Beiträge von Puquio

    Habt ihr zufällig Erfahrungen mit dem Verein Stadtbild Deutschland e.V.? Ich möchte da Niemandem zu Nahe treten, habe dessen betriebenes Forum über einen Link hier im Forum gefunden. Etwas stutzig macht mich, dass es da ständig politisch wird und auch selbst manche Moderatoren dort ähnlich agieren. Ich interessiere mich für deren Themen, aber möchte nicht mich in etwas Zweifelhaftes begeben. Daher wäre ich für jeden Erfahrungswert dankbar.

    Ich finde schon auch, dass sich kurzlebiges Bauen stärker verbreitet. Hat viele Gründe, einer z.B. der Bauhaus Stil/ Moderne. Aber auch die Ausschreibungsmethodik, die stets erzwungenermaßen dem günstigsten Anbieter den Auftrag erteilt.

    Beim Infrastrukturbau sehe ich da persönlich keine ganz so schweren Auswüchse. Ich denke der Eindruck entsteht dadurch, dass tatsächlich immer mehr Geld eingesetzt wird nach kürzeren Zeiträumen. Das kommt zum einen durch den durchgängig wachsenden Bestand wartungsaufwendigerer Infrastruktur und zum andern - ein doch recht entscheidender - dass die Fahrzeuglasten konstant zunehmen. Gerade ältere Brückenbauwerke sind dafür nicht ausgelegt worden - siehe Adenauerbrücke. So erreichen diese Bauwerke nicht ihre normal erwartbare Nutzungsdauer zwischen 50-70 Jahren. Und die Belastungen werden weiter zunehmen mit Batteriefahrzeugen auf Schiene und Straße.

    Schaut mal, die Planungen sind gar nicht unähnlich einer Rekonstruktion. Sowohl die Gauben zur Seite, die Zahl der Fenster pro Stockwerk, alsauch -zumindest von diesem Winkel- der breitere Eckebau zum Münsterplatz im Verhältnis zum hinteren Bau. Müsste nur der Glockenspielerker mittig statt seitlich angeordnet werden ;) Wahrscheinlich alles Zufall, ist aber doch ein nettes Detail.


    Ist Ulm nicht schön, der Städtebau leistet da mit der Privatwirtschaft schon etwas Besonderes.


    Das Foto kommt vom Jahresrückblick der Stadt Ulm: []http://www.youtube.com/watch?v=y74cQV7rloo[]. Ab Minute 8 gehts wenige Minuten auch um das Bauliche oder Min 14 über die Sedelhöfe/Bahnhofsvorplatz. Insgesamt ganz viel Corona. Aber durchweg schöne Stadtansichten und daher auch ein Blick wert.


    Und weil ich schon auf deren Youtube Kanal bin, hier noch der Stand von besagten Sedelhöfe/Bahnhofsvorplatz von November:

    Ich packe es mal hier rein, sind schalltechnische Daten von den Hauptverkehrsachsen tagsüber von 2017, also noch bevor die B10 weiter ausgebaut wurde. Dort, wo die Schallpegel etwas enger an der Straße bleiben sind bestehende Schallschutzmaßnahmen.

    Könnte thematisch aber natürlich auch zu den neuen beiden Brückenbauwerken an der Donau passen. Was ich jedoch da raus lese ist, dass das extrem laute Stück zwischen B10 und B30 hätte entschäft werden können, wenn man den Verkehr etwas aus der Stadt heraus verteilt, statt den Vehrkehr zu bündeln mit dem der B28.


    Quelle: Bayrisches Landesamt für Umwelt

    Zum neuen Jahr kann man ja auch etwas zurückblicken dachte ich mir. Es wurde die etwas unberechtigte Kritik geäußert, hier im Bauforum kämen ökologische Apekte zu kurz. Unberechtigt daher, weil es durchaus zahlreiche Themen gibt, die hier teils auch ernom kontrovers diskutiert wurden. So ging um Flächenversiegelung hier und hier in Mobilitätsfragen, und hier und hier ging es um die starke Versiegelung und Zersiedelung am Eselsberg. Dazu habe ich auch hier ein sehr plakatives Beispiel aus dem Illertal mit dem gleichen Phänomen vorgestellt.

