Allgemeiner Diskussionsthread & Lounge

  • Das mit dem Gewerbegebiet habe ich vor circa über einem Jahr hier mal in einem Thread erwähnt :D

    Da hatte ich mich nämlich ganz frisch "aufgeregt" das in meiner Heimat ein Gewerbegebiet ausgeschrieben wurde , welches direkt an der nun elektrifizierten württemberger Allgäubahn liegt. Aber nicht den Ansatz eines Gleisanschlusses angedacht war.

    Genau, war ja, glaube ich, im Zusammenhang mit Merklingen-Nellingen angesprochen.



    Halte ich auch für richtig daß da was gemacht werden soll.

    Aber wenn z.B. in Schwaighofen der damals neugeschaffene Anschluß für den Fruchthof Nagel so langsam ausstirbt (lt. Aussage eines befreundeten Lokführers war da schon länger nichts mehr) und auch Holz Götz eigentl. angeschlossen werden könnte aber, nichts passiert, dann muß da auch in den Köpfen der Verantwortlichen erst mal was passieren.

    Vor diesem Hintergrund fand ich ja die Argumentesammlung der Allianz pro Schiene so interessant. Selbst bei bestehendem Schienenanschluss wird dieser nicht genutzt, wenn die Randbedingungen nicht stimmen - und einige wie etwa das Dieselsteuerprivileg bei Lkw waren mir gar nicht bewusst. Das sind dann rein politische Entscheidungen, und zwar für den Straßen- und gegen den Schienengüterverkehr. Vom guten Zureden und Werben verschiebt sich da nämlich gar nichts, man muss schon steuernd eingreifen.

  • Ich kann das schon verstehen, die wenigsten Unternehmen können gleich einen ganzen Zug bestellen, das ist aber so ziemlich das Einzige, das sich rentiert - sowohl wie von Reiner kritisiert bezüglich der Transportdauer, als auch vom infrastrukturellen und personellen Aufwand. Insofern finde ich richtig, dass die Bahn als unternehmerisch wirtschaftender Staatsbetrieb gesagt hat, wir steuern das anders als es früher als Behörde war und reduzieren laufende Fixkosten. Dazu zählt nun mal die hundertste Weiche und leider aber auch größere Redundanzen im Schienennetz. Mit der jetzt hoffentlich vollzogenen Wende wird die Infrastruktur auch in meiner Erwartung dann nicht mehr kaputt gespart bzw. versilbert.

    Heißt aber für mich nicht zurück zu den Anfängen, sondern schauen, wie man die Konkurrenzfähigkeit wieder her stellt. Corona bot da gute Ansätze. So brach der internationale LKW Verkehr zusammen, während die Züge fuhren. Es sollte also unbedingt innerhalb Europas sämtliche Grenzhürden abgebaut werden, was mit Loks, die für mehrere Länder gebaut werden ja auch in die Richtung geht aber noch viel zu schwach ausgerpägt ist, siehe zu unseren östlichen Anrainerstaaten. Auch den Containerumschlag halte ich für richtig mit entsprechenden Hubs wie hier in in Ulm, der Vergleich von cortauri finde ich sehr trefflich, wie das Paketlogistiknetz der Post. Wenn man immer nur eine große Box (den Container) umschlagen muss, ist es nicht so dramatisch mit dem Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsträgern.

    Entsprechend wenig sinnvoll halte ich aber persönlich aus den Gründen in jedes Gewerbegebiet eine Schiene zu legen. Elektrische Lastwagen können diese letzte Meile zum Hub sehr günstig bewältigen. Etwas zynisch, es wäre also gerade recht, wenn es jetzt nur noch reichweitenarme Elektrotrucks geben würde. ;) Was mir deutlich mehr bedeuten würde, wäre, dass jedes Industrie- und Gewerbegebiet verpflichtend auf irgendeine Weise per ÖPNV/Fahrrad/Fuß erschlossen werden muss. Nur als kleines Beispiel, ich wollte jetzt in kurzer Zeit schon zweimal in München in einzelne Gewerbegebiete, einmal zum Einkaufen, und einmal weil dort ein FabLab gelegen war das ich besuchen wollte. Es gab einfach keinerlei Weg dorthin zu kommen ohne Auto. Der Bus hielt etwa 500m entfernt als nähester ÖPNV Anschluss und dann gab es aber von dort nicht mal einen Fußweg entlang in die Gewerbegebiete, geschweige denn von sicheren Übergängen über die Straßen. Ich hoffe das ist in Ulm besser, jedoch habe ich beim ISEK in Neu-Ulm genau diese Beschwerde auch gelesen zum Gewerbegebiet.

