Beiträge von Finn

    Nach ein wenig in mich gehen... bin ich immer noch nicht weiter.


    Ich denke, man sollte das Raumprogramm an die erste Stelle setzen. Was brauchen die SWU an verschiedenen Räumen und Flächen (Büro, aber auch Werkstätten, Stellplätze,...), um jetzt, in 5 Jahren, in 10 und 25 Jahren ihre Aufgaben zu bewältigen? Welche dieser Flächen sind sinnvollerweise am jetzigen Standort am besten aufgehoben, welche können ausgelagert werden?


    Wenn man weiß, was man braucht, dann hat man schon mal einen guten Teil der Entscheidungsgrundlage. Ein anderer Teil wird die Frage sein, mit welchen Kosten man bei einer (General-) Sanierung zu rechnen hat. Der Erbe eines der beiden damaligen Architekten und der heutige Rechteinhaber hat sich ja schon klar positioniert. Dass das Gebäude nicht als Kulturdenkmal eingestuft worden ist, stützt nicht eben das Argument, dass das Gebäude allein aus Gründen der Stadtbildpflege erhalten werden müsse.


    Angesichts der schwierigen Lage des Grundstücks, seiner erheblichen Immissionsbelastung und der sehr disparaten Nutzungsmischung sehe ich im Bestandsgebäude eigentlich schon eine gute Lösung. Zu den Bahngleisen hin sind die weniger lärmempfindlichen technischen Anlagen und Stellflächen untergebracht, zu den Straßen hin die Büroarbeitsplätze, und doch wirkt der Komplex weitestgehend wie aus einem Guss. Pluspunkte gibt es dafür, dass die Wandflächen trotz der Größe des Komplexes immer wieder unterbrochen und gegliedert werden. Ganz entfernt sehe ich eine Verwandtschaft zum in Luftlinie gelegenen Theater mit seiner oktogonalen Struktur.


    Die Architektursprache mag aus der Zeit gefallen sein, aber Charakter und auch Qualitäten hat das Gebäude schon, finde ich. Wenn man mit einer guten Sanierung auch optisch noch etwas herauskitzeln kann, könnte ich damit leben. Sollte sich herausstellen, dass man einen ganz anderen Nutzungszuschnitt braucht oder die Sanierung wirtschaftlich nicht zu vertreten ist, könnte ich mit einem Neubau genauso gut leben. Dann erwarte ich aber auch etwas richtig Gutes. Die SWU sind ein selbstbewusstes Unternehmen, das Gebäude muss mit seiner einmaligen Lage am Stadteingang zu allen Seiten als Visitenkarte herhalten.

    Gänstorbrücke: Das völlig marode Denkmal [NUZ]

    Zitat

    Die Verbindung zwischen Ulm und Neu-Ulm hält noch maximal fünf Jahre. Vielleicht aber auch kürzer. Deswegen wurde jetzt ein Notfallplan beschlossen. Ein Abriss kommt, auch wenn die Brücke bis zur Hälfte unter Denkmalschutz steht.

    Deutlich informativerer Artikel in der NUZ. Gut zu hören, dass es offensichtlich einen Notfallplan für eine kurzfristig errichtbare Behelfsbrücke gibt.

    Zum Abriss vorgesehenes Bauwerk steht zur Hälfte unter Denkmalschutz [SWP]

    Zitat

    Es klingt kurios: Die zum Abriss vorgesehen Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm steht unter Denkmalschutz - zumindest zur Hälfte.

    Und das, obwohl im September der bundesweite Tag des offenen Denkmals in Ulm eröffnet wird... :/


    Aber Spaß beiseite, das wird an Abriss und Neubau materiell nichts ändern, bedeutet aber lästigen Zusatzaufwand für die eh schon überlastete Bauverwaltung. Hätte man sich sicherlich gerne gespart.

    Ich bin ja absolut nicht vom Fach, aber immer davon ausgegangen, dass Batterieforschung (im weiteren Sinne) keine "lineare" Forschung ist, also mit einem definierten Endpunkt und einem bestimmten Weg dorthin. Ist es nicht auch so, dass die heute so gängige Lithium-Ionen-Technik schon weitestgehend ausgeforscht ist? Ich gehe mal davon aus, dass es noch eine Fülle an alternativen Ansätzen mit den unterschiedlichsten Forschungsständen gibt.


