Beiträge von Sputnick

    Nun, eines, was man vermeiden sollte ist, dass man diese klassichen Stadionbilder vor Augen hat - immer aus der Luft, Blick ins große grüne Zentrum, viel umbaute Luft. Dagegen steht man vor einem Stadion, ist erstmal der Eindruck, unglaublich viel Monumentalität, ein riesen Bau. Bevor man nun aber wie bei anderen 3. Liga Stadien mit diesem Volumen nichts macht, und kaum einen geschlossenen Mantel baut, kann man dieses beeindruckende Raumvolumen auch nutzen und eben doch, wie in DimDims Foto vom Einstein-Center am Hbf eben noch ein wenig großzügiger umbauen. Dann hat der Fußball ein Stadion, dass mehr nach 2. Liga und mehr aussieht, das Discovery Center hat ein Bauvolumen, das extrem repräsentativ wirkt, die Eventnutzung braucht auch eine eher geschlossenere Arena, da sehe ich die Synergie.

    Und wenn das Geld nicht reicht für eine komplette Ummantelung, dann wäre auch denkbar, wie bei anderen Stadien dieser Größe eben dann nur eine Schauseite so zu bauen, in der dann das Center und der Entrée des Stadions trotzdem toll zur Geltung kommt.

    Die Dimensionen und die Qualität der Architektur wird ansonsten nicht erreicht werden bei zwei Einzelprojekten, das ist meine Unterstellung (entgegen bisheriger vorliegender Visualisierungen).

    Zumindest der Namenssponsor wäre dann schon gefunden. Eine Einstein-Arena würde sich sicherlich gut machen in Ulm...

    Karlsruhe HBF hält ebenfalls nur je ein Zug, da die Züge in Doppeltraktion fast die ganze Bahnsteiglänge benötigen (ca.70m). Außerdem ist dort in beiden Richtungen ein zweites Gleis mit Bahnsteig vorhanden wenn sich dort seit meinem letzten Besuch nichts geändert hat. Genau das was für Ulm richtig wäre.

    Ja, Karlsruhe Hbf hat vier Tramgleise, die äußeren sogar mit beidseitigen Bahnsteigen, die von den S-Bahnen bzw. Zweirichtungsfahrzeugen auch genutzt werden - man kann dort von beiden Seiten ein- und aussteigen. Zusätzlich gibt es dort auch noch einen separaten Bussteig, eine Mischnutzung der Trambahnsteige findet im Normalbetrieb nicht statt. Der Umstieg gestaltet sich ohne lange Wege, da die Gleise ja vor oder hinter den Zügen einfach überquert werden können.


    Die Bahnen in Karlsruhe können sehr lang sein, daher wie oben schon erwähnt die Länge der Bahnsteige. Eine Doppelnutzung, also der Umstieg zwischen verschiedenen Linien zeitgleich am gleichen Bahnsteig wie in Ulm, gibt es in Karlsruhe meines Wissens nicht - mit Ausnahme des Nightliners, wo (früher, weiß nicht ob und in welcher Form es da heute noch gibt) zu einer festen Uhrzeit alle (!) relevanten Linien am Marktplatz hielten und man so von jeder in jede Linie umsteigen konnte. Das dann aber auch unabhängig von Bahnsteigen, notgedrungen. Als die Bahnen noch in der Fußgängerzone fuhren, kam es durchaus auch vor dass zwei oder drei Bahnen direkt hintereinander unterwegs waren, und der Fahrer der hinteren Bahn öffnete auch schon mal die Türen - es war dann aber die Regel, dass nach Freiwerden des Bahnsteigs diese Bahn vorne noch einmal hielt, man musste also nicht nach hinten rennen zum Zustieg.


    Das kenne ich wirklich nur aus Ulm, dass man in Normalbetrieb bis zu vier verschiedene Linien am gleichen Bahnsteig halten läßt und teils über 100 Meter laufen muss, um seinen Umstieg zu schaffen. Dazu kommt ja noch, dass die Reihenfolge der Fahrzeuge nicht deterministisch ist, man sich also beim Zustieg vorher kaum richtig aufstellen kann, und sich beim Umstieg erst mal orientieren muss, in welche Richtung man überhaupt laufen muss - während sich auf dem schmalen Bahnsteig Menschenmassen bewegen, und die Busse und Züge teilweise viel zu schnell wieder losfahren.

