Beiträge von Puquio

    Ohne Diskurs können die Zeitungen auch kein größeres Publikum begeistern. Ich muss sagen, dass mir erst durch das Forum Zeitungen wie die Schwäbische überhaupt bekannt geworden sind mit gut gemachten Artikeln. Seit es die extensiven Bezahlschranken gibt, ist es auch gar nicht mehr selbstverständlich, dass man zu einem Thema einen bei einer Suchmaschine gelisteten Zeitungsartikel dazu findet. Die Suchmaschinen arbeiten schließlich auch nach deren Klickzahlen.

    Jedoch ist auch folgendes zu beachten: Ich bin mir nicht sicher, ob eine Paraphrasierung reicht. Schließlich entstehen Schadensersatzforderungen durch entgangene Einnahmen. Diese entstehen, wenn der Artikel umfänglich zusammengefasst dargestellt wird, bzw. in seinem Kern des Neuinformationsgehaltes, und so ein Aufruf des Aritkels unwahrscheinlich oder sogar obsolet wird. Die Datenschutzgrundverordnung hat aufbauend auf das Zitatrecht hier enge Grenzen gesetzt, was und vor allem wieviel auch als indirektes Zitat entnommen werden darf.

    In meinen Augen ist der NKD ein weiteres Beispiel einer fortdauernden Entwicklung, in welcher die Berliner Straße im weiten Sinne eine überörtliche Innenstadtfunktion zugeordnet werden muss. Sie bildet die Erschließungsstraße zu typischen Innenstadthändlern, wie Sportgeschäften, Spielwarenläden, Juwelieren, Café, Restaurants und Nahversorger. Natürlich trug dazu ein bedeutender Teil die Umstrukturierung des Iller Centers bei, aber NKD nun zeigt die Ausweitung der Struktur.


    Interessant dabei ist, dass es sich um ein maximal autogerechtes ,,Zentrum" handelt, mit seinem Autobahnanschluss, den vielen kostenlosen Parkmöglichkeiten, den kurzen Wegen vom Auto zum Laden, und den weiten Wegen zu den Kunden nach Hause. Damit bildet Senden einen einzigartigen Anlaufpunkt in der Region.

    Weil Ulm selber so massiv überzeichnet ist und die Preisentwicklung durch die Decke schießt, würde ich gerne mehr Aktivität in den verkehrlich gut erschlossenen Umlandgemeinden sehen. Da gibt es noch viele ungehobene Potentiale. Und ich glaube nicht, dass man im unmittelbaren Einzugsgebiet von Ulm wirklich so defensiv vergeben darf [...].

    In den umliegenden Städten versucht man doch bereits das Angebot massiv auszuweiten. Für Illertissen habe ich das bereits im Forum dokumentiert, jedoch passiert selbiges genauso z.B. in Vöhringen Kranichstraße Ost&West. Dort gab es nun sogar Sorge über zu schnelles Wachstum.


    Das kommt davon, wenn nicht wirklich eine Steuerung bzw. ein adequater Ausgleich unterschiedlich starker Regionen mehr erfolgt. Hier im Süden werden Arbeitsplätze geschaffen, wo es keinen Wohnraum gibt, und in immer weiter zurückfallenden Regionen verarmen die Menschen, weil ihre Immobilien von Leerstand und mangelnder Nachfrage geprägt sind. Mir ist bekannt, das manche Regionen seit Jahrzehnten in einer Abstiegsspirale stecken, die man nicht einfach politisch löst von heute auf morgen. Dennoch ist mein Eindruck, dass es keinen Willen gibt bestehende Entwicklungen nicht auch noch zu intensivieren.

    ein solches Gebäude würde ja die Formsprache von keinem Gebäude in dieser Gegend aufgreifen, sondern sich quer dazu legen.

    Ich habe ehrlich gesagt es nicht leicht eine Formensprache in der Fußgängerzone auszumachen. Was ich persönlich gerade auch für ein Problem halte zusammen mit fehlender Detailliebe. Ich muss dazu sagen - und da hilft der Blick mit etwas Abstand, den ich durch Dein späteres Herausgreifen des Entwurfs erhalte-, dass mir der Entwurf selbst nach der Zeit nicht mehr lösungsorientiert erscheint. Meine Kritikpunkte, der fehlenden zusammenpassenden Formen und Reizarmut löst er nicht.

