Stadt Erbach: Innenstadterneuerung

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    • Stadt Erbach: Innenstadterneuerung

      Oder auch: Anlegen einer Innenstadt.

      Landrat Seiffert rät Erbach: Bei Grundstücken zugreifen [SWP]
      Die Stadt Erbach solle Grundstücke im Ort kaufen, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, riet Landrat Heinz Seiffert am Dienstag bei seinem Besuch. Nur so könne sie die Innenstadt wie geplant gestalten.

      Städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt
      Sanierungsgebiet Mit einer "Innenstadtoffensive" möchte Erbach den Ortskern stärker beleben. Als Sanierungsgebiet wurde grob der Bereich vom Kreisverkehr bei der Sparkasse, die Erlenbachstraße entlang bis zum Rathaus festgelegt.

      Praktischerweise sind die Unterlagen für die Ausschreibung komplett online, und zwar im Downloadbereich von Wick+Partner.

      [img]http://i.imgur.com/v2dtLMS.jpg[/img]
      (Quelle und Urheber: Stadt Erbach sowie Wick+Partner)

      Ich war zugegebenermaßen ein paar Jährchen nicht mehr in Erbach. Wieviel Entwicklungspotential ist da? Was ist überhaupt alles möglich? Die Erlenbachstraße ist innerorts sehr wichtig, verkehrsberuhigen lässt sich da nicht allzu viel. Auffällig dagegen, dass es innerhalb des Plangebiets und teils mittenmang drin tatsächlich noch mehr Hofstellen/Hofgüter gibt, als meine Erinnerung hergibt.

      Wahrscheinlich wieder so ein dämlicher Vorschlag, der sich im heimischen Wohnzimmer leicht in die Tastatur hacken lässt, aber: Vielleicht hat das Vorhaben der Stadt die besten Erfolgsaussichten, wenn sie recht aggressiv verfügbare Grundstücke verfolgt, erwirbt, und dann abrundet. Seiffert wird mit seinem Hinweis sicher Recht haben. Es muss zwar insgesamt recht viel zusammenkommen, aber wenn man Glück hat, kann man auf diese Weise ein Areal verfügbar machen, das man dann auch vernünftig entwickeln kann. Der ganz große Wurf: die Einbindung des Erlbachs. Aber superschwer. So oder so, mit ein bisschen Straßenlampenaustausch dürfte es hier nicht getan sein...

      GoogleMaps: Location not found

    • Als gebürtiger Erbacher freu ich mich sehr, dass dieses Thema endlich offiziell diskutiert wird.
      Ich hab mir persönlich schon Stunden lang Gedanken gemacht, wie man aus dieser Stadtmitte einen Stadtkern im eigentlichen Sinne machen könnte und wurde in meinen Fantastereien immer wieder von den vielen Mehrfamilienhäusern im 50er-Jahre Stil, die das Bild der Erlenbachstraße prägen, gebremst.
      Nun ist es so, dass man nicht alle Anwohner enteignen und die komplette Fläche neu konzipieren kann. Dennoch ist es auch in meinen Augen der erste und wichtigste Schritt seitens der Stadt Grundstücke, v.a. ums Rathaus rum zu erwerben und die Flächen neu zu strukturieren.

      Wobei genau das auch der Punkt ist, bei dem ich mir die meisten Sorgen mache.
      Der allgemeine Tenor in Erbach ist nämlich, das alte Klump wegzuschieben und "moderne, städtische" Quader in grau-weißem Putz hinzuschmieren. Diese Einstellung kann man bei öffentlichen Projekten genau wie bei privaten Neubauten beobachten. Außer dem Rößle und dem Rathaus fällt mir im Zentrum kein einziges Gebäude ein, das noch einen Funken Identität versprüht und erahnen lässt, dass Erbach nicht vor 50 Jahren mal eben aus dem Boden gestampft wurde. Leider gelten genau diese beiden Gebäude in den Augen vieler Erbacher als nicht zeitgemäß und altes Klump eben (der Ausdruck ist echt der Klassiker in Erbach).
      Daran sieht man, dass die Bevölkerung eigentlich 60 Jahre hintendran ist, was das Bewusstsein über eine lebenswerte Stadt angeht.

