Beiträge von Finn

    Auch abgesehen von der Sympathie für das Vorhaben mag ich die Gestaltung eigentlich, aber ich habe auch ein Faible für die Farbkombination Hellgrau-Gelb bzw. die Materialkombination Beton und Holz, deswegen stelle ich meine Bewertung unter Vorbehalt ;). In jedem Fall eine immense Verbesserung für die Gegend, auch durch die B-Plan-Änderung, die das zwielichtige Gewerbe im Zaum hält.

    Hmm... meiner Erfahrung nach haben viele Kleingärtner aber oft viel Krimskrams dabei, von Gartengeräten hin zu Spanferkeln. So prioritär seh ich das nicht...

    Die Stadtverwaltung hat ein sehr umfassendes Kleingartenkonzept 2035 ausgearbeitet, wie sich der Bürgerinfo entnehmen lässt. Das Konzept besteht aus einer Bestandsaufnahme (Abschnitt A) und einer Entwicklungsperspektive (Abschnitt B).


    Anlass war der Auftrag, Entwicklungsschwerpunkte für die Wohnbauoffensive der Stadt ausfindig zu machen, und entlang der Linien 1 und 2 befindet sich ein erklecklicher Teil der 5.200 Kleingärten in Ulm; wie man im Konzept nachlesen kann, ist Ulm mit dieser Zahl pro Einwohner ziemlich üppig ausgestattet. Ich lese das Konzept aber nicht als Argumentationsleitfaden, wie man die Gärten wegbulldozert - im Gegenteil, da steckt viel Würdigung für die (soziale, ökologische,...) Bedeutung der Gärten für die Stadt und die Stadtgesellschaft drin. Die Zahl der Gärten soll auf dem jetzigen Niveau bleiben, aber anders organisiert werden. In jedem Fall gut, hier nun eine Grundlage zu haben, mit der man arbeiten und mit der man auch Fehlentwicklungen angehen kann.

    Dieses Vorhaben ist Gegenstand der Ausschusssitzung in der kommenden Woche, der Bürgerinfo kann man die entsprechende Vorlage samt Anlagen entnehmen.


    Die Entwicklungsvarianten stammen vom Büro Stemshorn. Der Beschluss soll unter dem Vorbehalt eines Schulneubaus stehen, in Abstimmung mit der Stifter-Schule - das wird also zum Anlass genommen, die Schulsituation auf dem Eselsberg insgesamt zu prüfen. Kann nicht schaden. Die Geschossbauten, die der Haltestelle am nächsten sind, sollen auch Dienstleistungsflächen (also Geschäfte, Gastro, Praxen, etc.) beinhalten. Die Höhenentwicklung ist aus klimatologischen Gründen moderat, es soll wohl bei nur 4 Vollgeschossen bleiben.


    Bei einigen Teilbereichen ist man von privaten Garteneigentümern abhängig, diese Abschnitte sollen ggf. später entwickelt werden; daraus ergibt sich dann auch der Unterschied zwischen der "großen" und der "kleinen" Variante. Zunächst kann also auch nur die kleine Variante verfolgt werden - und zwar ab 2024. Mit der kleinen Variante werden 200 WE realisiert (davon 160 auf dem Multscher-Areal), in der Maximalvariante sollen es irgendwann 600 WE sein.

    Bei der Fachausschuss-Sitzung kommende Woche wird ein Verwaltungsvorlage zum weiteren Vorgehen vorgelegt - hier in der Bürgerinfo zum Nachlesen. Der Ablaufplan sieht wie folgt aus:


    (Quelle: Stadt Ulm)


    Hintergrund ist, dass die aktuellen Entwicklungsgebiete (Am Weinberg etc.) bis 2027 voll entwickelt sein werden und ein Gebiet wie die Kohlplatte mit ihren ca. 40 ha eine entsprechende Vorlaufzeit braucht.


    Einen Schwerpunkt in der Vorlage bildet das Thema der städtebaulichen Dichte. Im Vergleich zum Referenzgebiet Neuer Eselsberg (2/3 verdichtete EFH, 1/3 Geschosswohnungsbau) mit seinen ca. 3.700 Einwohnern soll eine größere Dichte angestrebt werden, als Beispiel werden etwa Freiburg-Dietenbach (3/4 Geschosswohnungsbau) genannt. Bei einem Ziel von ca. 5.000 Einwohnern stellen sich natürlich auch Fragen der Infrastruktur wie etwa nach (weiterführenden) Schulen.

    Das ist ja hochinteressant, vielen Dank für den Fund!