    Jedoch verstehe ich meine Idee als eine aufgezeigte Möglichkeit eine ausgeprägte Dachlandschaft auch im Bereich der Fußgängerzone wieder zu etablieren.

    Bezüglich des Austauschs über das Müllmanagement in der Fußgängerzone von der Seite 36 habe ich mal ein wenig mich umgesehen und so einen Abhilfeversuch erspäht:


    Aki Da könnten wir auch für den ein oder anderen Stil Sammlungen anlegen, wie in dem guten Brutalismus Thread. Ich habe ja auch schon irgendwo im Forum ein wenig Renaissancebauten gesammelt (auch wenn das nicht zwangläufig ein Baustil ist). Ich finde diese Kollektionen sehr bereichernd, z.B. auch was Dim Dim hier quasi im Alleingang gesammelt hat, weil man manches Potential erst durch den neuen Zusammenhang erkennt.

    So könnte man auch dieses Gebäude noch „retten“:

    (https://www.archlro.de/de/projects/sparkasse-ulm). Sprich eine Rooftop-Geschichte in Form eines Giebels (zumindest die Stirnseite) und der Zickzack-Fenster. Die Polizei (Neuer Bau) hat übrigens genau gegenüber auch Giebel…

    Ich glaube der Sparkassenbau ist nun so wie er ist. Es ist schon ein riesen Turm, da wäre ein anderes Dach wohl noch gewaltiger und würde wahrscheinlich auch dem Architekten unrecht tun, der das Gebäude so wie es ist entworfen hat. Das ist immer das Schwierige, wenn ein Neubau nicht so funktioniert, der steht dann erstmal genau so 40 Jahre mindestens. Deshalb ist Sorgfalt und viel Auseinandersetzung ganz enorm wichtig bei jedem einzelnen Objekt bevor man genehmigt.

    Machmal hilft ein wenig der Kontrast, um leichter eine Entscheidung zu finden. So wird ansonsten am liebsten Wohnraum geschaffen:


    © Raimond Spekking, Creative Commons Lizenz, Köln


    Man müsste nicht so weit schweifen, schon im Neu-Ulmer Zentrum gibt es vieles dieser Art. Schon allein, dass es genau so, statt in Köln, auch in Ulm stehen könnte zeigt ein wenig die Austauschbarkeit. Jetzt könnte man noch sagen, moment, das ist ja jetzt eher keine Zentrumsbebauung. Jedoch z.B. am ZUP in Neu-Ulm ist die Lage in meinen Augen höchst zentral, und doch wurde an der Carponniere so gebaut.

    Flickenteppich. So wie Du es bereits geschrieben hattest, leidet das „gegenwärtige Stadtbild“ daran

    [...] [d]ann aber nimmt das „zukünftige Stadtbild“ langsam Gestalt an…

    Meines Erachtens kommt der nächste vielversprechende Teil eines tatsächlichen neuen Stadtbildes um der Neuen Straße, östlich ab Xinedome. Hier hat man auf beiden Seiten einigermaßen Kleinteiligkeit, südlich mit Weinmarkt und Fischerviertel und östlich mit dem Neuen Bau viel Anschlussmöglichkeit. Durch die Lage im verlorenen mittelalterlichen Kern bin ich recht zuversichtlich, dass hier Giebelhäuser erwünscht sind, es sei denn, man möchte die Neue Mittel/ Sparkassen Achse weiter fortführen. Hielte ich aber für falsch.

    Besonders auf der nördlichen Seite der Neuen Straße sind ja bereits bedeutende Aufwertungen des Viertels geplant. Das Potential mit der Blau ist riesig, es gibt unternutze, ja fast Brachflächen, spätestens, wenn die Neue Straße auch etwas verengt würde, wie es glaube ich mit der Veränderung der Kreuzung am Xinedome geplant ist.

    In diesem Bereich könnte also nicht nur wie bisher da und dort mal ein Einzelobjekt stehen, sondern gleich eine ganze Reihe an Gebäuden entstehen bzw. umformatiert werden. Südlich an der Neuen Straße wurde doch auch ein Nachkriegsbau umgeformt, hatten Wir glaube ich noch nicht?

    Sputnick Da tun auch die nichtbodentiefen, kleineren Fenster in Zusammenspiel mit dem Erker gut. Das Gebäude hat keine nach innen gehenden Balkone. Es macht also ganz viel anders als die anderen Bauten.