      Ich finds ja echt schön, dass sich der Stadtrat mal Gedanken macht, ob die aktuelle Situation vielleicht etwas unangemessen für eine Gemeinde dieser Größenordnung ist und was man besser machen könnte aber wenn ich mir dann z.B. die zwei neuen Kreisel richtung Ulm, bzw. Donaustetten anschaue, wird mir Angst und Bange davor, was wohl für gestalterische Akzente im Zentrum gesetzt werden könnten...

      Eine sinnvolle Umgestaltung kann in meinen Augen nur mit zwei Prinzipien angegangen werden:
      Minderwertige und Belanglose Gebäude (ich will keine Namen nennen) müssen Stück für Stück erworben werden, sodass die Bebauung auf den Grundstücken und auch die Wegführung umgestaltet werden können.
      Daneben müssen die paar alt-Erbacher Gebäude in Stand gesetzt (wie beim Rathaus) und einer besseren öffentlichen Nutzung zugänglich gemacht werden.

      Bei der Frage der Gestaltung hoffe ich, dass man endlich von dieser "Neue Ortsmitte ..." -Architektur, wie sie in den erbacher Stadtteilen große Mode ist, loskommt und zumindest an den prominentesten Stellen im Zentrum ein bisschen mehr Gefühl zeigt. Warum konnte man nicht wenigstens an der Nordseite des Marktplatzes ein paar hochformatige (Klein-)Stadtschäuschen mit unterschiedlichen Fassaden hinstellen. So unstemmbar können die Kosten für eine fast schuldenfreie Stadt doch nicht sein...
      Im Fall Erbach könnte ich mir sogar reduzierte Anspielungen auf verschieden Stile und Epochen vorstellen. Klar, ist wieder die Disneyland-Problematik aber was hat man schon zu verlieren.

      Außerdem würde ich erst mal nicht übertreiben und das Gebiet vielleicht in Drittel unterteilen und nach und nach angehen. Der wichtigste Bereich ist sicher der zwischen alter Post und Ende des Rössleplatzes und allein hier gibts es mehr als genug zu tun. Wie wärs mit einer Art Mini-Markthalle als Konkurrenz zum überdimensionierten Fachmarktcenter, dass momentan die Einkäufer aus der Innenstadt saugt? An der Rückseite könnte prima ein Kleiner Platz entstehen, der in Terrassen zum Bach abfällt und ihn so aus seinem Betonsarg holt. Da würd ich mich im Sommer dann auch hinsetzen und nen Kaffee bestellen.

      Naja, viel zu viel Text aber das musste endlich raus. Mal sehen, was sie draus basteln.

      Ach, und die Sache mit den Straßenlampen find ich gar nicht so blöd als Anfang. Gut gewählt, können die richtig was reißen ;P
    • Wow, danke für den Input.

      Nein, ist klar, enteignet werden kann und soll hier niemand. Mit aggressiv (war ein blödes Wort) meinte ich eher: Wenn ein Grundstück zum Verkauf kommt, oder ein Grundstückseigner sich auf Anfrage offen zeigt, dann sollte die Stadt zuschlagen und dafür gegebenenfalls auch einen Kredit aufnehmen - der Wert verfällt ja nicht, erst recht nicht, wenn man darauf und in der Umgebung was macht. Das komplette Areal, das auf dem Planausschnitt oben zu sehen ist, kann und soll natürlich nicht platt und dann neu gemacht werden, klar. Ich bin komplett bei deinen zwei Prinzipien.

      Da ich einen Ortskundigeren an der Angel habe, vier Fragen:

      Gab es im historischen Erbach überhaupt so etwas wie eine prägende oder wenigstens ortstypische Architektur, so wie die Mansardwalmdach-Häuser in Oberdischingen, auf die man aufbauen kann? Ein solcher Bautyp ist übrigens wunderbar angemessen für das Zentrum einer Kleinstadt, finde ich. Als Referenz an die oberschwäbische Barockstraße wäre doch ein Quartier mit Stadthäuschen in Anlehnung an diesen Stil so richtig cool.