    Industrie- und wirtschaftspolitisch kann auch der Gedanke dahinterstecken, sich nicht zu sehr von Technologien abhängig zu machen, die aus dem außereuropäischen Ausland stammen.


    Damit würde ich das Thema aber auch langsam begraben wollen, denn es scheint nicht so, als ob die Entscheidung des Bundesforschungsministeriums revidiert werden kann. Wenn das Land in die Bresche springt, können wir es ja wieder aufleben lassen...


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    Trostpflaster statt Forschungsfabrik [NUZ]

    Zitat

    Bundesforschungsministerin Anja Karliczek muss sich bei Besuch in der Wissenschaftsstadt Kritik anhören. Zuschlag für Münster lähme wichtigen Zukunftsbereich.

    Dass die Diskussion um die nächste Nutzung erstmal aufgeschoben wird, okay - das LEW-Gebäude ist städtebaulich wichtiger.


    Mit seiner unmittelbaren Nachbarschaft zur südöstlich gelegenen Glacis-Galerie wird das Thema (natürliche) Beleuchtung groß geschrieben werden müssen. Für Wohnzwecke ist die Lage nicht geeignet, aber auch für Büroarbeitsplätze gibt es Vorschriften, die erstmal eingehalten werden müssen. Auf der anderen Seite: Das ist auch eine Chance für kluge Beleuchtungskonzepte, zum Beispiel mit Oberlichtern und Lichthöfen.

    Falls das meinerseits missverständlich war: Ich fände eine Überführung für Fußgänger und Radfahrer sehr sinnvoll. Der motorisierte Individualverkehr hat es zu den beiden genannten Brücke nicht weit.


    Aber auch für Fußgänger und Radfahrer müsste man die Situation mit den notwendigen Anhebungen an den Brückenenden irgendwie lösen. Auf der Seite Am Bleicher Hag hat man noch ein bisschen Luft zu den Gleisen, auf der Seite Blaubeurer Straße würde die Rampe schon arg steil werden. Vielleicht macht es am meisten Sinn, die Rampe abzubauen und durch eine Spindel mit innliegender Treppenanlage zu ersetzen? Bei den dann fälligen Arbeiten an der Beringerstraße (hinter dem Fachmarktzentrum) sollte man aber schon mitdenken, dass die Schillerstraße irgendwann an den Gleisen entlang über die Beringerstraße bis zum MOCO-Areal verlängert werden soll.

    Nach meinen Erfahrungen lässt sich eine... inkonsequente Haltung auf kommunalpolitischer Ebene selten am Parteibuch festmachen. Das zieht sich in aller Regel schön durch; genauso aber, wie sich oft genug Vernunft und Augenmaß über die Parteigrenzen hinweg erstrecken kann. Kommunalpolitik ist da schon eigen.


    Diese ganzen Leubeweg-Angelegenheit bleibt so oder so hoffentlich noch länger als mahnendes Beispiel im Gedächtnis, wie man es als Verwaltung und als Gemeinderat nicht machen darf. Vor allem, da man damit ein eigentlich sehr sinnvolles Vorhaben (Schaffung von Wohnraum im gut erschlossenen Innenbereich) delegitimiert. Jetzt nicht mehr lange winden, Ausgleichsfläche für den Wald finden und gut ist.

    Wenn ich mich richtig erinnere, muss eine neue Brücke erheblich höher gebaut werden, um die geltenden Vorschriften bezüglich der Abstände zu Oberleitungen der Bahn einzuhalten. Das würde sich an beiden Enden der Brücke, also bei der (ohnehin schon steilen) Auffahrt von der Blaubeurer Straße und am Bleicher Hag in entsprechenden Umbaumaßnahmen auswirken. Ich kann mir vorstellen, dass das als KO-Kriterium ins Feld geführt wird.


    Gleichzeitig glaube ich aber auch, dass hier irgendeine Form von Überführung sinnvoll wäre. Wird noch eine schwierige Diskussion werden.