    Es gab Diskussionen zu Fassadengestaltungen im Sinne des Vogelschutzes z.B. hier. Sowie zahlreiche Bekundungen bezüglich Klimawandel zu einer begrünten Stadtlandschaft, einer guten Entwässerung und ökologischen Energiegewinnung und energetische Sanierung waren Themen. Hier waren dann Steingärten das Thema, auch wieder aus klimatischer und ökoligischer Sicht - natürlich auch aus stadtgestalterischer.

    Dann gab es die Diskussion über die Gewässerökologie am Beispiel des regelmäßigen und fortwährenden Aushubs aus der Donau. Diese hat mich auch veranlasst mich ein Wenig weiter mit der Iller zu beschäftigen. Da das auch auf Interesse hier im Forum stößt und ich gerne den Stand des seit 2017 laufenden Projekts ,,Agile Iller" im Forum repräsentiert sehen würde, kommt nun die Vorstellung des auf 10 Jahre projektierten Anlaufs zur weiteren Renaturierung des Iller.

    Zunächst einmal ein Zeitzeuge, der berichtet wie schlecht es dem Fluss eigentlich lange Zeit ging: https://www.riffreporter.de/fi…-der-iller-renaturierung/

    Zitat

    Dann legten Planer und Ingenieure bis 1894 die Iller in ein neues Bett aus Betonplatten. Fast gerade, dadurch deutlich kürzer, also auch steiler und gleichmäßig 52,5 Meter breit. Seitdem war die wilde Iller - jedenfalls in ihrem Unterlauf bis zur Mündung in die Donau bei Ulm - fest einzementiert. Zweck der Maßnahme: Hochwasserschutz und Landgewinnung.

    [...]

    Der Kanal hatte Vorrang, in der Iller verblieb lediglich das Restwasser. Mal viel und mal wenig. Und, wenn´s sehr trocken war, gar nichts. Dann wurde aus dem Wildfluss eine Weiherkette. Das Kiesbett lag hell und trocken in der Sonne, die Forellen schnappten in den übrig gebliebenen stinkenden Tümpeln nach Luft. Das wenige Wasser, das auch im Sommer aus den Bergen kam, wurde unbarmherzig in den Kanal geleitet. Der Auwald mit seinen feuchten Gräben und Tümpeln trocknete aus[...].

    Dazu muss man Wissen, dass es Regelungen gibt die besagen bei Trockenheit: ,,Südlich von Vöhringen beim Einlassbauwerk Au, wo der Zufluss zum Kanal geregelt wird, wurde die Einleitung in den Kanal reduziert. Eine Maßnahme, die nötig war und vom Wasserwirtschaftsamt angeordnet wurde. Allerdings darf dem Kanal nur so viel Wasser entzogen werden, dass Turbinenkraftwerke weiterlaufen und Strom erzeugen können." Quelle z.B.: https://www.augsburger-allgeme…ser-knapp-id51943936.html


    Aus diesem Zustand hervorgehend wurde schon vor dem heutigen Projekt zahlreiche Anpassungen an dem Fluss wieder vorgenommen. Am bekanntesten dürfte der Abbau zahlreicher Staustufen sein (diese hatten ihre Wirkung verfehlt, da mit ihnen 1901 schon verzweifelt versucht wurde, das unterschätzt schnell voranschreitende Eingraben der Iller aufzuhalten), sowie die große Maßnahme bei Vöhringen, bei der die Iller stark aufgeweitet wurde (Planung & Umsetzung +15 Jahre). Auch haben manche eventuell Rohre gesehen, wie unten gezeigt: Diese leiten Wasser vom Kanal in den trockenen Auwald.

