Beiträge von Finn

    Ex-Möbel-Mahler in Neu-Ulm hat einen neuen Eigentümer [NUZ+]

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    Nun ist die Familie Mahler endgültig raus aus der "Welt des Wohnens" im Neu-Ulmer Starkfeld. "Die Gesellschaft ist aufgelöst. Die Firma ist ohne Liquidation erloschen" heißt es im Auszug des Handelsregister. Neuer Eigentümer ist Klemens Hallmann, mit seiner Hallmann Holding einer der nach eigenen Angaben führenden Immobilieneigentümer und Immobilienentwickler Österreichs. Und Dauergast auf dem roten Teppich.


    Denn Hallmann, Jahrgang 1976, ist mit der zehn Jahre jüngeren Siegerin der zweiten Germany's next Topmodel-Staffel, Barbara Meier, verheiratet. "Nach ihrer spek­takulären Hochzeit in Venedig im Juni 2019 wird ihre Liebe bald von einem Kind gekrönt", titelte das Boulevardblatt Gala vergangenen Sommer. Das Kind ist da, und das TV-Magazin Brisant zählte seitdem 15 Titelseiten hochrangiger Hochglanzmagazine, von denen das Paar lächelte.

    Irgendwas zwischen kurios und skurril... irgendwas wird sich in der Ecke sicher wieder tun. Der Standort kommt einfach nicht zur Ruhe.

    Neue Entwicklung:


    Durchbruch bei Regio-S-Bahn? Verkehrsminister kommt mit Angebot [Schwäbische+]

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    Lösen sich „Verärgerung“ und „Vertrauensverlust“ rund um den Zankapfel Regio-S-Bahn in den kommenden Tagen in Wohlgefallen auf? Möglich. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) kündigt in der „Schwäbischen Zeitung“ Gespräche über schnellere Züge zwischen Biberach und Ulm an; von einem RE-Halbstundentakt und Verdichtern zur Hauptverkehrszeit ist die Rede. Umsonst dürfte die Region das Angebot jedoch nicht bekommen.

    Zwei Probleme: Zum einen müsste die Region finanziell für die Mehrleistungen aufkommen. Das halte ich noch für vertretbar, schließlich funktioniert Nahverkehr sowieso (teilweise) über diese Logik. Zum anderen aber kann eine sofortige Verbesserung des Angebots negative Konsequenzen für die Nutzen-Kosten-Analyse haben, mit der das Gesamtprojekt mit einem Volumen von 700 Mio. Euro vom Bund bezuschusst werden soll - wenn der Nutzen relativ geringer ist, fällt diese wichtige Kennziffer entsprechend auch geringer aus:

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    Crux des bundesweit standardisierten Vorgehens: Je schlechter der Zustand einer Infrastruktur, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass durch beantragtes Fördergeld der errechnete Nutzen am Ende groß sein wird. Prescht der Verein jetzt also vor und investiert (oder auch das Land), dann könnte dies am Ende das Ende der S-Bahn bedeuten. „Wir müssen da aufpassen“, mahnte Hermann.
    [...]

    Aber: Hermann versucht, diesen schlimmsten aller Fälle zu verhindern. Doch hierfür ist er angewiesen auf den Bund. Dieser müsste zusichern, dass der aktuelle „Nullfall“ eingefroren und trotzdem kurzfristige Verbesserungen umgesetzt werden können. Ohne dass dies das Vorhaben konterkariert. Und: Es scheint möglich, dass Hermann hier Erfolg haben könnte. Kommende Woche spricht sein Amtschef in dieser Sache zusammen mit Vertretern der Region beim zuständigen Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums vor.

    Ich würde da nix riskieren.