    Als Laie sehe ich in den den stadtklimatologischen Untersuchungen bei beiden Varianten (v.a. bei der großen) schon deutlich mehr und dunklere Rottöne, aber richtig einordnen kann ich das - weil eben Laie - nicht. Wenn die wissenschaftlich fundierte Aussage ist, dass die Effekte für die Innenstadt unerheblich sind, dann will ich das glauben, direkt vor Ort dürfte die weitere Versiegelung sich sicherlich bemerkbar machen.


    Die Lage eignet sich definitiv optimal zur Nachverdichtung. Wenn man in der Visualisierung auf Seite 21 nach oben linst, dann käme man bei der großen Variante Pi mal Daumen gar nicht mal so weit weg vom großen Entwicklungsgebiet der Hindenburgkaserne raus (900 WE)... ein ganz schöner Brocken. Dafür kann man 27 Kleingärten opfern, sofern adäquate Ersatzlösungen gefunden werden. Vielleicht einfach noch ein kleines Gebiet im Lehrer Tal oder Ruhetal ausweisen?


    Es stellt sich aber noch die Frage, was mit der Multscherschule und der Zulligerschule geschen würde. Nach meinem Dafürhalten braucht es eine Grundschule in diesem Bereich des Eselsbergs, erst recht mit dem geplanten Wachstum. Die Stifterschule alleine reicht nicht. Wäre z.B. hier ein guter Platz?

    guyincognito : Guter Post mit guten Ideen!


    Meinst du mit der Unterführung die Passage, die gerade im Bau ist? Ulmer hatte einmal auf Facebook Visualisierungen gefunden, siehe hier: https://www.facebook.com/Ulmer…ng/posts/1566056366742396 - Architektur von Hochstrasser, aber auf deren Seite fand ich leider nichts.


    Ich hatte gestern mal überlegt, was ich gerne funktional im neuen Hbf hätte. In mehr oder weniger absteigender Reihenfolge/Priorität/Dringlichkeit:

    • Durchbindung der Unterführung. Es ist viel dazu geschrieben worden. Eine so gute Möglichkeit, die trennende Wirkung der Bahnanlagen zu überwinden, wird es nicht mehr geben. Das Darf man nicht aufgeben.
    • Platz. Der Hbf Ulm hatte 2015 laut dem damaligen Bahnchef Grube über 40.000 Gäste pro Tag, 2005 sollen es 28.600 gewesen sein - die Tendenz zeigt klar nach oben. Mehr Platz heißt nicht nur, endlich Kapazität für das angestrebte Wachstum zu schaffen (S-Bahn!), sondern auch Komfort und vor allem auch Sicherheitsgefühl. Ich denke, man darf hier auch städtisches Selbstbewusstsein ins Feld führen.
    • Fünfter Bahnsteig. Ich bezweifle, dass sich das angestrebte Wachstum (S-Bahn!) und bequeme Umstiegsrelationen ohne einen weiteren Bahnsteig realisieren lässt. Erst recht, sollte der Deutschlandtakt kommen und die Gleise dadurch länger belegt sind.
    • Attraktvität der Unterführung. Hell, weit, hoch, mit möglichst viel sozialer Kontrolle.
    • Westportal. Vielleicht sogar eine Art kleines Bahnhofsgebäude, Angemessen dimensionierte Flächen für Kiss+Ride, Taxis, Bushaltestelle(n) für SEV und ggf. auch Linienverkehr.
    • Rolltreppen und Aufzüge von der Unterführung zu den Bahngleisen. Für die Bahn ist das Thema mit den Treppen und Aufzügen zum Steg gegessen, aber viele werden den Weg zum Ende der Bahnsteige und die große Höhendifferenz scheuen.
    • Fahrrad-Abstellanlage. Muss angemessen Platz haben und die Anbindung über die Ebenen 0 (Bahnhofsvorplatz) und -1 (Unterführung, ggf. Wartehalle) sicherstellen.
    • Sicherheit. Eine gewisse Präsenz der Bundespolizei, und wenn es nur eine verdunkelte Fensterfront zur Wartehalle ist.
    • Mobilitätsdrehscheibe. Für alle Teilnehmer klar ersichtliche Zugänge zu Angeboten des SPNV und ÖPNV sowie aller weiteren Angebote: Taxi, E-Scooter,...
    • Flächennutzung. Integration von möglichst vielen Angeboten auf möglichst wenig Platz - z.B. Bahntechnik, Stellwerk, Büros, Sozialräume auf den Ebenen 2+
    • Rückbau von Bahngleisen. Abstellgleise in innenstädtischer Lage sind keine tolle Flächennutzung. Wenn bahnverkehrlich nicht mehr unbedingt nötig, würde ich die Flächen entlang der Schillerstraße überbauen.

