Beiträge von Hyperia

    Aber der Entwurf selber ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich, oder ?

    Zitat

    Noch sind die Entwürfe streng geheim. Weder die Medien noch die breite Öffentlichkeit konnten bislang einen Blick darauf werfen. Warum die Geheimniskrämerei? Der Verein des Centers erklärt das so: Zunächst sollen Vorschläge und Änderungswünsche des Vereins, der Stadt und der Gremien eingebracht und diskutiert werden. Es gehe darum, den Entwurf nicht im Voraus zu „zerreden“. Das abgestimmte Ergebnis soll dann aber im Laufe des Sommers der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.


    Pläne für Einstein-Center in Ulm vorgestellt
    Noch wird ein großes Geheimnis um den ersten Entwurf für den Einstein-Discovery-Center in Ulm gemacht. Einige Details aber sind bereits durchgesickert.
    www.schwaebische.de

    Ich habe nur mit DB Regio zu tun. Die sitzen im Erdgeschoss in der Zeitblomstraße und wollen sich auf eine Mieteinheit mit etwa 400 m² verkleinern. Das DB Fernverkehr, DB Cargo oder eine der anderen Tochterfirmen Flächen nutzen oder nutzen wollen wäre mir nicht bekannt.


    Den B-Plan habe ich auch nicht im Detail gelesen, so wie ich das verstehe soll der aber sowohl für Übergangslösungen als auch Neubauten gedacht sein. Der Knackpunkt dabei ist, dass baurechtlich wohl eine Nutzung oder Untervermietung der Flächen nur durch die Bundespost bzw. deren Nachfolgefirmen zulässig war. Eine Neuvermietung ist aktuell also schwierig bis unmöglich, wobei sich sowieso kein Mieter ohne eine Sanierung finden wird, und die könnte je nach Umfang auch länger als das B-Plan-Verfahren dauern.


    Konkrete Festsetzungen gibt es noch keine, ein Hochhaus wäre also sicher auch kein Problem, offenbar denken die Mitarbeiter bei Merckle aber rein wirtschaftlich bzw. scheuen das Risiko. Unter der Hauptpost gibt es z.B. auch einen Luftschutzbunker und da könnte der Rückbau schnell 1 oder 2 Mio. € teurer als geplant werden. Das ist wohl der Hauptgrund, dass das Postgebäude nicht abgerissen werden soll.


    Es gab im Zuge Umbau Bahnhof aber Überlegungen das ganze Gebäude auf links zu drehen also Post in die hinterste Ecke, weil die am wenigsten Miete zahlen, dafür vorne in bester Lage Läden und Gastronomie. Die oberen Geschosse könnte man z.B. für ein Hotel nutzen und dazu auch noch ein oder zwei Stockwerke oben drauf zu setzen. Dafür müsste die Postbank in eines der leerstehenden Gebäude umziehen, allerdings wurden Büros und Schalterhalle erst vor ein paar Jahren renoviert und das setzt i.d.R einen neuen Mietvertrag von mind. zehn Jahren oder eine Restlaufzeit bis etwa 2030 voraus.

    Ich kenne mich mit Leichtathletik nicht so aus, beim Fußball macht jedenfalls die Liga einen enormen Unterschied z.B. bei den Fernsehgeldern:

    1. Liga 31,5 Mio. € (Holstein Kiel)
    2. Liga 7,9 Mio. € (SSV Ulm 1846 Fussball)
    3. Liga jeweils ca. 1,3 Mio. € (Saison 23/24)

    https://www.fernsehgelder.de/ und https://www.fupa.net/


    Rechnet man wie ein Häuslebauer mit einem Drittel dieser Einnahmen, wäre in der 1. Liga ein Stadion für 180 Mio. € finanzierbar, in der 2. Liga könnte man ca. 40 Mio. € für ein Stadion ausgeben und in der 3. Liga nur etwa 6 Mio. €. Das Ganze bei einer Laufzeit von 30 Jahren, deshalb sollte man sich vielleicht auch die historischen Platzierungen anschauen:


    SSV Ulm 1846 - Historische Ligaplatzierungen


    Im Schnitt liegt Ulm da zwischen Liga 3 und 4 und ein Aufwärtstrend ist erst seit der Saison 2021/22 unter Thomas Wörle zu erkennen. Zum Vergleich hat z.B. Heidenheim 5 Jahre in der 3. Liga und 9 Jahre in der 2. Liga gespielt und steht jetzt vor der 2. Saison in der 1. Bundesliga, und damit insgesamt 16 Jahren Profifußball in Folge. Trotzdem ist deren Stadion sozusagen ein Reihenmittelhaus, nicht besonders groß oder schick, dafür sind keine Kredite mehr zu tilgen, es gehört zu 100% dem Verein und die Pläne zur Erweiterung kommen auch langsam ins Rollen.


    Auch bei den Zuschauern gibt es keinen großen Unterschied, Heidenheim hatte 2013/14 in der 3. Liga im Schnitt 9.000 Zuschauer und Ulm in der letzten Saison 10.347 Zuschauer. Heidenheim hatte damals allerdings auch nur 10.000 Plätze oder entsprechend 90% Auslastung im Vergleich zu 61% in Ulm. Betrachtet man nicht nur die letzte Saison, dann kommt Ulm seit 1970/71 im Schnitt auf 9.000 Zuschauer und über die letzten 20 Jahre sogar nur auf 2.000 (mit Corona aber zuletzt auch zwei sehr starken Jahren).