      Hätte eine Mini-Markthalle oder eine kleine Ladenpassage in zentraler Lage überhaupt eine Chance? Auf mich wirkt die Lage mit dem relativ gesehen riesigen Fachmarktzentrum ein bisschen zementiert...

      Könnte eine der Hofstellen was hergeben für einen Umbau, in Richtung Kulturzentrum/Veranstaltungsort/Gastronomie/Hotellerie/Loft-Wohnen oder was auch immer sich Investoren und Städtebaumeister so einfallen lassen? Wäre im Sinne der Identitätsstiftung vielleicht interessant, mindestens eines der Gebäude zu bewahren.

      Gibt es eine gute Stelle, an der man - wenn auch nur punktuell - einen guten Zugang zum Bach schaffen könnte? Komplett wird das sicher nix, aber wenigstens ein kurzer Abschnitt müsste doch irgendwo möglich sein...
    • Sorry, hab das nicht auf deinen Satz bezogen. Neige selber manchmal zu überspitzter Wortwahl ;)

      Aus alten Aufnahmen weiß ich, dass es in Erbach nie eine ortstypische Architektur, ähnlich wie in Oberdischingen, gab. Die Erlenbachstraße (früher Hauptstraße) war, wie die anderen Straßen, gesäumt von Bauernhäusern, z.T. mit Scheunen und Ställen angrenzend. Einzig der ältere Teil des Rathauses mit seinem kleinen Turm war noch was besonderes in der Ortsmitte, wurde aber natürlich auch platt gemacht. Auf den alten Bildern gibt es wirklich ein paar idyllische Ansichten aber ich denke, es ist kaum möglich daran anzuknüpfen, da es nur noch vereinzelt alte Substanz entlang der Straße gibt, die öffentlich nutzbar wäre und Neubauten in dem Stil hinfällig sind.
      Mir fallen nur vereinzelt Anwesen bzw. Höfe ein, die genug Charme hätten um daraus was zu machen.
      Zusammengefasst muss sich Erbach neu erfinden, was eine große Chance ist, die man nicht in den Sand setzen darf.

      Der Begriff Markthalle sollte etwas weiter gefasst sein. Natürlich müsste man die Dimensionen und das Nutzungskonzept anpassen aber ich glaube, dass die Lebensmittelläden unter einem Dach mehr Chancen hätten als überall verteilt (die Leute sind bequem). Mittlerweile gibt es in Erbach nämlich weder einen Obst- und Gemüseladen noch einen Metzger(!!). Wenn es dann einen zentralen Anlaufpunkt gibt, schauen die Leute auch mal nebenan vorbei, was andere Geschäfte (die es ja gibt) aus dem Abseits ins Zentrum ziehen könnte.

      Den Zugang zum Bach sehe ich ganz klar gegenüber des Rathauses, kann man ganz gut erkennen auf der Karte. Das Eckgebäude steht schon seit Jahren leer und verrottet vor sich hin. Dahinter befindet sich nicht mehr als ein geschotterter Platz, der sich prima ein stück am Bach entlang erweitern ließe, weil da eh nur ein paar nutzlose Baracken rumstehen.