    Ein angemessenes gastronomisches Angebot und der übliche Besatz von Einkaufsmöglichkeiten (Presse, Bücher, Tabak, Lotto, Blumen,...) wird schon sichergestellt werden, da mache ich mir die geringsten Sorgen.


    Architektonisch habe ich keine großen Vorstellungen; ich bin mir auch sehr bewusst, dass ich kein Architekt bin. Ich schaue aber gerne durch die Wettbewerbsbeiträge, die 2011 und 2014 eingereicht wurden und noch online sind. Die 2011er umfassen ja das gesamte Citybahnhof-Areal inklusive Theater- und Dichterviertel, und daraus habe ich vor allem mitgenommen, das Bahnhofsgebäude als Kernstück und nicht als Solitär zu sehen. Eine Ensemblewirkung kann man sicherlich nicht erzielen (ist auch besser so), aber eine bauliche Integration finde ich sympathischer als ein freistehendes Gebäude.


    Von den Entwürfen aus dem 2011er Wettbewerb haben es mir vor allem, was das Bahnhofsgebäude selber angeht, die Beiträge von Heide und Gößler/Kinz/Kreienbaum angetan. Mir gefällt die Idee einer großzügigen und luftigen Bahnhofshalle ab Ebene -1. Idealerweise gibt es am Rand der Bahnhofshalle auf Ebene 0 ebenfalls Nutzungen, die baulich nicht abgetrennt sind, sondern z.B. über eine Galerie offen einsehbar. Das lindert den Eindruck ab, dass man als Fußgänger auf Ebene -1 dem Straßen-/Bahnverkehr psychologisch untergeordnet wird.


    Für die Gebäude und Gebäudeteile neben der Bahnhofshalle gibt es sicher gute Lösungen und Nutzungen. Hier fände ich eine gewisse Höhenentwicklung ganz gut, mit einigen Hochpunkten am Ehinger Tor (Schillerrampe), am Bahnhof und im Dichterviertel.

    Ich fände es enorm fahrlässig, sich zum aktuellen Zeitpunkt von der DB die Tür für einen Neubau zuschlagen zu lassen. Damit meine ich eine wie auch immer geartete Sanierung; den optischen Mängeln mag man damit etwas abhelfen, aber es sind ja die städtebaulich-funktionalen, die das Problem sind.


    Auch abgesehen vom Mondpreis kann ich es ja irgendwo einsehen, dass die Stadt kein eigenes Geld in ein Gebäude stecken will, das in der Verantwortung eines Fremdunternehmens steht. Aber spätestens mit der (sehr guten!) Idee der Durchbindung von der Schillerstraße zu den Sedelhöfen steckt da eben auch viel städtebauliche Zielsetzung drin, für die ein Fremdunternehmen halt auch keine Verantwortung übernehmen muss. Und in einer solchen Gemengelage muss die Stadt dann eben doch einen angemessenen finanziellen Beitrag leisten. An einer Kooperationslösung führt meines Erachtens kein Weg vorbei. Je mehr die Stadt sich bewegt, desto mehr Einfluss dürfte sie auf den Ausgang haben.


    Das schwierigste und vielleicht teuerste Problem soll ja wohl die viele Bahntechnik sein, die auf Ebene -1 unter dem Bahnhofsgebäude schlummert. Unlösbar dürfte das Problem nicht sein. Da die Lösung aber wirklich eine genuine Bahnaufgabe wäre, kann ich mir schon vorstellen, dass aktuell vielleicht die Kapazitäten fehlen, um so ein Projekt anzugehen - okay. Dann wartet man halt. Eine Eröffnung zur LGS 2030 wäre doch ein schönes, nicht ganz unrealistisches Ziel...


    ***


    Brandbrief an Ulmer OB: Springt die Bahn beim Citybahnhof ab? [Schwäbische+]

    Zitat

    Lässt die Deutsche Bahn die Stadt Ulm beim Projekt Citybahnhof im Regen stehen? Dies befürchten die Ulmer Fraktionen im Gemeinderat. Sie schlagen Alarm und fordern von OB Gunter Czisch schnellstmögliche Aufklärung.