    1.FC Heidenheim 1846 - Besucherzahlenentwicklung


    SSV Ulm 1846 - Besucherzahlenentwicklung


    Man sollte in Ulm also max. für die 3. Liga planen, was aber trotzdem um die 20.000 Plätze bedeuten würde, insbesondere zusammen mit anderen Veranstaltungen wie z.B. der Leichtathletik. Dabei wird eine wesentliche Erweiterung des Donaustadions nicht ohne neuen Bebauungsplan funktionieren, wir sprechen also von fünf bis zehn Jahren Planungszeit, und bis dahin wäre dann auch klar, ob man eher 15.000, 25.000 oder sogar 30.000 Plätze benötigt, wobei für letztere wohl auch die Laufbahn weichen müsste...


    Ich meine aber auch für den Fußball wäre eine neue Arena am besten, da diese an einem passenden Standort vergleichsweise schnell und günstig errichtet werden kann, sobald der SSV mal zwei oder drei Jahre höherklassig spielt. Die Planung kann man bis dahin fertigstellen und die Planungskosten wären mit etwa 1 bis 2 Mio. € bis zum Bauantrag auch nicht der Rede wert, wenn man das mal mit dem vergleicht, was man jetzt im Donaustadion für die 2. Liga verbaut, und vielleicht in einem Jahr schon nicht mehr benötigt. Auch das ist aber nicht viel Geld für eine Saison, wenn man es in Relation z.B. zu den 8 Mio. € Fernsehgeldern sieht

    So wie ich es mitbekommen habe zieht die Telekom bis Oktober aus. Ein Untermieter ist auch die Bahn, die sich wohl ebenfall verkleinern werden. Vermutlich zahlen die zukünftig für die halbe Fläche die doppelte Miete...


    Langfristig plant die Stadt ja schon lange eine städtebauliche Aufwertung zwischen Bahnhof und Theater („Masterplan Citybahnhof Ulm“) und bis zur Umsetzung wird es wahrscheinlich auch noch lange dauern. Entsprechend ist durchaus davon auszugehen, dass Merckle alles abreißen wird, nur eben erst dann, wenn die Stadt Ulm die Grundlagen dafür geschaffen hat. Bis dahin werden die Gebäude eben für neue Mieter aufgehübscht, was die Sache allerdings auch nicht unbedingt beschleunigen wird, da selbst ein Mietvertrag über 10 Jahre zuminderst für Bahn-Verhältnisse eher kurz ist.

    Es gibt wohl einen Plan B, siehe Beschlussvorlage zur Gemeinderatssitzung morgen:

    Zitat

    zu Ziffer 2.12 Flutlichtanlage

    Die bestehende Flutlichtanlage des Donaustadions kann nach einer weiteren Statikprüfung weiter betrieben werden, die Standsicherheit ist gewährleistet. Um den Anforderungen für die 2. Liga (1.200 Lux - bisher waren die bestehenden 800 Lux ausreichend) gerecht zu werden, sind weitere Fluter vorgesehen, welche bis Anfang August installiert werden sollen. Die Kosten für die Flutlichtanlage belaufen sich auf rd. 280 TEuro netto.

    SessionNet | Gemeinderat - 19.06.2024 - 16:00 Uhr - Rathaus, Großer Sitzungssaal,


    Soll heißen statt neuen LED-Scheinwerfern sollen zusätzliche Metalldampflampen aufgehängt werden, was nur etwa ein Zehntel kosten würde. Wie das funktionieren soll ist mir aber ein Rätsel, da wir bei 1.200 Lux statt 800 Lux immer noch von mind. 50 % mehr Leuchten sprechen. Diese können aber wie gesagt nicht alle in der gleichen Entfernung zur Spielfeldmitte aufgehängt werden, daher sind eher 60 oder 70 % mehr Leuchten erforderlich. Außerdem wurde die Anlage doch auch 2023 bemängelt, weil sie NICHT die Anforderungen der 3. Liga erfüllt hat, und seitdem haben für jeden sichtbar zumindest keine grundlegenden Veränderungen am Flutlicht stattgefunden.


    Wenn es klappt wäre es in meinen Augen aber eine gute Lösung, da man bei einer LED-Anlage auch berücksichtigen müsste, dass diese nicht ohne weiteres ausgebaut werden kann, und daher gleich mit 1.600 Lux für die 1. Liga geplant werden muss, somit also eher 4 bis 5 Mio. € kosten würde, plus ggf. nochmal genausoviel für neue Masten.

    In Karlsruhe fahren die Trams ja auf Normalspur...

    Das hatte ich auch im Bezug auf einen Standort für eine Fußballarena auf der anderen Seite der Donau vorgeschlagen. Für eine neue Straßenbahnlinie muss man je nach Umgebung nicht nur etwa 15 bis 30 Mio. € pro Kilometer rechnen, sondern auch mindestens 10 Jahren Bauzeit. Ein Stadion ist wesentlich schneller hingezimmert, wenn keine großen Herausforderungen z.B. bezüglich Umweltschutz bestehen. Dafür gäbe es auch schon eine zweigleisige Strecke von Neu-Ulm über Gerlenhofen bis nach Senden - sogar mit Anbindung von Weißenhorn über ein Nebengleis. Die Lieferzeit für eine Straßen- oder S-Bahn liegt bei 2 - 3 Jahren und in der Zeit könnte man auch kleinere Änderungen umsetzen, ein neuer Bahnsteig oder eine zusätzliche Haltestelle wäre vielleicht in 5 Jahren machbar.