  • Interessant, danke, dass mit dem analogen Plan für den Personenverkehr die IREs beendet wurden ist schon schade. Wobei seit Mora-C meines Wissens nach auch die privaten Cargounternehmen speziell die lukrativen Ganzzugaufträge der Bahn streitig machen.


    Seit Mora-C bietet die DBAG keinen Einzelwagenverkehr zu Firmen mehr an.

    Aber warum sollte man dann in jedes Industriegebiet Gleise legen, wie vorgeschlagen? Es braucht ja dann recht spezifische Unternehmen vor Ort, die anderes als Einzelwagenverkehr gebrauchen können.

  • Es muß ja nicht jedes Gewerbegebiet sein, aber wenn die Firmen geeignet sind und es sich durch die Nähe einer Bahnlinie anbietet?

    Ja,dass es heute gar nicht mehr erwogen wird ist schon schade, kam sogar vor Kurzem erst ein Beitrag im Fernsehen wo ein Unternehmen sich glatt den Bahnanschluss auf eigene Kosten gebaut hat, das war also was super Besonderes ;)

    Aber vielleicht denke ich da einfach zu sehr im Sinne der new economy und deren economy of scale. Skalieren kann man bei Individuallösungen im Nicht-Digitalen wohl kaum. Wenn es tatsächlich ökonomisch heute machbar ist so zu transportieren, schließe ich mich gerne dieser Meinung an. Vielleicht muss ich dazu mal außerhalb Deutschlands gucken.

  • Wir hatten zuletzt immer mal wieder über den Ladenbesatz und Ladenleerstände in Innenstädten gesprochen, und es ist anzunehmen, dass das Thema in den nächsten Monate noch mehr an Dynamik gewinnt. Ich wollte daher den folgenden, sehr lesenswerten Artikel teilen:


    Was kommt nach der Einkaufsstraße? [brand eins]

    Zitat

    Nicht erst seit Corona werden die Innenstädte leerer – das muss kein Nachteil sein.

    Zugegeben finde ich ihn auch deswegen lesenswert, weil er meine eigenen Einschätzungen bestätigt. Die Problematik und Dringlichkeit ist vielen Akteuren bewusst, man sucht nach Lösungen, die auch weitere Nutzungen in die Innenstädte bringen und sie insgesamt weiterentwickeln... aber ohne das Mitwirken der Eigentümer und Vermieter rackert man vergeblich:

    Zitat

    Damit so etwas gelingen kann, muss die Stadt mit vielen Akteuren kooperieren. Oft gestalten sich die Gespräche allerdings schwierig – oder kommen erst gar nicht zustande. [Der Lübecker OB] Lindenau versucht seit Monaten einen Ansprechpartner für die Karstadt-Immobilie zu finden, um zu erkunden, ob die Stadt das Gebäude kaufen könnte. Es gehört einem Immobilienkonsortium mit Sitz in Amsterdam, das wiederum einer Tochter der Deutschen Bank und Goldman Sachs gehört. [...]

    Fast zwei Drittel der Geschäfte in Lübecks zentralen Einkaufsstraßen sind im Besitz von Fonds oder unter der Kontrolle von Immobilienverwaltungen. „Einige von ihnen reden gar nicht mit mir oder interessieren sich nur für Renditeerwartungen und nicht im Geringsten für Stadtentwicklung“, sagt der Bürgermeister. „Da läuft man gegen Wände.“

    Stellt sich die Frage: Was tun?

  • Stellt sich die Frage: Was tun?

    Man könnte den Mietern mehr Macht geben, indem man Leerstand strafbesteuert. Gleiches im Wohnungsmarkt. Setzt Jemand zu hohe Mieten an, wird er schwer schnell und langfristig eine Vermietung sicherstellen können. Dazu muss Scheinvermietung unterbunden werden, durch Umsatznachweis oder Erstwohnsitz. Auch müsste klug begrenzt werden, wie lange Umbauarbeiten möglich sein dürfen ohne Steuer. Nachteil: systemische Krisen wie Strukturwandel, lassen so die betroffenen Immobilien an Wert stärker sinken, da Leerstand zum Kostenfaktor wird. Auch Luxusimmobilien werden deutlich unattraktiver. Lösung wäre, diese Regelung als kommunale Steuer flexibel je nach Stadt gestalten zu lassen.