    Nachdem das Daimler Areal jetzt wahrscheinlich komplett dem Land gehört steht jetzt der Verlängerung der Linie 2 zum SP3 ja nichts mehr im Wege:

    Einfach wie mal geplant von der Wendeschleife am ehemaligen Forschungsgelände die Kurve ziehen.

    Wenn mich aber nicht alles täuscht, müsste man dafür die jetzige, gerade neu gebaute Endhaltestelle wieder abreißen. Zumindest erinnere ich mich daran, dass die auf den Plänen angedeutete zweigleisige Weiterführung mitten über die Bahnsteige ging. Es ist also womöglich kein Vorhalt eingeplant worden... oder gibt es dazu neuere Unterlagen mit eventuell angepasster Gleisführung?

    Hab ich dann heute mal verifiziert. Angenehm im Bereich Breitenhof Richtung Nersingen ist auf jeden Fall, dass die von "unten" kommenden Autofahrer nun genügend Platz haben, sich einzufädeln, und die unübersichtliche Stopstelle dort verschwunden ist. In Gegenrichtung geht es zweispurig bis zur Brücke, hier sieht es tatsächlich nicht so aus, als wolle man zeitnah die nördlche Trasse in den Endzustand bringen.


    Der Verkehr aus Nersingen Richtung Neu-Ulm wird nun direkt nach dem Kreisverkehr auf die südliche, neu gebaute Trasse der B10 verschwenkt. Dementsprechend ist der nördliche Teil des Kleeblatts jetzt komplett abgehängt, die alten Rampen genau wie die alte B10 teilweise schon ihres Asphalts beraubt. Die südliche Kleeblatthälfte an der Verknüpfung mit der A7 ist dafür (notwendigerweise) nun vollständig freigegeben. Man kann also aus Richtung Neu-Ulm in beide Richtungen auf die A7 auffahren und von der A7 in Richtung Nersingen abfahren. Die Ein- und Ausfädelspuren Im Zuge der neuen B10 haben jetzt eine normale Länge, was ich auch deutlich entspannter finde als zuvor. Zudem hat man die Zufahrt zum Kreisverkehr nun endlich mit gelben Markierungen und Beschilderung versehen, so dass es dort nicht mehr zu so einem Chaos kommen sollte wie weiter oben geschildert.


    Oben auf der A7 wird noch so einiges verschwenkt, weil ja die nördliche Kleeblatthälfte komplett umgebaut wird und daher Teile der alten Ausfädelspuren umgebaut werden.

    Gestern ging es aus NU->Nersingen Richtung Füssen, Auffahrt Richtung WÜ war nach wie vor nicht freigegeben. Von der A7 in Fahrtrichtung Süden kommend ist die Abfahrt Richtung Ulm nun gesperrt. Ich vermute, das liegt vor allem daran, dass "unten" auf der B10 derzeit kein Platz mehr für eine Einfädelspur ist, da die südliche Ausfädelspur nun ihrem Zweck zugeführt wird und der Verkehr in und aus Richtung Nersingen jetzt eine Fahrspur weiter nach Norden gewandert ist. Sobald die neue Auffahrt auch in Richtung Stuttgart freigegeben ist (keine Ahnung, warum das gestern noch nicht der Fall war - sieht fertig aus?), wird man aber ohnehin mit dem nächsten Bauabschnitt beginnen, nämlich der Herstellung des noch fehlenden Teilstücks der nördlichen Fahrbahn zwischen Kreisverkehr und Ausfahrt Burlafingen nebst Anpassung des Nordteils des "Kreuzes" mit der A7. Hierfür wird dann der Verkehr aus Nersingen direkt nach dem Kreisverkehr auf die südliche Fahrbahn verlegt, was dann auch die "fragwürdige" neue Verkehrsführung in dem Abschnitt erklärt. Gelbe Markierungen im Bereich des Kreisverkehrs täten sicher not, waren gestern nicht zu sehen, kommen aber hoffentlich dann, wenn die neue Verkehrsführung vollends eingerichtet wird...


    Ansonsten fuhr man auch gestern noch nicht über die neue Trasse im Bereich Breitenhof, keine Ahnung was dem noch im Wege steht.

