Umbau HfK+G zu Bürogebäude (SGP)

  • https://www.schwaebische.de/la…u-ulm-_arid,11302942.html


    So, nun ist bekannt was aus diesem Sahnestück an der Donau wird und über was der Gestaltungsbeirat diskutierte. Die bundesweit bekannte Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwaltskanzlei für Insolvenz- und Wirtschaftsrecht SGP (Schneider, Geiwitz und Partner) verlässt ihren markanten Stammsitz im Venet-Haus an der Ecke Bahnhofstraße/Reuttier Straße und zieht in das Gebäude der ehemaligen Hochschule für Kommunikation und Gestaltung. Um Platz für annähernd 200 Mitarbeiter zu schaffen stellt SGP hinter das Bestandsgebäude ins Gleisdreieck einen Neubau, dessen Erstentwurf dem Gestaltunsgeirat nicht gefallen hat (Kubus mit 6 Etagen!!).


    Nachdem der Neubau der HfGK ein bauliche Fiasko war und nie seiner endgültigen Bestimmung zugeführt werden konnte, finde ich die Lösung sehr, sehr gut. Umzug bis in knapp 3 Jahren. Ich gehe von einem hochwertigen Entwurf aus. Ich fand das bisherige Gebäude an der Ziegellände schon sehr schön aber wegen der fehlenden Nutzung "Perlen vor die Säue".


    Für Neu-Ulm natürlich ein Verlust, wobei ich denke, dass sich Nachmieter oder Käufer für den bisherigen Firmensitz mit dem Rostbogen in exponierter Lage finden.

  • Wo wohl die Hochschule hinzieht? Konnte auf deren Website keine Bekanntgabe zu deren Zukunft finden, die Adresse ist noch gleich. Fast ein bisschen schade, dass für dieses Gelände in seiner bisherigen repräsentativen Gestaltung keine Nutzung für die Stadt gesucht wurde. Aber ich verstehe auch, dass die Stadt nicht jedes interessante Fleckerl sichern kann.


    Dass das obere Stockwerk abgetragen werden soll, halte ich für eine Zerstörung der Architektur dieses Gebäudes. Das geht auch nur, weil die gleichen Architekten wieder ans Werk dürfen für den Neubau ;)


    Quelle: Stadt Ulm



    Bildrechte: Büro Nething, https://nething.com/projekt/hfkg-ulm/ mit weiteren Bildern auch von Innen und Ausführungen zum Entwurf.

  • Die Hochschule wird vermutlich weiter in der Akademie für Kommunikation in der Oberen Donaubastion weitergeführt. Ich dachte das war bislang zu großen Teilen schon so, weil der Neubau an der Donau wegen der Baumängel und Wasserschäden nie im geplanten Umfang genutzt werden konnte. Akademie und Hochschule gehören doch im weitesten Sinne zusammen, dachte ich zumindest. :/

  • Venet-Haus in Neu-Ulm steht vor ungewisser Zukunft [NUZ+]


    Zitat

    Die Neu-Ulmer Kanzlei Schneider Geiwitz & Partner plant den Umzug nach Ulm in eine Ex-Hochschule an der Donau. Unklar ist deswegen, was mit dem Stammsitz passiert.


    Daraus:

    Zitat

    Architekt Neppl bezeichnete es als Chance für Ulm, dass für den prägnanten Bau an der Donau mit der Kanzlei ein neuer Nutzer gefunden wurde. Auch die zusätzliche Bebauung des hinteren Bereichs sei ein Gewinn, nachdem hier ein „Unort“ – eingezwängt zwischen zwei Bahnlinien – nur attraktiver werden könne.


    Geplant ist laut Architekt Axel Nething der Abriss des oberen Stockwerks des Bestandsgebäudes, weil die dortigen Werkstätten nicht für Büros geeignet seien. Der Neubau soll eine Bruttogrundfläche von 3.000 Quadratmetern umfassen und baulich nicht mit der Ex-Hochschule verbunden sein. Erste Entwürfe eines Quaders mit sechs Obergeschossen waren den Architekten des Beirats nicht elegant genug. „Der Reiz fehlt noch“, sagte Neppl. Als Anregung gab er mit, die ausladende Treppe, die zur Donau führt, „zum Leben zu erwecken.“


    ***


    Top-Kanzlei zieht nach Ulm [SWP+]

    Zitat

    Mit Schneider Geiwitz wechselt ein vielbeachteter Firmensanierer auf die andere Donauseite: in die Ex-Hochschule für Gestaltung.