    Jedoch gab es auch weitere Eingriffe im nicht ökologischen Sinne, so wurde 2017 ein weiteres Kraftwerk bei Au eingebaut (Zitat: Da es sich UIAG Kanal um eine künstliche Ausleitungsstrecke handelt, werden dieAbflussdaten der durch den Neubau der Wasserkraftanlage am Auslaufbauwerk nicht beeinflusst. Mit der Wasserkraftanlage wird die Wassermenge mit max.40 m³/s energetisch genutzt. Da der Illerkanal nicht zur Hochwasserentlastung der Iller dient, wird derHochwasserabfluss der Iller nicht beeinflusst.). Auch bei Bellenberg gab es Planungen schon 2013 für ein konventienelles Wasserkraftwerk. Manche würden auch das neue Kraftwerk bei Illertissen direkt in der Iller als einen solchen Rückschlag sehen.



    Quelle: Gerhard Richter


    Vorher: https://www.augsburger-allgeme…n-geplant-id57802551.html


    Nachher: https://www.augsburger-allgeme…Besserung-id53320391.html


    Und auch da schon war große Diskussion um nasse Keller und Hochwasser. Beides letztlich unzutreffend. Der Grundwasserspiegel sinkt langsam weiterhin. Auch weitere Maßnahmen wurden ergriffen, besonders im weiteren Oberlauf, der jedoch den Umfang sprengen würden.


    Das jetzige Projekt ist mit 70 Mio. Euro ausgestattet und soll sich dem Illerabschnitt zwischen Mündung und Aitrach bei Memmingen widmen. Dazu hier der jetzige Zustand:

    Quelle: Bayrisches Landesamt für Umwelt; Pink sind bestehende Naturschutzgebiete, blau Trinkwasserschutzgebiete (hier auch nochmal zeigt sich, dass Maßnahmen sehr wohl in Trinkwasserschutzgebieten möglich sind -entgegen der Aussage im Kiesbaggern Thread), die Farben am Fluss geben dessen Gewässerstruktur an verbunden mit den bestehenden Verbauungen im Fluss, welche auch nochmal nach deren Qualität abgestuft sind. Am Rande sei dazu erwähnt, dass gerade erst im November 2020 von Bayern weitere Staatsforsten an vielen Orten aber auch an der Iller zu Naturwäldern erklärt wurden. Dies gilt als erster Schritt zur Umwandlung in einen schutzwürdigen Waldbestand.


    Was soll nun im Projekt angegangen werden? Die Vielzahl der Einzelmaßnahmen, welche punktuell ansetzen lässt nur eine stichwortartige Aufzählung zu, kann aber hier nachgelesen werden im Detail:

    Höhe Gerlenhofen, Rückverlegung Deich und Radweg zu Kanal und Bundesstraße, Uferverbauentfernung, Ausleitung in Aue

    Höhe Senden Ay, Fischaufstieg und Rampe an Ayer Wehr, Ausleitung in Aue, Verlängerung der Solaufhöhung, Aufweitung uä. fortgesetzt von Vöhringen

    Höhe Bellenberg, Wegerückverlegung, Buhneneinbau, Uferverbauentfernung

    Höhe Au, Uferverbauentfernung, Mündungsbereiche Auegewässer

    Höhe Illertissen, Verbesserungen zum Entstehen und Stärken von Seitenarmen, Umgehungsrinne an Betonschwelle Verbesserung, unterstromige Anbindung der Auswälder, Buhneneinbau, Uferverbauentfernung, Bau einer Fischaufstiegsanlage

    Höhe Herrenstetten, neuer Seitenarm, Bau einer Fischaufstiegsanlage

    Höhe Altenstadt, Bau einer Fischaufstiegsanlage, Wegerückverlegung, Uferverbauentfernung, Umbau Sohlrampe, forcierte Mäandrierung

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    Bei Interesse kann ich auch noch die weiter südlichen Maßnahmen aufführen, heute fehlt mir die Zeit dazu.