    Inbetriebnahme der AS Nersingen (Süd) und Umschwenkung im Bereich Breitenhof wurde für die KW48 ja angekündigt. Angeblich dauert es die ganze Woche, bis dies passiert, weil es komplex ist.


    Jetzt gegen Ende der Woche ist bisher überhaupt nichts passiert. Asphaltierung, Leitplanken, Markierung alles fertig,... aber sonst nichts.

    Ja, ich bin gestern auch mal wieder da langgefahren in der Hoffnung, die neue Fahrbahn unter die Räder nehmen zu können, aber nada. Dabei sieht wirklich alles fix und fertig aus...

    Was mich echt ärgert, ist dass die Baustelle immer wieder komplett still steht. Im Sommer wurde das ganze für mind. 3 Wochen unterbrochen. Entweder hat die Firma LW Urlaub gemacht oder aber, was ich eher glaube. Da die meisten Baumaschinen weg waren. Wurde ein anderes Projekt dazwischen geschoben.

    Im Moment ist es wieder das gleiche. Seit Wochen passiert nichts mehr weltbewegendes.


    Najaaa, da hat sich auch in den letzten Wochen aber einiges getan, vor allem im Bereich des Anschlusses zur A7, wo die Rampen mittlerweile fertig sind inklusive Leitplanken. Das sah da vor kurzem noch ganz anders aus. Am anderen Ende der Baustelle scheint mir die südliche Fahrbahn mittlerweile auch ganz fertig zu sein, hier rechne ich jeden Tag mit der Verlegung des Verkehrs. Und mittendrin dürfte die Brücke auch kurz vor Vollendung stehen. Ansonsten hat sich viel getan bei der Gestaltung der "Außenanlagen", also vor allem im Bereich der Abfahrten und Rampen wurden hier Hänge begrünt, Mutterboden verlegt und so weiter. Zugegeben ist das eher die Kür und hilft dem Verkehr nicht weiter, gehört aber eben auch dazu.


    Es ist halt auch eine lange Baustelle, an der nur punktuell gearbeitet zu werden scheint, und wenn dann lange Abschnitte beispielsweise schon seit Wochen fertig planiert sind, aber nicht asphaltiert werden, dann sieht das schon so aus als würden die Arbeiter Urlaub machen. Da vermute ich mal wird man warten bis auch die Brücke endgültig fertig ist und die restliche Trassierung abgeschlossen, bevor man die Asphalt-Crew holt und alles in einem Rutsch erledigt. Und bei den Anschlüssen sah das für mich so aus, als gäbe es dafür halt nur eine Baufirma, die die einzelnen Teilprojekte nacheinander abgearbeitet hat - erst Burlafingen, dann Finningen, und jetzt der Anschluss zur A7. Hätte man sicherlich parallelisieren können, aber ob das die Gesamtbauzeit wesentlich reduziert hätte, wenn es auch Zwangspunkte wie eben Brückenbau und -verbreiterung gibt, die nunmal ihre Zeit brauchen?


    Was die Absicherung angeht, muss ich dir teilweise Recht geben. Ich hab da auch schon mehrfach gefährliche Situationen erlebt mit Autofahrern, die sich zwischen den Warnbaken offenbar nicht zurechtgefunden haben. Das krasseste war, als der Fahrer vor mir im Bereich der Anschlussstelle Finningen unvermittelt und kurz vor dem überraschten Gegenverkehr einen U-Turn eingelegt hat und sich dann gegenüber zwischen die Warnbaken auf den Seitenstreifen gestellt hat. Der war wohl überrascht, dass er nicht mehr zum Breitenhof abbiegen konnte, und wenn der Gegenverkehr nicht eine Vollbremsung eingelegt hätte, wäre das Panik-Wendemanöver teuer geworden. Da muss man sich dann aber auch mal fragen, ob die Schuld nicht auch am Unvermögen mancher Fahrer liegt.

