Landesgartenschau 2030

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    • Landesgartenschau 2030

      Ulm will die Landesgartenschau 2030 [SWP]
      Nach 50 Jahren will Ulm 2030 wieder eine Landesgartenschau ausrichten. Die Idee: Die Bundesfestung in den Blickpunkt zu rücken.
      Zuvor wurde eine mögliche LGS hier und ab hier erwähnt.

      Ich hoffe übrigens schwer, dass der Planer, der das Konzept für die Bewerbung erstellt, mit "mittelalterliche Stadt" nicht die Bundesfestung meint...
    • Am Dienstag soll im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau und Umwelt die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für die Landesgartenschau 2030 beschlossen werden. In der Bürgerinfo wird in einer sehr schön übersichtlichen Präsentation der Rahmen für die angedachte Gartenschau mit Fokus auf die Bundesfestungsanlagen vorgestellt.

      Leider muss ich gestehen, dass mich die Ideen weitestgehend nicht überzeugen. Mag sein, dass das Konzept vom beauftragten Büro buchstäblich mit heißer Nadel gestrickt, weil sehr kurzfristig in Auftrag gegeben worden ist. Davon zeugen auch die vielen Tippfehler. Aber in der Detailbetrachtung drängt sich mir auf, dass die Aufgabenstellung auch verdammt undankbar ist. Die vorgegebenen Flächen sind halt teilweise einfach lausig.

      (Quelle, Bildrechte: Stadt Ulm, Planstatt Senner)

      In der Beschlussvorlage heißt es dazu: "Als Perspektive und städtebauliche Vision ist die deutliche Reduktion der Dominanz der Verkehrsadern B 10 und B311 zur Herausarbeitung einer durchgehenden Glacispromenade zu verstehen. Diese Idee fließt bereits jetzt in das Gesamtkonzept ein, indem begleitende Bereiche (z.B. Glacisband) aufgewertet werden."

      Nur: Ich sehe das nicht. Ich finde den Ansatz von der Idee her richtig und auch nett gemeint, aber in meinen Augen fügen sich die Einzelbausteine weder zu einer Promenade zusammen, noch stellen sie einen nennenswerten Mehrwert für die Stadt her. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hunderttausende von Besuchern die Bundesstraßen 10/28/311 entlanglaufen lassen will, ohne sich dafür zu schämen.

      Das soll jetzt nicht so fies klingen, wie es tut, und ich will den Planern und auch den Fraktionen hinter dem Antrag nichts Böses. Die Idee ist ja gut und unterstützenswert. Aber das war tatsächlich mein erster Gedanke: Ich würde mich schämen, wenn Besucher nach ein paar Stunden Anfahrt am Blaubeurer Tor stehen, um einen herum ein zweispuriger Kreisverkehr, über den Köpfen eine Stadtautobahn mit vier Fahrstreifen, vis à vis mit dem IKEA-Parkplatz, und sich fragen: Das will die Stadt Ulm einem bieten?


      (Quelle, Bildrechte: Stadt Ulm, Planstatt Senner)

      Zu den Einzelbausteinen gehören u.a. ein Rad- und Fußgängersteig von der Kienlesbergbastion entlang der Wallstraßenbrücke zum "Bahnpark Schillerstraße", der genannte Bahnpark, und ein Steg für die Ehinger Anlagen über die B 311. Ich sehe keine großartige Verwendung für den Steg; es gibt bereits auf der anderen Seite der Wallstraßenbrücke eine solche Verbindung, die neue Straßenbahnbrücke dient ebenfalls diesem Zweck.

      Den Bahnpark so zu nennen ist etwas gewagt. Gut, an diesem speziellen Ort fährt man über die Schiene Jugend- und Subkultur nicht verkehrt, und ich finde ich Idee, etwas mit dem Raum unter der Wallstraßenbrücke anzufangen, nicht schlecht. Aber letztlich bleibt der Park ein Tupfer, ein zusammenhangloses grünes Dreieck zwischen Verkehr, Verkehr, und noch mehr Verkehr.

