Wer weiß etwas über Reetdächer?

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  • Ulmig schrieb:

    Hey,

    ich war letztes Wochenende auf Sylt und bin total begeistert von den ganzen Reetdächern gewesen.
    Es sieht einfach immer sehr bequem aus!

    Aber könnte ich, rein theoretisch, mein Dach einfach so neu decken? Und wer kann das heutzutage noch so richtig?
    Mit einer Baugenehmigung wird das bestimmt sehr schwierig...
    Meine Frau stammt aus der Nähe von HH, da ist bei solchen Dächern einiges an Vorschriften einzuhalten.
    Vor allem das Verbot des Abschießens von Feuerwerkskörpern für die nähere Umgebung beschert den Nachbarn bestimmt große Freude. :D
  • Je nachdem, wo man wohnt, müsste man da mal in den Bebauungsplan oder die Gestaltungssatzung schauen, der man mit dem eigenen Haus unterliegt. Da wird unter anderem auch das Material der Dacheindeckung geregelt und verbindlich vorgeschrieben. Ausnahmegenehmigungen kann es zwar geben, und mancherorts werden sie regelmäßig erteilt; aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Schwaben ein Reetdach genehmigt kriegt.

    Reiner hat schon den Brandschutz angesprochen; in den norddeutschen Gegenden, wo Reetdächer gängig sind, sind auch die Feuerwehren darauf eingestellt und Feuerwerke oft nicht gestattet. Da sitzen auch die Handwerker, die in der Lage sind, solche Dächer fachgerecht zu decken. Witzigerweise gibt es in den dortigen Gestaltungssatzungen oft sogar ein Reetdachgebot, wenn nicht sogar eine -vorschrift :D . Hat viel mit der Frage zu tun, was ins Ortsbild passt und was nicht.

    Ich muss auch sagen, so schön ich diese Dächer finde (oder auch die im Norden weiter verbreitete Backsteinarchitektur), nach Schwaben passt das nicht so recht. Wobei man andererseits auch sagen muss, dass die Fertighausschwemme die meisten Neubaugebiete zwischen Flensburg und Garmisch zu einem geschmacklosen, gesichts- und identitätslosen Einheitsbrei hat verkommen lassen. Da fällt es mir schwer, so eine (zugegeben sehr originelle und sympathische ;) ) Idee mit dieser Begründung von der Hand zu weisen. Mit dem Bauamt kann man immer mal unverbindlich schwätzen, aber ich fürchte, das wird erfolglos bleiben.

    Und übrigens, willkommen im Forum :) .
  • Ganz prinzipiell sind die nordischen Häuser ja ganz anders konstruiert. Das heißt, ein Reetdach kann man ja nicht einfach auf jedes Haus setzen. So muss ein Reetdach eine Mindestdachneigung von 45 Grad aufweisen, damit das Wasser optimal ablaufen kann.
    Außerdem muss es regelmäßig gepflegt werden, wenn mich nicht alles täuscht, sogar einmal pro Jahr.

    Laut: hiss-reet.de/reetdach/architektur-gestaltung/ beeinflusst die Qualität des Dachreets, die Lage des Reethauses, der Befall mit Algen, Moosen und Pilzen die Haltbarkeit. Also ich schätze das wird nicht überall gehen, allein vom Standort.

    Auch in der Versicherung wird es ziemlich teuer! Eben weil, wie Reiner L. bereits gesagt hat, da gerne mal Raketen drauf landen.
    Aber, wenn du ernsthaft überlegst, kannst du sicher bei einer Firma anfragen und die können genauer Rat geben.