    Ich weiß jetzt nicht wie Frau Kolb in ihrem Kommentar zu der Meinung kommt der Brückenbau wäre nicht dringend nötig und deshalb nicht umgesetzt werden soll, da ich den SWP+-Artikel nicht lesen kann. Vielleicht meint die Frau die betroffenen Eselsberg-Bewohner müssten keine Einkäufe tätigen...ÖPNV in Zeiten einer Pandemie ist für mich auf jeden fall kein Argument (falls sie darauf hinauskommt)

    Frau Kolb meint, dass Ulm in den nächsten Jahren 250 Millionen Euro für notwendige Sanierungen und Ersatzneubauten von "absolut notwendigen" Brücken ausgeben müsse, neben allem anderen, wo investiert werden muss inklusive maroden Schulen, Straßen und der Gartenschau, daher seien 16 Mio zusätzlich für einen Steg, der nur von "vergleichsweise wenigen Fußgängern und Radlern" genutzt würde zu viel. Für weniger Geld könne man andere Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr zwischen Eselsberg und Blaubeurer Straße erzielen, z.B. bei der "buchstäblich unterirdischen" Unterführung am Söflinger Bahnhof oder bei den existierenden Brücken.

    Hier im Thread hat sich ja schon länger nichts mehr getan. Wohl aber auf der Baustelle: Die südliche Fahrbahn zwischen der Brücke über die Otto-Hahn-Straße und dem neuen Abzweig Finningen, also dort, wo man bis vor ein paar Monaten noch in die Breitenhofstraße abbiegen konnte, scheint so gut wie fertig zu sein. Die neue Asphaltdecke ist sogar schon markiert, es sind also vermutlich nur noch Restarbeiten zu erledigen, bevor der Verkehr wieder nach Süden verschwenkt wird und man die nördliche Fahrbahn in den Endzustand bringen kann. Spannend finde ich an dieser Stelle, dass auf dem Seitenstreifen genau über der ehemaligen Kreuzung wohl eine Bushaltestelle eingerichtet wird - vermutlich für die Anwohner des Breitenhofs?


    Viel hat sich auch am Autobahnanschluss getan, der südliche Teil des Kleeblatts scheint so gut wie fertig zu sein, auch hier sind die neuen Rampen bereits markiert. Es fehlen noch Leitplanken und Beschilderungen, und ich kann nicht sagen, wie es oben auf der A7 mittlerweile aussieht. Nachdem sich in dem Bereich aber ja für eine sehr lange Zeit quasi gar nichts getan hatte, ging der Rampenbau dann doch jetzt recht plötzlich.


    Desweiteren wurden diverse neue Schilderbrücken aufgestellt. Ansonsten finden gerade entlang der Strecken "Gärtnerarbeiten" statt, in den Bereichen der Aus- und Auffahrten und an den Seiten der neuen Rampen wird Mutterboden verteilt, Bäume gepflanzt und so weiter.

    na ja, zwischen Oberelchingen und Ulm–Nord, ist es noch aus den Anfangszeiten, keine Standspur,.. nur die Brücke der alten B19 ist relativ neu. Das wird noch lustig, wenn eine Fahrspur erstmal provisorisch erweitert werden muss, um 2+2 auf einer Spur hinzubekommen.


    Einzig Oberelchingen bis zum Kreuz ist ein Kinderspiel.

    Schon, aber es gibt glücklicherweise auch wenig Zwangspunkte, keine Bebauung in Trassennähe, und der Anschluß Ulm-Ost wurde bereits umgebaut, hier müssen quasi nur noch die Rampen angepasst werden. Allzuviele Brücken sehe ich auch nicht.

    Dafür muss soweit ich mich erinnere komplett neu trassiert werden, weil auch der Unterbau nicht mehr zeitgemäß ist, was natürlich aufwendiger ist, als nur eine neue Fahrbahndecke aufzuziehen...

    Soweit ich mich erinnere (schon eine Weile her, dass ich mir den Planfeststellungsbeschluß durchgelesen habe), soll das Kreuz ja quasi komplett umgebaut und auf aktuelle Standards angepasst werden. Also separate Verflechtungsspuren statt der aktuellen durchaus spaßmachenden, aber eben auch gefährlichen zweispurigen Abfahrten und Rampen, und solche Dinge. Dazu kommt noch eine komplette "Abdichtung" beider Autobahnen im Bereich des Kreuzes, um das kontaminierte Oberflächenwasser nicht mehr direkt in die Donau leiten zu müssen. Zusammen mit der Verbreiterung vor allem der A8, aber eben auch der A7 kommt das einem Komplettumbau gleich. Und alles unter laufendem Verkehr.


    Die Verbreiterung des restlichen Teilstückes bis Ulm-Nord, das ja teilweise auch schon auf einer recht neuen Trasse liegt, ist dagegen fast ein Kinderspiel.

