Nachrichten aus Handel und Wirtschaft

  • Gute Argumente. Wobei die Mall-Entwicklung in den USA schon in den 50ern begann, und seitdem mehrere Evolutionsschritte durchlaufen hat, von der Suburb malls und Malls die in der Blütezeit selbst in Kleinstädten entstanden, hin zu City malls, street malls (analog Fachmarktzentrum), oder pedestrian shopping mall (soetwas wie einige Outletcenter hier in den letzten Jahren entwickelt haben). Die Einkaufszentren in Unserer Region erscheinen dagegen deutlich zeitverzögert ab den 90ern, wenn ich mich nicht irre und werden seitdem eigentlich nur immer weiter ausgebaut, folgt man der amerikanischen Sichtweise, dass diese anderen Einkaufsformen auch Einkaufszentren darstellen. Z.B. Outletcities in Bad Urach, Geislingen, Jettingen-Scheppach, oder klassische Center wie Mutschlercenter, Glacis-Galerie, zusammen mit den Sedelhöfen oder auch dem Fachmarktzentrum in Senden. Gestorben ist seitdem eigentlich nur das Center in Senden, wo der Real drin war, und jetzt nur noch Schmid, kommt mir zumindest so und Kleinstzentren, wie in Vöhringen das Stadtcenter.

  • In Blautalcenter und Glacis-Galerie ist aber schon seit geraumer Zeit bedrückend viel Leerstand zu beobachten (und jetzt geht mit Adler auch noch einer der Ankermieter des BTC), und ich bin manchmal schlechthin schockiert, wie leer es da ist. Wobei ich zugegebenermaßen Stoßzeiten auch vermeide, kann natürlich sein, dass es da zu anderen Zeiten richtig voll ist. Menschenmassen wie häufig im ECE-Center in Karlsruhe City sind mir dennoch bislang in Ulm und Neu-Ulm nie begegnet.


    Dabei finde ich gerade das Blautalcenter eigentlich wunderschön aufgemacht, die haben auch immer viel für Kinder, letztens die Eiszeit-Ausstellung und so weiter. Verstehe ich gar nicht, dass das nicht so richtig zu laufen scheint.


    Die Glacis-Galerie sollte sich allerdings überlegen, zumindest das Parken für die ersten beiden oder drei Stunden kostenlos zu machen (wie das BTC ja auch). Ich habe schon so manchen angedachten Besuch dort am Ende ausgelassen, weil ich es nicht einsehe, für ein EInkaufszentrum ohne Alleinstellungsmerkmal Parkgebühren zu löhnen (übrigens auch Klogebühren, das finde ich auch unverschämt). Wenn man's weiß, kann man seine Parkkarte zumindest bei einigen Läden nach Einkauf entwerten lassen, das muss man aber erst mal wissen, und natürlich muss man dann auch was kaufen...

  • Ich glaube schon dass solche Shoppingmalls BTC, GG nur in Innenstadtlagen überstehen, wo auch viel Kunden per Fuß kommen und die nicht vom Autoverkehr abhängig sind. Gut dank des kostenlosen Parkens im BTC wird das etwas abgefangen. Sowas ist also eher was für Großstädte, wo Leute zu Fuß oder mit ÖPNV kommen. Aber wer fährt den extra mit dem Auto in die Stadt, um in einer relativ lauten Umgebung einzukaufen. Mich zieht es eher an die frische Luft, sich mal irgendwo hinsetzen, ein Eis, Kaffee oder nur ne Pause zu machen. Das ist mir in einer Shoppingmall zu laut und zu "schlechte" Luft. Klar haben die Malls Vorteile im Winter,...


    Das ist z.B. in Metzingen ganz angenehm oder auch die Bahnhofstraße in Ulm. Hier fehlt es mir aber an Sitzgelegenheiten.


    Persönlich glaube ich eher an die Outlet Stores, wie sie massenhaft in den USA gibt. So ähnlich wie Wertheim oder Ingolstadt Village. Im kleineren Umfang wie in Nersingen.

  • Aber wer fährt den extra mit dem Auto in die Stadt, um in einer relativ lauten Umgebung einzukaufen. Mich zieht es eher an die frische Luft, sich mal irgendwo hinsetzen, ein Eis, Kaffee oder nur ne Pause zu machen. Das ist mir in einer Shoppingmall zu laut und zu "schlechte" Luft. Klar haben die Malls Vorteile im Winter,...

    Das ist bei mir gerade andersrum: In den seltenen Fällen, wo ich mal "Einzelhandel" brauche, fahre ich lieber zu einem Ort, wo "alles unter einem Dach" zu finden ist - wenn er einfach erreichbar ist, gute (möglichst kostenlose) Parkmöglichkeiten bietet und man sich dort wohlfühlen kann. Die Wege zwischen den Läden sind kürzer, man kann Einkäufe zwischendurch mal schnell ins Auto bringen statt sie rumzuschleppen, und man ist auch vom Wetter unabhängig. Gute, halbwegs schnelle Gastronomie ist dann noch ein Bonus. Von daher finde ich das BTC eigentlich wirklich angenehm - ich hab nur eben sehr selten Bedarf an stationärem Handel heutzutage.


    In der Stadt hingegen ist das Parken schwieriger, sind die Wege länger, die Menschen unberechenbarer, man darf sich mit Radfahrern und Lieferanten um den Verkehrsraum streiten, bei Sauwetter macht's so gar keinen Spaß... Klar, in einer schönen Altstadt oder Fußgängerzone bei gutem Wetter macht das Bummeln Spaß, sowas ist für mich dann aber eher Sightseeing als Einkaufen - ich finde es schwer, beides zu verbinden, weil "Bummeln" und "gechilled Stadt angucken" für mich nicht gut mit Einkaufstüten-Schleppen zusammengeht ;-) Ich bin aber auch jemand, der eher gezielt in Läden geht, wenn er was braucht, von daher ist für mich ein Stadtbummel eben eher selten auch ein Einkaufsbummel.