    Ob man die neue Linie jetzt für ein Stadion nutzt oder nicht, ich finde das Konzept einer "Bayerischen Straßenbahn" hätte etwas, da auch der Ulmer Bahnhof oder das Gewerbegebiet Finninger Straße schon angeschlossen ist, und man sowieso irgendwo von der Line 1 oder 2 in eine Linie 3 umsteigen muss. Für Fracht macht das aber erst Recht keinen Sinn, da man bei Normalspur auch einfach Eisenbahnwaggons nutzen kann und es genau dafür schon Gleisanschlüsse gibt. Ein normaler Schiebewand-Waggon packt dabei mit 35 t oder 170 m³ etwas weniger als eine Cargo-Tram und muss auch nicht 20 oder 30 mal am Tag bewegt werden, ist somit also auch für kleinere Firmen interessant.


    Was mehr Sinn machen könnte wäre eine normale Straßenbahn mit Gepäckwagen bzw. klappbaren Sitzen, indem man dann z.B. frühmorgens oder spätabends Pakete zwischen Ulm und Neu-Ulm befördert. Oder Passagierwagen mit Fahrrad-/Frachtabteil, aber auch da macht keine Kurierfirma oder Spedition von heute auf morgen plötzlich 100 Touren über die Donau. Wenn es kein VW-Werk oder etwas in der Größenordnung gibt, muss das wachsen und dann kann man provisorisch immer noch mehr Sitze rausnehmen, neue Waggons anschaffen und irgendwann fährt dann vielleicht auch eine reine Frachtbahn mehrmals am Tag...


    Grundsätzlich finde ich aber die Synergien z.B. zwischen Gewerbegebiet und Fußballstadion spannend, da man für beides Straßen, Stellplätze und Öffentliche Verkehrsmittel braucht, aber höchstselten gleichzeitig. Außerdem ist in beiden Fällen direkt daneben kein reines Wohngebiet möglich. Für einen Standort bei der Ulmer Messe z.B. sollte man entsprechend auch überlegen, wie man die Fahrten der Aussteller dorthin reduzieren könnte, und idealerweise wird der LKW-Umladeplatz dann sonst für P+R genutzt. Und wenn man von der Straßenbahn ausgeht und z.B. eine Linie 4 nach Pfuhl plant, wäre das mit einer Anbindung über die Gleise der Linie 1 und eine vierte Donaubrücke zwar deutlich aufwändiger, aber auch wesentlich besser, um das Messegelände aus dieser Richtung zu erreichen. Das sind aktuell eben 2 km Luftlinie von Ortsmitte Pfuhl, 10 km mit dem Auto oder 40 Minuten zu Fuß. Eine vernünftige Busverbindung ohne zweimal Umsteigen gibt es gar nicht.

    • Wo die Biomasse herkommt, wie sie beschaffen ist, wie oft die FUG angefahren wird... alles keine Ahnung.

    "Biomasse" ist in dem Fall Altholz und davon werden etwa 120.000 t im Jahr oder 13 LKW-Ladungen pro Tag verbrannt (früher waren es übrigens nur vier LKW, die Steinkohle mit höherer Energiedichte transportiert haben...):


    Brennstoffe


    Eine Cargo-Tram würde sich aber so oder so erst ab etwa 100 LKW-Ladungen am Tag lohnen und das Material müsste von verschiedenen Recyclingbetrieben in der Umgebung irgendwo zwischengelagert und umgeladen werden. Außerdem gibt es dann noch das Problem, dass eine Tram zwar 214 Kubikmeter aber nur 60 t transportieren kann. Sinn würde es also nur für leichtes Stückgut machen, das schnell verladen werden kann.

    Zitat

    Wenn alles klappt, kehren die Ulmer Spatzen Anfang August zum Zweitligauftakt zurück ins Donaustadion.

    Das klang vor ein paar Wochen noch anders, siehe z.B. hier:


    SSV Ulm 1846: Donaustadion erfüllt Auflagen für 2. Liga nicht
    Sollte der Aufstieg in die 2. Bundesliga gelingen, könnte der SSV Ulm seine Heimspiele wohl nicht im Donaustadion austragen. Das sind die Alternativen.
    www.schwaebische.de


    Logischerweise gibt es Ausnahmegenehmigungen für Aufsteiger, aber nur z.B. aus der Regionalliga in die 3. Liga, und im Falle der Flutlichtanlage dann z.B. auch mit Einbußen in Höhe von 25 % oder etwa 300.000 € bezüglich Fernsehvermarktung. Man kann mit einer regionalligatauglichen Anlage aber nicht 2. Liga spielen und im Donaustadion wurden letztes Jahr offenbar nur der Status Quo festgestellt, d.h. man hat Defekte beseitigt, eine Grundreinigung durchgeführt und dann vermutlich um die 600 statt der in der 3. Liga geforderten 800 Lux gemessen.