    Ich habe das eigentlich eher als aufmunterndes Signal gelesen:

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    Zweifler wie Ulms Baubürgermeister Tim von Winning. Zunächst, räumt er ein, habe er die Idee für nicht besonders erfolgversprechend gehalten, um der Bürgerschaft ein zusätzliches Angebot im Nahverkehr zu machen. Nun sehe er das nicht mehr so kritisch, unter anderem sei der Betrieb einer Seilbahn im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln eher günstig. Alle Optionen würden geprüft. Aber: „Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.“

    Die Prüfung wird sicher mit der notwendigen Sorgfalt durchgeführt worden sein, aber der Nutzen dürfte sich auf ein eher engen "use case" beschränken - sicher nicht auf die Vollausbau-Option, die Neu-Ulm als Nebelkerze hochgejagt hat.

    Es ist klar, dass die Meldung zwei Wochen vor der Landtagswahl breitgetreten wird... aber ehrlich gesagt scheint da im Kern durchaus was dran zu sein:


    Sanierung Donaustadion erneut geplatzt – das bedeutet die Absage für die Leichtathletik und den Schulsport [SWP+]

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    Nach der erneuten Absage für den Ausbau des Donaustadions ärgern sich die Verantwortlichen des SSV Ulm 1846 über leere Versprechungen seitens der Politik.

    Daraus:

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    Als Wolfgang Beck am Dienstag die Nachricht von der erneut verschobenen Donaustadion-Sanierung las, traute er seinen Augen nicht. „Ehrlich gesagt, fühle ich mich für dumm verkauft“, sagte der Leichtathletik-Abteilungsleiter des SSV Ulm 1846 angesichts der Tatsache, dass der Ausbau der größten Sportstätte in der Donaustadt im gerade beschlossenen Solidarpakt Sport IV des Landes Baden-Württemberg keine Erwähnung findet. „Ich kann mich noch gut erinnern, wie uns Ministerin Susanne Eisenmann versprochen hat, dass das Donaustadion jetzt endlich dran ist. Wir haben uns darauf verlassen“, macht Beck aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.

    [...]

    Auch mit der Aussage, über diesen Posten werde bei den Haushaltsberatungen für 2022 diskutiert, kann SSV-Präsident Willy Götz wenig anfangen: „Ich glaube wir müssen uns von dem Thema langsam verabschieden, dass wir in Zukunft noch einmal internationale oder national hochkarätige Leichtathletik-Wettkämpfe veranstalten“, sagte Götz. Allerdings habe auch er aus dem wiederholten Hoffen und Bangen gelernt: „Es zeigt uns Sportlern, die manchmal vielleicht zu schnell zu begeistern sind, dass die Politik doch kein ganz so verlässlicher Partner ist.“

    Autsch.


    Immerhin: Wer den Beschluss jetzt kritisiert, hat ja ggf. nächste Legislatur die Chance, es anders zu machen. Da wird man daran erinnern dürfen :).

    Das Arbeitsprogramm des Fachbereichs Stadtentwicklung, Bau und Umwelt ist bei der Bürgerinfo online. Einige subjektiv ausgewählte Highlights in chronologischer Reihenfolge der Ausschusssitzung:


    23.03."Neuer Campus HfK+": Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    23.03."Nördl. Dichterviertel Kleiststraße Teil IV": Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    24.03.Adenauerbrücke: Beschluss
    22.04.Neubau Fußballarena: Standortuntersuchung
    04.05."Nördl. Dichterviertel Kleiststraße Teil V": Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    04.05.Kohlplatte: Zwischenbericht
    04.05.LGS 2030: Verkehrsuntersuchungen
    04.05.Beschluss zum ZOB-Neubau
    04.05.Stockmahd: Bericht über die Projektentwicklung
    04.05."Mühlengasse-Heigeleshof-Wengengasse": Bericht über Mehrfachbeauftragung und Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    04.05.Museum: Planungsauftrag für Umbaumaßnahmen
    04.05Schweinmarkt 6-8: Bericht über Mehrfachbeauftragung und Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    22.06.Citybahnhof: Sachstandsbericht
    22.06.LGS 2030: Beschluss Rahmenplanentwurf
    22.06.Fortschreibung des Verkehrsmodells und Modal-Split-Erhebung (Stadt Ulm, Stadt Neu-Ulm)
    13.07.Zwischenbericht Wohnungsdebatte inkl. Ergebnisse Bevölkerungsvorausrechnung
    13.07.Quartiersentwicklung Am Hermannsgarten: städtebaulicher Rahmenplan
    13.07.Stockmahd: Bebauungsplan
    13.07.Neubau SWP-Hauptsitz: Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    13.07.Brückenzustandsbericht und Masterplan Brücken
    Q4 2021
    Abschließende Projektdokumentation Sedelhöfe
    Q4 2021
    Kohlplatte: Vertiefungsstudie
    Q4 2021
    Multscherschulgelände / Mähringer Weg: Überarbeitung Rahmenplan
    Q4 2021
    Erweiterungsgebäude Theater Ulm: Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    Q4 2021
    Parkhaus Schillerstraße: Vorhabenbezogener Bebauungsplan
    09.11.Museum: Bericht über Wettbewerbsverfahren zum Umbau
    14.12.LGS 2030: Beschluss Rahmenplan


    Im Programm steckt noch mehr, und die "kleineren" Maßnahmen sind oft auch spannend - aber das dürften die Vorhaben sein, die am meisten für Aufsehen sorgen werden. Neu sind mir die Vorhaben Dichterviertel Teil V, "Mühlengasse-Heigeleshof-Wengengasse", Schweinmarkt 6-8 und Am Hermannsgarten. Auf die neuen Infos zum SWP-Neubau und zur Stockmahd freue ich mich, ebenso auf die Beschlüsse zur LGS 2030 - das wird den Rahmen abstecken, in dem wir weiterdenken dürfen :).

    Puquio : Mein einziger Einwand wäre, dass das politische Argument ("Man kann bereits den Wiblingern einen Anschluss versprechen und damit Investitionen indirekt in deren Infrastruktur, wenn man im ersten Schritt die Route nur bis nach Ludwigsfeld zieht und ggf. die Wendeschleife schon Richtung Iller setzt") auf kommunaler Ebene nicht so sehr verfängt wie auf der Ebene der Länder und aufwärts. Da ist man als Verwaltung und als Gemeinderat den Leuten ja doch um einiges näher. Ansonsten habe ich zu deinen anderen Ausführungen null zu erwidern, alles sachlich sehr überzeugend.


    @Bögl: Spannend! Habe im letzten Jahr davon gelesen, aber nicht gedacht, dass man da schon so nah an der Marktreife ist. Bögl siedelt das Konzept ja ein paar Stufen unterhalb der Hochleistungstechnologie an, als die der Transrapid immer lief... frage mich, wo hier der "sweet spot" liegt, wo ein Einsatz unter Aufbau einer vollen Infrastruktur am sinnvollsten ist. Wahrscheinlich tatsächlich bei mittellangen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen wie, naja, der Anbindung von Flughäfen an Innenstädte ^^.


    Für die Ulmer Region... im ÖPNV sehe ich da spontan wenig Potential. Da sollten wir eher froh sein, wenn die Regio-S-Bahn endlich aufs Gleis gesetzt wird. Im Güterverkehr habe ich mir zuletzt die Frage gestellt, wie man das Donautal besser mit dem Umschlagbahnhof Ulm-Nord verbinden kann. Die Idee dahinter war, den Lkw-Kurzstreckenverkehr aus der Stadt rauszuhalten. Das Bögl-System ist ja auch für Güterverkehr geeignet, zumal man bei Gütern noch ganz anders beschleunigen und verzögern kann. Blöderweise liegen da 120 Höhenmeter, zwei Berge und allerlei Infrastruktur dazwischen...

    Sorry erstmal, dass ich aktuell nur ganz sporadisch ins Forum schauen kann und dann wieder Diskussionen reanimiere, die schon ausgelaufen sind...