      Das lange Backsteingebäude etwa 200 "rechts" vom Rathaus könnte man z.B. ganz gut zu Loftwohnung umbauen. Es war glaub ich früher ein Stall/Scheune und ich weiß nicht, wie die Substanz ist aber heute ist da ja so ziemlich alles möglich ^^. Mit großen Fensterfronten vielleicht... Ist natürlich rein spekulativ weil das Gebäude ist auch in Privatbesitz aber ich glaube, dabei würde auch für den Besitzer mehr rausspringen, als durchs Stehenlassen.
    • Kommt drauf an, was du suchst.
      Mir fällt spontan das direkt neben dem oben angesprochenen an.
      Wenn du von dort aus die Erlenbachstraße nach westen verfolgst und die nächstmögliche über den Bach die Max-Johann Str. rauf erkennst du auf der Karte oben ein größeres Haus mit drei Giebelseiten. War früher ne Wirtschaft drin und ist für Erbach ein kleines Schmuckstück aber leider schon seit ich denken kann verweist und in einem dementsprechenden Zustand... Gibt bestimmt noch einiges mehr.
    • Erbach hat eine Seite für die "Innenstadtoffensive" angelegt, die recht aktuell gehalten wird und - löblicherweise! - sämtliche verfügbaren Informationen versammelt und einfach einsehbar macht. Eine erhebliche Hilfe wird sein, dass Erbach vom Land 700.000 € für die Innenstadtentwicklung überwiesen bekommt. Am 25. Juli wird das Preisgericht tagen und den Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs küren.
    • Und da haben wir das Resultat. Die Seite der Innenstadtoffensive ist noch nicht aktualisiert - ich hoffe, dass Pläne online gestellt werden...

      Stadtplanung: Mehr Natur und mehr Plätze für Erbachs Innenstadt [SWP]

      Ein "grüner" Erlenbach, eingestreute Plätze und darin neue Gebäude zum Wohnen mit mehreren Ladengeschäften. Das sieht der Siegerentwurf für Erbachs neue Innenstadt vor. Die Entscheidung war einstimmig.


      Nebenbei: Was ein fürchterliches Sommerloch...
    • Achtung! Die letzte Antwort auf dieses Thema liegt mehr als 487 Tage zurück. Das Thema ist womöglich bereits veraltet.


      Jup, hier geht nicht wahnsinnig viel.

      Kritik an Stadt-Plan

      Die Pläne für die Erneuerung der Erbacher Innenstadt haben die Stadträte nur teilweise überzeugt. Offene Fragen sollen in einer Klausur mit der Architektin geklärt werden. Die Umgestaltung des Erlenbachs gefällt.
    • Die Erbacher planen ja schon lange wie die Wilden, eine Realisierung erster Projekte war bisher nicht in Sicht. Jetzt allerdings kommt etwas Wind in die Sache und es deuten sich erste Umsetzungen an.

      Ein wichtiger Schritt war die Überarbeitung des Siegerentwurfs des Städtebaulichen Wettbewerbs von 2014. Für mich ein großes Rätsel, warum gerade dieser Entwurf auf dem Siegertreppchen ganz oben stand, wo meiner Meinung nach der 2. Platz weit mehr umsetzbare und besser durchdachtere Ideen enthielt. Wie auch immer, jetzt wurde dieser Entwurf in einer Zusammenarbeit einer ARGE von einigen Stadträten und dem Architekturbüro weiterentwickelt. Dieser Vorentwurf umfasst als ersten Teilabschnitt das Gebiet zwischen Rathaus und Raiffeisenbank/Obere Gasse.

      [img]http://i.imgur.com/BEtw175.jpg[/img]

      Im Bereich der Eisdiele Petrini (im Plan mit 3 gekennzeichnet) ist eine erste Entwicklung absehbar. Das Gelände konnte von der Stadt erworben werden. Es ist vorgesehen, in einem ersten Schritt das bestehende Haus links der Eisdiele, sowie die Halle im rückwärtigen Bereich abzureißen und die im Plan definierten Gebäude durch Investoren zu realisieren. (gepl. Geschoßhöhe entlang der Erlenbachstraße 3+D, in zweiter Reihe 2+D) Abriss ist für Herbst 2016 geplant. Dieser Bereich wurde im Gegensatz zum ersten Entwurf nachverdichtet und auch die Gebäudeanordnung etwas aufgelockert. Um das ortstypische Erscheinungsbild zu erhalten, sind an der Straße meist giebelständige Gebäude geplant. Eine deutliche Verbesserung zum ersten Entwurf.

