Beiträge von Finn

    Der SWP-Artikel ist ein bisschen arg knapp und gibt die Beschlusslage auch nicht ganz richtig wieder, deswegen butter ich kurz noch einmal nach.


    Nach dem ernüchternden Zwischenbericht zum Masterplan Citybahnhof und wohl im Nachgang zum DB-Bevollmächtigten für das Land haben die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte am Donnerstag letzter Woche einstimmig die Verwaltungsvorlage zum weiteren Vorgehen in Sachen Citybahnhof beschlossen. Die sehr knappe Beschlussvorlage kann man hier nachlesen.


    Grundsätzlich stimmt schon, was im Artikel steht: Die Verwaltung soll "eine gemeinsame Finanzierung durch bestehende und anvisierte Fördermöglichkeiten mit Land, Bund und der Deutschen Bahn" suchen und ausverhandeln, um die Gleisunterführung von der Bahnhofspassage bis zur Schillerstraße durchzubinden, und dabei auch Möglichkeiten für einen Neubau der Bahnhofshalle ausloten.


    Aber das heißt keineswegs, dass da etwas in der Mache ist. Im Gegenteil diente der Beschluss erstmal nur dazu, sich eine Strategie mit verschiedenen Angriffspunkten zurechtzulegen, um das Projekt doch noch umzusetzen.


    Der wichtigste Angriffspunkt ist der Kapazitätsengpass. Es wird ein stark steigendes Passagieraufkommen durch Attraktivitätssteigerungen und neue Angebote erwartet (NBS, Regio-S-Bahn), was die bestehende Infrastruktur nicht mehr abwickeln kann und sogar eine Frage der Sicherheit sein könnte:

    Zitat
    Infolge des Anstiegs der Fahrgastzahlen wird sich die Personendichte auf den ohnehin schmalen Bahnsteigen erhöhen, wodurch ein sicherheitsrelevanter Aspekt betroffen sein könnte. Zu hinterfragen ist auch, ob die Unterführung und die Zugänge zur Unterführung ausreichend sind, um die erforderliche Leistungsfähigkeit sicherzustellen.

    Und:

    Zitat
    Bislang sieht die DB keine Notwendigkeit einer Anpassung der Ulmer Bahnhofsinfrastruktur an das absehbar wachsende Fahrgastaufkommen. Eine plausible Untersuchung für einen künftigen Bedarf unter realistischen Annahmen ist der Stadt bisher nicht bekannt. Die Verwaltung wird in den kommenden Wochen u.a. im Rahmen von Expertengesprächen versuchen, sich selbst einer realistischen und fundierten Einschätzung anzunähern und - im Falle von Hinweisen auf eine absehbar mangelhafte Leistungsfähigkeit - diese mit der Bahn neu diskutieren. Erhebliche funktionelle Engpässe müssten, so die Erwartung, ggfs. auch innerhalb des DB-Konzerns zu einer Neubewertung des Ulmer Projektes führen.

    Man erhofft sich auch Schützenhilfe durch die Regio-S-Bahn. Sollte sich herausstellen, dass für die Umsetzung des Konzepts zwingend ein fünfter Bahnsteig notwendig ist, hätte man hier einen weiteren "Nussknacker": Auch dieser Bahnsteig müsste ja unterirdisch angebunden werden, und wenn man die Passage dann schon mal anpackt und quasi fast bis zur Schillerstraße bohrt...


    Der zweite Angriffspunkt ist die Barrierefreiheit. Man will stärker argumentieren, dass der Steg nur eine stark unzureichende Alternative ist und "die Zugänglichkeit zu den Gleisen für Gehbehinderte über den Haupteingang [...] 'in der allgemein üblichen Weise' nicht gegeben" sei.


    Mit dem Land steht man schon im Gespräch, um eine Förderung über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu sichern. Nächstes Ziel wäre es, eine kumulierte (also zusätzliche) Förderung vom Bund über das Bundesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz einzuwerben. Damit und mit den zugespitzten Argumenten - Kapazität und Barrierefreiheit - will man die Bahn wieder an den Verhandlungstisch bringen.

