Gewerbegebiet Nellingen-Merklingen

  • Der Zweckverband Region Schwäbische Alb hat die (nähere und weitere) Umgebung des neuen Bahnhofs nach einem geeigneten Standort für ein interkommunales Gewerbegebiet untersuchen lassen. In der Dornstadter Bürgerinfo kann man sich dieses Dokument zu Gemüte führen. Empfohlen wurde ein Gebiet zwischen Nellingen und Merklingen, direkt nördlich der Autobahn und nah am Bahnhof.
    (Quelle: Bürgerinfo Dornstadt; Bildrechte: Künster Stadtplanung)


    Erscheint mir aus Laiensicht ein sinnvoller Standort zu sein. Man kann davon ausgehen, dass er sehr gut angenommen würde. Übrigens interessant zu lesen, wie so eine Standortuntersuchung durchgeführt wird und was so alles bedacht werden muss.

  • Kritik an geplantem Gewerbegebiet: Das fordern die Projektgegner [Schwäbische]

    Zitat

    Auf der Laichinger Alb ist ein interkommunale Gewerbegebiet mit 50 Hektar geplant. Jetzt formiert sich eine Gruppe von Gegnern, Fyler wurden verteilt. Das fordern sie.

    Die Aktion und der Flyer sehen, dem Screenshot nach, hochprofessionell aufgezogen aus. Interessant.


    Die Diskussion ist wichtig, weil sie noch einmal das Bewusstsein dafür schärft, dass Fläche vielleicht schon die wichtigste Ressource im Land geworden ist. Auch bei Gewerbeflächen sollte gelten, dass man nicht verschwenderisch mit der Ressource umgeht, sondern aus jedem Quadratmeter das Maximum an Nutzung herausholt. Ein Parkdeck kann auch ruhig mal aufs Dach statt vor die Gewerbehalle, wenn die Statik mitmacht.


    Mein bescheidener Vorschlag zur Refinanzierung des kommunalen Anteils an der Kostensteigerung, wie auch immer er am Ende der Verhandlungen ausfällt: Man könnte die Gewerbesteuereinnahmen aus dem neuen interkommunalen Gewerbegebiet so lange dafür einsetzen, bis die Kosten beglichen sind, und schöpft erst danach die Überschüsse ab.

  • Ein Parkdeck kann auch ruhig mal aufs Dach statt vor die Gewerbehalle, wenn die Statik mitmacht.

    Wenn die Statik nicht mitmacht dann bin ich der Meinung sollte man unbedingt so bauen, dass die Statik so etwas mitmacht. Kostet mehr würde aber endlich mal dem übermäßigen Flächenverbrauch ein bisschen abhelfen.

  • Im Flächenangebot und im günstigen Preis, sicherlich.


    Zugegeben, eine kompakte Planung ist in der Stadt noch eher geboten, wo man gleich mit einer Vielzahl an anderen Nutzungen konkurrieren muss: Wohnen, Einkaufen, Verkehr, Bildung, Naherholung/Grün, und natürlich andere Gewerbebetriebe. Aber auf dem Land konkurriert man mit der Landwirtschaft, und keine andere Nutzung gibt täglich so viel an Fläche ab wie die Landwirtschaft. Siedlungserweiterungen, Gewerbegebiete, neue Straßen, Kompensationsmaßnahmen: Alles auf Kosten der Landwirte.


    Was jetzt nicht heißt, dass das per se nicht statthaft sein soll. Man sollte halt mit Bedacht und Respekt vorgehen, und Flächen sparen, wo geht. Ich halte das interkommunale Gewerbegebiet bei Merklingen/Nellingen für absolut richtig, man wäre ja geschuckt, wenn man die Möglichkeit nicht wahrnimmt. Aber wenn man schon 50 Hektar umwidmet, dann wenigstens so, dass es sich lohnt.

  • Alb-Gemeinden sollen kein Vorort Stuttgarts werden [Schwäbische]

    Zitat

    Merklinger und Nellinger Bürger haben sich zur Gruppe „AktionLandSchafft“ zusammengeschlossen und sprechen sich gegen das interkommunale Gewerbegebiet mit Standort auf der Gemarkung beider Kommunen aus.


    Besorgte Bürger erheben Stimme [SWP]

    Zitat

    Die Initiatoren der „AktionLandSchafft“ waren selbst überrascht: Rund 100 Interessierte waren ihrem Aufruf gefolgt und nahmen an einer Veranstaltung in der „Krone“ in Nellingen teil. Sie zeigten damit ihre Solidarität mit den Gegnern des vom Zweckverband Region Schwäbische Alb geplanten interkommunalen Gewerbeparks zwischen Merklingen und Nellingen, der 50 Hektar groß und auf 100 Hektar erweiterbar sein soll.

  • Es ist ja nicht nur die Gefahr zur ausgelagerten Gewerbefläche von Stuttgart zu werden.
    Da kann man drauf warten daß mit Eröffung der NBS und des Bahnhofs Merklingen die Miet- und Immobilienpreise in die Höhe schnellen wenn man innerhalb von 20 Minuten in Stuttgart HBF ist.
    Hatten sich meine Frau und ich auch schon überlegt. Aber ich bin und bleibe eine Stadtpflanze :D

  • Ich hatte noch einen längeren Kommentar dazu geschrieben, aber wieder gelöscht, weil ich keinen roten Faden reinbringen konnte. Kann ich auch jetzt noch nicht. Egal. :D


    Die Sache ist vielleicht auch deswegen so spannend, weil die vielen konträren Haltungen allesamt irgendwo berechtigt sind. Als gescheit wirtschaftende Kommunen in einer tendentiell abgehängten Region muss man eine solche einmalige Chance nutzen, wenn sie sich einem bietet. Nur, wenn Geld in die Kassen kommt, kann man die eigene Substanz bewahren oder neue schaffen. Man scheint aber die eigenen Bürger und deren Forderung, mitzuentscheiden (statt nur informiert zu werden), sträflich unterschätzt zu haben.