    Persönlich sehe ich es als problematisch an, dass sämtliche Maßnahmen möglichst ohne Grunderwerb vonstatten gehen sollen. Damit nimmt man sich die Chance dem Fluss substanziell mehr Raum zu geben. So ist auch zu erklären, warum z.B. an der Neu-Ulmer Mündungsschleife nahezu nichts passieren wird. Bei Heimertingen droht das Projekt zu scheitern, weil die Flächen nicht zur Vefügung stehen. Auch werden nur zwei Abschnitte substanziell verändert, nämlich bei Senden Ay und Altenstadt, was mir persönlich zu wenig ist. Ich sehe es aufgrund des Klimawandels als essentiell an, für steigende Grundwasserspiegel im Illertal zu sorgen, was bei heutigen 8 Metern Tiefe bei Vöhringen (nur private Stichprobe) keine Gefahr für irgendeine Bebauung darstellen sollte.

    Um den diskutierten Hochwasserschutz Ulms zu gewährleisten kam mir noch - neben der Aufweitung der Iller - warum nicht die Flüsse Roth und Günz zur Hochwasserspitze als Entwässerung anschließen? Dies sind keine Gebirgsflüsse und könnten bereits den Regen abgeführt haben, bevor die Iller ihren Peak hat. Aber ist jetzt vielleicht etwas zu weit hergeholt^^



    Noch ein Wenig weitere Lektüre:


    Hier findet sich eine ökologische Bestandsaufnahme zur Iller: https://www.agile-iller.de/wp-…skonzept-Untere-Iller.pdf


    Hier nochmal zum Abschluss ein Artikel zum Spannungsfeld Stromgewinnung und dem Projekt ,,Agile Iller": https://www.sueddeutsche.de/ba…chutz-kraftwerk-1.4914895

    Was auch immer jetzt da gebaut werden soll, die Arbeiten dazu haben bereits begonnen

    Oh, dann ist das wohl die letzte Möglichkeit einen Blick auf das scheinbar rückwärtige Kulturdenkmal zu werfen, muss ich noch vorbei spazieren, danke für den aktuellen Blick, Bob.


    Geschützte Gartenhütte Kulturdenkmal


    Im hinteren Grundstücksbereich am Adolph-Kolping-Platz 5, also Richtung Promenade, steht ein Gartenhaus aus der Biedermeierzeit, das als Kulturdenkmal klassifiziert ist und bestehen bleiben muss. Das Häuschen gehört laut Stadtverwaltung zu einer nicht mehr erhaltenen Gartenanlage aus der Zeit um 1800 und befindet sich „in einem desolaten Zustand“, wie Stadtplaner Helmut Kalupa sagte. Das Gartenhaus soll saniert und danach als temporäre Notunterkunft für Mütter mit Kindern genutzt werden.

    Das müsste in der zwischenzeit eben jene Sanierung bekommen haben? Konntest Du da eventuell etwas hinter dem Bagger sehen?

    "Strafbesteuerung" klingt harscher, als es muss [...]. Allerdings ist ja oft gar nicht mal der Leerstand das Problem, sondern dass inhabergeführte Geschäfte nicht gegen die Zahlungsbereitschaft größerer Filialisten ankommen und es ortsfremden Eigentümern oftmals egal ist, wo die Kohle herkommt.

    Hast recht, der Ton macht die Musik :) Es geht da mehr um die Psychologie, als dass Leerstand ein Problem ist. Wenn ich als Vermieter erheblichere Kosten riskiere, wenn ich meinen Mieter zu stark belaste, dann bin ich vorsichtiger in der Preisgestaltung. Die großen Filialisten kriegt man mit der Maßnahme nicht gesteuert. Wäre aber auch meiner Ansicht nach ein großer Eingriff in den Markt, weil die durch ihre Effizienz, Strategie und Marketing so präsent sind und damit offenkundig kundenfreundlicher sind, wenn man die Abstimmung mit den Füßen sieht. Nein, die Maßnahme richtet sich nur gegen exorbitante Mieten und nebenbei verhindert es Immobilienspekulation, da die Gebäude tatsächlich vermietet werden müssen.