    Ich habe eben noch einmal einen Blick in die Stellplatzsatzung für das Dichterviertel geworfen, nachdem ich den Kommentar gestern ehrlich gesagt ohne diesen Blick abgesetzt hatte. Dort heißt es:

    Zitat

    1. Für durch Landeswohnraumförderungsprogramme geförderte Wohnungen, unabhängig von deren Größe, auf 0,8 Stellplätze je Wohneinheit,

    2. für Wohnungen mit einer Wohnfläche unter 35 m² auf 0,6 Stellplätze je Wohneinheit,

    3. für Wohnungen mit einer Wohnfläche von 35 m2 bis unter 45 m² auf 0,8 Stellplätze je Wohneinheit,

    4. für Wohnungen mit einer Wohnfläche über 110 m² auf 1,2 Stellplätze je Wohneinheit.

    Man müsste sich wohl die Mühe machen, die Wohnungsgrundrisse auf die Wohnfläche hin zu untersuchen - aber überschlägig käme man bei diesem Schlüssel und 108 WE wohl schon in die Nähe der 71 Stellplätze, die in einer TG-Etage unterkommen können. Wenn für die Nichtwohnnutzungen keine Stellplätze abgelöst werden sollen, muss man wohl die zweite Etage anknacken.


    Um es positiv zu wenden: Wenn hier mehr Stellplätze geschaffen werden als realistisch gebraucht, könnten diese natürlich auch etwas Parkdruck von der direkten Nachbarschaft nehmen.

    Vielleicht muss man sich auch einfach vergegenwärtigen, dass die Regio-S-Bahn so, wie sie wohl kommen wird, eine taktverstärkte Regionalbahn mit neuem Wagenmaterial darstellen wird - das wird dann zwangsläufig zur Folge haben, dass das bisherige RB-Angebot ersetzt bzw. dort, wo es über das Netz der RSB hinausgeht, stark verdünnt wird.

    Ich bin mir ehrlich gesagt gar nicht mehr so sicher... vor dem Posten habe ich noch einen Blick in das Zielkonzept geworfen, aber das hat ja zugegeben schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.


    Zudem ja übrigens - ganz vergessen - in der Zwischenzeit die Ausschreibungsunterlagen für die Nutzen-Kosten-Analyse der Regio-S-Bahn im Internet aufgepoppt sind. Leider nicht mehr verfügbar, gespeichert habe ich sie aber natürlich... jedenfalls sehen die Unterlagen von sich aus gar keine spezifischen Linienführungen vor. Dagegen heißt es zum Beispiel an einer Stelle:

    Zitat

    Pos. 1.6 Ansätze für zur Verbesserung der Bewertung
    Es ist zu erwarten, dass der Auftragnehmer im Zuge des Bearbeitungsprozesses ein vertieftes Verständnis über die Nachfragepotenziale im Planungsraum und den infrastrukturellen und betrieblichen Aufwand zu ihrer Hebung erlangt. Es wird daher erwartet, dass der Auftragnehmer auf einer argumentativ-qualitativen Ebene erläutert, wie das Bewertungsergebnis voraussichtlich (weiter) verbessert werden könnte. Diese Hinweise und Vorschläge sollen den Auftraggeber und die SPNV-Aufgabenträger in die Lage versetzen, zielgerichtete Veränderungen am Konzept der Regio-S-Bahn vorzunehmen, um das Bewertungsergebnis zu verbessern und die Wirkungen zu steigern.

    Das Vorhaben wird kommenden Dienstag dem Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung, Bau und Umwelt zum Beschluss vorgelegt - bei der Bürgerinfo finden sich nun allerlei Pläne, Visualisierungen und Beschreibungen.


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: be Baumschlager Eberle Lustenau GmbH, >BIM Immobilien GmbH & Co. KG, Competence Park ZWEI GmbH & Co. KG)


    Geplant ist demnach eine Bebauung mit drei Baukörpern auf einer gemeinsamen, zweigeschossigen Tiefgarage. Überwiegend fünf Vollgeschosse und ein Sattelgeschoss, zur B 10/28 hin sechs Vollgeschosse mit einem Sattelgeschoss. 108 WE, im EG Ladengeschäfte (Supermarkt, Drogerie).


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: be Baumschlager Eberle Lustenau GmbH, >BIM Immobilien GmbH & Co. KG, Competence Park ZWEI GmbH & Co. KG)


    Der westliche und der mittlere Baukörper sitzen zudem auf einem gemeinsamen EG, in dem die genannten Märkte unterkommen. Zwischen diesen und dem schmalen östlichen Baukörper ist ein öffentlicher Platz vorgesehen, der die vorgesehene Fußgänger- und Radfahrerverbindung zwischen dem nördlichen und dem mittleren Dichterviertel mit einer Brücke herstellen sollen. Dazu noch Sitzstufen an der Blau. Die Blau soll zudem an dieser Stelle noch etwas verschmälert werden (bis zu 1,5 Meter). Ob die eingezeichneten Bäume sich mit der Durchwegungsfunktion des Platzes und dem TG-Unterbau vertragen?