      Gleichzeitig wäre er schon der einzige echte Neuzugang zu den Grünflächen der Stadt. Der weit überwiegende Rest besteht schon und wird lediglich aufgehübscht. Die Promenade etwa wäre stellenweise kaum mehr als zwei Meter breit, teils ganz ohne jegliches Grün. Das führt sogar dazu, dass das Ehinger Tor, das so schon kaum Grün hat und auch nichts extra erhalten soll, irgendeinem Grund in die Konzeption aufgenommen worden ist. Ja, Bundesfestung. Aber wo ist der Anteil der Landesgartenschau an diesem Ort?

      Und was sollen Besucher im Hinterhof des Finanzamtes anfangen? Wie kommen Sie da überhaupt hin, wenn die Promenade auf der anderen Seite langführt und sich Autos auf fünf Fahrspuren dazwischen stauen? Aus welchem Grund soll man den frisch sanierten Söflinger Kreisel zurückbauen, der eine wichtige verkehrliche Funktion erfüllt? ?(


      (Quelle, Bildrechte: Stadt Ulm, Planstatt Senner)

      Es ist natürlich nicht alles schlecht. Die Wilhelmsburg selber und die mit ihr zusammenhängenden Areale sind gut, damit lässt sich was anfangen -- für eine LGS ist das zu wenig, aber immerhin. Die Ehinger Anlagen und die Donaubastion, also der südliche Abschnitt, haben ungewecktes Potential. Aber der Teil dazwischen geht in meinen Augen gar nicht, und er macht den Entwurf inkohärent und es die Kosten nicht wert; abzüglich Zuschüssen und Besuchereinnahmen müsste die Stadt nach grober Schätzung 10-20 Millionen Euro blechen.

      Verzeiht mir den langen Post, aber ich habe das Thema mit Interesse und Spannung verfolgt. Ich hatte mir frische Impulse für die Stadtentwicklung in den 2020ern erhofft. Deswegen schwingt bei mir jetzt etwas Enttäuschung mit. Mögen die Gemeinderäte entscheiden, wie sie wollen, aber ich würde höflich danke sagen, von der Machbarkeitsstudie und der Bewerbung absehen, und ein paar einzelne Ideen für später in die Schublade stecken.
    • Ich stimme dir zu Finn!
      Meine eigene kleine Idee wäre ja gewesen die Friedrichsau nochmals aufzufrischen und eine Verbindung durch den Glacisgürtel vom Donauufer durch die Oststadt und an der Stuttgarter Straße entlang zur Wilhelmsburg hoch. Der gesamte Grünstreifen wäre ja schon vorhanden.
      Für die Lauffaulen, bzw. gehandicapten Besucher wäre auch eine direkte Busverbindung von der Friedrichsau zur Wilhelmsburg hoch denkbar. Die meisten Besucher würden sich auch auf den beiden Flächen konzentrieren.
      Was man, wie in dem Plan gezeigt, an der westlichen Festungsfront mit dem mehrspurigen Straßen und den Gewerbegebieten will ist mir schlicht ein Rätsel...die sollen da die Gegend einfach mal aufmöbeln, vielleicht auch den Blaupark dazu, denn der hätte es mal dringend nötig.
    • Ich frage mich auch, wieso nicht der östliche Grüngürtel von der Wilhelmsburg über den Michelsberg weiter zur Donau und dann zur Friedrichsau in den Fokus genommen wurde. Da hätte man mehr Flächen zum Arbeiten gehabt, und städtebaulich hätten zwei bis drei größere Areal das Zeug dazu gehabt, im Zuge einer Landesgartenschau überarbeitet zu werden: Hochschule an der Prittwitzstraße (Komplettumzug auf den Oberen Eselsberg?), Sportpark Friedrichsau, und die Kliniken am Michelsberg, die die Uniklinikleitung ja gerne auch auf dem Oberen Eselsberg hätte.

