Mangelware Gewerbefläche

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    • Mangelware Gewerbefläche

      Hallo,

      ich bin noch recht neu, möchte aber gleich mal eine Frage stellen. Im Artikel von der SWP habe ich gelesen, dass es eine akute Flächenknappheit gäbe und man nun genau schaue, welche Firmen überhaupt noch Gewerbefläche zugesprochen bekommen:
      swp.de/suedwesten/staedte/ulm/…hbarn-knapp-27687168.html .
      Es lägen zu viele Vormerkungen vor. Man stellt sich die Frage, was für Firmen bekommen denn nun überhaupt den Zuspruch? Bzw... wen wollen wir haben?
      Was für Firmen sollen nun zuerst Platz bekommen und welche müssen weiter jahrelang warten? Wonach soll das denn entschieden werden?
    • Hallo Rokko,

      willkommen im Forum! Ich dachte mir gestern erst, dass es vielleicht einen eigenen Thread für die Gewerbeflächenentwicklung in der engeren Region braucht, passt also prima. (Ich hoffe, du gestattest, dass ich den Thread eventuell in ein paar Tagen etwas umbenenne.)

      Die Fragen sind alle sehr spannend, darüber habe ich nie nachgedacht. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Kriterienkatalog in der Presse thematisiert wurde, wie es ihn für die Vergabe von Bauplätzen in Wohngebieten gibt. Aber geben müsste es ihn eigentlich...

      Eine grundlegende Bedingung könnte sein, dass man als Unternehmen solvent ist und glaubhaft machen kann, dass der Bauplatz auch innerhalb der gesetzten Frist baulich entwickelt wird. Wahrscheinlich trifft das aber auf viele Bewerber zu. Ob man einen lokalen bzw. regionalen Bezug positiv werten soll? An sich ja, eine Erweiterung möglich machen ist ja auch eine Form der kommunalen Wirtschaftsförderung; aber es tut einer Stadt ja auch gut, wenn national oder international operierende Firmen oder Konzerne eine Niederlassung eröffnen. Sollte man die Wartezeit als Faktor einkalkulieren? Ich finde, ja. Man trägt irgendwo auch eine Verantwortung für die Unternehmen, die auf der Warteliste stehen und ihre Entwicklung von der Entscheidung abhängig machen. Vitamin B und gute Kontakte zur Verwaltung werden sicherlich auch eine Rolle spielen.

      Ein Kriterium, das man wohl relativ sicher ausmachen kann: Passt das Unternehmen zu einem Entwickungsschwerpunkt? Damit meine ich etwa Science Park III, vorrangig für Unternehmen mit Bezug zu den Universitätsfakultäten, oder Ulm-Nord mit Logistik. Für das MOCO-Areal wurde kommuniziert, dass man primär Umsiedlungen innerhalb des Stadtgebiets ermöglichen will; in erster Reihe aus dem Dichterviertel Nord (an dem man als Erweiterungs- und Ersatzgebiet dranhängt), in zweiter Reihe aus der restlichen Stadt, und der Rest dann wohl in freier Vergabe. Aber auch hier gab es einen Hinweis auf das automobil-affine Gewerbe.

      Ich setze einigermaßen viel Hoffnung in das geplante Gewerbegebiet Himmelreich bei Ulm-Nord, für das auch viel wertvolle landschaftliche Fläche geopfert wird. Aber bis dahin ist es noch verdammt lang hin.
    • Man hört zumindest relativ wenig. Wobei ich auch nicht denke, dass man als Unternehmen einen Grund hat, das offensiv und öffentlich zu kommunizieren.

      Ich würde ja am liebsten wissen, welche Unternehmen sich innerhalb des Stadtgebiets verlagern wollen. Es gibt ja doch einige, deren Flächen man schön anderweitig nutzen könnte. Habe ich anderer Stelle schon öfter geschrieben, aber der Schirmer in der Frauenstraße/Schaffnerstraße wäre so ein Kandidat, oder der Bitterolf am Westplatz oder der Kreisser in Söflingen.
    • Ja, bei dem Gebiet an der A7 wurde vielleicht auch deshalb mehr bekannt, weil es für eine Gemeinde wie Nersingen schon ein großes Projekt ist und weil dort auch eine Tankstelle und ein Schnellrestaurant entstanden sind.