      Auch etwas verbessert wurde der Bereich des "Stadtgartens" im Kreuzungsbereich Erlenbachstraße/Egginger Straße. (im Plan mit 1 gekennzeichnet) Es ist sicher einer der wenigen Bereiche, in dem ein Zugang zum Erlenbach möglich ist. Ob dieser Bereich später aber wirklich zum Verweilen einläd ist für mich fraglich. Zum einen ist die gegenüberliegende Seite des Erlenbachs nicht unbedingt attraktiv, zum anderen sind die Gebäude dort über eine Brücke erschlossen, der Anschluss an die Erlenbachstraße erfolgt über den Stadtgarten. Auto und Park passen für mich nicht zusammen.
      Immerhin wurde das Plangebiet für diesen kleinen Park etwas verschoben, womit jetzt teilweise andere Bestandsgebäude betroffen sind, deren Erwerb eher möglich ist. Aber ich denke auch so ist eine Umsetzung dieses Bereichs erst mittelfristig möglich. Hier wird man wohl noch nicht so schnell etwas sehen können.

      Detailliert geplant wird im Moment der Bereich am Erlenbach südlich des Kinderhauses. (untere, rechte Ecke des Plangebiets) Dieser Bereich soll aufgewertet und die Zugänglichkeit zum Erlenbach verbessert werden. Ich denke die endgültige Planung wird im Sommer vorliegen und die Umsetzung Anfang 2017 starten.

      Auch kurzfristig umgesetzt wird wohl die Umgestaltung der Erlenbachstraße selbst. Vorgesehen ist eine Fahrbahnbreite von 6m und jeweils 4m Gehweg auf beiden Seiten, der sowohl von Fußgängern als auch von Radfahrern genutzt werden darf. Ergänzt durch ordentliche Längsparkplätze, die man dann hoffentlich im Gegensatz zu den Jetzigen auch benutzen kann. Eine einseitige Baumreihe wechselt in bestimmten Abständen die Straßenseite und lockert den Straßenraum auf. Die wichtigen Nord-Südquerungen an den Plätzen werden mit einem anderen Belag ausgeführt, um die Vernetzung der beiden Straßenseiten zu verbessern. Auch soll der Verkehr dadurch gebremst und ein Queren der Straße für Fußgänger erleichtert werden.

      Insgesamt ist sehr viel an Neubauten vorgesehen. Von den in diesem Plangebiet stehenden 39 Häusern sind 25 als Neubau geplant. Sollte die Umsetzung so in den nächsten 10 - 20 Jahren klappen, wird Erbach zumindest in diesem Bereich tatsächlich ein neues und hoffentlich annehmbares Gesicht der Innenstadt erhalten. Wir können nur hoffen. dass bei der Umsetzung auch auf eine ordentliche und ansprechende Architektur gesetzt wird. Durch die heute weit verbreitete Null-Acht-Fünfzehn-Architektur wird meiner Meinung nach meist mehr verschandelt als verbessert. Seien wir gespannt..

      Der Vorentwurf und die Erläuterung dazu hängen zur Zeit im Foyer im Rathaus Erbach öffentlich aus. Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich einen Besuch dort empfehlen.
    • Vielen Dank für den informativen Post, und herzlich willkommen im Forum!

      Die Nachverdichtung an der nördlichen Straßenkante rund um die Eisdiele sehe ich auch als großes Plus. Da fallen wohl gleich mehrere Hofstellen. Die aufgelockerte Bebauung entspricht wohl dem, was in Erbach so gängig ist, aber ich hätte stellenweise Grenzbebauung oder vielleicht sogar zaghafte Blockrandbebauung auch nicht verkehrt gefunden. Bin aber auch nicht aus Erbach :) .

      Die Planung für den Stadtgarten kann ich nachvollziehen. Ungünstig natürlich, dass die Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite nur darüber erschlossen werden können. Wie auch im Allgemeinen die Aufgabe, eine echte Erbacher Innenstadt herzustellen, keine dankbare ist; die Erlenbachstraße ist als Verkehrsachse gefragt, die Bebauung ist für eine Innenstadt unterdimensioniert. Ist denn wenigstens ein Café oder so etwas am Stadtgarten vorgesehen?