    Andere Idee: Eine kostspielige, aber begründete Lösung wäre Eigentumsgewerbeflächen im Erdgeschoss in definierten Innenstadtbereichen mit Verkauf an die Stadt bzw. öffentliche Träger zu ermöglichen, heute gibt es Eigentumsgewerbe meistens durch Zwangsversteigerungen. So hat man maximalen Einfluss auf die Gestalt der Stadt und deren Angebot. Damit haben Städte auch ein erhebliches Interesse ihr Zentrum nicht von Außen kannibalisieren zu lassen. Nachteil ist, dass natürlich ein Budget nicht zweimal ausgegeben werden kann, damit fallen Investitionen in andere Bereiche weg, eine Frage des Stellenwerts.

  • Es gab auch vor einigen Tagen eine Meldung daß die Wieland-Werke in Vöhringen die An - und Wegfahrt ihrer Rohstoffe und Erzeugnisse von der Bahn auf LKW-Verkehr umstellen will. Quelle weiß ich leider nicht mehr.

    Es wird spekuliert daß die eigene Rangierlok verkauft werden soll weil marode oder ob in die Schieneninfrastruktur investiert werden muß (v.a. die Bahnübergänge im Stadtgebiet).

    Das wäre auch für die Anwohner und die Ökobilanz nicht gerade der Brüller, vor allem weil eigentlich alle näheren Werke der Firma (Villingen, Ulm, Vöhringen) über Schienenanschlüsse verfügen.

    Wieland hat sich aus ökologischen, logitischen und werkssicherheitsrelevanten Gründen dafür entschieden, den Gleisanschluss für seine Versorgung des Werkes in Vöhringen beizubehalten. Ist denke ich eine gute Nachricht, es sind nämlich tatsächlich täglich zwei Züge die dort verkehren. Da dürften nun also auch neue Investitionen in den Erhalt des Gleises erfolgen.

  • Man könnte den Mietern mehr Macht geben, indem man Leerstand strafbesteuert. Gleiches im Wohnungsmarkt. Setzt Jemand zu hohe Mieten an, wird er schwer schnell und langfristig eine Vermietung sicherstellen können. Dazu muss Scheinvermietung unterbunden werden, durch Umsatznachweis oder Erstwohnsitz. Auch müsste klug begrenzt werden, wie lange Umbauarbeiten möglich sein dürfen ohne Steuer. Nachteil: systemische Krisen wie Strukturwandel, lassen so die betroffenen Immobilien an Wert stärker sinken, da Leerstand zum Kostenfaktor wird. Auch Luxusimmobilien werden deutlich unattraktiver. Lösung wäre, diese Regelung als kommunale Steuer flexibel je nach Stadt gestalten zu lassen.


    Andere Idee: Eine kostspielige, aber begründete Lösung wäre Eigentumsgewerbeflächen im Erdgeschoss in definierten Innenstadtbereichen mit Verkauf an die Stadt bzw. öffentliche Träger zu ermöglichen, heute gibt es Eigentumsgewerbe meistens durch Zwangsversteigerungen. So hat man maximalen Einfluss auf die Gestalt der Stadt und deren Angebot. Damit haben Städte auch ein erhebliches Interesse ihr Zentrum nicht von Außen kannibalisieren zu lassen. Nachteil ist, dass natürlich ein Budget nicht zweimal ausgegeben werden kann, damit fallen Investitionen in andere Bereiche weg, eine Frage des Stellenwerts.

    Erstaunlich tief durchdachte Vorschläge =O. Ich könnte mich mit beiden anfreunden. "Strafbesteuerung" klingt harscher, als es muss - es ist völlig legitim und auch gängig, mit Steuern zu lenken und zu steuern. Allerdings ist ja oft gar nicht mal der Leerstand das Problem, sondern dass inhabergeführte Geschäfte nicht gegen die Zahlungsbereitschaft größerer Filialisten ankommen und es ortsfremden Eigentümern oftmals egal ist, wo die Kohle herkommt.


    Eine andere Idee, die ich hatte: Mehr genossenschaftliche Akteure in den Innenstädten. Genossenschaften im Baubereich kennt man weit überwiegend nur von Wohnungsbaugenossenschaften, aber das genossenschaftliche Konzept ist ja prinzipiell nutzungsneutral. Ob nun eine Wohnungsbaugenossenschaft in innenstädtischer Lage ein Projekt mit gemischter Nutzung realisiert oder sich vielleicht sogar Gewerbebaugenossenschaften herausbilden ist dabei gleich. Fraglich wäre eher, wie interessante Grundstücke und Gebäude an diese Genossenschaften kämen. Das ginge durchaus über ein städtisches Vorkaufsrecht und eine privilegierte Vergabe an genossenschaftliche Träger, würde aber natürlich wieder einen Eingriff in den freien Markt darstellen. Beim offensichtlich vorliegenden Marktversagen in diesem Bereich habe ich da aber wenig Skrupel.

