Bausünden

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    • ZDF-Aktion: Ulmer Glaspyramide schönste Bausünde Deutschlands?

      Aus über 100 von Bürgern eingesendeten Bildern, welche Bausünden in ganz Deutschland zeigten, wurden 20 Bauwerke von der Architekturexpertin des ZDF, Turit Fröbe, in die engere Auswahl genommen.


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      Südwest Presse
      Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
      Bill Mollision
    • Naja, hat ja wohl ein Mitbürger von uns vorgeschlagen, und wenn man sich das Gemaule unter dem SWP-Artikel anschaut, steht er mit seiner Meinung nicht allein da.

      Aber nee, die Pyramide ist gut. Klar eckt sie an, soll sie aber auch - Ulm ist ja kein künstliches Schmuckstädtchen, sondern eine lebende Stadt mit einer sehr langen und zerrissenen Geschichte - und wo soll man ihr die nicht ansehen, wenn nicht im Stadtbild? Ein Stadtbild ist nun mal kein Produktdesign, sondern Ausweis von Jahrzehnten und Jahrhunderten - und das ist völlig okay so.

      Soll natürlich nicht heißen, dass alles, was neu ist, automatisch gut ist. Es gibt unabhängig davon gelungene oder nicht gelungene Entwürfe und Vorhaben. Die Zentralbibliothek und die Synagoge würde ich als gelungen bezeichnen, ihre Qualität und ihre Bezüge zur mehr oder weniger historischen Nachbarschaft sind reizvoll; beim Sparkassenbau zum Beispiel - auch wenn es so oder so gegenüber der alten Bestandsbebauung ein Fortschritt ist - bin ich skeptischer.
    • Wenn die neue Ulmer Stadtbibliothek in den Augen der architekturbewussten Öffentlichkeit eine Bausünde ist, dann ist es wenigstens eine so provokative und ausdrucksstarke, dass man sie in dieser Umgebung schon fast als moderne Kunst bezeichnen muss. Das ist mir viel lieber als ein architektonisch mittelmäßiger, sich unterordnender Bau.

      Im Übrigen hab ich noch nie wahrgenommen, dass ein ortsunkundiger Ulm-Besucher die plötzlich im Blickfeld auftauchende Pyramide spontan als hässlich oder ähnliches tituliert hat. Im Gegenteil, die erste Reaktion ist meistens interessiertes Erstaunen. Eher die angestammten Ulmer empören sich über die Bibliothek und das Meier-Stadthaus. Gut, das Dreier-Ensemble der Neuen Mitte ist wirklich schwer verdaulich, aber ebenfalls bemerkenswert und außergewöhnlich.
      Ulm ist Provinz.
    • And the winner is.... :D

      Relativ schlechte Note für den „Glaskasten“

      Zwar ist das Ergebnis angesichts mäßiger Resonanz relativ – nur 1316 Personen waren dem öffentlich-rechtlichen Aufruf zur Abstimmung gefolgt. Davon allerdings setzten 38 Prozent Ulm die Krone der schönsten Bausünde auf, vom ZDF apostrophiert als „Glaskasten“.


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      Südwest Presse
      Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
      Bill Mollision
    • Auch wenn die Teilnehmerzahl bei nur 1316 User lag so haben immerhin 500 Leute für die Glaspyramide als schönste Bausünde Deutschlands gestimmt. Jetzt dürfen wir uns auf einen ausführlichen Aspekte Beitrag über unser schönes Städtchen freuen. :D
      Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
      Bill Mollision
    • Ich gehe ja stark davon aus, dass die SWP-Berichterstattung den Ausschlag gegeben und viele Klicks generiert hat - die SWP-Umfragen haben auch meist ~600 Stimmen. Aber mir geht's da wie Thorsten, auf den Aspekte-Beitrag und die Plausibilität der Argumente des Herrn Prof. Dr. Dr. Seehausen freue ich mich schon ;). Würde mich nicht wundern, wenn einige Zuschauer den Kopf schütteln... "also neee, so schlimm is det nu och nich"
    • Schönste Bausünde Deutschlands: Glaspyramide positiv im ZDF

      Hier die Aspekte Sendung mit der schönsten Bausünde Deutschlands. Im Übrigen der Folgebeitrag über Regensburg ist auch sehr empfehlenswert. ;)