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: be Baumschlager Eberle Lustenau GmbH, >BIM Immobilien GmbH & Co. KG, Competence Park ZWEI GmbH & Co. KG)


    Meines Erachtens ein insgesamt guter Entwurf, wenn auch mit einigen Fragezeichen versehen. Der schmale östliche Baukörper etwa, auf dessen BGF man der Rentierlichkeit wegen wohl nicht verzichten wollte, wirkt etwas arg verloren. Er steht auch nicht am Rand des Baufensters und hat zudem auf der Ostseite Fenster, sodass keine Grenz-/Anschlussbebauung vom Nachbargrundstück aus zu erwarten ist. Die zweigeschossige TG direkt am Wasser sieht 142 Stellplätze für 108 WE (plus Ladennutzung) vor; ob es nicht auf eine getan hätte? Dann müsste man sich auch nicht argumentativ rauswinden, wieso man sich der städtischen Richtlinie für die Herstellung preisgünstigen Wohnraums nicht verpflichtet fühlt.

    Du warst ja fleißig, sehr gut ^^. Beim Durchlesen der ISEK-Seite war ich allgemein auch sehr angenehm überrascht, wie positiv-konstruktiv der Ton ist. Klar werden manche Sachen auch kontrovers diskutiert, aber insgesamt scheint die Vorstellung, die Stadt weiterzuentwickeln und zu verbessern, viele ja doch zu beflügeln. Muss sich dann aber auch spürbar in irgendwelchen Veränderungen äußern, sonst verpufft das alles irgendwann wieder.


    Kleiner Tipp: Über den Knopf "Bearbeiten" (das Stift-Symbol) kann man bereits getätigte Posts sehr leicht überarbeiten, um zum Beispiel Tippfehler auszubessern. Ich mache davon bei meinen eigenen Posts regen Gebrauch...


    Ein Biomasseheizkraftwerk würde für mich Sinn ergeben, wenn es entweder ein Nahwärmenetz für das Starkfeld speisen oder besser noch in ein städteübergreifendes Fernwärmenetz integriert würde. Wobei Biomasse nicht gleich Biomasse ist, ähnlich wie beim Biosprit kann es auch da zu ethischen Missverhältnissen kommen.

    Wenn ich so darüber nachdenke... eigentlich kann man es auch viel leichter machen. Momentan ist Folgendes (grob) geplant:

    • S1: (Geislingen-)Ulm-Günzburg
    • S4: Günzburg-Krumbach-Mindelheim-Memmingen (a.k.a. Mittelschwabenbahn)

    Das ließe sich doch ohne Weiteres mit den vorgeschlagenen S9/S10 kombinieren:

    • S1: (Geislingen-)Ulm-Günzburg-Jettingen/Scheppach
    • S4: Dillingen-Günzburg-Krumbach-Mindelheim-Memmingen

    Voraussetzung wäre aber, dass der Landkreis Günzburg sich noch mehr engagiert und der Landkreis Dillingen in den Verein einsteigt.

    Ich sehe da schon eine gewisse Gefahr, dass die Nahverkehrsangebote sich gegenseitig kannibalisieren, wenn zu viel angeboten wird - Ulm-Günzburg hätte dann mit Abstand den dichtesten Takt im Netz, und ich weiß nicht, ob das bei den Passagierströmen angemessen wäre. Auf den ersten Blick würde ich die vorgeschlagene S9/S10, sofern Interesse daran besteht, flügeln: gemeinsame Fahrt bis Günzburg, dann abkoppeln und einen Zugteil nach Dillingen, den anderen nach Jettingen-Scheppach fahren lassen. Umgekehrt dann wieder in Günzburg koppeln und Richtung Ulm fahren lassen.


    Beim Haltepunkt Schützenstraße schreibst du ja von der Donau, der Donauklinik und dem Edwin-Scharff-Haus, aber ich glaube nicht, dass die genügend Grundauslastung generieren würden, damit ein solcher Halt sich lohnt. Ich bin auch insgesamt kein Fan davon, "zu viele" Haltestellen zu haben. Man muss abwägen, wie viel Fahrtzeitverlängerung einem eine etwas günstigere Erschließung wert ist - zumal, wenn nicht jeder sofort sieht, dass der Haltepunkt Sinn macht, sondern man erst eine Begründung konstruieren muss.