      Die kann man nicht als Landesgartenschaugelände designieren, aber sollten sie bis 2030 neu entwickelt werden, hätte man gleich ein städtebauliches Leitbild für sie an der Hand gehabt. Sagen wir: Die Kliniken verlieren den Kampf gegen die Uniklinikleitung und müssen wegziehen. Das ist ein realistisches Szenario. Die Stadt steht vor der Herausforderung, das Gelände mit seiner bunten Bebauung zu ordnen und einer Nachnutzung zuzuführen. Als Bestandteil einer großstädtischen Landesgartenschau hätte man die dankbare Zielsetzung gehabt, ein grünes Stadtviertel der Zukunft zu entwickeln. Und Besuchern hätte man zeigen können: So funktioniert Natur in der wachsenden Großstadt.
    • Landesgartenschau: Ulm will mit der Bundesfestung punkten [NUZ]
      Die Jury nimmt Ulms Pläne einer Umgestaltung der Grünanlagen rund um die Bundesfestung unter die Lupe. Warum sich die Stadt gute Chancen ausrechnet.

      Ulms Gartenschau-Bewerbung: Grünes Mosaik mit Geschichte [SWP]
      Zweieinhalb Stunden hat die Stadt ihre Ideen für eine Landesgartenschau vorgestellt. Entschieden wird im Sommer.

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      Kommentar zur Landesgartenschau: Ulm hat gewonnen [SWP]
      Bei der Landesgartenschau gibt es Kooperation statt Konkurrenz der Akteure. Ein Kommentar von Amrei Groß.

      Gartenschau ist große Chance [SWP]
      Insgesamt haben sich 14 Städte aus dem Land beworben, die alle in den nächsten Tagen und Wochen von einer Fachkommission bereist und genau unter die Lupe genommen werden. Kommentar von Oliver Helmstädter.
    • tagblatt.de/Nachrichten/Landes…tweil-und-Ulm-378014.html

      Hab es auch gerade gelesen. Die Entscheidung pro Ulm als Stadt und fünfzig Jahre nach der Ersten (Jubiläum :D ) überrascht mich jetzt nicht aber dass das Konzept im Westen entlang der B10 überzeugt hat überrascht mich umso mehr.

      Angesichts der Mitbewerber habe ich schon mit einem Zuschlag gerechnet.

      Edit sagt mir, bis auf Ludwigsburg waren die Mitbewerber nicht wirklich angsteinflößend. Deren Bewerbung kenne ich aber nicht!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wolfe ()

    • Landesgartenschau kommt nach Ulm [NUZ]
      50 Jahre nach der Doppel-Veranstaltung 1980 zusammen mit Neu-Ulm wird die Münsterstadt wieder Ausrichter. Im Zentrum stehen die Reste der Bundesfestung.
      Laut diesem Artikel gab es 14 Mitbewerber (wohl für die drei großen Schauen 2026, 2028 und 2030), und das Jubiläumsjahr scheint auch eine Rolle gespielt zu haben. Ludwigsburg hatte sich extrem bemüht, wohl in der Hoffnung, wie Schwäbisch Gmünd ein großes städtebauliches Vorhaben damit verbinden zu können. Nun denn.

      Die Flächen rund um die Wilhelmsburg kann man sicherlich prima bespielen. Auch auf die temporäre Seilbahn freue ich mich schon, wird sicherlich ein Spaß und ein paar schöne Bilder abwerfen. Bei den Flächen entlang der B 10 bleibe ich vorläufig mal skeptisch...
    • Der lange Weg zur Landesgartenschau [SWP]
      Die Verwaltung sammelt Ideen für die Landesgartenschau. Auch die Ortschaften sollen einbezogen werden.
      Ich muss zugeben: Ein Fokus zunächst auf der Verkehrsführung rund um das Ehinger Tor klingt ganz anregend. Für die 2020er stand eh auch ein Umbau der Kreuzung Neue Straße/Zinglerstraße/Friedrich-Ebert-Straße (am Xinedome) an. Wenn man es schafft, den kompletten Bereich zwischen der Kreuzung und dem Bismarckring vernünftig zu reformieren, dann hat sich die LGS schon gelohnt...