Neubau Hauptbahnhof (Citybahnhof)

  • Lest I forget:


    Es gibt einen neue Zwischenbericht zum Masterplan Citybahnhof. Folgende Inhalte:

    • Neubau des Bahnhofsgebäudes erst ab 2020 möglich. Ziel: gemeinsame Eröffnung mit der NBS. Davon wurde auch in der SWP berichtet.
    • Die Anbindung des Bahnhofsstegs an die Gleise ist bereits in Planung. Die Bahn will 2017 mit dem Bau beginnen.
    • Denn: Die Bahn-Tochter DB BahnPark erwägt, die freiwerdenden Flächen an der Schillerstraße südlich vom Steg mit einem Parkhaus zu bebauen. Dieses soll dann über den Steg an die Gleise angebunden werden und nicht in Konkurrenz mit einem Parkhaus über dem ZOB stehen, damit es wirtschaftlich interessant ist. Die Flächen sollen ebenfalls ab 2017 bereitstehen.
    • Es gibt - wie auch immer geartete - städtische Planungen für den Bereich der Haltestelle Ulm-Ost an der Gaisenbergstraße. Anscheinend möchte die Stadt umliegende Liegenschaften erwerben, aber die Bahn zögert, da diese für einen eventuellen zweigleisigen Ausbau der Strecke relevant sein könnten.

    Letzteren Punkt finde ich interessant. Es stellt sich die Frage, was genau die Stadt da plant.


    Ich hatte mal spekuliert, dass hier ein kleiner Bahnhofssteg und eine Quartiersgarage interessant wären. Die komplette Blockmitte zwischen der Ecke Frauenstraße/Karlstraße und Radio 7 ist maximal unansehnlich und kann gerne durch eine attraktivere Bebauung ersetzt werden. Eine Quartiersgarage darunter könnte die Parkplätze am Bahnhalt obsolet machen, was Platz schafft für einen begrünten Quartiersplatz. Vielleicht sogar mit einem aufgejazzten Kiosk als Pseudo-Bahnhofsgebäude :). Sehr cool und S-Bahn-mäßig wäre ein zweiter Bahnsteg...

  • Nur keine Angst oder Sorge, später mit dem Neuen Bahnhof wird das alles ganz anders und großzügiger werden, da bin ich mir sicher.
    Zur jetzigen Zeit gibt es sicher keine andere Möglichkeit.
    Mit dem Neuen Bahnhof soll der Subway-Unterführung ja weitergehen, dann fällt diese dumme Treppe weg und es geht gerade durch zur unteren Bahnhofsebene, dann wird mann dort im inneren des Bahnhofs mit Rolltreppen etc. nach Oben kommen. Da aber jetzt ja durch höhere Bahnhofsebene mit der Treppe vor der Halle der Aufgang von Unten ca. 15 Meter vorm Bahnhof ist, ist eine größere Lösung sicher zu früh.

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  • Mittelprächtige Nachrichten zum Citybahnhof. Es gibt einen neuen Bericht zum Masterplan, der vor allem die Konzeption des Bahnhofsvorplatzes und der ÖPNV-Haltestelle, aber auch in Nebenbemerkungen den Bahnhof selber betrifft. Nachzulesen bei der Bürgerinfo.


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    (Weiterentwicklung; Quelle: Stadt Ulm, Anlage 2; Bild- und Urheberrecht: ARGE Hummert Hullak Rannow)


    Der Entwurf von Hullak Rannow, der 2014 den Wettbewerb gewonnen hatte, ist unter anderem auch anlässlich neuer Randbedingungen umgeplant worden. Heißt in diesem Fall: Nicht mehr wiederzuerkennen, wenn man die Anlagen 1 (Ursprungsentwurf) und 2 (Weiterentwicklung) in der Bürgerinfo vergleicht. Andere Überdachung an anderem Ort, neue Unterstände, mehr Bäume -- vielleicht etwas streng nach Raster angeordnet.