    Eine andere Idee, die ich hatte: Mehr genossenschaftliche Akteure in den Innenstädten. Genossenschaften im Baubereich kennt man weit überwiegend nur von Wohnungsbaugenossenschaften, aber das genossenschaftliche Konzept ist ja prinzipiell nutzungsneutral. Ob nun eine Wohnungsbaugenossenschaft in innenstädtischer Lage ein Projekt mit gemischter Nutzung realisiert oder sich vielleicht sogar Gewerbebaugenossenschaften herausbilden ist dabei gleich. Fraglich wäre eher, wie interessante Grundstücke und Gebäude an diese Genossenschaften kämen. Das ginge durchaus über ein städtisches Vorkaufsrecht und eine privilegierte Vergabe an genossenschaftliche Träger, würde aber natürlich wieder einen Eingriff in den freien Markt darstellen. Beim offensichtlich vorliegenden Marktversagen in diesem Bereich habe ich da aber wenig Skrupel.

    Finde ich eine schöne Idee, wobei es Martkversagen ja eigentlich nicht unbedingt ist. Der Mietmarkt resultiert aus Immobilienspekulation, Renditeoptimierung und Anreizen zur Sanierung (Stichwort z.B. Energieeffizienz), sowie eine verschwenderischer Umgang mit Bestehendem. Dein Ansatz hebelt zwei Kostentreiber aus, indem Genossenschaften oft über Generationen ein Objekt halten und geringere Renditeerwartungen haben (längere Investitionszyklen). Wenn sie auch noch einen gesellschaftlichen Anspruch haben, kann sogar eventuell ein architektonisch wertiges oder stadtbildprägendes Aussehen erreicht werden. Ansonsten kann man aber eher erwarten, dass dort auch kein Euro zweimal ausgegeben werden kann.

    Der von Finn berichtete Beteiligungsprozess hatte diese Ergebnisse erbracht: https://www.blaubeuren.de/ceas…urce/?id=11388&download=1


    Danach wurde folgendes oben erwähntes Sanierungsgebiet und Wettbewerbsgebiet (etwa 9 ha davon) ausgerufen:


    Quelle: Stadt Blaubeuren


    Und hier nun die Zielsetzungen der Maßnahmen u.a. entwickelt aus dem Beteiligungsprozess von 2016/2017. Der Realisierungsteil wird sicher umgesetzt, die Vertiefungsteile sind unter Vorbehalt:

    Ich denke diese überregionale Attraktion aus der "Blautopfstadt Blaubeuren" kennen hier alle aus eigener Besichtigung, daher wollte ich mal ein Thema erstellen, ohne zuviele Informationen bisher darüber zu haben, aber vielleicht haben weitere Mitglieder etwas beizutragen.


    Es muss schon etwas Größeres sein, da das Projekt seit mehr als einem Jahr nun ganz konkret die Stadt dort beschäftigt, Gelder bewilligt wurden vom Bund-Länder-Programm, im Juli ein 180.000€ teurer (20% teurer als zunächst erwartet) Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgeschrieben und jetzt vor wenigen Wochen beautragt wurde. Gelesen habe ich zumindst davon, dass die Wege um den Blautopf neu befestigt und "barrierearm" gestaltet werden sollen. Auch wurde ein Sanierungsgebiet mit dem Namen Blautopf-Areal im November 2019 ausgewiesen.

    Vom Sanierungsträger für das gesamte große Sanierungsgebiet weitläufig um den Blautopf herum ist Dezember 2019 folgendes zu lesen:

    "Der Busbahnhof soll zu einem zentralen Knotenpunkt für Schüler und Touristen werden, ein Schulgebäude soll abgebrochen und der Schulhof verlegt werden, Fußgängerbereiche sollen attraktiver gestaltet werden, leerstehende Gebäude und Brachen sollen durch Modernisierungen und Neubauten reaktiviert werden und der Verkehr soll durch eine Brücke über die Blau entlastet werden. Darüber hinaus sollen das Wasser und die Natur bewusst erlebbar gemacht werden und der Stadtpark als Erholungsgebiet verschönert werden. Private Eigentümer im Gebiet haben die Möglichkeit, bei Durchführung von umfassenden Modernisierungsmaßnahmen steuerliche Sonderabschreibungsmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen."