    Moin allerseits,


    mal weg von der Trassenführung über die Adenauerbrücke oder Herdbrücke etc.

    Spricht grundsätzlich etwas dagegen die Trasse parallel zur Eisenbahnbrücke über die Donau zu führen ?

    Ich mag die Idee. Wenn ich an diesen Konrad-Adenauer-Ideen herumbastle, werde ich eigentlich nie mit einer Option so richtig glücklich, und ich verbaue mit den Blick für andere Alternativen. Eine Führung entlang der Eisenbahnbrücke wäre superschnell, und man könnte damit sowohl die Neu-Ulmer Innenstadt als auch Wiblingen anbinden. Eine gewisse Streckengunst sehe ich auch, wenige betroffene Anrainer (bei manchen ist's nicht so schlimm ^^).


    Wenn dann auch noch eine Strecke über die Herdbrücke und/oder die Gänstorbrücke geführt würde, hätte man eine tolle Redundanz für Systemstörungen oder Streckensperrungen. Aki hatte, glaube ich, im Neu-Ulmer ISEK-Portal einen S-Bahn-Halt Höhe Schützenstraße vorgeschlagen - ließe sich prima mit einer Straßenbahnhaltestelle kombinieren.


    Damit bleibt für mich kein stichhaltiger Vorteil für diese Neutrassierung über die Adenauerbrücke. Aber vielleicht habe ich auch etwas übersehen.

    Ich favorisiere eine Streckenführung über die Adenauer-Brücke aus zwei Gründen: Es wäre die schnellste Verbindung, vor allem aber könnte man sich an die Planungen zum Neubau dranhängen. Die Diskussionen (auch hier im Forum) zeigen ja wunderbar: Es gibt einfach keine tolle Lösung. Wiblingen liegt blöd: ziemlich weit entfernt, wenig lohnenswerte Unterwegshalte, und die Donau muss man auch überwinden. Keine der Optionen ist sonderlich befriedigend.


    Ich finde die Erkenntnis, dass es keine A- und vielleicht auch keine B-Lösung geben, aber auch irgendwo ein bisschen befreiend. Stellt sich die Frage: Was ist die beste C-Lösung? Gibt es eine Möglichkeit, mit bestimmten Maßnahmen, die gar nicht mal mit der Straßenbahn zu tun haben müssen, aus einer C-Lösung eine akzeptable B-Lösung zu machen? Ich denke mir dann zum Beispiel: Wenn ich keine tollen Unterwegshalte habe, dann schaffe ich halt welche. In der Logik steht ja zum Beispiel das Vorhaben, den grauen Eselsberg entlang der Straßenbahntrasse deutlich aufzusiedeln.


    Ich glaube, der Gedanken ist zu deinen Überlegungen bezüglich der Nutzer und des Fahrgastpotentials kompatibel. Stellt man das Nutzen-Kosten-Verhältnis im Jetzt-Zustand in den Vordergrund, müsste man Wiblingen (20.000 EW) über Ludwigsfeld (10.000 EW), das Wiley (Hochschule, ratiopharm-Arena, Schulzentrum) und die Neu-Ulmer Innenstadt anbinden, um zumindest die Kosten so stark wie möglich zu senken. Der Nutzen wäre dann aber ggf. nicht mehr in dem Maße gegeben, für das man sich so ein Projekt antut.


    Der Stadt Ulm würde ich eine gewisse Kreativität zutrauen, den Straßenbahnausbau ganzheitlich als städtebauliches Projekt zu sehen und neue Potentiale entlang einer Trasse anzusiedeln. Bei der Trassenführung über die Adenauer-Brücke zum Beispiel könnte man so vielleicht doch auf zwei Unterwegshalte kommen, die das Nutzen-Kosten-Verhältnis über 1,0 hieven - etwa mit einer deutlich Weiterentwicklung der Siedlung an der Illerbrücke. Nur: Das ist alles Neu-Ulmer Gemarkung, und die Stadt Neu-Ulm hat null Grund, hier etwas zu tun.

    Da ich den +Artikel nicht komplett lesen kann: Kommt die alte Bauruine weg oder wird die in den Neubau integriert?

    Das steht zwar nicht explizit drin, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ruine nicht voll abgetragen wird. Der neue Entwurf setzt ja auch noch einmal ordentlich mehr Stockwerke als geplant drauf.


    Wolfe: Habt recht ^^. An genau die drei Projekte musste ich spontan auch denken. Ich finde den Entwurf wie Hafenbad aber (trotzdem) ziemlich gut. Alleine, dass die Eckfenster von den anderen Fensterreihen abgesetzt sind, macht schon viel aus. Auf jeden Fall deutlich besser als der duckmäuserische Altentwurf.


    Man sieht allerdings auch auf den ersten Blick, dass die Sparkasse Ulm jeden vermarktbaren Quadratmeter rausquetschen muss, um sich ohne große Verluste aus der Affäre ziehen zu können. Wäre ein Staffelgeschoss möglich gewesen, hätten sie es sicher noch versucht... sieben Vollgeschosse ist aber auch schon eine Ansage. So ein kleines Punkthaus passt prima in die Ecksituation und an den Petrusplatz. Wieder ein kleines Mosaiksteinchen auf dem Weg Neu-Ulms zu einem großstädtischeren Auftreten.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stadt eine komplett neue Straßenbahnlinie für das GVFG voranmeldet ohne darüber im voraus die betroffene Bevölkerung öffentlich zu informieren.

    Rechtlich sehr kreativ, den Verfahrensschritt von ganz hinten nach ganz vorne zu holen ;).


    Ich denke, dass du recht haben wirst - es könnte wohl um eine Auffrischung für Altstrecke gehen. Fände ich ganz gut, ist sicherlich notwendig. Dafür bräuchte man auch nicht das ganz große Verfahren. Stellt sich höchstens die Frage, wie man einen solchen Eingriff ggf. mit den anderen Baustellen der nächsten vertaktet.


    Zwei Gedanken, die mir aber auch noch kamen: Vielleicht könnte es auch um die Herstellung der Wendeschleife am Ehinger Tor gehen, die ja damals im Zuge der Bauarbeiten der Linie 2 weggespart werden musste. In dieser Logik könnte ich mir auch einen Bezug zu den Plänen am Theodor-Heuss-Platz vorstellen.

    Hat übrigens schon Sinn, dass das Thema in diesem Thread - Mobilität und Infrastruktur - gestartet worden ist. Die verlinkten Artikel/Beiträge machen zwar mit der Straßenbahn auf, aber die Untersuchungen der Städte sind nicht auf dieses Verkehrsmittel beschränkt, sondern breit angelegt. Also alles richtig gemacht :).


    Für den Fall einer einseitigen Führung einer Straßenbahn über die Konrad-Adenauer-Brücke kann ich mir die folgende Lösung vorstellen:



    Vorbedingung wäre dann natürlich, dass man die Kreuzung Bismarckring/Zinglerstraße so umbaut, dass man die Furttenbachstraße vom MIV freimachen kann. Sprich: Verkehr vom Kuhberg und aus der Weststadt nach Neu-Ulm müsste ohne Schwenk über die Furttenbachstraße abgewickelt werden können. Das steht ja im Kontext der LGS grundsätzlich zur Debatte, muss aber natürlich gut und gründlich untersucht werden.


    In dem Kontext fände ich es übrigens ganz charmant, wenn man die Zinglerstraße/Illerstraße zwischen der Kreuzung und dem Ortsausgang Richtung Erbach von vier auf zwei oder zumindest drei Streifen zurückbauen könnte - natürlich mit Aufstellspuren for den beampelten Kreuzungen. Aber nur, wenn es vom Verkehrsaufkommen her darstellbar ist.