    Daraus:

    Zitat

    Erst am Dienstag hat die seit sechs Jahren am Donauufer angesiedelte private „Hochschule für Kommunikation und Gestaltung“ (HfK+G) die Immobilie geräumt und ist in das nur wenige hundert Meter entfernte „Zentrum für Gestaltung“ in der Schillerstraße 1/10 beim Roxy umgezogen. [...] 2021 wolle man das Angebot sogar ausbauen und am Standort Schillerstraße eine Realschule eröffnen. „Wir haben in Ulm dann einen Bildungsverbund von der 5. Klasse bis zum Bachelor-Abschluss“, sagt Druba.


    Und:

    Zitat

    Der seinerzeit neun Millionen Euro teure Neubau war, wie berichtet, kurz nach seiner Eröffnung im Oktober 2014 ein Sanierungsfall. Ein Wasserschaden verhagelte damals den Semesterstart. Die Schäden übernimmt nun der neue Eigentümer, sagte Christiane Druba von der HfK+G. Sie machte ebenfalls keine Angaben zum Kaufpreis.


    ***


    Sehr interessantes Vorhaben. Die Kanzlei ist glasklar auf eine adressbildenden neuen Hauptsitz aus, der sich in Hochglanzbroschüren schick macht. Soll mir aber recht sein, wenn das mit hoher architektonischer Qualität verbunden ist - die Gestaltungsbeiräte haben ja wohl ein Auge drauf.


    Für Neu-Ulm bedeutet das schon einen Verlust. Es werden sich sicherlich Nachmieter für die Räumlichkeiten im Venet-Haus finden, keine Frage, aber in der bundesweiten Presse wird es bei dieser prominenten Kanzlei eben nicht mehr "die Neu-Ulmer Kanzlei" sondern "die Ulmer Kanzlei" heißen...


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  • Der insgesamt siebengeschossige Neubau an den Gleisen soll laut Artikel im Mai, also am 07.05. im Gestaltungsbeirat verhandelt werden. Drückt m.E. aus, dass der Neubau mit seiner erheblichen Sichtbarkeit (Eisenbahnstrecke, Konrad-Adenauer-Brücke, Donau) das Stadtbild prägen kann. In der Bürgerinfo war ja bislang nur ein Platzhalter eingezeichnet:


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: SGP, Nething)


    Bin da für alles offen. Die Qualität werde ich aber auch daran messen, wie gut das "Technikgeschoss" im OG6 kaschiert wird.

  • Obwohl die Entwürfe, einzusehen beim Bürgerinformationssystem der Stadt Ulm, sehr gut und stimmig sind. Und ich gebe einigen Stadträte Recht, dass die Mieter und Eigentümer am Magirushof keinen Anspruch auf Münterblick gekauft haben. Dieses Anspruchsdenken ist wirklich unglaublich. Über 30 Jahre nach der Bebauung des alten Magiruswerk ist halt Veränderung nicht aufzuhalten. Die Abstände zur Bestandsbebauung sind auch mehr als ausreichend aber halt ohne Blick auf das Münster.

  • Ich verstehe die Leute, denen gehts da nicht um den Blick, sondern dass das gleich mal paar 10.000€ ausmachen kann, ob man die Ulmer Altstadt sieht beim Wohnungsverkauf. Andererseits habe ich nachgeschaut, und sie haben weiterhin meiner Meinung nach den Blick die Donau hinunter zur Donauinsel.

    Und was ich nicht verstehen würde, ist, wenn die Stadt diesen Einsprüchen nachkommt. Mit einer Höhenbegrenzung z.B. würde man den Wortmeldern quasi eine Unverbaubarkeitsgarantie zugestehen für den Blick auf Ulm. Dagegen wäre es im Stadtinteresse hier nicht einen halbgaren Kompromiss prominent stehen zu haben, sondern einen Solitär, der dieser schwierigen (weil isolierten) Position gerecht wird (speziell an Höhe).