      Erstaunlich finde ich, dass die Stadt tatsächlich so viele Gebäude und Grundstücke erwirbt oder erwerben will, 25/39 sind ja fast zwei Drittel. Das wäre ja zumindest ein Hebel, um gewisse architektonische Ansprüche zu stellen. Drei Vollgeschosse zur Straße hin bei den ersten Vorhaben geben ja schon mal den Ton vor, welche Kubaturen angesagt werden.
    • Ich kenne das Forum schon länger und es ist immer super spannend zu lesen was es Neues in Ulm und Umgebung gibt. Ein großes Lob an die Macher und Poster in diesem Forum!

      Da aus der Erbacher Ecke aber eher weniger berichtet wird, will ich mal versuchen diese Lücke etwas zu bedienen und in Zukunft den ein oder anderen Bericht über die Bautätigkeiten hier beisteuern. Interessenten scheint es ja zu geben. :)

      @Finn: Ursprünglich war im Stadtgarten ein "Mühlencafe" geplant, dieses wurde aber mittlerweile im weiteren Planungsprozess durch eine Spielskulptur ersetzt. Im Bereich am Erlenbach südlich des Kinderhauses ist jetzt ein Cafe im ehemaligen Jugendhaus vorgesehen. Wie das aber einmal betrieben werden soll ist noch offen.
      Den Bereich nördlich der Erlenbachstraße hätte ich auch etwas dichter geplant. Man könnte hier durch dichte, aber kleinteilige Bebauung mehr Stadtcharakter erzielen. Typisch für Erbach ist aber tatsächlich eher die einzeln gestreute Bebauung.
      Die Gebäude und Grundstücke werden sicher nicht alle von der Stadt erworben. Vielmehr geht es darum, die Entwicklung zu steuern und einen gewissen Gestaltungsrahmen und eine Richtung vorzugeben. Ich denke dass einige Projekte auch privat, also von den Grundstücksbesitzern selbst entwickelt werden. Wünschenswert ist natürlich, dass nach den ersten Projekten der Stein ins rollen kommt und möglichst Viele mitmachen.

      Sobald Bagger oder Kräne auftauchen, werde ich auch versuchen Bilder beizusteuern ;)
    • Schreibwaren Grau schließt zum Jahresende [Schwäbische]
      Räumungsverkauf im Erbacher Traditionsgeschäft startet am Donnerstag – Inhaberin beklagt Einkaufsverhalten und Strukturschwächen
      Steht nur mittelbar im Zusammenhang mit der Innenstadterneuerung, aber das ist nicht die erste Meldung dieser Art, in der Erbacher Unternehmer Zweifel anmelden, dass das mit den Plänen für die Erlenbachstraße und ihre Umgebung etwas wird.
    • Frust statt Aufbruch [SWP]
      „Ich habe in einer 1b-Lage angefangen, inzwischen ist das hier vielleicht eine 3c-Lage“, sagt die Geschäftsfrau. Seit mehr als fünf Jahren sei die Innenstadtoffensive in Erbach ein Thema. Doch es habe sich „überhaupt nichts Konkretes verändert“, nimmt sie die Stadt in die Pflicht. „Wenn es soweit ist, sind wir alle in Rente.“
      Autsch...

      Erbach hatte vielleicht nicht die besten Voraussetzungen, aber viele Fehler sind hausgemacht und es zeichnet sich ab, dass die Innenstadterneuerung im Grunde zu spät kommt. Mich erinnert die Stadt in milder Form an Senden und deren krasses Missverhältnis zwischen dem Handelszentrum in Randlage und einem relativ dazu unterentwickelten Zentrum. Wobei es andere Städtchen natürlich schon historisch leichter haben, Weißenhorn und Ehingen und im Grunde auch Langenau zum Beispiel mit echten kleinen historischen Stadtzentren, die als solche auch wahrgenommen werden. Blaustein bleibt ein interessanter Fall: Schlechte Ausgangslage mit der Fusion aus mehreren Dörfern, aber gute Voraussetzungen mit einem entwicklungsfähigen zentralen Bereich.
    • Abwärtsspirale...

