Beiträge von Finn

    Als kleiner Auszug aus der Berichterstattung der letzten Wochen, bevor Ministerin Karliczek am Mittwoch im Bundestagsausschuss Stellung nimmt:


    Neue Vorwürfe im Streit um Standortvergabe für Batterieforschungsfabrik [Schwäbische]

    Zitat

    Mit Details aus dem Bewerbungsverfahren bekommt der Streit um den Standort der Batterieforschungsfabrik des Bundes neue Nahrung. „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ berichteten am Mittwoch, Nordrhein-Westfalen und sein letztlich erfolgreicher Standort Münster hätten wichtige Informationen aus dem Bundesforschungsministerium vor allen anderen Bewerbern bekommen und damit Vorteile gehabt.


    Batteriekongress: Forscher aus aller Welt pilgern nach Ulm [SWP+]

    Zitat

    370 Experten aus aller Welt beraten im CCU über E-Mobilität. Die politische Standortentscheidung für eine Forschungsfabrik in Münster steht nicht auf der Tagesordnung – ist aber dennoch Thema.


    Batteriefabrik: Eisenmann stellt Karliczek in Frage [StZ]

    Zitat

    Die Spitzenkandidatin der Landes-CDU, Susanne Eisenmann, ist skeptisch, ob die Bundesbildungsministerin noch tragbar ist. Die Wirtschaftsministerin sekundiert.


    Karliczek irritiert über Eisenmann [SWP]

    Zitat

    Susanne Eisenmann kritisierte erneut die Vergabe des Batterieforschungstandortes an Münster. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek reagiert irritiert.


    Ministerin Anja Karliczek muss zu Batteriefabrik aussagen [SWP+]

    Zitat

    Batterieforschung: Ministerin Karliczek muss erneut im Ausschuss Stellung nehmen. Kann sie die Zweifel an der Entscheidung gegen Ulm ausräumen?

    Der Symbolgehalt des Wäldchens dürfte seine Bedeutung für die Umwelt mittlerweile übertreffen. Die Proteste kann ich ja nach wie vor irgendwo verstehen und nachvollziehen, ich halte mich für in Umweltfragen sensibel und sehe die Verantwortung für diese unglückliche Geschichte bei der Stadtverwaltung. Aber Proteste sind halt keine Debatten, sie stellen nur eine Seite dar, und mit nur einer Seite ist keine Abwägung möglich.


    Wenn die Wortführer hier keinen Wohnraum geschaffen sehen wollen, dann sollen sie bitte auch sagen, wo er stattdessen hin soll. Wenn sich gegen die Alternativstandorte nicht auch mal Proteste rühren würden...

    Ulmer Hochhaus wird saniert [SWP+]

    Zitat

    Der Gewerbebereich des Hochhauses wird rundum saniert, inklusive Licht und Bodenbelag.

    Zur Klarstellung: Es geht um den Sockelbau. Ich bin über die Sanierung nicht glücklich, weil die Hauseigentümergemeinschaft dann wird sagen können: Schaut, wir haben doch was gemacht. Aber das grundsätzliche städtebauliche Problem an dieser Stelle wird damit nur übertüncht, Maßnahmen z.B. im Rahmen der Landesgartenschau 2030 können abgeschmettert werden.

    Ja, mit dem Hotel an Bahnhofplatz 7 kommt auch noch einmal ein ganzer Haufen Betten dazu. Ich vermute aber, dass es mittel-/langfristig im Dichterviertel weitergehen wird (Bahnhofsnähe, NBS eröffnet, 25 Minuten zum Fughafen,...).


    Damit ich es nicht unterschlage: Auch das Polizeipräsidium hatte eine echte Einwendung. Es sei zu befürchten, dass es zu Irrfahrten von Hotelgästen durch die Fußgängerzone kommt, die einfach nur "Deutschhausgasse 9" ins Navi eintippen. Das ist schon nachvollziehbar. Ich weiß aber nicht, wie man das Problem ggf. lösen könnte...

    Nachtrag vom Sommer: Ulm hat jetzt auch ein ISEK, ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept. Das ist eigentlich bei kleineren Städten und Gemeinden, die noch nie eine strategische Stadtentwicklung modernen Maßstabs durchgeführt haben, gängiger - und tatsächlich ist das Ulmer ISEK auch gar kein neues Konzept, sondern eine Zusammenfassung von allen möglichen Konzepten, die diese Stadtentwicklungsthematik tangieren und (teils schon längst) umgesetzt werden. Dazu gehören etwa das Wohnungsbaukonzept, das Einzelhandelskonzept, der Masterplan Wissenschaftsstadt...


    Insgesamt ist da nichts drin, was wir nicht schon wissen und kennen - aber als Referenzwerk, das den aktuellen Status Quo abbildet und auf das man sich beziehen kann, statt in zwei Dutzend Einzelkonzepten rumzuwühlen, ist das ISEK trotzdem wertvoll.


    Die PDF kann bei der Bürgerinfo heruntergeladen werden (31 MB!). Ob man es auch irgendwo bestellen kann, weiß ich nicht.

    Kreistag: Wer das Klima retten will, muss Verbote in Kauf nehmen [Schwäbische+]

    Zitat

    Trotz Stotterstart bei der Regio-S-Bahn: Der Alb-Donau-Kreis hat in Sachen Mobilität die richtige Richtung eingeschlagen. Dies sagt ein Gutachten des Wirtschaftsprüfers PWC, welches am Montag Kreisräten im Verwaltungsausschuss vorgestellt worden ist.

    Wer es nicht lesen kann: Der Verkehr wird insgesamt (alle Modi) zunehmen, da die Region wirtschaftlich prosperiert; das Thema Finanzen wurde scharf diskutiert - für SPNV ist das Land zuständig, manche Kreisräte fordern (wie beim Bahnhalt Merklingen mit 13 Mio. € Eigenanteil) mehr finanzielles Engagement vom Landkreis, um die Regio-S-Bahn anzuschieben; der ÖPNV kann um bis zu 44% wachsen und den CO2-Ausstoß des Verkehrssektors im Landkreis damit um ein Drittel senken; neben Pull-Faktoren (attraktives Angebot) muss man auch Push-Faktoren (Verbote, MIV-Rückbau) im Blick haben.


    Der Bericht ist leider nicht online.


    Edit: In der Bürgerinfo der Stadt Ulm ist der komplette Bericht online. Allerdings ohne konkrete Aussagen oder Empfehlungen, die in bauliche Maßnahmen münden. Dafür immerhin mit dem Antrag, dass innerhalb der Hauptabteilung VGV der Stadt eine eigene Abteilung Mobilität gegründet und nach Möglichkeit personell aufgestockt wird.


    Die Kreisräte des Alb-Donau-Kreis haben schon, die Gemeinderäte in Ulm werden nächste Woche noch diskutieren. Ich bin gespannt, ob sie die Vorlage der Kreisräte aufnehmen, ggf. auch in finanzielle Vorleistung zu gehen, um Schieneninfrastruktur zu schaffen - und sei es nur ein, zwei Haltepunkte auf dem Stadtgebiet. Ich bin ja immer noch sehr neugierig, wie und wo man sich den neuen Haltepunkt Ulm-Ost vorstellt, der im Zielkonzept vom Regionalverband angesprochen wurde...

    Schöne Sache, dass diese Lücke gefüllt wird - auf den ersten Blick auch mit viel Qualität. Auch wenn ich beim KARL etwas skeptisch bin, dass das geplante Eckgebäude hier dessen Formsprache etwas aufnimmt, finde ich gut. Nach meinem Empfinden spricht der vorliegende Entwurf diese Formsprache auch etwas besser. Auch hat das Eckgebäude so ziemlich genau dieselbe Höhe wie der niedrigere Teil des Karlsbaus. Das sind simple Dinge, aber ich glaube, sie werden der Platzsituation an der Ecke Karlstraße/Syrlinstraße viel Kohärenz geben.


    Wie immer übrigens vorbildlich, dass die UWS alle Wettbewerbsbeiträge auf ihrer Homepage aufführt. Das ist auch so ein bisschen Geschmacksschulung für jede/n Betrachter/in, der/die im Vergleich vielleicht erst formulieren kann, was ihm/ihr an einem Entwurf gefällt oder nicht. Ich denke, dass hier der richtige Entwurf gewonnen hat. Mir gefällt es, dass die beiden Gebäudeteile miteinander verbunden sind statt eine Lücke zu lassen, ein Flachdach am Ecke passt an dieser Stelle besser als ein Satteldach oder gar ein für ein Viertel aus der Stadterweiterung komplett ahistorischer Spitzgiebel.


    Bei Rapp finde ich den niedrigeren Gebäudeteil gestalterisch interessant, mit seiner Anmutung wie ein umgewidmeter Fabrikbau aus der Industriezeit im oberen Teil - aber der Eindruck im Zusammenhang mit dem Straßenzug und dem großen Bruder ist etwas unrund. Wahrscheinlich spielt das auf die Reste einer solchen Architektur an, die hier und da im Ansatz in der gesamten Neustadt zu finden sind. Bei Hullak und Rannow scheitert es bei mir direkt an der nackten Fassadenfläche, die Autofahrern, Radfahrern und Passanten von Osten her kommend entgegengestreckt wird.


    Ansonsten kann ich mich Wolfe nur anschließen: Schön zu sehen, wie die Karlstraße sich nach der langwierigen, aber guten Sanierung so langsam entwickelt. Dieser Abschnitt hier ist definitiv der Nukleus der Entwicklung, aber Richtung Frauenstraße darf es gerade so weitergehen - da gibt es noch viel Potential...

    Auch abgesehen von der Sympathie für das Vorhaben mag ich die Gestaltung eigentlich, aber ich habe auch ein Faible für die Farbkombination Hellgrau-Gelb bzw. die Materialkombination Beton und Holz, deswegen stelle ich meine Bewertung unter Vorbehalt ;). In jedem Fall eine immense Verbesserung für die Gegend, auch durch die B-Plan-Änderung, die das zwielichtige Gewerbe im Zaum hält.

    Hmm... meiner Erfahrung nach haben viele Kleingärtner aber oft viel Krimskrams dabei, von Gartengeräten hin zu Spanferkeln. So prioritär seh ich das nicht...

    Die Stadtverwaltung hat ein sehr umfassendes Kleingartenkonzept 2035 ausgearbeitet, wie sich der Bürgerinfo entnehmen lässt. Das Konzept besteht aus einer Bestandsaufnahme (Abschnitt A) und einer Entwicklungsperspektive (Abschnitt B).


    Anlass war der Auftrag, Entwicklungsschwerpunkte für die Wohnbauoffensive der Stadt ausfindig zu machen, und entlang der Linien 1 und 2 befindet sich ein erklecklicher Teil der 5.200 Kleingärten in Ulm; wie man im Konzept nachlesen kann, ist Ulm mit dieser Zahl pro Einwohner ziemlich üppig ausgestattet. Ich lese das Konzept aber nicht als Argumentationsleitfaden, wie man die Gärten wegbulldozert - im Gegenteil, da steckt viel Würdigung für die (soziale, ökologische,...) Bedeutung der Gärten für die Stadt und die Stadtgesellschaft drin. Die Zahl der Gärten soll auf dem jetzigen Niveau bleiben, aber anders organisiert werden. In jedem Fall gut, hier nun eine Grundlage zu haben, mit der man arbeiten und mit der man auch Fehlentwicklungen angehen kann.

    Dieses Vorhaben ist Gegenstand der Ausschusssitzung in der kommenden Woche, der Bürgerinfo kann man die entsprechende Vorlage samt Anlagen entnehmen.


    Die Entwicklungsvarianten stammen vom Büro Stemshorn. Der Beschluss soll unter dem Vorbehalt eines Schulneubaus stehen, in Abstimmung mit der Stifter-Schule - das wird also zum Anlass genommen, die Schulsituation auf dem Eselsberg insgesamt zu prüfen. Kann nicht schaden. Die Geschossbauten, die der Haltestelle am nächsten sind, sollen auch Dienstleistungsflächen (also Geschäfte, Gastro, Praxen, etc.) beinhalten. Die Höhenentwicklung ist aus klimatologischen Gründen moderat, es soll wohl bei nur 4 Vollgeschossen bleiben.


    Bei einigen Teilbereichen ist man von privaten Garteneigentümern abhängig, diese Abschnitte sollen ggf. später entwickelt werden; daraus ergibt sich dann auch der Unterschied zwischen der "großen" und der "kleinen" Variante. Zunächst kann also auch nur die kleine Variante verfolgt werden - und zwar ab 2024. Mit der kleinen Variante werden 200 WE realisiert (davon 160 auf dem Multscher-Areal), in der Maximalvariante sollen es irgendwann 600 WE sein.

    Bei der Fachausschuss-Sitzung kommende Woche wird ein Verwaltungsvorlage zum weiteren Vorgehen vorgelegt - hier in der Bürgerinfo zum Nachlesen. Der Ablaufplan sieht wie folgt aus:


    (Quelle: Stadt Ulm)


    Hintergrund ist, dass die aktuellen Entwicklungsgebiete (Am Weinberg etc.) bis 2027 voll entwickelt sein werden und ein Gebiet wie die Kohlplatte mit ihren ca. 40 ha eine entsprechende Vorlaufzeit braucht.


    Einen Schwerpunkt in der Vorlage bildet das Thema der städtebaulichen Dichte. Im Vergleich zum Referenzgebiet Neuer Eselsberg (2/3 verdichtete EFH, 1/3 Geschosswohnungsbau) mit seinen ca. 3.700 Einwohnern soll eine größere Dichte angestrebt werden, als Beispiel werden etwa Freiburg-Dietenbach (3/4 Geschosswohnungsbau) genannt. Bei einem Ziel von ca. 5.000 Einwohnern stellen sich natürlich auch Fragen der Infrastruktur wie etwa nach (weiterführenden) Schulen.