  • Für eine differenzierte Meinung bleibt mir da nur ein: „Netter Versuch“ übrig…


    Also wirklich, wieder ein trauriges Beispiel für eine Politik der eigenen Interessen…


    Diese Anwohner sollten sich die nächste Schwörrede
    https://m.youtube.com/watch?v=lIhTjr1qMdQ
    gut anhören…


    Da fehlt es an ulmischen Bürgersinn an allen Ecken und Kanten…


    Fragt nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!
    (John F. Kennichdich ähh… Kennedy)

  • © Foto: Visualisierung: Schneider Geiwitz


    https://www.swp.de/lokales/ulm…fer-spaltet-60547423.html


    Die Stadtverwaltung steht richtigerweise weiter hinter dem Projekt. Eine Interessengemeinschaft, welche sich überwiegend aus Bewohnern des Magirushof rekrutiert, dagegen. Betrachtet man die veröffentlichten Visualisierungen lasse ich die Argumente mit verbautem Blick, Höhe und Baugrenzen nicht zu. Bild 2 zeigt sehr deutlich wie sich der strittige Büroturm eigentlich in die Bestandshöhe des Magirushof einfügt und nicht als überdimensionierter Solitär dasteht. Der Bauabstand erscheint größer als ich dachte.


    Was die die Frequentierung (Individualverkehr) und die zu fällenden Bäume anbetrifft sollte eine Einigung möglich sein.


    Von den Visualisierungen bin sogar sehr positiv überrascht und klarer Befürworter des Projekts.

  • Die Gegner haben sich schon formiert mit einer eigenen HP.


    https://gleisdreieck-ulm.de


    Im Briefkasten hatten wir heute einen Postkartengroßen Flyer über das "Ulmer Gleisdreieck".

    Die Argumente sind schon ziemlich hanebüchen, auch was den Schallschutz angeht.

    Einziges Argument wäre das Parken der "250 Mitarbeiter bei nur 80 Parkplätzen".

    Ist da etwas bekannt dazu? Ich kann mir nicht vorstellen daß es nur auf eine solche Anzahl von Parkplätzen unter dem Gebäude hinausläuft.

  • Parken der "250 Mitarbeiter bei nur 80 Parkplätzen".

    Ist da etwas bekannt dazu? Ich kann mir nicht vorstellen daß es nur auf eine solche Anzahl von Parkplätzen unter dem Gebäude hinausläuft.

    So grob sind einstöckige Parkgaragen mit zwischen 21 und 25 m² pro Stellplatz Bruttofläche (also mit Zufahrt etc.) anzusetzen. Wenn man dieser Annahme folgt, dürfte nur unter dem Neubau die Tiefgarage plaziert sein, nicht bedeutend auf die Freiflächen hinausragen. Aber in einem der Zeitungsartikel stand auch, dass die Stadt mit dem Bauherrn bezüglich Parkplätzen nochmal ins Gespräch geht.

  • Das Argument der Verkehrsbelastung halte ich für das einzig wirklich ernstzunehmende. Baurechtlich erforderlich sind 60 Stellplätze, geplant derzeit 77, davon 63 in einer TG. An sich ist das nicht so problematisch, aber die Fläche liegt leider so, dass sie als mit dem ÖPNV nicht erschlossen betrachtet werden muss. Denke ich nun an die übliche Belegschaft von Wirtschaftskanzleien, dürfte die Dienstwagensubvention da gelinde gesagt etwas wahrscheinlicher sein als die Dienstfahrradsubvention.


    Aber unlösbar ist das Problem auch wieder nicht, zumal der nahegelegene Parkplatz der Oberen Donaubastion (am Roxy) zur Verfügung steht. Von da ist es wirklich nur ein ganz kurzer Marsch zur alten HfK+G.


    Den anderen Argumente kann ich weitestgehend nicht folgen, um es wieder gelinde zu formulieren. Insbesondere stört mich, dass hier wieder einmal das Instrument der Bürgerbeteiligung für die geharnischte Durchsetzung von Individualinteressen missbraucht werden soll. Man weiß, dass man Gemeinderätinnen und Gemeinderäte damit packen kann. Ich mache mir - auch unabhängig von diesem Vorhaben - ernsthafte Sorgen, wie es mit diesem Instrument weitergehen soll; einerseits brauchen wir echte Beteiligung, andererseits werden die Verfahren empfindlich häufig von den angesprochenen Individualinteressensträgern gekapert. Vielleicht doch mehr nach reinem Zufallsprinzip besetzte Gremien?

  • Meiner Meinung nach ist dieser Kubus alles andere als ein großer architektonischer Wurf. Nichts gegen eine klare Formensprache, aber an so exponierter Stelle hätte ich mir mehr gewünscht als einen weiteren Würfel im Stadtbild.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision