgezeichnete Schüler, Crowdfunding-Aktionen und einem großen Charity-Event will der Albert Einstein Discovery Center Verein finanziell durchstarten.


    Jetzt müssen die Millionen her [SWP+]

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    Der Albert Einstein Discovery Center Verein braucht jetzt professionelle Strukturen, muss aber auch verlässlich und kontinuierlich finanzielle Mittel einwerben. Ein Kommentar von Magdi Aboul-Kheir


    Aus dem Artikel:

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    Jens Burkert bringt nochmal auf den Punkt, um was es dem Verein jetzt neben all der konzeptionellen und organisatorischen Arbeit geht: „Wir brauchen Asche.“ Und er benennt auch ein Ziel: „Bis Ende des Jahres wollen wir fünf bis zehn Millionen Euro auf dem Konto haben.“

  • Zufällig bin ich gestern über diese Seite zum Berliner Stadtschloss gestolpert, dass oft als Muster-Beispiel für ein erfolgreiches, öffentliches Bauvorhaben in Deutschland genannt wird. Der Zusammenhang erschließt sich gleich:



    Das Projekt wurde 2002 beschlossen und sollte 552 Mio. € kosten. Der Bau sollte sechs Jahre dauern und 2013 beginnen. Tatsächlich hat sich die Bauzeit um zwei Jahre bis 2021 verlängert. Die Kosten stiegen um ca. 30 % auf 700 Mio. €.


    Bei einem Einfamilienhaus wäre das inakzeptabel - bei Großprojekten ist es offenbar nicht außergewöhnlich oder sogar noch außergewöhnlich gut.


    Interessant ist dabei, dass die Rekonstruktion der Fassaden und der Kuppel mit zusammen rund 110 Mio. € durch einen Förderverein und eine Großspende finanziert wurden. Bis zum Baubeginn wurden allerdings erst 27 Mio. € an Spenden eingenommen - den Rest musste die Stadt vorfinanzieren. Spätestens jetzt erkennt man, worauf es hinausläuft: In den seltensten Fällen wird das Spendenziel erreicht.


    Aktuelles Beispiel dazu wäre das Luthermuseum in Wittenberg:


    Sanierung Lutherhaus


    Von 15,6 Millionen Euro konnten lediglich 300.000 € durch Eigenmittel aufgebracht werden.


    In Ulm dürften bisher ebenfalls etwa 300.000 € zusammengekommen sein: Es gibt zwei dokumentierte Spenden über jeweils 50.000 € von Biotech und Südwestmetall. Außerdem gibt es 1.000 Mitglieder, die teilweise seit 10 Jahren einen Mitgliedsbeitrag von 25 € bezahlen. Und schätzungsweise wurden ähnlich oft 25 € von Nicht-Mitgliedern gespendet.


    Entsprechend ist es nahezu ausgeschlossen, dass bis zum geplanten Baubeginn ein Spendenanteil in der erforderlichen Höhe von mindestens 10 % der Baukosten zusammenkommt, geschweige denn bis Ende des Jahres. Bund und Land tragen bei solchen bedeutsamen Projekten zusammen oft 60 - 80 %, die Stadt in dem Fall vielleicht 10 % für die Infrastruktur. Das Projekt würde sich vermutlich um Jahre verzögern und dann scheitern, denn durch den Verzug wird es sicher nicht günstiger und ohne eine solide Basis wird auch ein Mäzen nicht investieren.


    Realisierbar ist allenfalls ein kleineres und weniger aufwändig gestaltetes Einstein-Museum für 15 bis 30 Mio. €, das eventuell auch ausgebaut werden kann. Ich kann mir auch ein Konzept mit zwei Gebäuden vorstellen, von denen eines Laden- und Büroflächen enthält und vermietet wird. Später könnte die Museumsfläche auf dieses Gebäude erweitert werden. In einer dritten Ausbaustufe könnte man beide Gebäude mit einem Glasdach verbinden. Das Ganze würde natürlich auch andersrum funktionieren und das Glasdach entfällt, wenn die Finanzierung nicht ausreichend ist oder die Kosten explodieren. Das könnte z.B. so aussehen:


  • Ich hatte leider versäumt, auf den Beitrag zu antworten... da sind sehr viele sehr gute Beobachtungen und Anmerkungen dabei. Dass das Projekt nicht vollständig spendenfinanziert umgesetzt werden kann, dürfte nachvollziehbar sein. In dieser Phase dürfte der Werbe- und Netzwerkeffekt von Spendeaktionen monetär nicht bezifferbar, aber immateriell beachtlich sein, um überhaupt erst öffentliches Interesse zu generieren, das man dann im weiteren Verlauf zur Untermauerung der eigenen Argumente einsetzen kann.


    Auch wenn ich den Libeskind-Entwurf für sich genommen weiterhin attraktiv finde, sind das Raumprogramm und das Raumangebot gemessen an der sehr großen Grundfläche und dem Bauvolumen sehr ernüchternd. Denkt man an den Orange Campus der Basketballer, dann stellt man fest, dass die Geschäftsführung sehr konsequent daran gearbeitet hat, vermarktbare Flächen zu generieren, um das Projekt gegenfinanzieren zu können. Auch beim EDC würde eine profane, dafür lukrative Mitnutzung der Fläche die Realisierungschancen meines Erachtens deutlich steigern. Insofern finde ich deine Visualisierung (Ist das KI?) extrem charmant, da sie genau in die Richtung geht, die ich meine. Ich könnte mir auch so einige themenaffine Nutzungen vorstellen, etwa ein Deep-Tech-Gründerzentrum, vielleicht als Brückenkopf des Science Parks oder der Uni, oder eine Unternehmensniederlassung mit F&E-Fokus.

  • In diesem Zusammenhang:


    Verein stellt sich auf professionelle Beine [SWP+]

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    Der Verein Albert Einstein Discovery Center hat sich fuer die Zukunft gerüstet und eine gemeinnützige gGmbH gegründet., die jüngst auch beim Amtsgericht Ulm eingetragen wurde. [...] In der gemeinnützigen GmbH bündle der Verein ab sofort die operativen Aufgaben im Rahmen des Projekts und wolle so die Arbeit auf professionelle Beine stellen. „Was der Verein mit inzwischen mehr als 1.300 Mitgliedern bis hierher aufgebaut hat, ist bemerkenswert“, unterstreicht die Vereinsvorsitzende Dr. Nancy Hecker-Denschlag. Aber für Verhandlungen mit Großspendern und Sponsoren, für rechtssichere Verträge, und auch für die konkrete Planung, Umsetzung und schließlich den Betrieb des Albert Einstein Discovery Centers sei eine Struktur dringend notwendig.