    Na, du wohnst doch gar nicht direkt an der Steige ;). Ich kann mir schon vorstellen, dass es da bei der Umstellung knirscht - aber das würde ich noch im Rahmen der erwarteten Umsetzungsschwierigkeiten sehen.

    Meiner Meinung nach sollte eine Tramlinie vom HBF über Neue Mitte - Ludwigstr. - Vorfeld - Wiley nach Ludwigsfeld ins Programm gehören.

    Wünschenswert auch eine Verbindung nach Offenhausen - Pfuhl mit Option nach Burlafingen.

    Denkbar wäre auch eine Strecke nach Wiblingen über Ehinger Tor - Adenauerbrücke - Illerbrücke. Diese könnte man mit einer der Strecken nach Pfuhl oder Ludwigsfeld verknüpfen.

    Oder eben mit anderen Ästen tauschen.

    Dazu natürlich auch der Bau der Verlängerungen nach Science Park III und Kohlplatte.

    Vor dem Hintergrund der neuen Informationen - eine globale Untersuchung, die ggf. mehrere Ansätze zu einem Großprojekt zusammenbindet - würde ich jetzt erstmal von der folgenden Minimallösung ausgehen, die es schon mindestens sein sollte und für die ich die höchsten Chancen zur Realisierung sehe:

    • Verlängerung Linie 1 zur Kohlplatte
    • Verlängerung Linie 2 zum Science Park III oder noch weiter zum interkommunalen Wohngebiet Oberer Scheibenberg
    • Neubau Linie 3 von Ulm Hbf nach Ludwigsfeld

    Mit dieser Minimallösung wäre ich schon ganz glücklich. Alle weiteren Optionen hängen stark davon ab, was bei den Untersuchungen rauskommt - und vor allem, wie willens die Stadt Neu-Ulm ist. Bei einer denkbaren Maximallösung (Linien nach Wiblingen, Pfuhl/Burlafingen, ggf. Jungingen, ggf. weißer Eselsberg...) dürften wir schnell in Dimensionen kommen, die näher bei einer Milliarde Euro als bei einer halben liegen - selbst bei erklecklichen Bundes- und Landeszuschüssen verbliebe da ein ordentlicher kommunaler Anteil, von der Verantwortung und den Risiken der Projektsteuerung ganz zu schweigen.


    Mögliche Linienführungen darüber hinaus haben wir ja immer mal wieder im Thread "Weitere Straßenbahnlinien in Ulm" diskutiert. Ich komme da im Kopf immer wieder auf den alten Vorschlag von Aquarium , den ich hier noch einmal zitiere:

    Bei dem Stichwort muss ich kurz einwerfen, dass ich die letzten Tage über einen Vorschlag unseres schwer vermissten Altmitglieds Aquarium nachdenken musste. Er hatte bezüglich einer schlüssigen Linienführung den (wie ich finde) überzeugendsten Ausbauvorschlag gemacht. Kurz zusammengefasst: Neben einer Linie nach Ludwigsfeld schlug er noch eine Linie nach Pfuhl (Schulzentrum) und ein anderes Arrangement der Ulmer Linien vor. Im Endeffekt und um aktuelle Ulmer Ausbaupläne ergänzt würde das so aussehen:

    • Linie 1: (Kohlplatte -) Söflingen - Böfingen via Ulm Hbf
    • Linie 2*: (Science Park III bzw. Blaustein - ) Science Park II - Ludwigsfeld via Ulm Hbf
    • Linie 3*: Kuhberg - Pfuhl via Ehinger Tor

    Linie 1 bliebe im Wesentlichen gleich. Linie 2* würde die Hochschulstandorte in Ulm und Neu-Ulm sowie deren wirtschaftliches Umfeld miteinander verbinden. Linie 3* würde nicht über Ulm Hbf geführt, sondern vom Ehinger Tor zur Steinernen Brücke und umgekehrt. Kein Abschnitt wäre mit mehr als zwei Straßenbahnlinien belegt, insbesondere Ulm Hbf würde nicht potentiell überlastet, aber alle Linien haben gute gemeinsame Umsteigepunkte, z.B.:

    • Linie 1 <> Linie 2*: Ulm Hbf, Theater
    • Linie 1 <> Linie 3*: Ehinger Tor
    • Linie 2* <> Linie 3*: Steinerne Brücke, Rathaus Ulm, Rathaus Neu-Ulm

    Zugeben, das reizt mich auch, weil ich Symmetrien und Gleichmäßigkeiten schon um ihrer selbst willen mag. Aber der Vorschlag hat mir schon damals auf Anhieb eingeleuchtet, und heute gefällt er mir immer noch. Klingt doch auch nach einem schönen Aufhänger für den Wahlkampf ;).


    Ulmer hatte das ganz richtig noch um eine Betrachtung der Taktung ergänzt:

    Ich finde das von Finn bzw. Aquarium aufgestellte Konzept auch sehr schlüssig, es stellt sich mir hier jedoch die Frage was mit dem Takt zum Kuhberg passiert. Ich könnte mir vorstellen, dass die Anwohner nicht begeistert sind wenn man die 2 dort ganztags nur noch im 10-Minuten-Takt fährt bzw. nur einzelne Verstärkerfahrten bis zum Theater verkehren.


    Eine Option wäre dann eine zusätzliche Linie und alle vier im 10-Minuten Takt:


    • Linie 1: (Kohlplatte -) Söflingen - Böfingen via Ulm Hbf
    • Linie 2A: Science Park III - Ludwigsfeld via Ulm Hbf
    • Linie 2B: Blaustein - Kuhberg via Ulm Hbf
    • Linie 3: Kuhberg - Pfuhl via Ehinger Tor

    Ich bin immer noch im Zweifel, ob es überhaupt machbar ist, an dieser Stelle eine Straßenbahn lang zu führen.

    Du meinst die Konrad-Adenauer-Brücke? Das dürfte in der Tat nicht trivial sein, aber machbar grundsätzlich schon.


    Ich sehe da zwei denkbare Alternativen:


    1. Gebündelte Führung der zwei Gleise an der Südseite der Brücke.

    Vorteile: Kompakte Infrastruktur, "saubere" Linienführung.

    Nachteile: Verzicht auf den Fuß- und Radweg sowie auf eine der vier Spuren für den MIV in Richtung Neu-Ulm.


    2. Gesplitte Führung der zwei Gleise (analog zur Linienführung des Busses), je ein Gleis ganz am Rand der Richtungsfahrbahnen.

    Vorteile: Beibehalt des Fuß- und Radwegs auf der Südseite.

    Nachteile: Aufwändigere und ggf. teurere Infrastruktur, schwierige Anbindung des Gleises Richtung Ulm an das Ehinger Tor und Verzicht auf je eine der vier Spuren in beiden Richtungen.


    Vielleicht gibt es auch mehr, aber ich sehe erstmal nur diese. Mir wäre dann die erste Option lieber.

    Nahverkehr in Ulm und Neu-Ulm: Wie viele Tram-Linien lohnen sich? [NUZ+]

    Zitat

    290 Millionen Euro hat die Ulmer Straßenbahnlinie 2 gekostet, zwei weitere Linien sind denkbar. Doch lohnen sich die? Ein Gutachten soll erste Antworten geben.