    https://www.whs-wuestenrot.de/…-Areals-in-Blaubeuren.htm


    Hier ein Artikel zum aktuellen Stand von Mitte Dezember: https://www.schwaebische.de/la…ojekt-_arid,11307007.html [Schwäb+]



    Edit:

    An die Moderatoren: Es gibt von 2016 einen Beitrag von Finn. Entschuldigung, dass ich es nicht gleich gefunden hatte. Nach jetzigem Kenntnisstand gehört das durch die von Finn vorgestellte Beteiligung entstandene Arbeitspapier von März 2017 zur Grundlage des jetzt beauftragten Realisierungswettbewerbes. Damit können die Themen im Forum zusammengeschlossen werden.

    Also ein Museum für die Münsterbauhütte sollte natürlich schon in Münsternähe sein. Da sehe ich derzeit aber kaum Chancen

    Ich könnte mir auch sehr gut etwas Unterirdisches vorstellen, in Basel kann man in die Geschichte des Münsters wortwörtlich eintauchen, es wurden Fundamente und mehr freigelegt für die Präsentation. Auch in Paris und andere moderne Museen haben sich dieser imposanten Zugangsform verschrieben. Sehr empfehlenswert z.B. das begehbarer Forum Romanum in Coimbra.

    Es wird zwar nicht lange online sein, wie bei Arte üblich, aber dem Ulmer Münster wird hier ein prominenter Anteil der deutschen Kirchengotik gewidmet. Das Münster und sein Verwandter in Straßburg sind überraschend bedingt durch modernste Techniken, um deren Erhalt sicherzustellen. Sehr schön anzusehen im Hinblick auf den jüngsten Weltkulturerbestatus der Münsterbauhütten.


    Es gab auch vor einigen Tagen eine Meldung daß die Wieland-Werke in Vöhringen die An - und Wegfahrt ihrer Rohstoffe und Erzeugnisse von der Bahn auf LKW-Verkehr umstellen will. Quelle weiß ich leider nicht mehr.

    Es wird spekuliert daß die eigene Rangierlok verkauft werden soll weil marode oder ob in die Schieneninfrastruktur investiert werden muß (v.a. die Bahnübergänge im Stadtgebiet).

    Das wäre auch für die Anwohner und die Ökobilanz nicht gerade der Brüller, vor allem weil eigentlich alle näheren Werke der Firma (Villingen, Ulm, Vöhringen) über Schienenanschlüsse verfügen.

    Wieland hat sich aus ökologischen, logitischen und werkssicherheitsrelevanten Gründen dafür entschieden, den Gleisanschluss für seine Versorgung des Werkes in Vöhringen beizubehalten. Ist denke ich eine gute Nachricht, es sind nämlich tatsächlich täglich zwei Züge die dort verkehren. Da dürften nun also auch neue Investitionen in den Erhalt des Gleises erfolgen.

    In Neu-Ulm sehe ich dagegen schon Ansätze einer Verhinderungsbewegung versus eine Linie 3, die mit dem Arbeitsplatzargument - Evobus - aufgeladen wird. Da wird es nicht reichen, sachlich Vor- und Nachteile sowie Nutzen und Kosten abzuwägen. Vielleicht ist das auch ein Grund, wieso sich rechts der Donau niemand so recht an das Thema traut.

    Womöglich ist auch einfach die Grenze auch hier wieder der springende Punkt. Anders kann ich mir nicht erklären, warum in Neu-Ulm eine eigene Seilbahnstudie auf ihrer Seite läuft. Auch von der Nachfrage wäre eine bayrische Straßenbahnroute sicher die nächstlogische, noch vor anderen neuen Ästen in Ulm. Daher stimme ich zu, dass die da wohl bewusst vernachlässigt wird, aber wohl mehr daraus, dass man mit der Straßenbahn von Ulm dann abhängig wäre und auch seine eigene Zentralität Richtung Ulm verschiebt.