      In der Tat mehren sich die negativen Schlagzeilen und Meldungen zu diesem Thema. Die Entäuschung ist bei Vielen groß und endet in Frust und Ratlosigkeit. Dabei gibt es für die Probleme bei der Entwicklung der Erbacher Innenstadt mehrere Gründe.

      Das größte Problem, was auch immer wieder von Seiten der Stadt angeprangert wird, ist die mangelnde Bereitschaft der Grundstückseigentümer zum Verkauf der Grundstücke bzw. dem Willen zur Entwicklung. Und das trotz der vielen brachliegenden und ungenutzten Grundstücken, der vom Gemeinderat beschlossenen Zuschüsse und der zentralen Lage. Ob Fehler in der Kommunikation mit den Eigentümern gemacht oder ob zu wenig Anreize geschaffen wurden - man weiß es nicht - jedenfalls ist das Interesse der Anlieger zum Leidwesen aller anderen Bürgerinnen und Bürgern äußerst gering.
      Weitere Gründe, welche die Entwicklung erschweren, sind die hohe Verkehrsbelastung durch die Erlenbachstraße, der schlechte Baugrund, die Hochwassergefahr vom Erlenbach sowie die Geruchsbelästigung von immernoch im Betrieb befindlicher landwirtschaftlicher Hofstellen mitten im Ort. Die Summe all dessen macht die Entwicklung tatsächlich nicht einfach.
      Das Ladensterben im oberen Teil der Erlenbachstraße ist aber auch auf den strukturellen Wandel im Einkaufsverhalten zurückzuführen. Darüber hinaus deutet sich eine Verlagerung des Zentrums in das Gebiet der unteren Erlenbachstraße/Ehinger Str und Bahnhoftsraße an. Meiner Meinung nach ist das jetzige Gebiet welches als Zentrum definiert ist (ca vom Rathausplatz bis zur Sparkasse) zu groß für Erbach, als dass sich hier durchgängig eine Ladenstraße bilden könnte.

      Als erster großer Baustein der Innenstadtentwicklung wird das Rampfareal gesehen, für welches es auch schon einen extra Thread hier im Forum gibt. Die Bebauung ist jetzt aber nochmals aufgeschoben worden, da nun geplant ist,das komplette Areal incl. der Flächen des Eiscafes Petrini und des kleinen Wohnhauses auf einmal zu bebauen. Für mich nicht die allerklügste Lösung, da ich die Gefahr eines monotonen und beliebig wirkenden Gebäudekomplexes sehe. Diesen Fehler hat man schon mehrmals gemacht, unter anderem auch bei der Bebauung des Rathausplatzes. Im Rahmen des Architektenwettbewerbs für die Neugestaltung der Innenstadt wurde deutlich, dass die Mehrheit der Erbacher mit diesem Platz und seiner Bebauung nicht glücklich ist. Wegen des geringen Alters der Gebäudesubstanz wurde aber von keinem Architekten hier eine Veränderung vorgeschlagen. Das gleiche gilt für den Rössleplatz, welcher auch immer wieder in der Kritik steht. Nun sieht es also nach einem erneuten Fehlschlag aus und Besserung für den Patienten "Erbach" ist nicht in Sicht!!! Warum versucht man nicht andere, innovative und vielleicht auch etwas aussergewöhnliche Wege zu gehen. Es geht doch darum der Innenstadt ein Gesicht zu gében. Warum baut man nicht kleine, autofreie Gassen mit kleinteiliger, dichter Bebauung? Kleine Stadthäuschen mit kleinen idyllischen Plätzen, geteilt in unterschiedliche Stadtviertel würden eine lebendige Innenstadt mit hoher Auffenthaltsqualität entstehen lassen. Erbach würde hierdurch ein charakteristisches neues Stadtbild erhalten, die Grundstücke würden an Attraktivität gewinnen und weitere Anlieger ermuntern mitzumachen.
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      Nun ja, viele zerbrochene Köpfe, keine guten Ideen - Frust statt Aufbruch wird es wohl noch einige Zeit in Erbach heißen.