Mobilität und Infrastruktur

  • Nun gut, die Unter- oder Überführung soll ja laut Aki in den nächsten drei Jahren noch kommen. Größere Versetzungen von Gleisanlagen sind sicherlich auch teurer und langwieriger. In Beimerstetten gab es ja just eine vergleichbare Sanierung, bei der ein - für einen Bahnhalt dieser Größe - sehr beachtlicher Standard geschaffen wurde. Dabei wurden auch Gleise umgelegt, aber das dürfte teilweise auch mit dem Containerbahnhof und dessen Ausbau zusammenhängen, für den Rangiervorgänge teilweise in Beimerstetten stattfinden.


    Sanierte Bahnsteige doch erst ab Dezember in Betrieb [SWP+]

    Zitat

    Im letzten Quartal 2021 startete die Deutsche Bahn (DB) mit dem Neubau der Bahnsteige in Beimerstetten. Das Gesamtpaket der Maßnahmen im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms, inklusive einer neuen Personenunterführung zu den Bahnsteigen 2 und 3 sowie vorsorglich eingebauten Aufzugsschächten, sollte im März 2022 fertiggestellt sein. „Das Ganze sieht fast fertig aus, an den Außenanlagen müssen aber noch Arbeiten durchgeführt werden“, sagt Andreas Haas, Bürgermeister der Gemeinde mit rund 2500 Einwohnern.

    In Beimerstetten sind damit künftig drei Bahngleise im Betrieb, so viele wie beispielsweise in Geislingen/Steige. Aufzugsschächte sind vorbereitet, Aufzüge werden von der DB aber erst ab 1.000 Fahrgästen täglich finanziert - aktuell seien es wohl 300-400. Auch eine Verlängerung der Unterführung bis jenseits der Gleise wurde planerisch berücksichtigt, aber noch nicht gebaut - denn da gibt es ja noch nix. In der Gesamtschau ist das bedauerlich, aber der DB ist da nichts vorzuwerfen.



    In der Zukunft wird es im Westen Beimerstettens die Ortsumgehungsstraße geben, und auch ein Bushaltepunkt ist im Gespräch, um für die umliegenden Gemeinden einen komfortableren Umstieg in die Bahn Richtung Ulm (keine zehn Minuten) oder Filstal/Stuttgart zu ermöglichen. Die OU soll circa dort, wo die L 1239 auf die K 7403 trifft (ganz links unten) nach Norden geführt werden und vor dem Wald nach Osten schwenken, um hinter dem Gewerbegebiet im Norden auf die L 1165 zu treffen. Zwischen der Bahnstrecke und der neuen OU entsteht damit ein Streifen, der für eine gut angebundene gewerbliche Entwicklung gut geeignet wäre.

  • Nachtrag:


    ÖPNV-Übernahme beschlossen – es gibt aber große Risiken [SWP+]

    Zitat

    Die Debatte dauerte zweieinhalb Stunden: Der Neu-Ulmer Stadtrat hat dafür gestimmt, dem Landkreis den Busverkehr zu entziehen. Ob das so wirklich so kommt, ist aber offen.


    Die Entscheidung, die letztlich mit deutlicher Mehrheit (24:15) ausfiel, wurde auch in der Verwaltung kontrovers diskutiert:

    Zitat

    So plädierte Stadtbaudirektor Markus Krämer aus Sicht des Planers klar dafür. Die Stadt wachse, also müsse der ÖPNV ausgebaut werden, müssten mehr Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen. „Es geht gar nicht anders.“ Immer mehr könnten sich eine andere Form der Mobilität auch nicht mehr leisten. Dazu komme der unaufschiebbare Kampf gegen den Klimawandel. Der ÖPNV könnte natürlich mit dem Landkreis weiterentwickelt werden, sagte Krämer. Aber mit der Übernahme habe die Stadt die Hand drauf und könnte mit Ulm ein einheitliches Angebot schaffen. [...] Kämmerin Susanne Moroff freilich warnte vor der Übernahme: Die Stadt habe gerade erst eine Haushaltskonsolidierung hinter sich gebracht. Wie berichtet, werden etwa zahlreiche Gebühren erhöht – auch für die Kitas. Die Kommunalaufsicht schätze die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt als kritisch ein, könnte die ÖPNV-Übernahme daher sogar stoppen.


    Hinzu kommt, dass die Finanzierung und steuerliche Behandlung einer Beauftragung der SWU mit einem eigenen NU-Stadtverkehr über die Beteiligung der Stadt an den SWU, die von 6 Prozent auf 19 Prozent erhöht werden soll, ziemlich komplex ist.


    Ich kann die Gegenargumente verstehen, aber für mich persönlich wiegen die strategischen und langfristigen Erwägungen schwerer. Neu-Ulm ist an einen Punkt angelangt, an dem es einen Sprung machen muss. Wegen der Doppelstadtsituation hat sich auch rechts der Donau ein großstädtisches Gepräge ausgebildet, das schlicht nicht mehr mit (ambitioniertem) regionalen Verkehr bedient werden kann.

  • Umgehungsstraße Beimerstetten: Wann wird sie gebaut? [SWP+]

    Zitat

    Der nächste Schritt zur verkehrlichen Entlastung des Ulmer Nordens ist der Erörterungstermin am Mittwoch, 19. Oktober.

    Wenn alles gut läuft, sollte das Planfeststellungsverfahren im ersten Halbjahr 2023 eröffnet werden können. 2018 wurden die Kosten für die OU einschließlich einer Unterführung der Bahnstrecke auf 11,3 Mio. Euro taxiert. Ist es normal, dass die Erörterung morgen nichtöffentlich ist?