    Eine der neuen Rahmenbedingungen war die Entscheidung für die Bahnhofsgaragenvariante Süd, eine andere -- und eine, wie ich finde, schlechte Nachricht -- die sich abzeichnende Haltung der Bahn, dass eine grundlegende Neuordnung des Bahnhofs nicht in Aussicht gestellt werden kann. Dazu ein Zitat aus der Beschlussvorlage:


    Zitat

    Weitere Bahn-interne Untersuchungen haben zwischenzeitlich jedoch gezeigt, dass aufgrund der bestehenden Bahninfrastruktur eine grundlegende Neuordnung des Ulmer Hauptbahnhofs (Empfangsgebäude, Technikzentrale, Postbahnhof) nur mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand und damit nicht wirtschaftlich möglich wäre. Die Deutsche Bahn überprüft aktuell gemeinsam mit der Stadt Ulm, ob im Rahmen eines gestuften Konzepts als erster Baustein der Ersatz der zentralen Einganghalle in Frage kommen könnte. Die angestrebte grundlegende Neuordnung des Hauptbahnhofs wäre dann in weiteren Schritten zu einem späteren Zeitpunkt vorstellbar.

    Wenn ich mich richtig erinnere, geht es primär um Bahntechnik, die auf Ebene -1 unter dem Bahnhofsgebäude untergebracht ist. Anscheinend scheut man nun doch die Ausgaben für ein Technikgebäude, respektive denkt nicht, dass man durch die Vermarktung der gewonnen Flächen die Kosten wieder einspielt.


    Jedenfalls wird zwar angedeutet, dass das alles nur aufgeschoben und nicht aufgehoben wird -- aber mal ehrlich, wer einige Millionen in eine neue Eingangshalle steckt, wird diese nicht ein paar Jahre später wieder abreißen. Das ist ein Rückzug vom Citybahnhof auf Raten. Dabei geht es mir auch weniger um das Ensemble an sich; die einzelnen Gebäudeteile lassen sich Stück für Stück austauschen, und die Raumkante an sich ist ja auch okay. Aber eine neue Eingangshalle nach dem Muster der jetzigen zementiert den aktuellen Stand der Wegebeziehungen und verhindert nachhaltig, dass das zentrale Kernelement des Citybahnhofs und sein eigentlicher Clou je kommen wird: die durchgängige, breite und plangleiche Unterführung zwischen Sedelhöfen, Bahnhof und Schillerstraße/Westportal. Eine neue Halle ist da kein guter Trostpreis.
    Es wäre schon arg ironisch, wenn angesichts der vielen Planungen und Planungskosten am Ende dasselbe rauskommt, was man eh schon hat. Bahnhof, Vorplatz, Überdachung, Unterführung, Haltestelle, Friedrich-Ebert-Straße -- alles wie bisher, nur ein bisschen hübscher. Und mit einer Tiefgarage, klar, aber eben ohne wirklich spürbaren funktionalen oder städtebaulichen Mehrwert, der die Baustellenzeit und die vielen Kosten rechtfertigt.


    Verzeiht bitte dieses Geschwafel, aber mit jeder Zeile steigerte sich beim Tippen meine Enttäuschung über diese mauen Aussichten etwas mehr . Wäre vielleicht besser, wenn der Gemeinderat sich bei der Bahn höflich bedankt, aber vorerst auf die neue Eingangshalle verzichtet, das Projekt Citybahnhof einfriert und erst 2021+ wieder in Angriff nimmt.


    ss+(2016-04-05+at+05.47.43).png
    (Quelle: Stadt Ulm)


