Aber ja ihr Framing von einer "bunten Mischung" aus EFH, DHH, RH und MFH hört sich für Leute außerhalb der kommunalpolitisch-interessierten Bubble gut an und impliziert dass die CDU sich für das Wohlwollen aller Menschen einsetzt. Aber natürlich ist das einfach flächenfressende Klientelpolitik für ein gut betuchtes Klientel.
Ich sehe demokratietheorisch eigentlich gar kein Problem mit der Forderung. Man kann ja unterschiedlicher Auffassung sein, was eine wünschenswerte Entwicklung für die Stadt ist, und dass die CDU ein Kernanliegen ihrer avisierten Kernwählerschaft vertritt, ist auch recht. In diesem Fall wundert es mich nur etwas, dass die Forderung überhaupt nicht begründet ist, beziehungsweise sogar im Original eigentümlich verklausuliert:
Zitat
2. Keine generelle Priorisierung von Gebäudetypen wie auf Seite 8 GD 098/26 gefordert
Die Stadt tritt ein für ein breites Angebot bei der Neuschaffung an Wohnraum in Form von Geschosswohnungen, Reihen- und Kettenhäuser sowie Einfamilien- und Doppelhäusern.
Da muss man halt erst nachschlagen, was auf Seite 8 der Gemeinderatsdrucksache (gemeint ist die Anlage 1) steht:
Zitat
[...] Im Hinblick auf knapper werdende Flächenverfügbarkeiten und zunehmende Nutzungskonkurrenzen strebt die Verwaltung an, künftig bei der Entwicklung von Baugebieten einen besonderen Schwerpunkt auf flächensparende Bauweisen zu legen. Aus diesem Grund soll der Anteil von Kettenhäusern, Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau gegenüber freistehenden Einzel- und Doppelhäusern erhöht werden. Diese Wohnformen wurden in den letzten Vergaberunden zunehmend von Bewerber*innen um Baugrundstücke angefragt. Die spezifische städtebauliche Situation im direkten Umfeld soll dabei Berücksichtigung finden. Dies gilt insbesondere für die Ortschaften. Im Rahmen der anstehenden Klausurtagung mit dem Gemeinderat soll dies nochmals diskutiert werden.
Dies hat zur Folge, dass die im Rahmen der Ulmer Vergabe angebotenen Einfamilien- und Doppelhausbauplätze abnehmen werden. Nach Einschätzung der Verwaltung wird die Nachfrage nach dieser Wohnform weiter abnehmen, wie es sich schon in den letzten Vergabeverfahren bei allerdings immer noch hoher Nachfrage gezeigt hat. Grund hierfür sind die von den Banken inzwischen geforderten höheren Eigenkapitalquoten, höhere
Zins- und Tilgungsbelastung sowie hohe und weiterhin steigende Rohstoffpreise. Eine Alternative zum Neubau stellt die Möglichkeit eines Erwerbs von entsprechenden Häusern dar, die nach Auszug der ursprünglichen Bewohner*innen in einen Wiederverkauf gehen. Aufgrund des demografischen Wandels wird dies gegenüber früheren Jahren tendenziell eher zunehmen.
Ulm ist mit einem Anteil von ca.70 % an Wohngebäuden mit einer oder zwei Wohneinheiten der Stadtkreis in Baden-Württemberg mit dem höchsten Anteil an dieser Wohnform. Dahinter folgen die bereits zuvor verglichenen Stadtkreise Heilbronn (68,2%), Karlsruhe (61,5%), Heidelberg (58,2%) und Freiburg (55,3%) (Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg - statistik-bw.de - Statistische Berichte (F I 1-j/10-24); Stand 31.12.2024).
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Also: Tendentiell mehr Flächen für Kettenhäuser, Reihenhäuser und Geschosswohnungsgebäude, weniger Flächen für Einzel- und Doppelhäuser, allerdings unter Berücksichtigung der Begebenheiten vor Ort, insbesondere in den (dörflich geprägten) Ortschaften. Begründet mit knapper werdenden Flächen, zunehmenden Nutzungskonkurrenzen und vor allem der jeweiligen Nachfrage aus zurückliegenden Vergaberunden. Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass Ulm der Stadtkreis mit dem höchsten Anteil an Wohngebäuden mit ein oder zwei Einheiten in Baden-Württemberg ist, die regelmäßig auf den Markt kommen.
Ich nehme daraus mit: Es werden weiterhin Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser ausgewiesen, aber (der Nachfrage folgend) etwas weniger und vornehmlich in den ohnehin dergestalt geprägten Ortschaften. Das Neubau-EFH in Söflingen dürfte halt schwierig zu begründen sein. Wenn die CDU dies anders sieht, wird sie bei der Gemeinderatsklausur wohl die Gelegenheit haben, eigene sachliche Argumente und Begründungen entgegenzusetzen und für sie zu werben
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Die konsequente Durchsetzung von Bauverpflichtungen und Fristen sowie Überwachung vertraglich vereinbarte Bauverpflichtungen sind tatsächlich 2 gute Punkte in ihren Positionspapier.
Die beiden Punkte finde ich ebenfalls sehr gut! Ich sehe keine guten Gründe, weswegen man akzeptieren sollte, dass baureife und vergebene Grundstücke irregulär über Jahre unbebaut bleiben sollten. Entweder, die Finanzierung steht, oder sie steht nicht. Auf Sand kann man keine Häuser bauen. Auch die Forderungen nach dem Einsatz weiterer Instrumente zur Verringerung von Leerstandsquoten und die Verschlankung der Vergabekriterien finde ich gut; wenn es stimmt, dass in Neu-Ulm oft nur 10-15 Kriterien angelegt werden, in Ulm aber bis zu 50, dann ist da sehr viel Entbürokratisierungspotential.