  • Ich war aber tatsächlich überrascht, wie günstig man doch innerhalb BW unterwegs sein kann auf diese Weise und werde das sicherlich nach der Pandemie wieder öfter nutzen, zumal wenn das bundesweite 49-Euro-Ticket tatsächlich kommen sollte.

    Ich glaube das 49€ Ticket wird in der Region Ulm einen riesen Umschwung geben im ÖV. Durch die Grenzlage konnte man zwar teilweise vorteilhaft jeweils die Länderangebote auswählen, war aber ansonsten doch immer im DING Bereich eingesperrt, sorry, wenn ich das so formulieren muss. Ich wollte einmal von Krumbach aus zum Illertal rüber wechseln mit ÖV, nicht nur waren die Verbindungen rar, es brauchte auch zwei Tickets. Das macht keiner mit normalerweise (und mMn auch ein Grund für die hohe Autoquote zwischen Günz- und Illertal). Der ganze Ärger mit dem Regio-S-Bahn Konzept und eben jenen Verbünden, die vielleicht mitmachen, vielleicht dann doch nicht, dürfte sich ebenso relativieren und die Kooperation attraktiver werden.

  • Der Verkehr muss besser gelenkt werden [SWP+]

    Zitat

    Der 1,8 Kilometer lange Neubau der L1165 um Beimerstetten wird den Ort deutlich vom Verkehr entlasten. Auch die Nachbargemeinde im Norden von Beimerstetten fordern Verbesserungen für ihre Dörfer.

    Daraus:

    Zitat

    Die Punkte, die die Gemeinde betreffen, seien zu seiner Zufriedenheit besprochen werden, sagt Bürgermeister Andreas Haas. Als ein Beispiel nennt er die geplante Linksabbiegespur von der Umgehung zur Tomerdinger Straße Nummer 1. Hier prüfe die Gemeinde nun, ob diese auch für den Verkehr ausreichen wird, wenn in dem Bereich ein Gewerbegebiet entsteht.


    Hatte ich weiter oben mal erwähnt:

  • Der Großteil des Videos dreht sich um den Energiewandel, aber schaut die ersten 3 Minuten, da wird viel zur Mobilitätswende in der Nachbarstadt Tübingen berichtet:

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.


    Ich finde, da staunt man schon ganz schön, was da scheinbar infrastrukturell gemacht wurde, und vor allem auch in Ulm möglich gewesen wäre.

  • "Die Stadt tut etwas dafür um den Umstieg zu erleichtern" (Verkehrswende vom MIV zum Fahrrad)


    Leider im Gegensatz zu Ulm.

    Genannt sei nur:

    Immer noch kein Fahrradparkhaus am HBF; keine Freigabe des obersten Parkdecks für Fahrräder im neuen Parkhaus; keine Abtrennung des Radfahrstreifens am Theater, stattdessen nur ein paar Piktogramme auf der MIV-Fahrbahn; seit 4 Jahren kein Bau eines 300m langen Radwegs am Michelsberg; Wiederherstellung des Status Quo am Weinbergweg mit Parkplätzen und MIV-Fahrbahn garniert mit schmalen Radfahrstreifen...


    Die Liste könnte ich jetzt über mehrere Seiten so weiterführen, auch fürs Neu-Ulmer Stadtgebiet.

  • Na ja, die Parkplätze im neuen Parkhaus im ersten Stockwerk sind mittlerweile ganz gut gefüllt. Zumal dort auch die Ladestationen sind.

  • Ich finde das zeigt sehr schön, dass man in Neu-Ulm zu den Großen schaut. Ich kenne viele Städte der Größe Neu-Ulms (und größer!), wo es gerade mal für die Bahn solche digitalen Schilder gibt. Oder irre ich mich da? Wäre ja ein gutes Zeichen für eine Doppelstadt über die Grenzen hinweg.

  • Ich finde das zeigt sehr schön, dass man in Neu-Ulm zu den Großen schaut. Ich kenne viele Städte der Größe Neu-Ulms (und größer!), wo es gerade mal für die Bahn solche digitalen Schilder gibt. Oder irre ich mich da? Wäre ja ein gutes Zeichen für eine Doppelstadt über die Grenzen hinweg.

    Das Problem in Neu-Ulm war ja bisher, dass die eingesetzten Busse (außer der der SWU) ihren Standort nicht übermittelt haben. Das hat aber etwas mit dem Thema ÖPNV gesteuert durch den Landkreis zu tun. Da hat es Ulm einfach leichter, so etwas umzusetzen.

    Schwach ist, dass die SWU zwar eine Internetseite mit den Echtzeitdaten hat https://echtzeit.swu.de/, jedoch von der Politik nichts spürbares gemacht wird, die Anzeige für alle Linien aufzuführen. Denn nicht an jeder haltestelle, braucht man unbedingt eine nicht gerade günstige Anzeige (Strom-, Internetanschluss,...). Hier würde eine gute App auch Abhilfe schaffen.


    Dort wo übrigens die SWU Linien fahren, gibt es in Neu-Ulm solche Anzeiger (z.B. Rathaus Neu-Ulm). Andere Städte mit ähnlichen Einwohnerzahlen, wie z.B. Offenburg, Friedrichshafen oder Göppingen, haben solche Systeme auch oder teilweise. Also jetzt nichts besonderes für Neu-Ulm.