    An dem Grundproblem hat sich seitdem auch nichts geändert, da man sinnvollerweise gleich 1.200 Lux für die 2. Liga geplant hat, zumal das die DFL für neue Anlagen sowieso fordert. Für diese Beleuchtungsstärke braucht man dann aber auch mehr als doppelt so viele Leuchten, da die Helligkeit mit der Entfernung abnimmt, und man nicht alle Leuchten mit der gleichen Entfernung zum Spielfeld aufhängen kann. Bei LED-Scheinwerfer mit mehr Lumen reicht vermutlich etwa die gleiche Anzahl, aber die wiegen dafür deutlich mehr, und nachdem die Maßnahme vor einem Jahr schon nicht ohne weiteres umgesetzt werden konnte, vermutlich zu viel für die alten Masten.


    Ulm hat hier auch das Problem mit der Laufbahn, wodurch die Masten 40 m vom Spielfeldrand entfernt und ähnlich hoch sind.

    In Leipzig z.B. hängen 275 LED-Scheinwerfer direkt am Dach über dem Spielfeldrand, d.h. Ulm bräuchte etwa die gleiche Anzahl für 1.200 Lux oder etwa 400 Stück für 1.600 Lux in der 1. Liga. Auch in Heidenheim z.B. ragen die Masten über das Spielfeld und sind außerdem geschätzt mind. 10 m niedriger, daher reichen dort 120 Leuchten für 1.200 Lux, obwohl die Anlage noch nicht mit LED ausgestattet ist! Umrüstung und damit auch ein Upgrade auf 1.600 Lux sind zwar in Planung, hier besteht aber kein Zeitdruck, da die Anlage erst 2016 für die 2. Liga aufgerüstet wurde.

    Wenn du schon dabei bist... was wäre denn mit einem Standort gegenüber der Sporthalle Nord?

    Es gibt dort einen Höhenunterschied von ein paar Metern und bei ein paar Hektar kommen so schnell hunderttausend Kubikmeter Geländeausgleich oder 5 Mio. € zusammen. Ich meine außerdem man müsste den Berliner Ring vierspurig bis zur B10 ausbauen, da der ansonsten kaum mehr als 1.000 Fahrzeuge pro Stunde in jede Richtung schaffen dürfte. Das wären schätzungsweise etwa 30 Mio.€ für 2 km. Somit würde ein Stadion mit 15.000 Plätzen dort etwa soviel kosten wie ein Stadion für 20.000 Zuschauer direkt an der Autobahn im flachen Gelände.


    Hauptproblem wären aber die Kliniken am Eselsberg:



    Der Lärmpgegel reduziert sich um 5 dB bei etwa doppelter Entfernung, d.h. man müsste voraussichtlich mindestens 600 bis 800 m Abstand zum BKW einhalten, wäre dann aber schon am Ortsrand von Mähringen...

    Ohne die schön detailreiche Diskussion wieder auf eine gröber aufgelöste Ebene heben zu wollen, aber wenn schon mögliche Alternativstandorte diskutiert werden... wie wäre es denn mit diesem hier?

    Neu-Ulm halte ich zwar für ausgeschlossen, wenn würde ich einen Standort aber eher auf der anderen Straßenseite im Wiley sehen, da es dort bereits einen Fußballplatz gibt, und keine Wohnhäuser oder Schrebergärten stören. Neben B10 und B28 wäre vor allem auch der Bahnhof Neu-Ulm fußläufig in 30 Minuten zu erreichen. Im Detail muss man den Standort aber gar nicht näher betrachten, da Lärmschutz und B-Plan ähnlich problematisch wie beim Donaustadion wären. Ein Bauleitverfahren wird es zwar immer brauchen, aber sowas kann nur dann in ein oder zwei Jahren durchflutschen, wenn möglichst gar keine Gebiete mit Schutzanspruch vorhanden sind, und man allenfalls von März bis Oktober Feldhamster zählen muss.


    Verkehrstechnisch ähnlich wäre das irgendwo zwischen Ludwigsfeld und Gerlenhofen in der Nähe der A7: Schnell und günstig ginge das dort nur mit einer Kapazität von 15.000 Plätzen und 5.000 PKW-Stellplätzen. Man könnte sich höchstens vorstellen, dass die Linie 3 parallel zum Ausbau auf 20.000 Plätze geplant wird, und dann keine zusätzlichen Stellplätze vorgesehen werden, sondern im Gegenteil sogar 1.000 oder 2.000 entfallen. Variante 2 wäre eine „Bayerische Straßenbahn“ mit Normalspur 1.435 mm auf den bereits vorhandenen Gleisen bis zum Bahnhof Gerlenhofen. Bei dem kurzen Stück bis Neu-Ulm würden vier Bahnen reichen und die kann man für 20 Mio. € quasi aus dem Katalog bestellen. Das wäre also kaum teurer wie 2.000 Stellplätze mit Außenanlagen und in zehn Jahre könnte man dann immer noch überlegen, ob man die Bahnen verschrottet/verkauft, eine Anbindung mit Meterspur bis zum Bahnhof Neu-Ulm schafft, oder mit Normalspur und ein oder zwei Zwischenhaltestellen bis zum Ulmer Bahnhof fährt.


    Ansonsten würde ich neben den Verkehrsmitteln nach der Topographie schauen, da käme auf Ulmer Seite und einigermaßen zentral m.E. nur noch der Standort Lerchenfeld in Frage:



    Es wären allerdings ein paar Hofgebäude im Weg, wenn man zu Lehr aus Lärmschutzgründen 400 m Abstand hält, ist der Platz auch nicht mehr üppig, zumal bei der Rommel-Kaserne schon irgendeine Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme läuft.

    Für den Standort Messe habe ich mal einen quadratischen Platzhalter mit etwa 150 x 150 m gebastelt:



    Bei klassischer Bauweise ohne Oberrang wäre so Platz für etwa 14.000 Sitzplätze an den Seitenlinien und 7.000 Stehplätze hinter den Toren, wie gesagt gibt es aber jetzt schon enorme Verkehrsprobleme bei Messen. Dabei reist vielleicht nur ein Viertel mit dem PKW morgens zwischen 8:00 und 10:00 Uhr an, das sind dann kaum mehr als 1.000 Besucher oder 500 PKW pro Stunde.


    Von der Südwestecke bis zur nächsten Wohnbebauung wären es auch nur etwa 200 m, und das Gelände ist nicht durch Sportanlagen vorbelastet, somit ist für Neuplanungen der Grenzwert von tagsüber 50,0 dB strikt einzuhalten, und auch für seltene Spiele bis nach 22:00 Uhr wird es keine großen Ausnahmen geben. Das höchste der Gefühle wären hier ein Grenzwert von 45,0 dB wie im Allgemeinen Wohngebiet. Dazu kommt, dass der Nutzen einer Lärmschutzwand zum höhergelegen Safranberg überschaubar wäre, man dort also voraussichtlich 15 bis 20 dB über den Grenzwerten liegen dürfte. Ich bin zwar kein Experte auf dem Gebiet, aber bei der Größenordnung kommt es auch nicht darauf an, wenn ich mich um 5 oder 10 dB verschätzt haben sollte…


    Vorstellbar wäre das allenfalls mit einem Dach, welches dann allerdings auch Fakten schafft, also einen späteren Ausbau kaum noch zulässt. In der Bundesliga ist außerdem Naturrasen Pflicht, man müsste also ein öffenbares Dach für schätzungsweise mind. 40 Mio. € vorsehen, da für einen ausschiebbaren Rasen der Platz fehlt. Bei 20.000 Plätzen wäre man dann auch ohne Infrastruktur schon bei Baukosten von um die 120 Mio. €, und ich denke da ist nicht nur eine psychologische Grenze überschritten.


    Positiver Nebeneffekt wäre, dass man so eine Arena auch bei schlechtem Wetter und bis nach 22:00 Uhr für Konzerte nutzen könnte, allerdings ist der Rasen hinüber, wenn er länger als ein oder zwei Tage abgedeckt ist, oder mit schweren Kränen befahren wird. Bei Taylor Swift z.B. dauert es jeweils drei bis vier Tage die 1.000 t schwere Bühne auf- und wieder abzubauen. Natürlich ist das ein Extremfall, aber bei insgesamt drei oder vier Tagen und 500 t sieht es auch nicht viel besser aus. Große Konzerte wären also nur möglich, wenn der Rasen sowieso erneuert wird, ansonsten wäre man auf kleinere Bands und max. vielleicht 9.000 Zuschauer wie in der Ratiopharm-Arena beschränkt. Die würden allerdings nicht kommen, weil in Neu-Ulm Konzerte in dieser Größenordnung ohne große Umbauten möglich sind, man kann die Tickets dort also 5 € günstiger verkaufen oder 50.000 € mehr verdienen. Es gibt natürlich auch Hightech-Lösungen wie im Santiago Bernabéu, das hat aber auch 1,2 Milliarden Euro oder etwa 15.000 € pro Platz gekostet:


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    Den Verkehr insbesondere der Straßenbahn könnte man zunächst auch organisatorisch mit einer Stadionline lösen. Beim Theater gibt es eine Weiche und ein Wendegleis in der Zeitblomstraße sowie außerdem Steig A vor und Steig B nach der Kreuzung. Somit könnte die Stadionlinie zwischen Steig A und Messe fahren und mit nur fünf Bahnen bei einem Takt von zwei bis drei Minuten 6.000 Leute pro Stunde befördern. Die Line 2 könnte dabei mehr oder weniger normal zwischen Steig B und insbesondere den P+R Parkplätzen Science-Park und Kuhberg verkehren und die eigentliche Linie 1 würde wie bei Baustelle oder Unfall in diesem Bereich nur zwischen Söflingen und Bahnhof hin- und herpendeln. Langfristig könnte man eine Wendemöglichkeit bzw. Stadionhaltestelle z.B. im Bereich Ehinger Tor, Telekom oder SWU schaffen.


    In die andere Richtung könnte die Line 1 zwischen Eugen-Bolz-Straße und Böfingen pendeln, kurzfristig könnt man dort eine Weiche einbauen und so auch mit zwei oder drei Bahnen fahren. Es gibt ja auch in Böfingen jede Menge Parkplätze, u.A. den beim Jugendhaus für Reisebusse, und langristig könnte man das noch ausbauen, damit in Summe dann 10.000 Besucher aus beiden Richtungen zum Stadion bzw. in die Nähe des Stadions kommen können.


    Alternativ könnte man auch die sowieso schon projektierte Schleife beim Donaustadion nutzen:

    www.UlmerEisenbahnen.de > Streckenkunde Straßenbahn


    Das aufwändige Wenden beim Theater und drei weitere Haltestelle würden entfallen, somit könnte man mit nur drei Bahnen im Takt von 90 Sekunden bis zu 8.000 Besucher von dort weiter zur Messe befördern, und alle 5 Minuten noch eine Linie 1 dazwischen quetschen, die die volle Runde fährt. Die Parkplätze beim bisherigen Stadion könnte man dann prima auch für Shuttle-Busse nutzen und die Plätze bei der Messe wären ausschließlich für Gästefans, Medien und Polizei sowie teure VIP-Sitzplätze mit Parkticket.