    Neue Pläne der Bahn für die Umgestaltung? Stadträte sorgen sich um Bahnhof [SWP]

    Zitat

    Will die Deutsche Bahn den Bahnhof Ulm nicht wie geplant umgestalten? Dieses Gerücht beunruhigt die Fraktionen des Gemeinderates. Sie fordern mehr Informationen über die angeblich neuen Pläne der DB.

    Ob da nicht einfach ein Missverständnis vorliegt? Die Position der Bahn ist ja schon seit längerem, dass das bestehende Gebäude nur saniert werden soll und die Neubaupläne der Stadt ablehnt. Oder erinnere ich mich hier falsch?


    In jedem Fall gut, dass die Gemeinderäte fraktionsübergreifend auf einen Neubau beharren.

    Das Vorhaben von der Alb-Naturenergie GmbH hat ein eigenes, sehr professionell aufgemachtes Promovideo:



    Bin mir noch nicht sicher, wie ich den Bauträger einschätzen soll. Das Video ist natürlich ein vorgeschaltetes Verkaufsprospekt, und mir wird generell etwas mulmig, wenn private Investoren ein öffentliches Vorhaben wie Städtebau bzw. Stadtentwicklung betreiben. Aber das Projekt selber ist ja nicht verkehrt und scheint auch im Einklang zu stehen mit den Entwicklungszielen der Stadt für diesen Bereich. Insofern: Passt.

    Eine tolle Fassade würde in diesem Fall wenig wahrgenommen, weil die Rückseite der Haupttribüne an der wenig frequentierten Stadionstraße liegt. Da wäre ich eher dafür, wenn die angedachte neue Jahnhalle ein repräsentatives Äußeres erhält. Für die Linie 1 und die vielen Autos auf der Talfinger Straße ist das ja fast das einzige, was man an Gebäude vom Sportpark Friedrichsau sieht.


    Ich bin übrigens immer noch schwer angetan von meiner eigenen Idee ^^, einen Tribünenneubau (hier: der Stehtribüne vom D-Block) mit der Verlängerung der SSV-Schwimmbahn zu verbinden. Ein wettkampftaugliches 50m-Hallenbecken fehlt in der Region. Die Gelegenheit wäre günstig.

    Blaustein weitet sozialen Wohnungsbau aus [SWP+]

    Zitat

    Stadt steht unter Zugzwang, weil sie weitere Flüchtlinge aufnehmen muss. Beim Herrlinger Supermarkt entsteht ein Neubau mit 15 Wohnungen.

    Die Unterzeile ist irreführend; im Artikel geht es um Standorte für sozialen Wohnungsbau im Allgemeinen, die Zuweisung von Flüchtlingen ist dabei nur ein Grund. Dass Blaustein bauen muss, liegt einfach daran, dass man viel vom Wohnungsdruck vom benachbarten Ulm abbekommt.


    Die Beschlussvorlage der Verwaltung heißt dementsprechend auch "Offensiver Sozialer Wohnungsbau", zu finden in der Blausteiner Bürgerinfo bei der Sitzung vom 30.07.2019 (leider nicht direkt verlinkbar). Die möglichen Standorte, sortiert nach Priorität der Stadtverwaltung, mit Kurzbeschreibung:

    • Herrlingen, hinter dem Netto-Supermarkt am künftigen Verlauf der B 28; 15 WE für 45 Personen, Holzmodulbauweise, 4 Vollgeschosse, Baubeginn Ende 2019, Bezug Mitte 2020
    • Herrlingen, Blautalstraße (jetzige B 28); 25 WE für 75 Personen, 4 Vollgeschosse mit Staffelgeschoss, Tiefgarage, Holzmodulbauweise oder Massivbauweise, Baubeginn Sommer 2020, Bezug 2021
    • Ehrenstein, Felsenstraße 7; 8-10 WE für 20-30 Personen, 4 Vollgeschosse, Stellplatzfrage schwierig
    • Ehrenstein, Mähringer Straße; 18 WE für 55 Personen, Kinderkrippe, Holzhybridbauweise, 4 Vollgeschosse mit Tiefgarage, Baubeginn 2020, Bezug Ende 2021
    • Markbronn, Baugebiet Pappelauer / Dietinger Straße; 30 WE für 90 Personen, Einzel-/Doppelhäuser sowie Geschosswohnungsbauten in Holzhybridbauweise (3 Vollgeschosse), Erschließung 2021, Bezug 2022
    • Bermaringen, Friedhofweg / Alter Mühlweg, Baubeginn 2021, Bezug 2022/23

    Daneben noch diverse Optionen in Arnegg (Sportanlagen Obere Wiesen), Ehrenstein (Höhwiesen), Wippingen (Süd).