    Hallo (Ich bin neu hier) das würde ich für gut empfinden, da ich gelesen habe, hier im Forum, dass ein Durchbruch von der Beringerstr. zur Schillerstr. kommen soll.

    Die Beringerstraße war doch eigentlich "schon immer" als alternativer Zubringer zur B10 vorgesehen, oder? Immerhin ist sie entsprechend ausgebaut, und eine seit Anbeginn der Zeit "bauzeitlich" durchgestrichene Wegweisung gen Stuttgart existiert ja auch. Weiß jemand, wann die Beringerstraße in der derzeitigen Form gebaut wurde, und warum sich seitdem nichts mehr getan hat, um sie östlich anzubinden?

    Und wenn nun die Grundstücke von der Stadt gekauft und die Wallstraßenbrücke verkürzt werden sollte - wäre eine Anbindung überhaupt noch möglich? Wie sollte denn dann die Straße unter der B10 durchgeführt werden?

    Da sehe ich lieber den Radikaleren Schritt, dass es ein 365 Euro Jahresticket geben muss, was alle Bürger zahlen müssen. Ausnahmen und Mehrkosten (nach Vermögen) natürlich berücksichtigt. Dafür ist der ÖPNV gratis.


    Trotzdem löst dies noch nicht das Thema "Verfügbarkeit", denn der Betrag reicht wohl nicht mal für den Unterhalt bestehender ÖPNV Angebote. Wie will man da mehr Verbindungen etablieren.

    ÖPNV ist Teil der systemrelevanten Basisinfrastruktur (oder sollte es zumindest sein), demzufolge sollte da keine Gewinnerzielungsabsicht dahinterstehen. Genauso wie auch der Rest der Grundversorgung mit Strom, Gas, Wasser, Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Polizei, Krankenversorgung eigentlich in staatliche Hände gehören und nicht in die von börsennotierten Unternehmen. Aber anderes Thema.


    Jedenfalls sehe ich es schon als Aufgabe der öffentlichen Hand, dafür zu sorgen, dass es eine ausreichende Verfügbarkeit des ÖPNV (auch auf dem Land) gibt, und zwar völlig unabhängig von der Rentabilität. Auf welche Weise man das gegenfinanziert, sei es durch Steuergeld, eine Umlage wie das 365-Ticket, eine einkommensabhängige Sozialleistung (das hätte doch mal Charme - Mobilitätsversicherung!) oder was auch immer, ist da für mich erst mal zweitrangig - irgendwie kommt der Staat immer an das Geld, das er braucht. Aber wenn man eine Verkehrswende will, dann ist ein privatisierter ÖPNV mit dem Zwang zum kostendeckenden oder gar gewinnbringenden Betrieb keine Lösung, weil das immer dazu führen wird, dass unrentable Gegenden nicht abgedeckt werden, und/oder wegen der Querfinanzierung ebensolcher die Preise exorbitant hoch sind. Und dann ist das Auto eben für viele die bessere oder gar die einzige Lösung.


    Dein Kapselsystem wäre natürlich in vielerlei Hinsicht eine großartige Sache, ich glaube aber nicht, dass das im Betrieb sehr viel günstiger wäre als herkömmliche Transportmittel, vor allem wenn man die Entwicklung und die nötige neue Infrastruktur einbezieht. Da sehe ich die Zukunft eher in autonom fahrenden Zügen und Bussen, wie es sie ja in manchen Städten schon gibt, die dann die existierende Infrastruktur (mit)nutzen können. Eventuell ergänzt auf der letzten Meile durch das Konzept der "Robotaxis", die ja auch in der Entwicklung sind, oder eben autonome Shuttle-Kleinbusse, wie sie in Karlsruhe gerade im Probebetrieb eingesetzt werden.

    Ist jetzt etwas gesponnen, aber man stelle sich mal vor, es gibt ein Tunnelsystem oder ein Art Schwebebahnsystem innerhalb der Stadt. Darüber fahren eine Art Passagierkapsel in unterschiedlicher Ausstattung. (1 Person, 2 Personen, 4 Personen, großes Ladevolumen), Diese Kapseln können gebucht werden und sind umgehend benutzbar. Der Passagier gibt seinen Wunschort ein und das System nutzt die Tunnel bzw. Schienensysteme autark. Außerhalb des Stadtgebiets wird es auf eine Plattform gesetzt und fährt dann wie ein Auto zum Wunschort. Dort angekommen, steigt man aus und das Fahrzeug bewegt sich zu einer Basis, um geladen oder für den nächsten Einsatz bereit zu sein.

