Radweginfrastruktur in Ulm, Neu-Ulm und der Region

  • Trotz Kritik: Radweg bleibt erstmal, wie er ist [SWP+]

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    Die neue Radwegführung auf der Innenstadtseite der Friedrich-Ebert-Straße sorgt für Kritik. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die Initiatoren des Fuß- und Radentscheids haben bemängelt, dass der Radweg zu schmal und die Pfostenreihe an der falschen Stelle gesetzt sei, nämlich zwischen Fuß- und Radweg anstatt zwischen Fahrbahn und Radweg. Denn jetzt halten oder parken oft Autos auf dem Radweg. Auch Stadtrat Martin Rivoir (SPD) setzte sich dafür ein, die Situation für Radfahrende zu verbessern: Die Pfosten sollten versetzt werden, forderte er. Sie bleiben aber erst einmal, wo sie sind. Das geht aus der Antwort von OB Gunter Czisch an Rivoir hervor.


    Keine gute Lösung an der Friedrich-Ebert-Straße – ein Kommentar [SWP+]

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    In der Friedrich-Ebert-Straße am Bahnhof müssen alle Verkehrsteilnehmer aufpassen. Der neue Radweg macht es Radlern aber unnötig schwer, meint Chirin Kolb.

  • Das ist leider so, war auch nicht anders zu erwarten...

    In der Olgastrasse wurden an der Theaterkreuzung nur ein paar Radpiktogramme auf die rechte Fahrbahn gepinselt anstatt die Fahrspur zu sperren und einen richtigen Radweg anzulegen.

    Ganz toll gemacht... :(

  • Dafür sollen nun neue Radverkehrsführungen in der Münchner Straße und im Weinbergweg (zwischen Ruländerweg und Kelternweg) beschlossen werden. Die entsprechenden Pläne sind in der Bürgerinfo einsehbar:

    Ich konnte die Pläne leider nur kursorisch überfliegen, aber mir scheint, als ob man sich in der Münchner Straße zu einer Lösung zu Gunsten der Radfahrenden (und damit zu Ungunsten des MIV) durchringen konnte. Hat jemand mehr Muße, da mal drüberzuschauen?

  • Zumindest im Weinbergweg sehe ich nicht viel davon, die Strasse wird momentan wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt.

    Was die Pläne angeht: Selbst dort sind nur Radfahrstreifen vorgesehen die auch vom MIV überfahren werden können.

    Verbesserung stelle ich mir anders vor.

  • Was die Pläne angeht: Selbst dort sind nur Radfahrstreifen vorgesehen die auch vom MIV überfahren werden können.

    Bei den zuletzt hier im Forum diskutierten Fahrradprojekten scheint das fast schon die Regel zu sein, so wurden am Bahnhof ja extra die Poller so plaziert, dass der Fahrradstreifen teil der Verkehrsfläche mit dem Auto ist. Auch bei der Münchner Straße lese ich in den Planungen nur von einer Trennung mittels "Frankfurter Hut", was meines Erachtens nicht darauf hindeutet, dass die Verkehrsfläche der Fahrradfahrer baulich bedeutend abgetrennt wird.


    Hat man hier Angst, dass in ein paar Jahren das Pendel zurückschlägt und man dann all die abgetretenen Verkehrsflächen wieder dem Auto rückwidmen können muss?





    Welche Effekte ergeben sich dadurch jedoch auf die Nachfrage?

    Die u.a. psychologischen Effekte wurden bereits in Beitrag #19 f. hier im Strang angeschnitten, jedoch hat die unzureichende Trennung noch weitere erhebliche Nachteile: Die Vorbilder Dänemark und Niederlande setzen recht gerne auf eine bauliche Trennung, weil damit die Sicherheit erhöht wurde. So werden in Kreuzungen die Autos gezwungen auf das erhöhte Niveau der Fahrradstrecken zu fahren und nicht - wie in Deutschland üblich, dass Fahrradfahrer und Fußgänger ständig aufwärts und abwärts gehen/fahren, um Einfahrten und Fahrbahnen für Autos zu überqueren.

    Die halbherzige Trennung führt zudem dazu, dass im Winter viele dieser Strecken erschwert nur von Schnee und Eis befreit werden können. Oftmals erfolgt eine klare Priorisierung der Straße, wodurch deren Schneeanfall erstmal beim Fahrradweg landet, und dann -im Falle besagter halbherziger Hütchen, Poller etc- dort auch nur schwer wieder entfernt werden kann.

    Auch düfte eine dauerhafte bauliche Trennung den Fahrradfahrern vermitteln, ähnlich zum Effekt der baulichen Wirkung einer Straßenbahnschiene im Vergleich zur Bushaltestelle, dass diese Verkehrsverbindung verlässlich auch in 5 Jahren noch zur Verfügung steht und man darauf seinen Alltag aufbauen kann.

  • Sehe das ganze ebenfalls etwas kritisch. Es scheint als wollte man in der Münchner Straße die günstigste Lösung umsetzen und das ist nun mal die bei der man einfach mit etwas Farbe eine Trennung markiert und Frankfurter Hüte aufschraubt. Das führt auch zu der komischen Situation, dass der verbleibende Fahrstreifen zum Teil rund 4-5m breit ist. Man hätte also pro Richtung auch 1-2m zusätzlich wegnehmen können und eine richtig begrünte Mittelinsel schaffen können und nicht nur diesen schmalen streifen. Zwischen Löfflerstraße und Kreuzung Gänstorbrücke ist zwar fast unendlich viel Platz zur Verfügung, allerdings packt man den Radfahrer auf ganzer Strecke auf die Busspur. Hier wird sich sowohl der langsamere unsicher fahrende Radler wie auch der Busfahrer riesig freuen, wenn der Bus mit 15 km/h rumschleichen muss und dem Radler druck macht...

    Man macht hier etwas für den Radverkehr bzw. Umweltverbund ja, allerdings wieder nur halbherzig.

    Als Beispiel wurde ja schon der Bahnhofsplatz angesprochen wo das ähnlich geschehen ist, hier gab es auch für Radfahrer, Fußgänger und ÖV etwas Verbesserung, aber an den richtigen Wurf wollte oder traute man sich nicht ranzugehen.