Ortsumfahrung Lonsee-Urspring und Amstetten

  • Pünktlich eine Woche nach den Landtagswahlen ( :/ ) ist der neue Bundesverkehrswegeplan mit Planungshorizont 2030 draußen. Der Gesamtplan (Achtung, 7MB) lässt sich beim Bundesverkehrsministerium herunterladen. Die Presse hat über die regionalen Projekte berichtet. Die größten Wellen haben indes die Ortsumgehungen der beiden Nachbarorte Lonsee-Urspring und Amstetten (je B10) geschlagen: Die eine ist im vordringlichen Bedarf, die andere nicht.



    Freude und Enttäuschung in Lonsee und Amstetten [SWP]

    Zitat

    So eng können Freud und Leid beieinander liegen. Während die Lonseer jubeln können über eine wahrscheinlich gewordene B 10-Umgehung um den Teilort Urspring, sind die Amstetter enttäuscht.

    Die Variante, die das Regierungspräsidium bevorzugt, und die gemeinsame Variante der beiden Gemeinden waren 2014 in der Südwestpresse abgebildet.


    Ich kenne die Gegend und finde die RP-Variante einigermaßen furchtbar. Die notwendige Brücke wäre ein Mördertrumm im kleinen Lonetal. Die Alternative hat schon viel für sich -- kann aber schon dann nicht kommen, wenn Amstetten nicht mitgeplant wird. Finde ich etwas arg unglücklich, alles. Aber vielleicht würde die RP-Variante schon am Bodendenkmal Römerkastell scheitern :) .

  • Hallo Fin, :)


    Ich bin da jetzt etwas verwirrt, aber was verstehst Du unter einigermaßen furchtbar.
    Ich kenne einigermaßen als gut, es heißt dann eben ein wenig gut, genauer gesagt, nicht gut aber auch nicht schlecht. Man kann es so lassen, oder damit aus kommen. Aber was ist einigermaßen furchtbar. Ist das nun mehr als schlecht, oder. Furchtbar ist ja schon schlimmer als schlecht, oder genau gesagt nicht zu gebrauchen, oder ungeeignet.
    Ist das jetzt eine Neue Definition von mehr als schlecht, oder wie meinst Du es. :D

    Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
    "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )

  • Haha :D . Ist nur etwas umständlich ausgedrückt für "ziemlich" oder "in gewissem Rahmen", zumindest bei mir. Also ziemlich furchtbar. Ist nicht toll, könnte aber noch schlimmer sein. Für den Ortsteil selber wäre auch die RP-Variante eine deutliche Verbesserung, was die Verkehrsbelastung angeht, aber landschaftlich wäre das ein Graus.


    Die gemeinsame Variante der Gemeinden hingegen ließe sich weitestgehend unauffällig durch die Landschaft führen; mehr noch, da sie weitestgehend der 110kV-Bahnstrom-Linie zwischen Amstetten und Neu-Ulm folgt, könnte sich die B10 neu deren Einschnitt zunutze machen. Und Amstetten könnte, ähnlich wie Lonsee mit seinem Ortsteil Luizhausen, in Reutti ein Gewerbegebiet in der Nähe der Bundesstraße ausweisen.


    flo: Gerade vergeblich nach alten Fotos gesucht, die ich mal (glaube ich) auf einer alten Tour gemacht habe.


    Der Höhenunterschied zwischen höchstem Punkt der B10 direkt vor dem Abstieg nach Urspring und ihrem niedrigsten Punkt im Lonetal beträgt knapp 90 Meter auf relativ kurzer Strecke, Ab- und Aufstieg sind dementsprechend ziemlich steil. Die neue Abstiegsstrecke dürfte noch einmal etwas steiler sein. Das gilt auch für den Hang an der Nordseite des Tals, wo jenseits der Bahnstrecke die neue Trasse entlang liefe.
    Die L1170, die auch zu überspannen wäre, liegt etwa 18 Meter über dem tiefsten Punkt im Tal. Daraus leite ich ab, dass die Brücke stellenweise so um die 15 Meter Höhe aufweisen müsste, und das auf einer Länge von vielleicht bis zu 300 Metern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Trasse bis ganz ins Tal hinter geführt würde, nur um nach vielleicht 100 Metern wieder eine größere Steigerung bewältigen zu müssen. Zumal da noch die Lone verläuft.