    Zum alten Standort habe ich mir auch mal Gedanken gemacht. Zunächst gibt es hier keinen Bebauungsplan, d.h. möglich wären nur geringfügige Veränderungen:



    Schwierig ist dabei vor allem das Stadionumfeld mit doppelt oder dreimal sovielen Stellplätzen für Gäste, Polizei, Rettungsdienste und Medien. Dazu braucht es innere Fußwege mit mind. 1,20 m Breite je 600 Personen sowie einen äußeren Erschließungsring mit 6,00 m Breite um das Stadion, so das ein Rettungswagen auch dann durchkommt, wenn gerade VIP-Gäste oder Manschaftsbusse in die andere Richtung abfahren.


    Ein Bauleitverfahren mit der dazugehörigen Planung würde dann nicht nur mindestens drei Jahre dauern, sondern hätte angesichts von 40 m Abstand zwischen dem Wohngebiet in der Mathildenstraße und der Laufbahn sowie auch der Klinik am Zollernring wenig Aussicht auf Erfolg. Anhaltswerte zum Lärm gibt es z.B. in der Sportanlagenlärmschutzverordnung:



    WR Reines Wohngebiet

    WA Allgemeines Wohngebiet

    MU Urbane Gebiete

    MI Mischgebiete


    Selbst bei 300 Zuschauern wäre man demnach schon bei 200 m und alles darüber hinaus benötigt sowieso ein Lärmgutachten, bei dem man eher mit 300 bis 400 m rechnen kann. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man die Tennis- und Trainigsplätze auf der anderen Seite der Stadionstraße einfach ignorieren kann, oder man zwangsläufig das gesamte Gelände betrachten muss. Wenn ja wäre der erforderliche Abstand bei einer größeren Tennisplatzanlage mit etwa 50 m bis zur Friedrichsaustraße auch weit unterschritten.


    Es gäbe vielleicht eine minimale Chance, da in einer gewachsenen Umgebung die Bewohner mehr Lärm hinnehmen müssen, allerdings nur bis zum nächstgeringeren Schutzanspruch, also in dem Fall einem Allgemeinen Wohngebiet, d.h. Tags 55 dB und nachts 40 dB (wobei letzteres nicht relevant ist, da nur selten Spiele bis nach 22:00 Uhr stattfinden). Bei einem Schallpegel von 100 dB wären es bei 50 m Abstand etwa 68 dB, bei 100 m etwa 64 dB und bei 200 m etwa 60 dB, vorausgesetzt zwischen Stadion und Wohnbebauung liegt möglichst viel Rasen und möglichst wenig reflektierender Asphalt. Für die fehlenden 5 dB könnte man weitere Bäume und Hecken pflanzen oder gleich eine Lärmschutzwand errichten.


    Ein neues Stadion müsste also so nah wie möglich an die Donau rücken, auf der anderen Seite ist Offenhausen aber auch nur etwas über 300 m vom Stadion entfernt, und die Wasseroberfläche reflektiert den Schall sicher kaum schlechter als Asphalt. Ich sehe daher nur die Möglichkeit das Stadion zu drehen und nicht viel breiter als etwa 120 m zu bauen, das wären dann jeweils etwa 200 m Abstand in beide Richtungen (Platzhalter ist das entsprechend zugeschnittene Europapark-Stadion):



    So könnte auch das Leichtathletikstadion während der Bauphase genutzt oder sogar erhalten werden. Der Nachteil ist, dass Freibad & Hallenbad weichen müssten, und man diese in ähnlicher Lage heutzutage auch kaum noch genehmigt bekommt. Außerdem können Haupt- und Gegengerade bei 100 m Länge und etwa 20 Meter Breite kaum mehr als 8.000 Sitzplätze haben, plus jeweils vielleicht etwa 500 in jeder Ecke. Nur hinter den Toren wären noch größere Tribünen mit 30 oder auch 40 m Breite möglich, bei 70 m Länge also 8.000 bis 11.000 Stehplätze oder in Summe 18.000 bis 21.000 Plätze. Mit einem Oberrang in gleicher Höhe könnte man zwar bis zu 10.000 zusätzliche Sitzplätze schaffen, durch höhere Preiskategorien mit größeren Abständen würden allerdings auch 2.000 Sitz- oder 4.000 Stehplätze entfallen, bedeutet dann also 2/3 höhere Kosten für im ungünstigsten Fall 6.000 zusätzliche Plätze.


    Der mögliche Ausbau auf 27.000 Plätze wäre damit zwar eine nette Option an diesem Standort, allerdings aufgrund der Kosten auch in 10 oder 20 Jahren kaum zu realisieren, zumal man dann ein neues Bauleitverfahren bräuchte, und das vermutlich nicht einfacher wird. Gleich für so viele Plätze zu planen ist aber auch keine Option - die Chancen dass das einigermaßen schnell und reibungslos genehmigt wird gehen gegen Null.