      Ja, gibt einige Firmen, die zentral liegen und keine Erweiterungsmöglichkeiten haben am jetzigen Standort. Ich denke da werden einige auf das MOCO-Areal ziehen.
    • Hanser & Leiber wegen der Entwicklung des Theaterviertels auf jeden Fall. Die Firmen BÄKO, Metallbau Maier, Marmos im Bereich Schiller-/ Kleiststraße sowie die Fa. Scäfer in der Bleichstraße für die Fortschreibung des Dichterviertels sind potentielle Kandidaten von Umsiedlungen. Bei einer Firma weiß ich, dass die Vorstellungen und Angebote noch sehr weit auseinanderliegen. Und alle auf das Moco-Areal ist auch nicht richtig. Momentan tut man sich schwer den Firmen ihre Wünsche in anderen Gewerbegebieten zu erfüllen.

      Von Held & Ströhle (nur VW) in der Schillerstraße weiß man auch, dass es Umsiedlungswünsche mit Nähe zur Kernstadt gibt. Ich denke gerade diesen Wunsch versucht die Stadt in der Blaubeurer Straße zu erfüllen, weil im Gegenzug natürlich ein citynahes Gebiet zwischen Schiller-/Zingler-/Arsenalstraße und Bismarckring zur Entwicklung anstehen würde.

      Apropos Blaubeurer Straße: Weiß jemand was auf dem Grundstück der abgebrannten Sägerei an der Oberen Bleiche entsteht. Zahlreiche Rammbohrpfähle sind dort von der Fa. Blatal-Bau gesetzt worden. Ein Bauschild konnte ich nicht finden.
    • Zur Sachlage Obere Bleiche, ehemals Sägewerk Gaiser.

      Sägewerk wird nicht neu aufgebaut.

      2013 hatte die damalige Eigentümerfirma Kaspar Gaiser und Söhne das Werk an die in unmittelbarer Nachbarschaft liegende Schwenk-Zementgruppe verkauft.
      Nach dem in den vergangenen Monaten erfolgten Komplett­abriss der in der Ulmer Weststadt zwischen Blaubeurer Straße und Blau gelegenen ehemaligen Produktionsstätte plane man nun eine neue Nutzung des Geländes, sagte Renz weiter. Vorgesehen sei ein Hallenneubau noch in diesem Jahr. Das gesamte Areal solle anschließend vermietet werden, an wen oder an welche Branche sei zum jetzigen Zeitpunkt aber noch völlig offen.

      swp.de/suedwesten/staedte/ulm/…u-aufgebaut-24794272.html



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    • Wie gesagt ist das Interesse wirklich groß an Moco, ich möchte gar nicht wissen wie viele Unternehmen sich bereits vormerken lassen.

      "Ob man einen lokalen bzw. regionalen Bezug positiv werten soll? An sich ja, eine Erweiterung möglich machen ist ja auch eine Form der kommunalen Wirtschaftsförderung;..."
      Ja sicher ist es schöner wenn lokale Firmen die Zuschläge bekommen. Wiederum ist es doch so, dass eine neue Firma vielleicht einen ganz neuen Markt bedienen könnte, im Verhältnis viel mehr neue Arbeitsplätze schaffen könnte?

      Die Entwicklung bleibt abzuwarten, wer sich am Ende den Zuschlag sichert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Rokko ()

    • Bestehenden Firmen Grundstücke zur Erweiterung geben schafft nicht so viele neue Arbeitsplätze, aber sie werden erhalten und in so einem Fall werden gute Grundstücke frei,
      die anderweitig bebaut werden können. Sonst besteht vielleicht die Gefahr, dass sich die Firma nach Grundstücken umsieht, die in anderen Gemeinden sind.
      Neue Firmen sind auch gut, sie schaffen neue Arbeitsplätze und bringen frischen Wind in die Firmenlandschaft. Da dazwischen muss eine Stadt halt abwägen, wenn es wenig
      Bauland gibt
    • Beim Gewerbebauland muss Ulm sicher mal ein bisschen Gas geben. Im hohen Norden an der BAB 8 muss was geschehen. Auf dem Moco-Areal halte ich produzierendes Gewerbe für deplaziert. Firmen wie BÄKO, Metallbau Maier oder Schäfer gehören in Gewerbegebiete wie den Hörvelsinger Weg oder nach Ulm-Nord.

      Auf jeden Fall sollte sich die Stadt Abwanderungen wie Conti nach Neu-Ulm oder vor allem Mayser nach Senden nicht öfter leisten. Da geht es um Geld und Image.
    • So geht es jeder Gemeinde mal. Theoretisch wäre gerade da oben, Jungingen, Ulm-Nord, Dornstadt ja einiges an Fläche vorhanden.
      Wie ich mal gehört habe war ja Dachser früher in Neu-Ulm. Die Stadt konnte keine geeignete Fläche zur Erweiterung oder Neubau zur Verfügung stellen,
      so sind sie dann nach Langenau gezogen. Da muss eine Stadt schon Gas geben