    Aber warum denn so kompliziert? Das Problem beim ÖPNV (in Ulm) sehe ich nicht so sehr in der real existierenden infrastruktur. Das Hauptproblem ist doch, dass er einfach zu teuer ist. Ich hätte ja überhaupt kein Problem damit, meine Karre an einen der P&Rs zu stellen und dann 20 Minuten mit der Tram in die Innenstadt zu fahren, der Zeitaufwand ist kaum höher als selbst reinzufahren. Aber für zwei Personen knapp 10€ dafür zu zahlen, das sehe ich nicht ein. Ich wäre absolut für einen steuerfinanzierten, dafür kostenlosen ÖPNV. Inklusive Regioverkehr auf der Bahn und Zubringerbussen aus dem Umland. Damit man sich eben keinen Kopf mehr drum macht, ob die Fahrt mit dem Auto ins Innenstadtparkhaus plus Parkgebühren vielleicht sinnvoller und günstiger wäre.


    Der zweite Punkt sind die Betriebszeiten. Wenn der letzte Bus nach Hause um kurz vor Mitternacht geht, dann überlege ich mir schon auch, ob ich nicht eine Alternative organisiere. ÖPNV muss rund um die Uhr funktionieren. Nicht im 10-Minuten-Takt, aber wenigstens 2x pro Stunde muss ich eine Möglichkeit haben, heimzukommen. Auch werktags nachts. Und ohne dafür nochmal 2 Euro Nachtzuschlag zahlen zu müssen. Wenn das nicht gegeben ist, muss ich eine Alternative vorhalten für die Fälle, wo meine Freizeitgestaltung nicht mit dem Schichtplan der SWU übereinstimmt. Und wenn ich dann eh ein Auto habe, dann steigt die Hemmschwelle für ÖPNV gewaltig.


    Ja, das kostet alles Geld. Aber man gibt ja auch ein paar hundert Millionen für ein Parkhaus aus, die man sich vielleicht hätte sparen können, wenn man den ÖPNV zu einer echten Alternative machen würde.

    Gute Punkte. Karlsruhe glänzt natürlich durch guten ÖPNV, und auch Berlin finde ich in der Hinsicht toll und würde mir weder da noch dort ein Auto leisten, würde ich in Reichweite des Netzes wohnen. Die Tram in Ulm finde ich auch gut, aber es gibt eben nur die beiden Linien. Die Busse finde ich ganz furchtbar, weil eng und oft zu voll, und inklusive Fußweg zur Haltestelle brauche ich vom Eselsberg halt auch ne halbe Stunde bis in die Stadt (mit dem Auto keine 10 Minuten). Und auch weiterhin sollte der ÖPNV zumindest samstags, besser aber immer kostenlos oder zumindest sehr viel günstiger sein. Für zwei Personen muss ich 8,20€ hinlegen, um einmal in die Stadt und wieder heimzukommen, dann kann ich auch grad das Auto nehmen und mehrere Stunden lang parken, oder noch besser, irgendwo einkaufen gehen, wo mich die Anfahrt nichts kostet. Monats- oder gar Jahreskarten sind natürlich völlig sinnfrei, wenn man den ÖPNV nicht für das tägliche Pendeln nutzt, sondern eben nur 1-2x die Woche in die Stadt wollen würde. Ich hab also die Wahl, nen Fünfer fürs Parkticket oder knapp das Doppelte für den ÖPNV zu löhnen, oder halt kostenlos ins BTC zu gehen...


    IKEA hat einen Onlinecheck für Verfügbarkeit ;-) Und auch so Sachen wie Click & Collect, wo man in Ruhe online "einkaufen" und dann selbst abholen kann - viel zu teuer allerdings. Aber insgesamt hast du recht, in die Richtung müsste viel mehr gemacht werden, um die Zielgruppe einzufangen, die eben schon online recherchiert und ziemlich genau weiß, was sie will, bevor sie auch nur das Haus verlässt. Wenn ich mir die Produkte in verschiedenen Läden der Region online zusammenklicken könnte, und die dann noch am gleichen Tag an einem zentralen (mit Auto erreichbaren) Ort abholen könnte, würde ich das sicherlich häufig nutzen, sogar wenn's ein paar Euro mehr kosten würde - weil das für mich ein Komfortgewinn wäre, wenn der Versand wegfällt. Das Modell würde natürlich der Innenstadt ansonsten nicht weiterhelfen, aber wenigstens dem lokalen Einzelhandel...