    Ich würde für ein größeres Stadion auch als erstes nach den öffentlichen Verkehrsmitteln schauen, dann kommen abgesehen von der Stadtmitte drei Standorte in Frage, an denen Bahn (orange) und Straßenbahn (pink) bereits vorhanden sind:



    Bei Thalfingen wäre mein Favorit, da hier auch B19, A7 und A8 der Nähe sind, und man für den Ausbau der Infrastruktur Fördergelder aus Baden-Württemberg und Bayern bekommen könnte. Die Realität von der Innenstadt aus ist aber aktuell so:



    Und die Besucherzahlen dann vielleicht so:



    Natürlich braucht man bei Stau mit dem Auto länger, aber wenn nach dem Spiel alle gleichzeitig nach Hause möchten, sind Bus und Bahn genauso überlastet. Die genaue Verteilung spielt daher auch gar keine große Rolle, nur wenn man ein größeres Stadion ohne zusätzliche Stellplätze baut, werden wie in dem Beispiel eben nochmal 70% mehr Busse und Bahnen benötigt!


    Bedeutet eben Kosten wären dort bei 15.000 Plätzen grob geschätzt etwa 30 Mio. € für die Verlängerung der Straßenbahn im relativ flachen Gelände um 2 km sowie eine neue Arena-Haltestelle, 10 Mio. € für rund 3.000 Stellplätze inklusive Zufahrt und ebenso viel für die Außenanlagen sowie mind. etwa 40 Mio. € für das Stadion selbst, in Summe also 90 Mio. €.


    Bei 20.000 Plätzen bräuchte man etwa 2.000 zusätzliche Stellplätze für 8 Mio. € plus einen gescheiten Gästeparkplatz für 1-2 Mio. € und wieder einen ähnlich hohen Betrag für die Außenanlagen. Dazu wäre das Stadion mind. etwa 15 Mio. € teurer, in Summe also etwa 125 Mio. €.


    Alternativ dazu eine zentrale Haltestelle für Shuttle-Busse sowie zusätzliche P+R-Parkplätze. Das wäre tendenziell eher 5 bis 10 Millionen teurer, P+R würde am Bahnhof Thalfingen z.B. aber ebenso wie eine große Radstation vielleicht auch an Werktagen Sinn machen. Dazu braucht es dann aber auch 20 zusätzliche Busse für 4 Mio. €, zehn zusätzliche Straßenbahnen für 50 Mio. € samt einer Warteschleife für 15 Mio. €. Dann noch der Ausbau der S-Bahnstrecke zumindest mal bis zum Ulmer Hauptbahnhof für etwa 140 Mio. € plus den Ausbau des Bahnhofes Thalfingen mit einem dritten Gleis, Toilettenanlage, Kiosk, Fressständen und was es sonst noch so braucht für vielleicht 40 Mio. €, in Summe also 380 Mio. €...


    Und dann würden immer noch 40% der Besucher mit dem Auto kommen, weil selbst der Hauptbahnhof Ulm nur etwa 20 Züge pro Stunde schafft und es z.B. von Geislingen oder Günzburg aus auch keine direkte Zugverbindung gibt. So ein Projekt kann nur über 10,20 oder 30 Jahre wachsen, wenn auch Maßnahmen wie eine Straßenbahnlinie nach Neu-Ulm oder vielleicht auch eine zusätzliche Donaubrücke mit Anschluss an die B10 umgesetzt werden.

    Ich sehe am Messestandort wie gesagt nicht den Platz für ein größeres Stadion und auch das Thema Lärm inbesondere bei Mehrfachnutzung, da die nächste Wohnbebauung am Safranberg keine 300 m entfernt ist. In Freiburg hat man bei etwa 400 m Abstand jahrelang gestritten und der Kompromiss sieht jetzt immer noch eine Beschränkung auf 5.000 Zuschauer bei Konzerten am Abend vor.


    Zehn Kilometer vor der Stadt ist aber erst Recht nicht davon auszugehen, dass eine nennenswerte Anzahl von Besuchern zu Fuß oder mit dem Rad kommt, insbesondere dann, wenn von der Innenstadt aus 100 Höhenmetern zu überwinden sind. Die Straßenbahn mit 200 Plätzen schafft selbst bei einem Takt von 5 Minuten nur 2.400 Besucher pro Stunde und ein vierteiliger Regionalexpress mit 400 Plätzen fährt auf einer eingleisigen Strecke sogar nur einmal pro Stunde in jede Richtung. Bedeutet bei 15.000 Plätzen und 12.000 Besuchern plus Gästefans käme etwa die Hälfte mit dem PKW und dafür bräuchte man rund 3.000 Stellplätze.


    Bei mehr als 1.000 PKW pro Stunde würde aber auch eine Bundesstraße an ihre Grenzen stoßen, d.h. bei 20.000 Besuchern müsste man dann neben Stellplätzen auch die Zufahrten in beide Richtungen zweispurig für 10 Mio.€ pro Kilometer ausbauen. Alternativ kann man natürlich stärker auf öffentliche Verkehrsmittel setzen, da geht man aber aktuell z.B. bei der Brenzbahn für Elektrifizierung und zweigleisigen Ausbau von etwas über 20 Mio. € pro Kilometer und ebenso vielen Jahren Bauzeit aus.