    Die neue Randbedingungen wirken sich auch auf den ZOB aus. Wie wir wissen, soll dieser (teilweise) überbaut werden. Die Ein- und Ausfahrten der Tiefgarage in der Variante Süd sind jetzt fix, sodass Zu- und Ausfahrt des ZOB im Kontext der Überbauung und der Verkehrsqualität auf der Friedrich-Ebert-Straße geprüft werden müssen. Die Verwaltung hat dazu mehrere Varianten prüfen lassen, die ebenfalls (Anlage 4) in der Bürgerinfo abrufbar sind. Die Tendenz der Verwaltung geht wohl zu Variante 2 (oben abgebildet); diese gibt der geplanten Überbauung zumindest zwischen Steg/Blockrand und Zufahrt ein vollwertiges EG, womit es nicht komplett aufgeständert werden müsste, sondern nur zu einem Teil. Hieße aber auch, dass man den ZOB kompakter planen muss. Übrigens soll hier, am Steg, auch die Fahrradgarage unterkommen, die ursprünglich für die Bahnhofsgarage geplant war -- nicht verkehrt, so direkt am Steg mit seiner zukünftigen direkten Bahnsteiganbindung.


    Was gibt's noch? Es dürfte schwierig werden, einen gewünschten Radstreifen auf der östlichen Seite der Friedrich-Ebert-Straße (Sedelhöfe/Bahnhofstraße) unterzubringen. Frisst im Wesentlichen entweder den Gehweg oder eine Fahrspur für den MIV auf, und ein Verkehrsgutachter soll nun die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der Straße untersuchen. (Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wieso der großzügige Radweg auf der Westseite nicht reichen soll.) Eilt aber alles, denn noch vor der Sommerpause soll der Projektbeschluss herbeigeführt werden.

  • Nach ein paar Jahren Abstinenz, wollte ich mal wieder aktiv werden und sage Hallo aus mittlerweile München. Und zwar mit einer meiner Projektarbeiten zur Gestaltung des Bahnhofs-Hauptgebäudes und Umgebung. Der Entwurf stammt von Ende 2009 und eigentlich schade, dass ich ihn nicht früher zeigte.
    Ansatz ist hierbei das Riegelgebaude schwebend auf zwei Körpern zu platzieren. Der Clou, es entsteht dadurch ein direkter Blick vom Zug auf die Stadt und umgekehrt. Im EG ist Platz für hektisches Treiben mit Reisezentrum, max. 3 Shops geschaffen. Oben hingegen ist der Raum für ein Einkaufszentrum zum längeren Verweilen angedacht. Durch das Öffnen des EGs ist es auch möglich parkähnliche Strukturen zu integrieren.
    Viele Grüße, Hafenbad






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  • Hallo Hafenbad,
    herzlich willkommen zurück.
    Dein Modell ist sehr beeindruckend und gefällt mir auch von der Formgebung sehr.
    Es lässt allerdings einige Tatsachen außen vor:
    1. Auf dem Gelände deines Bahnhofes befindet sich noch das Intercity-Hotel. Das wird definitiv stehenbleiben.
    2. Auch die Situation an der Hauptpost wird nicht so bestehen bleiben, dort wird sich sogar bis an die Straßenkanten alles verändern.
    3. Ebenso lässt deine Vorstellung außer Acht daß sich die Einkaufspassage, wie bis jetzt geplant, nicht im 1. OG des Empfangsgebäudes befinden soll sonder zwei Stockwerke darunter in einer unterirdischen Passage, die Sedelhöfe/Bahnhofsstraße, Tiefgarage unter der F.-Ebert-Str. sowie das Empfangsgebäude und die westwärts gelegen Schillerstraße verbinden soll.
    Mir fehlt da leider auch das "platzartige", das Gebäude rückt mir etwas zu nahe an die Straße heran. Sollen die Tram-und Buslinien unter der vorkragenden Fassade zu liegen kommen?
    Angesichts der Tatsache daß die Deutsche Bahn ihren Neubau zurückgestellt hat (finanzielle Gründe?) befürchte ich auch daß das dann eher ein nüchterner Zweckbau sein wird...