    Dieses Gebäude hat sogar ein überhängendes Stockwerk, gefällt mir leider aber gar nicht. Mir ist das Gebäude in natura noch nicht aufgefallen, aber es scheint relativ weit auszuladen um dann oben zu monolithisch zu sein.

    Ich würde annehmen, dass die Mitarbeiter selbst eine Vorstellung haben, wie ihr Arbeitsplatz optimiert werden kann, das hat mich irritiert. Früher hätte man wohl gesagt, okay, wir sehen es ist ineffizient, wenn innere Arbeitswege und die Bürgerbedienung gemischt ablaufen, das trennen wir, dazu brauchen wir einen größeren Raum mehr. So kenne ich das zumindest von der früheren Bürgermeistertätigkeit meines Onkels im ländlichen.

    Ich hätte ein Neubau am alten Standort bevorzugt. Meiner Meinung nach verliert dadurch der Marktplatz und der alte Rathausteil (der erhalten bleibt) an Funktion und Attraktivität.

    Wenn sie das Grundstück nicht bekommen, dann müsste ja laut Studie die Sanierung und Wiederfitmachung des alten Standorts Priorität haben?

    Einschwemmung von [...] internationalem Kapital. Der Markt und die Marktteilnehmer sind völlig andere als damals.

    Das ist ein guter Punkt. Japan, um bei meinem Beispiel zu bleiben hat eine sehr abgeschottete Investitionsstruktur. In Europa dagegen gehen internationale Käufer ein und aus. Selbst bei landwirtschaftlichen Flächen keine Seltenheit mehr. Dass dann entsprechende Käufe über Firmen laufen, um Steuern zu umgehen, gibt dem Ganzen gleich nochmal mehr Beigeschmack.

    Dazu kommt dann die obligatorische Dachrinnenheizung wenn das Minimalismus-Giebelhaus auch noch mit einer innenliegenden Dachrinne ausgestattet ist.


    Optik ist halt manchmal wichtiger als Funktionalität.

    Schon paradox, wenn minimalistische Anmutung mit vielen technischen Extraeinbauten gelöst werden will. Aber die Heizung ist glaube ich nicht die Regel, es gibt auch unsichtbare Dachrinnenlösungen, die ohne auskommen.


    Was mir noch gar nicht so ganz bewusst war, dass die Giebel wirklich nahezu gleich ausgeführt werden. Auch das Farbschema ist sehr limitiert. Was meint ihr, ist das eher ein Vorteil oder ein Nachteil? Vorteil sehe ich darin, dass so natürlich die Charakteristik sehr klar ist. Dazu kommt, dass uns viele historischen Städte, aber auch Viertel z.B. von Anfang des 20. Jhds so stimmig und angenehm vorkommen, weil sie über Jahrzehnte teils über Jahrhunderte immer gleiche Formen verarbeitet haben, oft natürlich bautechnisch bedingt, wie bei den Fachwerkhäusern. So entstehen zusätzlich gewisse Ensemblewirkungen. Nachteil ist, dass heute diese reduzierte Bauweise viel weniger Spiel für Variation lässt -zumindest unter den heutigen ökonomischen Mechanismen, was bei den Altbauten trotz gleicher Formensprache nie der Fall war. Das kann schnell zu Reizarmut führen.


    Persönlich sehe ich eher den Nachteil schwächer, als den Vorteil, weil Städte in der Postmoderne z.B. hoch abwechslungsreich ergänzt wurden, jedoch dieser riesige Mischmasch an Formen und Stilen keineswegs ein angenehmes Umfeld generiert hat. Im Prinzip wäre meine These, dass auch die Hirsch-/Bahnhofstraße unter diesem wilden Mix leidet und nicht profitiert.

    Umgekehrt wird die Alterung der Gebäude zu einer Individualisierung beitragen, wie man es von alten Städten kennt: Da mal ein Anbau, hier ein Fenster nicht mehr ganz im Raster. Dazu müssen jedoch die Häuser auch so alt werden dürfen, was in der fortwährenden Abrisskultur nicht immer gegeben ist.