    Somit kann man unabhängig vom bevorzugten Verkehrsmittel und zu vertretbaren Kosten nur ein Stadion mit max. 15.000 Plätzen errichten. Außerhalb der Stadt verbaut man sich dabei aber nicht die Zukunft und kann später auch auf 30.000 oder 40.000 Plätze erweitern. Der Nachteil ist, dass es nie ganz ohne PKW und Autobahnzubringer gehen wird, dafür ist ein Zeitraum von fünf bis zehn Jahren aber ohne Anwohnerklagen und kompliziertes Gelände eher realistisch.

    Bezüglich Verkehr kann man sich z.B. die Studie aus Heidenheim anschauen:

    Interessanterweise wird z.B. mit 85% und 93% von unterschiedlichen Auslastungen bei Spitzenspielen in damals noch Liga 3 und 2 ausgegangen, so dass zwischen 15.000 und 23.000 Plätzen tatsächlich eine Differenz von 8.500 Besuchern liegt.


    Bei den Fanbussen für hauptsächlich Gästefans sind es sogar 1.400 statt 700 Besucher, so dass man hierfür 28 statt 14 Stellplätze bräuchte. Zum Vergleich dazu nochmal das Jahnstadion mit 27 Stellplätzen für Gästebusse plus 200 für PKW:



    Das bedeutet eben bei 20.000 statt 15.000 Plätzen hat man mindestens doppelt so hohe Ausgaben für Infrastruktur, weil die sowieso schon vorhanden Kapazitäten erst recht nicht mehr nicht ausreichen. Bleiben wir bei den Gästefans als Beispiel, dann hat man in der Regionalliga vielleicht vier Busse, die auch irgendwo am Wegesrand stehen können. In der 3. Liga muss der Parkplatz doppelt so groß und inklusive Fußwegen asphaltiert sein und kostet vielleicht 500.000 €. In der 2. Liga ist man dann bei 2 Mio. € inklusive Toilettenanlage, Zäunen, Toren und breiteren Wegen, in der 1. Liga parken die Busse unter zwei oder drei Parkdecks für PKW, das ganze Bauwerk kostet dann mit Aufzuganlage, Brandschutz, Erdbebenstatik und was da heutzutage noch alles dazugehört, 20 Mio. €.

    Wenn man Regensburg, Ingolstadt oder auch Karlsruhe anschaut, erscheint eine neue Fußball-Arena zumindest mit 20.000 oder mehr Plätzen komplett unrealistisch:


    • Das Jahnstadion hat 53 Mio.€ gekostet und das war 2015. Seitdem sind die Baupreise um 60% gestiegen! Aktuell müsste man also mit etwa 90 Mio.€ rechnen und das für nur 15.000 Plätze. Der Zuschauerschnitt von Regensburg liegt in der 3 Liga aktuell bei 9.406 und die Auslastung somit bei 62%.
    • Der Audi-Park Ingolstadt hat etwa 20 Mio. € gekostet, allerdings wurde die gesamte Infrastruktur von der Stadt bezahlt, und ist daher nicht in den Baukosten enthalten, außerdem war die Eröffnung hier sogar schon 2010. Aktuell müsste man inklusive Infrastruktur wie z.B. Parkplätzen, Zufahrten und Versorgung mit etwa 80 Mio.€ rechnen, bei einer Kapazität von etwa 16.000, Zuschauerschnitt 5.638, Auslastung dort also sogar nur 36%.
    • In Karlsruhe sollte der Baubeginn ursprünglich 2007 sein. Sechzehn Jahre hat es dann gedauert, seitdem ist der KSC dreimal ab- und zweimal aufgestiegen und stand einmal kurz vor der Insolvenz. Im Schnitt kamen in diesem Zeitraum trotz der Covid-Saison 20/21 um die 16.000 Zuschauer und auch in der 3. Liga nie weniger als 12.000, bei 34.000 Plätzen macht aber auch das nur eine Auslastung von 47%. Wohlgemerkt in einer Stadt mit 300.000 Einwohnern und bei der Nr. 20 in der Ewigen Tabelle der Bundesliga, die hatten aufgrund ihrer Größe und Tradition z.B. auch in der Regionalliga 10.000 Zuschauer oder fünfmal mehr als Ulm seit dem Aufstieg 2016.

    Das Hauptproblem ist aber tatsächlich der Standort, da man irgendwo auf einer flachen, grünen Wiese zwar tatsächlich vergleichsweise schnell und günstig eine Arena hinzimmern könnte, aber die Zuschauer auch dort hinkommen müssen. Beispiel Regensburg:



    Das sind 1.800 Stellplätze für PKW und 27 für Busse, das ganze Gelände hat etwa 20 Hektar. Bei mehr Zuschauern würden man nicht nur mehr Parkplätze benötigen, sondern auch eine zusätzliche Buslinie oder am besten gleich eine Straßenbahn. Zum Vergleich hat hier die Linie 2 etwa 30 Mio.€ pro Kilometer gekostet.


    Bei der Messe Ulm z.B. wäre der Straßenbahnanschluss schon vorhanden und dazu noch 4.000 Stellplätze, aber es fehlt umgekehrt der Platz für ein größeres Stadion und Verkehrschaos hatte man zuletzt z.B. schon bei der Technorama mit ebenfalls 20.000 Besuchern, obwohl die verteilt über zwei Tage an- und abgereist sind. Man bräuchte daher vermutlich mindestens zwei oder drei Jahre länger, nur um zu untersuchen, wie man die Verkehrsanbindung verbessern könnte, und welche Ausgleichsmaßnahmen dafür nötig wären.