    Die Idee mit der Fahrrad-Infrastrukturausstattung finde ich aber prima! Fahrradparkhäuser/-türme sind teuer und wahrscheinlich nur stellenweise zu rechtfertigen, aber mit ein paar Abstellbügeln kriegt man Leute, die vielfach mit neuen/teuren E-Bikes und leicht entwendbaren Akkus unterwegs sind, nicht unbedingt angelockt.

    Als etwa an dieser Stelle Platz gebraucht wurde für den Anbau am DRK und das provisorische Containerdorf, hat mein ehemaliger Chef dort eine Skulptur entdeckt. Bauarbeiter hatten das Teil bereits an einer Schlinge mit dem Bagger aus dem Wald gezogen. Wir mussten das Ding dann sichern, die wollten es schon in den Schrottcontainer werfen. Auch in Zusammenarbeit mit dem Bauamt konnten wir nicht feststellen von welchem Künstler die Skulptur stammt oder wie sie da in den Wald gekommen ist. Heute steht das Teil hinter der Uni-Verwaltung neben dem Teich. Und damit das Kind einen Namen hat, nannten wir es: "Der Geist vom Eselsberg" Ich mach morgen mal Bilder davon :)

    Abgesehen vom ärgerlichen Umstand, dass teuer bezahlte Kunstwerke einfach so im Wald vergessen werden... geile Geschichte ^^. Lob an den Chef.

    Finde ich sehr bedauerlich mit dem Parkdeck...

    Dazu passt prima der folgende Auszug aus dem von Aki verlinkten Artikel:

    Zitat

    Wichtig war Mändle, dass beim Neubau verstärkt Rücksicht auf den Klima- und Umweltschutz gelegt wurde. Damit die Kunden bequem einkaufen können, wurden 75 Parkplätze direkt vor dem Ein- beziehungsweise Ausgang angelegt. Eine Tiefgarage wurde nicht errichtet, ebenso war das Thema Wohnungen über dem Markt schnell erledigt. Dafür hatten sich Neu-Ulmer Stadträte vergeblich ausgesprochen.

    Bei einem so diversen Bestand an Bahnhofsgebäuden aller Größen, Formen und Epochen fällt es mir ein bisschen schwer, mir ein Corporate Design der DB an dieser Stelle vor Augen zu rufen. Es fällt eben doch allerlei darunter.


    Eher noch als der Erhaltungszustand fällt mir bis auf die richtig großen Gebäude in den Metropolen auf, wie viele Bahnhöfe regelrecht aus der Zeit gefallen sind, gerade bei den Gebäuden der "kleinen" Großstadtklasse - Ulm, Heilbronn, Pforzheim, Würzburg, auch Augsburg oder (knapp darunter) Tübingen. Ohne Neubauten kann man da flicken, wie man will, sie werden immer inadäquat klein und funktional unterausgebildet bleiben.

    Also, da war ich ganz klar zu voreilig ^^.


    Beim Verkehrsministerium kann man die Ergebnisse der Potentialstudie nachlesen. Amstetten-Gerstetten kommt da in die vierte von vier Kategorien, "Gelegenheitsverkehr und touristischer Verkehr prüfen".


    Dabei muss man aber festhalten, dass es sich nur um eine Potentialstudie handelt und nicht um eine Nutzen-Kosten-Analyse. Eine der interessantesten Erkenntnisse war für mich, dass viele der Strecken mit sehr hohem Nachfragepotential (fast alle in der erweiterten Region Stuttgart) zugleich einen schlechten Infrastrukturstatus aufweisen: Die Strecken sind teilweise zurückgebaut oder müssten mit hohem Aufwand wieder hergerichtet werden. Viele der Strecken mit schwächerem Potential hingegen sind in Betrieb, ob eben für touristische Angebote oder im SGV, und könnten entsprechend mit deutlich geringerem Aufwand für SPNV ertüchtigt werden.


    Das war dann letzten Endes auch die Kernbotschaft der Veranstaltung: Mit der Potentialanalyse hat das Land einen ersten Aufschlag für eine Nutzen-Kosten-Analyse vorgelegt, und mit den Förderungen von Bund und Land kann der Staat bis zu satten 96 Prozent der Baukosten übernehmen, dazu noch einen Großteil der Kosten von Machbarkeitsstudien und je nach Zahl der Nutzer bis zu den vollen Betriebskosten.