  • Hallo Hafenbad,


    Schön wieder was von dir zu lesen. :) Deine Projektarbeit gefällt mir sehr gut. Das sich in seiner Formsprache zum Bahnsteig hin spiegelnde futuristische Hauptgebäude hat viel Potential. Einen fließenden Übergang sprich Verbindung vom Hbf zum Hotelturm würde Ich mir aber wünschen. Übrigens, der fast skulptural anmutende Hotelturm gefällt mir in Form und Gestaltung richtig gut.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • Hallo Hafenbad,


    willkommen zurück (hoffe ich) und vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Wenn ich das richtig verstehe, war das eine Projektarbeit aus deiner Studienzeit? Dann wäre man ja schön blöd, nicht etwas Spektakuläres auf die Beine zu stellen :D .


    Ich bin ein großer Fan des grün-blau-violetten Farbverlaufs, der das Gebäude inszeniert. Hat etwas von gutem modernen Industriedesign, vor allem in der Gestaltung von User Interfaces für Betriebssysteme. Inszenatorisch auf jeden Fall top, und wenn das über gefärbte Fensterscheiben gegangen wäre, dann wäre auch das Raumgefühl im Innenraum sicher besonders ausgefallen. Auch, dass das wuchtige Hauptgebäude diese segelartige Überdachung der Bahnsteige (Glas? Solar?) quasi verankert, finde ich spannend.


    Nicht anfreunden konnte ich mich mit dem ungebrochenen Blick vom Bahngleis auf die Stadt und umgekehrt, auch wenn das wohl im Mittelpunkt deiner Überlegungen stand. Das erinnert mich in seiner großen Offenheit eher an kleinere Provinzstationen. Großstädtische Bahnhöfe zeigen das selten. Klar kann man das brechen und damit spielen, die Überlegung kann ich nachvollziehen, aber ich glaube, zum Beispiel dem Platzgefühl vor dem Bahnhof tut eine präsente und ansprechend gestaltete, vor allem aber durchgängige Fassade als echte Raumkante gut.


    Aus demselben Grund finde ich auch den Baumbestand und die verschwenkte ÖPNV-Fahrspur etwas schwierig. Der viele Raum auf dem Bahnhofsvorplatz ist auf einmal sehr, sehr klein geworden. Der Kontrast zwischen dichter Bebauung in der Innenstadt und dann dieser lose baumbestandenen Fläche wirkt nicht ganz rund auf mich.


    Beim Hotelturm schließe ich mich im Übrigen Thorsten an -- klasse, so einen platzprägenden Solitär braucht es in der Nähe auf jeden Fall. Vielleicht als nördlicher Platzabschluss? Oder als Bahnhofsturm à la Freiburg?


    Auf jeden Fall vielen Dank! Was sagst du als Experte eigentlich zu den alten Wettbewerbsbeiträgen auf competitionline?

  • Im Bezug auf den Durchschlag am Albabstiegstunnel, kam es zu einem sehr interessanten Interview mit Bahnchef Rüdiger Grube:


    Die Bahn AG will den Ulmer Hauptbahnhof bis zur Eröffnung des Bahnprojektes Stuttgart 21 und der Neubau-Schnellfahrstrecke von Stuttgart nach Ulm, also voraussichtlich bis 2021, neu gestalten. Das sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Dienstag im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Bisher lagen keine Angaben der Bahn zu Umbau-, Neubau- oder Zeitplänen in Ulm vor. In der Stadt gab es bisher Befürchtungen, dass die Bahn die Neugestaltung des in den 80er Jahren letztmalig modernisierten Hauptbahnhofs auf unbestimmte Zeit hinauszögern könnte.


    Genaueres wird natürlich nicht mitgeteilt, ein neuer Anstrich kann natürlich auch eine "Neugestaltung" sein. Aber für mich hört es sich zumindest so an, als sei das Projekt noch nicht ganz
    unter den Teppich gekehrt.. :D

  • Dürfte ziemlich sportlich werden, bis 2021 noch aus dem Stand die Planungs- und Bauleistungen für eine neue Bahnhofshalle zu erbringen ?( . Aber interessant, dass hinter den Kulissen Bewegung in der Sache ist. Es steht und fällt mit der Frage, ob die Bahn ihre unterirdische Technik für ordentlich Geld verlegen will. Eigentlich kann man nur so "etwas sehr Schönes machen".