  • Planung frei für B 10 um Urspring und Amstetten [SWP]


    Zitat

    Gute Nachrichten aus Berlin: Das Bundesverkehrsministerium hat die Planung für die B 10-Umgehungen von Amstetten und Urspring freigegeben.

    Interessant:


    Zitat

    Insidern zufolge könnte die "Beförderung" der Urspringer Umgehung eventuell auch den Amstetter Plänen für eine Umfahrung Rückenwind verleihen. Bekanntlich haben die Gemeinden Amstetten und Lonsee eigene Pläne für eine Umgehung beider Gemeinden entwickelt. Obwohl diese Trasse um einiges günstiger sein soll als die bisherigen Varianten, wurde der Vorschlag der Kommunen vom Regierungspräsidium Tübingen nicht berücksichtigt.

  • B10-Umfahrung: Finanzierung gesichert, Trassenfrage schwierig [SWP]


    Zitat

    "Die 9,5 Milliarden sind da.“ Das sagte Kirsten Lühmann, Sprecherin der verkehrspolitischen Arbeitsgruppe der SPD-Fraktion im Bundestag, beim Redaktionsbesuch der SÜDWEST PRESSE. 9,5 Milliarden Euro, um damit innerhalb der nächsten 15 Jahre in Baden-Württemberg Bundesstraßen und Autobahnen zu bauen.


    Daraus:


    Zitat

    Abgelehnt hat die Behörde bereits eine von Amstetten und der Nachbargemeinde Lonsee befürwortete Trasse, die auch den Lonseer Teilort Urspring umfahren würde. Nach dem Amstetter Tunnel-Beschluss gibt sich Lonsee nun mit der vom RP vorgeschlagenen Einzel-Umfahrung von Urspring zufrieden.

    Deutet auf die Variante durchs Lonetal hin. Halte ich nach wie vor gegenüber einer gemeinsamen Umfahrung von Urspring und Amstetten, auch ohne Tunnel, für nicht eben optimal. Naja.

  • Verkehrsministerium spricht über die B10-Umgehung [SWP]

    Zitat

    Die Bundesstraße 10 Ortsumfahrung Lonsee-Urspring muss nach Ansicht des Landtags­abgeordneten Manuel Hagel (CDU) „so schnell wie möglich Planungsreife“ erhalten.


    Frühestens im Sommer fällt die Entscheidung in Sachen B10 [SWP]

    Zitat

    Ob eine Bundesstraße 10-Umfahrung bei Lonsee-Urspring im Westen oder im Osten – hier mit einer 800 Meter langen Brücke – verläuft, entscheidet sich frühestens im Sommer.

    Eine Brücke von 800 Metern Länge? Kann ich mir kaum vorstellen. Die müsste vom einen höchsten Punkt südlich des Lonetals im Bogen zum höchsten Punkt nördlich des Lonetals führen und teilweise eine Höhe von vielleicht fast 70 Metern aufweisen... das sind Dimensionen wie bei den großen Autobahnbrücken. Totaler Overkill.


    An sich dürfte dieser Abschnitt des Lonetals aber auch nicht wirklich das Welterbe tangieren. Ich nehm's aber gerne mit für den Alb-Donau-Kreis, wenn das wirklich komplette Lonetal als Welterbe ausgewiesen wird. Dürfte ein nettes Plus für den Rad- und Wandertourismus und die Gemeinden entlang der Lone sein.

  • Amstetten: Tunnel kostet 67 Millionen Euro [SWP]

    Zitat

    Herber Dämpfer für die Amstetter: Der beim Weiterbau der neuen B 10 gewünschte Tunnel unter dem Ort wird mit voraussichtlich 67 Millionen Euro sehr teuer.

    Sorry, aber das verdient den Begriff Provinzposse. Lieber von NIMBYs getrieben eine komplett unrealistische Variante untersuchen als auf eine vernünftige Lösung mit dem Nachbardorf hinzuarbeiten. Was ein Kokolores...