    Und konkret zu den Geschäften: Wenn ich die physisch aufsuchen soll, dann müssen sie etwas bieten, das ich online nicht haben kann. Sei es ein günstiger Preis, sofortige Verfügbarkeit (gerade bei sperrigen Sachen, die ich lieber selbst und kostenlos abhole statt Versandkosten zu zahlen und mich mit Paketdiensten rumzuschlagen), oder Beratung die über meine eigene Recherche hinausgeht. Wenig hilfreich sind da dann "Fachgeschäfte", deren "Fachpersonal" ganz offensichtlich weniger Ahnung von ihren Produkten hat als ich nach meiner eigenen Recherche. Meine Liebe zur Region und zum Einzelhandel geht nicht so weit, dass ich dafür eine Stunde An- und Abreisezeit und einen höheren Preis investieren würde.


    Ein gutes Beispiel für einen Laden, für den ich kürzlich sogar den weiten Weg bis nach Landsberg/Lech gemacht habe, ist ein Teleskopshop nebst Ausstellung zum Anfassen und kompetenter Fachberatung, die jede Webseite übertroffen hat. Das ist nun natürlich sehr speziell, aber solche Spezial-Läden braucht es meines Erachtens, will man Klientel von außerhalb anlocken. Andere Themenfelder, die mir da so einfallen, sind z.B. Fotografie, Modellbau, Bastelzubehör, Spielwaren (richtige Spielwarenläden mit Sachen zum Angucken und Bestaunen, mit kompetenter Beratung, nicht die lieblose Ecke im Kaufhaus). Ein Delikatessenladen, wo man Spezialitäten auch probieren kann bevor man sie mitnimmt. Eben Dinge, wo ein echter Mehrwert geboten wird, wenn man sie in natura sehen und ausprobieren kann, oder sich was von Fachpersonal zeigen lassen kann. Leider werden gerade diese Läden immer weniger, weil gute Beratung, Ausstellungsfläche und Liebe zum Detail eben nicht zum Spottpreis zu haben sind, und die völlig überteuerten Ladenmieten ja irgendwie wieder reinkommen müssen.

    Spannend, umso intressanter ist aber doch wie man diese Welten zusammenführen kann. Stadtkerne leben von ihrer Frequentierung. Die sinkt durch den Onlinehandel. Also sollte man alles tun dafür, dass wenigstens die, die ein Geschäft physisch aufsuchen dies auch im Zentrum tun. Das spräche für mich klar für innenstädtische Einkaufszentren, denn, so geht es zumindest mir, wenn ich dann schon z.B. in der Glacis Galerie bin, dann ist es nicht mehr viel, dass ich auch paar Schritte in die Straßen mache, was ich vorher in Neu-Ulm nie gemacht habe. Dazu müsste man aber natürlich die Innenstadtläden mit der Galerie verknüpfen. Warum gibt es z.B. keinen gemeinsamen Plan, sodass wenn ich eine Buchhandlung suche, z.B. automatisch zur anderen Straßenseite geleitet werde.

    Aber was wäre für Euch dann entscheidend, dass ihr sagt, da gehe ich in die Innenstadt? Tütenschleppen habe ich gelesen, wäre also eine Lösung in der umgestalteten Fußgängerzone Schließfächer anzubieten?

    Ganz ehrlich: Ich wohne in Blaustein, in die Ulmer City verschlägt es mich quasi nur dann, wenn ich dort auch ein spezifisches Ziel habe. Beispielsweise einen bestimmten Facharzt, oder ein bestimmtes Café oder Restaurant, Weihnachtsmarkt oder Weinfest. Wenn mal Besuch da ist, durchaus auch mal zum Bummeln in der Sightseeing-Edition nebst Münsterbesuch. Aber "einfach nur so" gehe ich dort nicht hin, dafür ist es zu viel Aufwand hinzukommen, zu parken (ÖPNV ist zumindest zu Pandemiezeiten keine Option mehr für mich, war aber auch vorher schon eher lästig in den furchtbar engen und vollen Ulmer Bussen) und dann meist weite Wege zu gehen. Und Menschenmassen mochte ich schon früher nicht und seit der Pandemie schon gar nicht mehr, also geht man, wenn, dann möglichst außerhalb der Stoßzeiten. Jeglichen Einzelhandel, den ich mal brauche, finde ich dann aber sehr viel einfacher eben im BTC oder sonstwo außerhalb der City.