    Persönlich sehr interessant fand ich, dass alle Strecken entlang der Verbindung Kirchheim/Teck-Weilheim/Teck-Bad Boll-Göppingen-Gmünd in die Top-Kategorie kamen. Sollten alle Strecken so kommen, würde das die Vernetzung in der Region östlich von Stuttgart, in der alles auf Stuttgart ausgerichtet ist, unheimlich stärken.

    Heute ist der Bürgerentscheid in Blaustein, direkt nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl wohl die wichtigste Abstimmung in diesen Tages. Das Ergebnis wird wohl irgendwann im Laufe des Abend auf der Homepage der Stadt verfügbar sein.



    Wohnungen oder Wald? Blaustein stimmt ab [SWP+]

    Zitat

    Bauen oder den Wald erhalten? Diese Entscheidung haben am Sonntag die Blausteiner Bürger zu treffen. Rund 12 800 Wahlberechtigte aus der 17 000-Einwohner-Stadt sind zur Abstimmung im Bürgerentscheid aufgerufen. Die Frage auf dem Wahlzettel lautet: Sind Sie dafür, dass die gesamte Waldfläche am Klingensteiner Hang erhalten bleibt und dass der am 10. März 2020 gefasste Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ‚Nördlich Leubeweg/Ulmer Straße II’ aufgehoben wird?


    Bürgerentscheid in Blaustein: Wald oder Wohnen? [RegioTV]

    Zitat

    Seit 3 Jahren ist die geplante Abholzung am Klingensteiner Hang in Blaustein schwer umstritten. Die Stadt plant hier neuen Wohnraum für rund 200 neue Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, aber die Anwohner wehren sich dagegen. Ein Bürgerentscheid am Sonntag soll nun klären, ob der Wald bleibt oder einem Wohngebiet weichen soll. Damit der Entscheid gültig ist, müssen mindestens 2.5000 von rund 12.700 wahlberechtigten Blausteinern daran teilnehmen.

    Das ist ja eine tolle Broschüre, sogar mit uralten Streckenvarianten für Gerstetten-Herbrechtingen. Danke für den Fund!


    Seit 2013 fahren ja wieder Güterzüge auf der Strecke (ich glaube auch von S21), ist das dann wirklich eine Reaktivierung?

    Die fahren ja nur ein ganz kurzes Stück von Amstetten bis zum Depot kurz hinter Amstetten. Ansonsten ist auf der Strecke nur touristischer bzw. Museumsbahnbetrieb.


    Aber schon bemerkenswert, in welchem Ausmaß wir noch von der Substanz des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zehren - viel ist natürlich wieder stillgelegt worden, aber die meisten Bahnstrecken verlaufen immer noch ca. dort, wo sie vor über 100 Jahren geplant und erstmals gebaut worden sind... man stelle sich mal vor, damals hätte das Geld für eine Durchbindung von Amstetten über Gerstetten nach Heidenheim gereicht. Wie sich die Gegend wohl entwickelt hätte?


    Übrigens will ich mit meinem Fund auch nicht zu viel beschwören. Vielleicht steht "Amstetten-Gerstetten" auch nur in dem Dokument, weil die Strecke zusammen mit Schelklingen-Gammertingen ein Netz bildet. Morgen Nachmittag werden die Reaktivierungskandidaten im Livestream vom Verkehrsministerium verkündet, dann wissen wir mehr.


    Ich bin momentan beruflich stark eingebunden und komme gerade nicht dazu, hier so viel zu schreiben, wie ich gerne möchte... aber eines muss ich kurz mal raushauen:


    Bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Schienenpersonennahverkehr (BAG SPNV... puh ;)) gibt es eine Vorschau für SPNV-Ausschreibungen der nächsten paar Jahre, per Klick hier einzusehen. Scrolle ich mal kurz durch, da stolpere ich auf S. 9 über folgenden Eintrag: Schwäbische Alb-Bahn, Vertragslaufzeit ab 10.12.2028, Dieselbetrieb für die Strecken "Ulm - Schelklingen - Münsingen - Engstingen - Gammertingen und Amstetten - Gerstetten".


    Dieselbetrieb Amstetten-Gerstetten? Hat man da schon ein Ergebnis des Plans für die Schienenreaktivierung in BW vorweggenommen, bevor der Plan diese Woche offizielle verkündet wird? Spannend.

    Die letzte Hälfte habe ich übrigens schauen können, die erste muss ich dieses Wochenende noch nachholen. Fand ich eine hervorragende Veranstaltung, hochgradig informativ und wunderbar sachlich. War sicherlich mit viel Aufwand verbunden.