    Stellt sich die Frage: Was tun?

    Man könnte den Mietern mehr Macht geben, indem man Leerstand strafbesteuert. Gleiches im Wohnungsmarkt. Setzt Jemand zu hohe Mieten an, wird er schwer schnell und langfristig eine Vermietung sicherstellen können. Dazu muss Scheinvermietung unterbunden werden, durch Umsatznachweis oder Erstwohnsitz. Auch müsste klug begrenzt werden, wie lange Umbauarbeiten möglich sein dürfen ohne Steuer. Nachteil: systemische Krisen wie Strukturwandel, lassen so die betroffenen Immobilien an Wert stärker sinken, da Leerstand zum Kostenfaktor wird. Auch Luxusimmobilien werden deutlich unattraktiver. Lösung wäre, diese Regelung als kommunale Steuer flexibel je nach Stadt gestalten zu lassen.


    Andere Idee: Eine kostspielige, aber begründete Lösung wäre Eigentumsgewerbeflächen im Erdgeschoss in definierten Innenstadtbereichen mit Verkauf an die Stadt bzw. öffentliche Träger zu ermöglichen, heute gibt es Eigentumsgewerbe meistens durch Zwangsversteigerungen. So hat man maximalen Einfluss auf die Gestalt der Stadt und deren Angebot. Damit haben Städte auch ein erhebliches Interesse ihr Zentrum nicht von Außen kannibalisieren zu lassen. Nachteil ist, dass natürlich ein Budget nicht zweimal ausgegeben werden kann, damit fallen Investitionen in andere Bereiche weg, eine Frage des Stellenwerts.

    Ja, auf jeden Fall. Auch wenn der aktuelle Radweg nach Blaustein abzueglich Beleuchtung schon autobahnmaessig ausgebaut ist ;).

    Die Studie benennt immer wieder in ihrer Analyse bestehende Infrastruktur und spricht sich für eine Eingliederung dieses Bestands aus. So sagt sie auch speziell für den Abschnitt nach Blaustein nur geringe Kosten voraus, weil der Bestand schon größtenteils vorhanden ist. Diese Strategie wird auch die einzige Realistische sein, im dichten Siedlungsraum um und in Ulm finden sich wenig Platz für eine komplette Neutrassierung und auch aus ökologischen Aspekten ist eine weitere Versiegelung nicht wünschenswert. Im Illertal gibt es mehrere alte Dorfstraßen, welche längst durch moderne Strecken an neuer Stelle ersetzt wurden und somit die alten ggf. eine neue Nutzung erhalten könnten, Vorteil dabei, dass diese bereits direkt von und in die Städte führen, Nachteil, man muss möglichst kreuzungsfrei durch die Städte was schwierig ist. Bin gespannt, welche Trassierung dann konkret aus den Korridoren hervorgeht.

    Ich denke der Vergleich mit einer Autobahn ist gar nicht schlecht, diese Ausbauform erlaubt es auch sehr sicheren Verkehr zu ermöglichen. Daher glaube ich, dass egal ob für verunsicherte Rentner auf E-Bike, Kinder oder Rennradfahrer diese spezielle Infrastruktur baulich genauso zu besserem Fahrradfahren führt. Zum einen ist mit 4m schon enorm viel Platz, zum anderen ist mit Beleuchtung, möglichst Kreuzungsfreiheit und kein Großfahrzeug direkt an den Hacken die Verunsicherung reduziert und Übersichtlichkeit maximal.