      Ich habe sie mir viel größer vorgestellt. Ich habe gedacht, Ulm hätte eine neue Stadtkrone bekommen, die in Konkurrenz mit dem Münster steht“, äußert sich Fröbe gleich zu Beginn des Beitrags über die Glaspyramide


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      Südwest Presse
      Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
      Bill Mollision
    • Hehe, so einen Beitrag habe ich erwartet, als ich selber für die Pyramide abgestimmt habe :D. Ich wollte schauen, was die aspekte-Leute aus einer Bausünde machen, die eigentlich gar nicht so wirklich eine ist. Den Kommentar von Turit Fröbe fand ich dementsprechend gut gelungen, bis auf die Pyramide-Bibliothek-Assoziation - kam mir noch nie in den Sinn, ist auch bisschen albern.
    • [img]http://i.imgur.com/Srh4mwz.jpg[/img]

      Ach, der Jehle. Da haben wir uns auch schon mit Spülmaschinen und Rädern versorgt, aber erst vor kurzem ist mir das... Ensemble bei einem Spaziergang mal wieder so richtig ins Auge gefallen. Dabei weiß ich nicht einmal, ob ich das wirklich als Bausünde sehen will. Einerseits protzt die Blaubeurer Straße in ihrer Gesamtheit ja auch nicht gerade mit Schmuckstücken, andererseits habe ich diesen... Komplex in seiner bizarren, zusammengeschusterten Hässlichkeit liebgewonnen :). Gehört schon was dazu, wenn man ein Wohnhaus aus den 50ern mit billigen Anbauten versieht, das Ganze krachend blau anmalt und darin dann Elektrogeräte und Fahrräder verkauft.

      Deswegen weiß ich weiters auch gar nicht, ob ich wirklich fordern würde, dem Ding hier den Gnadenschuss setzen zu lassen. Mittelfristig wird sich die Gegend unmittelbar drumherum stark verändern, wenn das Moco-Gelände seine Nachnutzung erfährt, und dann wird der Bau buchstäblich herausragen und vielen wieder negativ auffallen. Außerdem schläft die Konkurrenz ja nicht, siehe Media-Markt, Thürheimer, Euronics (!) im Blautalcenter, und die kommen wesentlich zeitgemäßer und attraktiver rüber. Falls das Budget und der Investitionswille da ist, könnte die Betreiber-GmbH ja vielleicht die Chance nutzen, einen Neubau unter Einschluss von ehemaligen Moco-Flächen anzugehen. Dann ginge halt mal wieder ein Stück Ulmer Geschichte flöten, so hässlich es auch ist ;)
    • Der Jehle ist doch noch gar nicht sooo lang so blau (schätze mal 1,5 bis 2 Jahre ?( )

      Die Blaubeurer Straße sehe ich nicht wirklich als städtebaulich verbesserungswürdig und -bedürftig an. Einerseits hat sie sich schon in den vergangenen zehn Jahren schon sehr stark optisch gewandelt, ist dabei aber ihrer Funktion als Gewerbegebiet (im Fachmarkt-, Supermarkt- und horizontalen Bereich :!: ) treu geblieben. Nicht alles ist positiv zu bewerten, aber die Wirtschaftskennzahlen (Umsätze insgesamt) zumindest dürften in der Zeit stark gestiegen sein. Man fährt mit dem Auto hin, tauscht sein Geld gegen eine Ware, eine Dienstleistung oder ein Hotelbett (in einem der bald mindestens drei Hotels - soweit mir geläufig) und ist danach froh, schnell wieder wegzukommen, soweit möglich (nicht immer der Fall im stockenden Verkehr). Dann sind da noch diejenigen Menschen, welche die zahlreichen zahlenden Kunden in den unterschiedlichen Bereichen bedienen. Mit MOCO dürfte ja wohl der letzte klassische ("Hardware-Güter") produzierende Betrieb dort weg sein - oder irre ich mich? Da ist evtl. noch dieser holzverarbeitende Betrieb am Blaupark...

      Furchtbar anzuschauen wird sie wohl immer bleiben, die Blaubeurer Straße. Aber man kriegt dort, was man braucht (z.B. frittierte Chicken-Wings und Billyregale).
      Ulm ist Provinz.