    Vielleicht macht sich bemerkbar, dass Dobrindt überraschend Kohle für die DB springen lässt; es geht aufs Wahljahr zu, und die SPD will beim Thema Verkehr punkten. Hauptsache, wir kriegen etwas ab ;) .

  • "Barrierefrei" bezieht sich wohl darauf, dass der Steg ab 2017 Aufzüge (und Treppenabhänge?) zu den Bahngleisen erhält. Das andere mit der Halle entspricht dem, was in der Schwäbischen stand.


    Einerseits freue ich mich, dass die Sache nicht vom Tisch ist, aber andererseits befürchte ich auch, dass eine lieb gemeinte und vielleicht auch hochwertige Sanierung des Bestands die Möglichkeiten verbaut, die Reiner genannt hatte. Mal schauen, was rumkommt...

  • Nun da steht uns ab nächstem Frühjahr ja einiges bevor, aber warum nimmt man für den Bahnhof nicht einen Investor, über so eine Möglichkeit habe ich noch nichts gehört. Wenn der Bahn alles zu teuer ist so wie die Stadt es sich wünscht.

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  • Nun da steht uns ab nächstem Frühjahr ja einiges bevor, aber warum nimmt man für den Bahnhof nicht einen Investor, über so eine Möglichkeit habe ich noch nichts gehört. Wenn der Bahn alles zu teuer ist so wie die Stadt es sich wünscht.

    Ich hatte ja mal im Spaß erwähnt daß die Stadt das Bahnhofsgebäude kauft, abreißt und eine neue Bahnhofshalle so baut wie sie es sich wünscht. :D
    Fragt sich was die DBAG verlangt und wo sie dann ihre Technik und Büros reinsteckt... oder ob die Stadt Ulm dann einen Teil des neuen Bahnhofsgebäudes an die DBAG vermietet?

  • Laut den bekannten Infos der Presse hat die DB die ganzen Anlagen unter und vor der alten Halle, bzw. dem Bahnhofsgebäude. Es war die Rede davon das bei einem kompletten Neubau des Bahnhofs mit Halle ein Neues Gebäude an der Stelle der alten Paketstelle der Bahn nötig wäre. Die letzten Meldungen auch das da mindestens 170 Mill. nötig wären und das lehnt H. Grube ab. Es kann also nur eine kleine Lösung geben, dann wird es aber auch nichts mit einer durchgehenden Passage.

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  • Na, 170 Millionen werden es schon nicht werden :D . 2014 war von DB Immobilien angedacht, die komplette Bahntechnik mit Sozialräumen, Verwaltung und angehängten Funktionen (Bundespolizei, Telekommunikationsanlagen, Krisenleitstelle) in einen dreigeschossigen Neubau an Stelle des heutigen Expressgutgebäudes zu verlegen. Grundfläche 900 m², Raumbedarf knapp 3.100 m², wobei das zweite Obergeschoss nur zur Hälfte verplant gewesen wäre. Die Bahn hat mit Gesamtkosten von 13,6 Millionen Euro kalkuliert.


    [Blockierte Grafik: https://vgy.me/jt0bzO.png]
    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: DB Immobilien)


    Ich halte die Kosten nicht für unüberwindbar. Im Gegenteil, durch diverse Maßnahmen ließen sie sich noch senken. Drei Geschosse sind an dieser Stelle nichts, DB Immobilien könnte an dieser Stelle auch problemlos mit sieben und mehr Geschossen planen und die Flächen vermieten, um das Vorhaben zu refinanzieren. Ich hatte damals fantasiert, dass sich vielleicht auch Post und Telekom in das Gebäude einmieten könnten, um den Ex-Staatskonzern-Tower komplett zu machen ;) .