  • Sorry, aber das verdient den Begriff Provinzposse. Lieber von NIMBYs getrieben eine komplett unrealistische Variante untersuchen als auf eine vernünftige Lösung mit dem Nachbardorf hinzuarbeiten. Was ein Kokolores...

    Und das auf dem Rücken der Anwohner von Amstetten und der Allgemeinheit. Wir haben es ja...

  • Tja so ist das überall. Jeder schreit nach einer Ortsumgehung aber nur solange sie möglichst weit weg von meinem Grundstück ist. Die RP-Pläne einer gemeinsamen Umfahrung von Amstetten und Urspring in westlicher Richtung sind aus meiner Sicht gut. Tutti wird ja nur gestreift, also man kann auch alles übertreiben. Die Lösung der Umgehung zwischen Amstetten und Amstetten-Dorf halte ich aus Kostengründen für alternativlos. Insoweit ist die Bachelor Arbeit gar nicht mal so schlecht. Da würde den Herren Gemeinderäte mal aufgezeigt was ihre Wünsche und Hirngespinste so Kosten. Die sind geerdet und das ist auch gut so. Bin viel auf der B10 zugegen und halte zumindest die Umgehung Urspring mit der Bahnunterquerung für dringend notwendig.


    Wenn die so weitermachen wird das die gleiche Provinzposse wie in Blaustein. Da hat man ein Viertel Jahrhundert gestritten und diskutiert. Ergebnis? Es ist bis heute nichts passiert und da spreche ich aus persönlicher Erfahrung. Wenn sich jeder zum Wohle des ganzen Großen zurüch- und weniger wichtig nimmt klappt das eher.

  • Vollkommene Zustimmung Wolfe!
    Der Tunnel Blaustein (Tunnelmünder am Kreisverkehr bei Aldi und unterm Schloß Klingenstein) mit anschließender Bahnbrücke westlich vom Bhf. Herrlingen wurde schon seit Mitte der 80er diskutiert. Draus geworden ist nix, der Zug ist schon lange abgefahren. Jetzt macht man die mit Sicherheit ebenso teuren Stückeleien in der Ortschaft selbst.
    Und wenn die Amstetter (oder besser die Reuttier und Amstetten-Dörfler?) nicht bald zur Vernunft kommen dann wird das halt auch nix.
    Dann bekommen andere Gemeinden das Geld für den Straßenbau und Amstetten hat dann vor allem eines: Nix und den Status Quo.

  • Amstetten und Lonsee gehen in Sachen B10 getrennte Wege [SWP+]

    Zitat

    Amstetten sagt die Teilnahme an einem Workshop in Lonsee ab, in dem über eine gemeinsame Lösung für eine B10-Umgehung gesprochen werden sollte.


    Daraus:

    Zitat

    Um die Lage zu beruhigen, werde ich einen Teufel tun und da wieder hingehen“, sagt Johannes Raab. Der Bürgermeister von Amstetten hat seine Teilnahme an einem Workshop im Nachbarort Lonsee-Urspring abgesagt. Amstetter und Lonseer hätten dort Ideen für eine gemeinsame Umgehung der Bundesstraße 10 entlang der beiden Gemeinden sammeln sollen.


    [An einem ersten Info-Abend im Oktober in Urspring] nahmen außer Urspringern und Lonseern auch Raab und die Ortsvorsteherin von Amstetten-Reutti, Nina Hannuschka, teil. Daheim stieß Raabs Besuch auf Unverständnis. Gemeinderäte warfen dem Bürgermeister Unerfahrenheit vor, dass er sich in Urspring womöglich „umbiegen“ ließe und er von der Untertunnelung der B 10 in Amstetten abrücken könnte.


    Bei aller Freundschaft, irgendwer müsste die Amstettener mal packen und schütteln, bis ihnen die Tunnelidee aus den Ohren rausfliegt. Eine Untertunnelung hat null Aussichten auf Realisierung. Wolfe hat es angesprochen, mit einem solchen Vorhaben sind schon ganz andere Kaliber wie etwa Blaustein mit der B 28 gescheitert - mit dem Resultat einer jahrzehntelangen Blockade.