    Es gibt also außer den oben genannten Gründen einfach nichts, was mich in die Innenstadt ziehen würde, und als "Anwohner" läßt auch der Reiz des Sightseeing irgendwann nach, man kennt das ja irgendwann alles. Da ich auf sich langsam bewegende und ständig im Weg stehende Menschenmassen eher allergisch reagiere, wäre eine stärkere Frequentierung der Innenstadt zudem eher abstoßend für mich. Ich hätte gerne mehr innerstädtischen Wohnraum damit nicht nur "Touristen" und Einkaufsbummler unterwegs sind, besondere Läden die man eben nicht in den Malls oder online findet, weniger von den Billig-Ketten die nerviges Klientel anziehen, mehr Grün und Sitzgelegenheiten, tolle Cafés und Restaurants mit Außenbestuhlung, für die man sich die Mühe machen will, extra in die Stadt zu fahren.


    Das ist aber wie gesagt eine sicherlich eher ungewöhnliche Privatmeinung (die panpikus offenbar teilt ;-)), sonst wäre die Stadt ja nicht so, wie sie ist...


    Würde ich übrigens noch *in* der Innenstadt wohnen, was ich ja viele Jahre lang erst in Karlsruhe und dann auch in Ulm getan habe, würde ich selbstverständlich alles, was geht, auch dort erledigen, fußläufig oder mit dem Rad, und auch mal mit nem Buch ans Blauufer oder auf die Donauwiesen gehen. Es ist also nicht so, dass ich dann die Flucht in Richtung grüne Wiese vor den Toren der Stadt ergreifen würde. Von daher ja auch mein Wunsch nach mehr (und bezahlbarem) innerstädtischem Wohnraum, damit die Straßen eben auch von Anwohnern bevölkert werden.

    Aber wer fährt den extra mit dem Auto in die Stadt, um in einer relativ lauten Umgebung einzukaufen. Mich zieht es eher an die frische Luft, sich mal irgendwo hinsetzen, ein Eis, Kaffee oder nur ne Pause zu machen. Das ist mir in einer Shoppingmall zu laut und zu "schlechte" Luft. Klar haben die Malls Vorteile im Winter,...

    Das ist bei mir gerade andersrum: In den seltenen Fällen, wo ich mal "Einzelhandel" brauche, fahre ich lieber zu einem Ort, wo "alles unter einem Dach" zu finden ist - wenn er einfach erreichbar ist, gute (möglichst kostenlose) Parkmöglichkeiten bietet und man sich dort wohlfühlen kann. Die Wege zwischen den Läden sind kürzer, man kann Einkäufe zwischendurch mal schnell ins Auto bringen statt sie rumzuschleppen, und man ist auch vom Wetter unabhängig. Gute, halbwegs schnelle Gastronomie ist dann noch ein Bonus. Von daher finde ich das BTC eigentlich wirklich angenehm - ich hab nur eben sehr selten Bedarf an stationärem Handel heutzutage.


    In der Stadt hingegen ist das Parken schwieriger, sind die Wege länger, die Menschen unberechenbarer, man darf sich mit Radfahrern und Lieferanten um den Verkehrsraum streiten, bei Sauwetter macht's so gar keinen Spaß... Klar, in einer schönen Altstadt oder Fußgängerzone bei gutem Wetter macht das Bummeln Spaß, sowas ist für mich dann aber eher Sightseeing als Einkaufen - ich finde es schwer, beides zu verbinden, weil "Bummeln" und "gechilled Stadt angucken" für mich nicht gut mit Einkaufstüten-Schleppen zusammengeht ;-) Ich bin aber auch jemand, der eher gezielt in Läden geht, wenn er was braucht, von daher ist für mich ein Stadtbummel eben eher selten auch ein Einkaufsbummel.


    Mir ist aber durchaus bewußt, dass ich mit der Einstellung eher alleine stehe ;-)