    Städte Ulm und Neu-Ulm denken über Erweiterung des Nahverkehrs nach [RegioTV]

    Zitat

    Über 40 Millionen – so viele Fahrgäste haben die Stadtwerke Ulm allein im Jahr 2019 von A nach B gebracht. Für die Städte Ulm und Neu-Ulm habe der Nahverkehr einen großen Stellenwert. Sie sind sich deshalb sicher: der Nahverkehr muss in Zukunft ausgebaut werden. Wie genau das aussehen soll, ist ihnen dagegen noch nicht ganz klar. Der Grund: Die beiden Städte wollen erst einmal herausfinden, welche Tram-Linien und Busse auch wirklich von den Menschen aus der Region genutzt werden und wie oft sie mit dem Auto fahren. Wir haben mit den beiden Städten gesprochen und rausgefunden, was da eigentlich so zur Debatte steht.


    Also:

    • Die Stadt Neu-Ulm plant gemeinsam mit dem Landkreis eine "Erhebung des Verkehrsmittelwahlverhaltens" - also eine Untersuchung, wer sich wie wohin durch die Stadt bewegt und welche Verkehrsmittel die Leute in Betracht ziehen würden.
    • In Ulm läuft eine solche Untersuchung schon und wird vor der Sommerpause 2021 dem Gemeinderat vorgelegt.
    • Die Ulmer Untersuchung nimmt auch in den Blick, dass mehrere Ausbauoptionen zu einem gemeinsamen Bündel zusammengebunden werden:

    Zitat
    Auch deswegen nimmt das Ulmer Gutachten viele verschiedene Möglichkeiten in den Blick: "Dabei wird auch untersucht: Erhöht es die Chancen, wenn man nicht an eine Verlängerung einer einzelnen Linie denkt?", sagt Tim von Winning. [...] Sprich: Wenn gleich mehrere Linien gebaut werden, entstehen manche Kosten womöglich nur einmal. Das Verhältnis von Kosten und Nutzen könnte sich dadurch verbessern.

    Spannende Entwicklung. Die Ulmer Untersuchung kommt früher als die Neu-Ulmer und gibt damit (hoffe ich) den Takt für Neu-Ulm vor. Neben den beiden Straßenbahn-Verlängerungsoptionen Kohlplatte und Science Park III dürfte für Ulm eine neue Linie nach Wiblingen die erste Priorität haben, die ohne Neu-Ulm nicht gehen würde - ob über Ludwigsfeld oder das Donaubad. Auch kann bei der Untersuchung durchaus herauskommen, dass für Ulm eine bessere Verbindung zur Neu-Ulmer Innenstadt und zum Wiley hohes Gewicht hat. Dazu kommt dann die Gunst der Stunde, wenn man dank Landesgartenschau und Neubau der Konrad-Adenauer-Brücke mittelfristig sehr gut einen Hebel an die neuralgischen Knotenpunkte ansetzen kann.

    Irgendwann werden die Flächen schon alle belegt, nur... wer wird sich eine solche Investition gerade jetzt leisten können und wollen? Ich erwarte einen hohen Anteil des üblichen Filialbesatzes, allenfalls die ein oder andere Umsiedlung innerhalb der Innenstadt.

    Ja, wir waren bei dem Thema leider nicht so konsequent, auch wenn das hier schon grundsätzlich der richtige Thread ist.


    Wenn der Abschnitt mal durch ist, dürfte für die nächsten Jahrzehnten erstmal Ruhe im Karton sein. Wenn man mal zehn, zwanzig Jahre zurückdenkt, ist im Ulmer Norden in Sachen Infrastruktur schon richtig viel geschehen - komplett neuer Güterbahnhof, der nun auch wieder ausgebaut wird, dazu Ausbau der BAB 8 von vier auf sechs Streifen und eine neue Doppelausfahrt für das wachsende Gewerbegebiet mit Ertüchtigung des umliegenden Straßennetzes.

    Danke für die Fotos!


    ist ja völlig an mir vorbeigegangen, dass der Bach an dieser Stelle tatsächlich für ein paar Meter entdohlt wurde. Schön zu sehen. Wenn das Becken noch etwas zuwildert, ist das ein netter, kleiner Zugang zu den städtischen Grünflächen - mal schauen, wie die Natur das annimmt.