    Dass man sich auf einem schläfrigen Albdorf keine große Veränderung wünscht, kann ich nachvollziehen. Da werden sich viele Entwicklungen einstellen, etwa auf dem Wohnungsmarkt, die man nicht gewohnt ist und die man auch nur sehr begrenzt steuern kann; weist man keine neuen Baugebiete aus, steigen die Preise auch für die Einheimischen. Baut man keine Infrastruktur aus (Kindergarten, Schulen,...), kommen auch die Einheimischen nicht mehr zum Zug. Die Dörfer werden sich verändern. Das ist Druck, wie man ihn aus größeren Städten kennt und dem sich einige eigentlich entziehen wollten.


    Auch wenn es kein Trost ist: In der Marktwirtschaft, wie wir sie haben, ist man halt zum Wachstum verdammt. Wenn man sich vom Wachstum überrollen lassen will, muss man es gestalten. Da ist es dann vielleicht in der Tat so, dass Stand dato die Nellinger und Merklinger relativ zu den anderen Gemeinden mehr von den negativen Folgen abkriegen.

  • Wird dort eigentlich wirklich nur Gewerbe geplant oder soll da auch Industrie angesiedelt werden? Und welches Gewerbe darf da eigentlich dann angesiedelt werden?


    Der Grund meiner Nachfrage: Meiner Meinung nach sollten Gebiete, welche vorrangig zur Industrie bzw. zur Gewerbeansiedlung (mit hohem LKW-Aufkommen) genutzt werden, nur noch mit Gleisanschluss geplant bzw sogar genehmigt werden. Das wäre mal ein konsequenter Schritt in der Sache: Mehr Waren/Güter auf die Schiene.


    Wobei ich da jetzt nicht finde das "kleine" Gemeinden als treibende Kraft dahinter sein sollten sondern das Land bzw. der Bund.

  • Finde ich eine sehr charmante Idee, aber das wäre in der Tat eine Sache des Gesetzgebers. Wobei ja auch jetzt schon bestehende Gleisanschlüsse teilweise gar nicht genutzt werden, weil der Schienengüterverkehr arg unter den allgemeinen Problemen des Bahnverkehrs in Deutschland leidet: Sanierungsbedürftige Infrastruktur, überlastete Streckenabschnitte ohne Kapazitätsreserven, und die damit einhergehenden Zeitverluste und damit Wettbewertsnachteile. Aktuell wird ja wieder eine Bahnreform diskutiert, aber ob die die Lösung bringt? Muss eher bezweifelt werden.


    Ich musste mich letzte Woche mal im Münchner Osten durch den abendlichen Berufsverkehr schlängeln, von der A 94 auf die A 99 und weiter auf die A 8 heimwärts... was sich da an Lastwagen staute, war absolut unheilig.

  • Der Gleisanschluß vom Fruchthof Nagel, vor Jahren neu gebaut, wird so gut wie garnicht mehr bedient. Laut eines Bekannten, Tf bei der DBAG, ist er da schon seit Jahren nicht mehr in den Anschluß reingefahren.

    Hallo Reiner,


    das eigentliche Verladegleis ist seit +/- 2011 abgehängt. Sonst sind dort keine Anschließer mehr.
    Schade!


    Gruß
    Alex

  • “Für alle gleichermaßen wichtig“ [SWP]

    Zitat

    Heute Abend [01.02.2019; Ergänzung Finn] beginnt um 18 Uhr in der Berghalle in Heroldstatt die große Informationsveranstaltung des Verbands Region Schwäbische Alb zum geplanten interkommunalen Gewerbepark zwischen Merklingen und Nellingen. Der Verbandsvorsitzende und Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann beantwortet im Vorfeld Fragen.


    Beifall und Bauchschmerzen: So war die Dialogveranstaltung zum Gewerbegebiet [Schwäbische]

    Zitat

    Der Verband „Region Schwäbische Alb“ verbucht den Infoabend am Freitagabend in der Heroldstatter Berghalle als Erfolg. Knapp 500 Besucher waren gekommen, um sich auf den neuesten Stand rund um das geplante interkommunale Gewerbegebiet zwischen Merklingen und Nellingen bringen zu lassen.

    Mit Video.


    ***


    Initiative reicht Listen ein [SWP]

    Zitat

    Die Bürgerinitiative „Aktion LandSchafft“ hat in den Rathäusern in Merklingen und Nellingen ein Bürgerbegehren zur Verhinderung eines interkommunalen Gewerbegebiets zwischen diesen beiden Orten eingereicht. Die Unterlagen mit Unterschriftenlisten wurden jetzt bei den Bürgermeistern Sven Kneipp und Franko Kopp abgegeben.


    Bürgerbegehren wird geprüft [SWP]

    Zitat

    Ist der Zweckverband für das Bürgerbegehren gegen das Gewerbegebiet an der A 8 zuständig? Die Gemeinden schaltet die Rechtsaufsicht ein.