    Etwas mehr Kosten bereiten würde eine Verlegung des Stellwerks von der Schillerrampe hierhin, aber die Bahn hätte dann auch bei Verwaltung und Sozialräumen Synergien und die Stadt würde das Grundstück des alten Stellwerks sicherlich gerne für die Bebauung der Schillerrampe erwerben. Die Stadt wiederum könnte die Ausgaben teilweise refinanzieren durch den späteren Verkauf der arrondierten und überplanten Schillerrampe-Flächen.


    2017-2018 Finanzierungsvereinbarungen und Planungen, 2019-2021 Bau, dann Inbetriebnahme Technik und Stellwerk und Übernahme der alten Gebäude und Grundstücke (Bahnhofshalle, Stellwerk) für Abriss und Neubebauung, deren Planungsprozess 2019-2020 laufen würde. So in etwa stelle ich mir den Idealfall vor.


    Den größten Batzen für die Bahn sehe ich eher bei der neuen Gleisunterführung, die nun einmal in ihre Verantwortung fällt. Wobei es für solche Vorhaben vielleicht auch Mittel vom Stadtumbau West gibt, wer weiß. Ist ja städtebaulich hochwertvoll, eine durchgängige fußläufige Verbindung zwischen Dichterviertel und Innenstadt sowie von beidem zu den Gleisen herzustellen.

  • Citybahnhof: Nur die kleine Variante? [NUZ]

    Zitat

    Die Bahn sicherte für 2018 den seit Jahren geforderten barrierefreien Zugang aller Gleise zu. Warum sich die Freude darüber im Stadtrat allerdings in Grenzen hält.

    So ziemlich unser Stand der Dinge. Die 40 Millionen Euro für den Durchstich von der Bahnhofspassage zur Schillerstraße halte ich für plausibel (ist ja viel Gelände unter laufendem Bahnverkehr), aber die 130 Millionen Euro für den Rest... Die Investitionssumme für die Sedelhöfe beträgt 200 Millionen Euro inklusive mehrgeschossiger, großflächiger Tiefgarage. Ich kann mir diese große Zahl nur dadurch erklären, dass in diesem Preis inklusive alle Bahnsteige erneuert würden.

  • Stadt macht Druck beim Citybahnhof [SWP]

    Zitat

    Die Planungen rund um den Citybahnhof gehen Stadträten und Stadtspitze nicht schnell genug voran. Zwei Themen liegen ihnen besonders am Herzen, zeigte sich bei den Haushaltsberatungen: die barrierefreie Erreichbarkeit der Bahnsteige und der Bau des Pendler-Parkhauses auf der Westseite der Gleise. „Wir brauchen das Park & Ride-Parkhaus möglichst schnell“, sagte OB Gunter Czisch. Bauherr ist derzeit die Deutsche Bahn, doch das muss nicht so bleiben. „Wenn die Bahn nicht baut, bauen wir und steigen als Investor ein.“ Das Parkhaus müsse zügig entstehen.

    Das ist (mir zumindest) neu, dass die Stadt beim Parkhaus so viel Druck macht. Stelle ich mir aber schwierig vor, die Bahn braucht die Gleisflächen wohl noch eine Weile, und der ZOB West wird noch ein paar Jährchen stehen und viel Verkehr in der ausgelasteten Schillerstraße erzeugen.

  • War vorhin ein bißchen auf Drehscheibe-Online (DSO) unterwegs und habe da einen schönen Bildbericht über den Hauptbahnhof in Münster (Westf) gesehen.
    Schöne Glasfront, breite unterirdische Passage mit verschiedenen Geschäften und Dienstleistern sowie an jedem Bahnsteigaufgang Rolltreppen. SO stelle ich mir Ulm HBF vor, mit der Verlängerungsoption unter dem Bahnhofsvorplatz durch bis zur Tiefgarage und Sedelhöfe.


    https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?003,8240077