  • "Strafbesteuerung" klingt harscher, als es muss [...]. Allerdings ist ja oft gar nicht mal der Leerstand das Problem, sondern dass inhabergeführte Geschäfte nicht gegen die Zahlungsbereitschaft größerer Filialisten ankommen und es ortsfremden Eigentümern oftmals egal ist, wo die Kohle herkommt.

    Hast recht, der Ton macht die Musik :) Es geht da mehr um die Psychologie, als dass Leerstand ein Problem ist. Wenn ich als Vermieter erheblichere Kosten riskiere, wenn ich meinen Mieter zu stark belaste, dann bin ich vorsichtiger in der Preisgestaltung. Die großen Filialisten kriegt man mit der Maßnahme nicht gesteuert. Wäre aber auch meiner Ansicht nach ein großer Eingriff in den Markt, weil die durch ihre Effizienz, Strategie und Marketing so präsent sind und damit offenkundig kundenfreundlicher sind, wenn man die Abstimmung mit den Füßen sieht. Nein, die Maßnahme richtet sich nur gegen exorbitante Mieten und nebenbei verhindert es Immobilienspekulation, da die Gebäude tatsächlich vermietet werden müssen.


    Eine andere Idee, die ich hatte: Mehr genossenschaftliche Akteure in den Innenstädten. Genossenschaften im Baubereich kennt man weit überwiegend nur von Wohnungsbaugenossenschaften, aber das genossenschaftliche Konzept ist ja prinzipiell nutzungsneutral. Ob nun eine Wohnungsbaugenossenschaft in innenstädtischer Lage ein Projekt mit gemischter Nutzung realisiert oder sich vielleicht sogar Gewerbebaugenossenschaften herausbilden ist dabei gleich. Fraglich wäre eher, wie interessante Grundstücke und Gebäude an diese Genossenschaften kämen. Das ginge durchaus über ein städtisches Vorkaufsrecht und eine privilegierte Vergabe an genossenschaftliche Träger, würde aber natürlich wieder einen Eingriff in den freien Markt darstellen. Beim offensichtlich vorliegenden Marktversagen in diesem Bereich habe ich da aber wenig Skrupel.

    Finde ich eine schöne Idee, wobei es Martkversagen ja eigentlich nicht unbedingt ist. Der Mietmarkt resultiert aus Immobilienspekulation, Renditeoptimierung und Anreizen zur Sanierung (Stichwort z.B. Energieeffizienz), sowie eine verschwenderischer Umgang mit Bestehendem. Dein Ansatz hebelt zwei Kostentreiber aus, indem Genossenschaften oft über Generationen ein Objekt halten und geringere Renditeerwartungen haben (längere Investitionszyklen). Wenn sie auch noch einen gesellschaftlichen Anspruch haben, kann sogar eventuell ein architektonisch wertiges oder stadtbildprägendes Aussehen erreicht werden. Ansonsten kann man aber eher erwarten, dass dort auch kein Euro zweimal ausgegeben werden kann.

  • Moin allerseits.


    Mal etwas weiter über den Tellerrand geschaut.

    Interessantes Projekt.

    Viele Grüße


    RT




    Der Bauende soll nicht herumtasten und versuchen. Was stehenbleiben soll, muss recht stehen und wo nicht für die Ewigkeit doch für geraume Zeit genügen. Man mag doch immer Fehler begehen, bauen darf man keine.

    J-W Goethe

  • Habt ihr zufällig Erfahrungen mit dem Verein Stadtbild Deutschland e.V.? Ich möchte da Niemandem zu Nahe treten, habe dessen betriebenes Forum über einen Link hier im Forum gefunden. Etwas stutzig macht mich, dass es da ständig politisch wird und auch selbst manche Moderatoren dort ähnlich agieren. Ich interessiere mich für deren Themen, aber möchte nicht mich in etwas Zweifelhaftes begeben. Daher wäre ich für jeden Erfahrungswert dankbar.

  • Habt ihr zufällig Erfahrungen mit dem Verein Stadtbild Deutschland e.V.? Ich möchte da Niemandem zu Nahe treten, habe dessen betriebenes Forum über einen Link hier im Forum gefunden. Etwas stutzig macht mich, dass es da ständig politisch wird und auch selbst manche Moderatoren dort ähnlich agieren. Ich interessiere mich für deren Themen, aber möchte nicht mich in etwas Zweifelhaftes begeben. Daher wäre ich für jeden Erfahrungswert dankbar.