    Am Ende wird es die Zeit zeigen müssen, aber Ausflugsverkehr gerade mit Kindern dürfte auf den klassischen Radwegen wahrscheinlich besser aufgehoben sei

    An sich sehe ich das auch so, habe sogar schon genau über so eine Problematik schon bei bereits bestehenden Radschnellwegen gelesen. Andererseits kann auch jeder mit einem Fahrzeug ab 60 km/h auf die Autobahn, das kann auch eine Gefahr sein, aber es scheint ja in der Praxis zu funktionieren. Zumal sich bei Fahrradschnellweg ja höchstens der Nachmittagsverkehr in einen problematischen Mischverkehr verwandeln kann. Ich fände es zumindest Stand heute keine gute Lösung eine Mindestmotorisierung -das Einzige was man wirklich durchsetzen könnte- vorzuschreiben. Zu viele wären davon ausgeschlossen und das hat dann auch eine soziale Komponente, die beim Auto heute jedoch übrigens auch herrscht.

    Ich denke eine weitaus unterschätzte Bauepoche besonders in Unserer Region ist die Renaissance. Jeder wird gleich das gotische Münster, die barocken Klöster oder vielleicht das ein oder andere Kleinod im Kopf haben. Dagegen gibt es bei Uns eine prominente Anzahl bedeutender Bauten aus dieser Zeit, wie sie sonst nur in wenigen Teilen Zentraleuropas zu finden ist, vergleichbar z.B. mit der Weserrenaissance. Hintergrund ist der enorm dynamische wirtschaftliche Aufstieg Unserer Region zwischen Augsburg und Ravensburg in dieser Zeit mit berühmten Handelsgesellschaften, florierenden Städten durch neue Fernhandelsrouten.

    In Ulm entwickelte sich ein überregionales Kunsthandwerk mit Meistern wie Hans Acker (um 1385-1461), Hans Multscher (1400-1467), Michel (1440-1522, in Ulm nachweisbar 1469-1522) und Gregor Erhart (um 1470-1540), Jörg Syrlin der Ältere (geb. um 1425, in Ulm nachweisbar 1449-1491) und Jörg Syrlin der Jüngere (in Ulm als Meister nachweisbar 1480/81-1522), Niklaus Weckmann (geb. 1450/55-nach 1527, in Ulm nachweisbar seit 1481), Hans Schüchlin (in Ulm nachweisbar 1468-1505), Bartholomäus Zeitblom (um 1455-um 1520, seit 1482 in Ulm), Jörg Stocker (in Ulm nachweisbar 1481-1523), Martin Schaffner (1477/78-1549) und Daniel Mauch (1477-1540).

    Erhaltene bedeutende Gebäude in Ulm sind:


    Das Rathaus Ulm mit Brunnen (Frührenaissance, 19. Jhd stark verändert (z.B. Bemalung)

    Wikipedia


    Der Neue Bau mit Brunnen (nach 1945 wiederaufgebaut)

    Wikipedia


    Das Schwörhaus (jedoch nur als teilweise Rekonstruktion und Umformung)

    Wikipedia


    Das Kornhaus von 1594 (neues Inneres von den 60ern)

    Wikipedia


    Der historische Salzstadel von 1592

    Museum der Brotkultur


    Die Dreifaltigkeitskirche (Teilrekonstruktion und Umformung)

    Wikipedia


    Das Zeughaus (nur in mehreren Erweiterungsteilen den 2. Weltkrieg überlebt)

    Wikipedia


    Die Alte Münz

    Baudenkmal Wikimapia


    u.a.


    Dazu gibt es eine Renaissance Tour durch Ulm auch zum Nachschlagen meiner aufgeführten Highlights.

    Eine bedeutende Zeit für Ulm und die ganze Region mit ihren ebenso zahlreichen erhaltenen Bauten. Natürlich darf man sich keiner Illusion hingeben, wie meine Anmerkungen schon klar machen ist meist die Kernsubstanz aus der Zeit und vieles addiert oder auch ganz verloren. Dennoch ist herausragend die breite Präzenz der Bauten zu denen sicherlich weitere Profanbauten aus der Zeit im nordöstlichen kriegsverschonten Bereich des Münsters zählen.


    Ich würde mich freuen, wenn weitere Beispiele noch vorgeschlagen werden, die es zweifellos gibt, in Illertissen z.B. die Stadtpfarrkirche und das Vöhlinschloss, das ehemalige Kanonenstift Edelstetten oder das Schloss in Neuburg Kammel.