    Das ist womöglich etwas zu einfache Ursachenforschung. So gilt tendenziell, dass in Gesellschaften, die vergreisen, die Zinsen sinken. Gleichzeitig hat ein Land wie Japan, das seit Jahrzehnten eine Niedrigzinspolitik fährt keine Explosion der Immobilienmärkte. Es gibt also scheinbar keine zwingende Kausalität, auch wenn die Korrelation natürlich beeindruckend ist seit der Bankenkrise, spätestens der Eurokrise, mit den Immobilienpreisen in Deutschland.

    Ich bin zunehmend verwundert, für welche Dinge Behörden externe Berater benötigen. Hier wurde extra eine Untersuchung gemacht, um das beste Modell für die Arbeitsorganisation im Rathaus zu finden und dann ein Konzept zu finden, das in verschiedene mögliche Sanierungs- bzw. Neubauvorhaben integriert wird. Erscheint mir als Laie ganz schön aufwendig für eine Stadt wie Erbach. Oder ist das üblich?

    Gutes neues Strangthema, um die Entwicklung deutlich wahrnehmbar zu machen. Wenn nicht andere schneller sind, mache ich auch eine Runde mit Giebelhäusern, die ich noch im Kopf habe.


    Sputnick Ich denke auch, dass die formulierte Kritik abseits von geschmacklicher Fragen durchaus treffend ist. Jedoch muss man sich vergegenwärtigen, was häufig alternativ gebaut wird. Schau auf Dim Dims vorletztes Bild, das Gebäude Ecke Frauenstraße. So wird stattdessen dann gebaut, wenn nicht durch Bebauungspläne eine Dachgestaltung vorgeschrieben wird. (Ich weiß an dem Gebäude Richtung Frauenstraße schließen dann noch Giebel an) Das ist vollkommen austauschbar und kann so in jeder Stadt stehen. Die Giebelhäuser könnten definitiv noch mehr Originalität aufbringen, so werden beispielsweise in Lübeck nicht unähnlich Giebelhäuser errichtet. Da würde der Dachüberhang schon helfen, den es im Norden nicht gibt. Oder eventuell sogar überkragende Stockwerke? Sowas sieht man nun wirklich nicht häufig heute in modernen Bauten.

    Dim Dim Sehr trefflich formuliert und erkannt. Das ist mir immer noch schwer im Magen, vor allem, wenn ich jetzt höre, dass die Alternative nun eine Buslinie über die Stuttgarter Straße sein könnte.


    Bezüglich der Informationslage: Da finde ich auch die Idee der zusätzlichen Finanzierung des Lokaljournalismus sehr gut. Vielleicht könnten dann die Zeitungen auch Miniabonnements anbieten, dass man z.B. mit der Augsburger Allgemeinen, noch eine Miniabo für den Lokalteil der SWP zu Ulm buchen kann. Ich hatte das schonmal erfragt bei den entsprechenden Zeitungen, jedoch ist scheinbar die wirtschaftliche Attraktivität nicht gegeben. Lieber hat man bei der Augsburger ein extra Abomodell für die digitalen Angebote aufgesetzt, sodass ich mit meinem Printabo online nichts mehr lesen kann.


    Aber zurück zum Thema: Im Artikel, den Du im LGS Thread heruntergebrochen hast stand, dass einige der Maßnahmen am Blaubeurer Ring erst nach der Gartenschau vervollständigt werden können. Da aber gleichzeitig davon gesprochen wurde, dass das Blaubeurer Tor der Eingang zur Gartenschau werden soll, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass man hier Substanzielles wie einen Tunnel und damit den Rückbau der Brücke verschieben würde. Aber was wäre alternativ auf nach der Gartenschau an der Stelle zu verschieben?

    Man muss ja froh sein, wenn die Leute den Verpackungsmüll dann zumindest um die vollen Mülleimer stapeln, statt ihn einfach irgendwo liegenzulassen.

    Durch Wind und Vögel/andere Tiere ist das in kürzester Zeit leider trotzdem überall verteilt. Wahnsinn, wenn nicht mal diese großen Müllgefäße ausreichen, wertvolle Beobachtung. Wobei ich dann schon wieder frage, ob es da dann nicht auch am Unwillen der Leute scheitert. Ich war vorige Woche in München u.a. an der Isar, und da waren sämtliche Hänge an denen ich spazierte so vermüllt, wobei mir kein überquellender Mülleimer aufgefallen wären.


    Ich wäre etwas ratlos als Stadt, was zu machen ist, außer die Müllauffangkapazität zu erhöhen.