    Du kannst ja mal die auf dieser Seite genannten Namen des Vorstandes ergoogeln, dann weißt du was du davon halten sollst. Ist halt ein e.V., die vertreten natürlich auch politische Richtungen.

    https://stadtbild-deutschland.org/verein/


    Ich brauch den Verein nicht, mir reicht eine Seite im Internet wie hier, da ich mich meist auf Lokales und Verkehr beschränke.

  • Mir ist das Forum und der Verein unbekannt. Nach kursorischer Durchsicht muss ich aber an diese internationale Strömung denken, die zum Beispiel in diesem Artikel im New Statesman schön beschrieben wird. Manche laden die Debatten um bauliche Rekonstruktionen leider in einer arg polarisierenden Art und Weise auf.

  • Moin allerseits.


    Mal etwas weiter über den Tellerrand geschaut.

    Interessantes Projekt.

    Puh, noch eines dieser megalomanischen Projekte. Die muss man im Kontext sehen, dass Saudi-Arabien fieberhaft nach Perspektiven für das postfossile Zeitalter sucht und einer der Ansätze ist, mit Investorengeld neue Superstädte für eine global mobile Elite aus dem Boden zu stampfen - lauter neue Singapurs. Nach der King Abdullah Economic City, dem Luftschloss der Prince Abdulaziz Bin Mousaed Economic City und Neom nun also eine 170 Kilometer lange Stadt... auch wenn es im Video wohl wie ein langes Siedlungsband mit zahlreichen kleineren Agglomerationen aussieht, die mit einer Hochgeschwindigkeitsstrecke untereinander verbunden sind.

  • Reiner L. Finn Danke euch, wobei ich von einem Verein, der sich für ein ansprechendes Stadtbild einsetzt keine politische Verfasstheit in sich erwarte. Zur Frage, ob es so einen Verein braucht, würde ich zumindest sagen: Es kann nicht schaden zu diskutieren, warum breite Bevölkerungsteile dem aktuellen Baustil wenig abgewinnen emotional (im Positiven). Intellektuell natürlich gibt es die Wertschätzung, aber z.B. bei der Aufenthaltsqualität zählt leider nur Ersterwähntes. Insofern würde ich mir schon wünschen, dass es mehr da gäbe, ohne die von Finn aufgezeigte klare Unterwanderung bzw. vielleicht sogar strukturelle Überschneidung? Insofern bleibe ich dann lieber mal distanziert ;)

  • Solange mein Mann und ich noch das passende Alter für solche Überlegungen haben, sind wir jetzt entschlossen, ganz nah bei Ulm für uns ein Haus bauen zu lassen. Finanziell können wir das allerdings nur mit einem Kredit stemmen und habe auf [Link entfernt] auch schon kalkuliert, wie die Zahlungen aussehen könnten. Macht so ein Kreditrechner halbwegs verlässliche Angaben? Also zumindest so als grober Richtwert?


    Edit Finn: Werbelink entfernt.

  • Du solltest vielleicht ein Produkt aus Deutschland dazu bemühen. Beispielsweise von der Interhyp aber es gibt auch noch genug andere Seiten, die dir da zweifellos einen Anhalt zur Finanzierung und den derzeitigen Kreditzinsen geben. Das sollte dich aber nicht davon entbinden konkret mit möglichen Kreditinstituten um die letzten Werte hinter dem Komma bei den Zinsen zu verhandeln. Nicht zu vergessen Zusatzvereinbarungen zu kostenlosen Sondertilgungen etc.


    Du siehst die Kreditrechner geben ganz ordentliche Anhaltspunkte (auch die Budgetrechner!) aber die Unterschrift sollte schon unter ausgehandelten Hypothekenkredite mit bestimmten Banken geleistet werden. Über die Laufzeiten macht jedes Zehntelprozent viel Geld aus, wobei ich natürlich nicht weiß wie hoch euer Kreditvolumen werden soll.

  • Die meisten Banken übernehmen scheinbar keinen ganzen Hausbau zumindest nicht zu attraktiven Konditionen, wenn man keine größeren Sicherheiten hat (geregeltes Gehalt zählt da nichtmal, die rechnen da genau nach bis zu den Spritausgaben). Man finanziert also eher bei mehreren Banken, sofern es nicht nur um einen kleinen Zuschlag zum bestehenden Vermögen geht. Das können die Rechner nicht abbilden, zumindest den ich hatte und das machte bei mir dann einen größeren Unterschied.

    Auch bei den Vergleichsportalen muss man aufpassen, da es da doch ziemlich erhebliche Gebühren gibt, weswegen ein Abschluss online meist nicht lukrativer ist. Somit kommt man nicht drum herum für gute Angebote sich ein wirklich individuelles Angebot machen zu lassen bei ein paar Banken. Meine Erfahrung aus dem letzten Jahr.