    Mir ist aber durchaus bewußt, dass ich mit der Einstellung eher alleine stehe ;-)

  • Spannend, umso intressanter ist aber doch wie man diese Welten zusammenführen kann. Stadtkerne leben von ihrer Frequentierung. Die sinkt durch den Onlinehandel. Also sollte man alles tun dafür, dass wenigstens die, die ein Geschäft physisch aufsuchen dies auch im Zentrum tun. Das spräche für mich klar für innenstädtische Einkaufszentren, denn, so geht es zumindest mir, wenn ich dann schon z.B. in der Glacis Galerie bin, dann ist es nicht mehr viel, dass ich auch paar Schritte in die Straßen mache, was ich vorher in Neu-Ulm nie gemacht habe. Dazu müsste man aber natürlich die Innenstadtläden mit der Galerie verknüpfen. Warum gibt es z.B. keinen gemeinsamen Plan, sodass wenn ich eine Buchhandlung suche, z.B. automatisch zur anderen Straßenseite geleitet werde.

    Aber was wäre für Euch dann entscheidend, dass ihr sagt, da gehe ich in die Innenstadt? Tütenschleppen habe ich gelesen, wäre also eine Lösung in der umgestalteten Fußgängerzone Schließfächer anzubieten?

  • Spannend, umso intressanter ist aber doch wie man diese Welten zusammenführen kann. Stadtkerne leben von ihrer Frequentierung. Die sinkt durch den Onlinehandel. Also sollte man alles tun dafür, dass wenigstens die, die ein Geschäft physisch aufsuchen dies auch im Zentrum tun. Das spräche für mich klar für innenstädtische Einkaufszentren, denn, so geht es zumindest mir, wenn ich dann schon z.B. in der Glacis Galerie bin, dann ist es nicht mehr viel, dass ich auch paar Schritte in die Straßen mache, was ich vorher in Neu-Ulm nie gemacht habe. Dazu müsste man aber natürlich die Innenstadtläden mit der Galerie verknüpfen. Warum gibt es z.B. keinen gemeinsamen Plan, sodass wenn ich eine Buchhandlung suche, z.B. automatisch zur anderen Straßenseite geleitet werde.

    Aber was wäre für Euch dann entscheidend, dass ihr sagt, da gehe ich in die Innenstadt? Tütenschleppen habe ich gelesen, wäre also eine Lösung in der umgestalteten Fußgängerzone Schließfächer anzubieten?

    Ganz ehrlich: Ich wohne in Blaustein, in die Ulmer City verschlägt es mich quasi nur dann, wenn ich dort auch ein spezifisches Ziel habe. Beispielsweise einen bestimmten Facharzt, oder ein bestimmtes Café oder Restaurant, Weihnachtsmarkt oder Weinfest. Wenn mal Besuch da ist, durchaus auch mal zum Bummeln in der Sightseeing-Edition nebst Münsterbesuch. Aber "einfach nur so" gehe ich dort nicht hin, dafür ist es zu viel Aufwand hinzukommen, zu parken (ÖPNV ist zumindest zu Pandemiezeiten keine Option mehr für mich, war aber auch vorher schon eher lästig in den furchtbar engen und vollen Ulmer Bussen) und dann meist weite Wege zu gehen. Und Menschenmassen mochte ich schon früher nicht und seit der Pandemie schon gar nicht mehr, also geht man, wenn, dann möglichst außerhalb der Stoßzeiten. Jeglichen Einzelhandel, den ich mal brauche, finde ich dann aber sehr viel einfacher eben im BTC oder sonstwo außerhalb der City.

    Es gibt also außer den oben genannten Gründen einfach nichts, was mich in die Innenstadt ziehen würde, und als "Anwohner" läßt auch der Reiz des Sightseeing irgendwann nach, man kennt das ja irgendwann alles. Da ich auf sich langsam bewegende und ständig im Weg stehende Menschenmassen eher allergisch reagiere, wäre eine stärkere Frequentierung der Innenstadt zudem eher abstoßend für mich. Ich hätte gerne mehr innerstädtischen Wohnraum damit nicht nur "Touristen" und Einkaufsbummler unterwegs sind, besondere Läden die man eben nicht in den Malls oder online findet, weniger von den Billig-Ketten die nerviges Klientel anziehen, mehr Grün und Sitzgelegenheiten, tolle Cafés und Restaurants mit Außenbestuhlung, für die man sich die Mühe machen will, extra in die Stadt zu fahren.


    Das ist aber wie gesagt eine sicherlich eher ungewöhnliche Privatmeinung (die panpikus offenbar teilt ;-)), sonst wäre die Stadt ja nicht so, wie sie ist...


    Würde ich übrigens noch *in* der Innenstadt wohnen, was ich ja viele Jahre lang erst in Karlsruhe und dann auch in Ulm getan habe, würde ich selbstverständlich alles, was geht, auch dort erledigen, fußläufig oder mit dem Rad, und auch mal mit nem Buch ans Blauufer oder auf die Donauwiesen gehen. Es ist also nicht so, dass ich dann die Flucht in Richtung grüne Wiese vor den Toren der Stadt ergreifen würde. Von daher ja auch mein Wunsch nach mehr (und bezahlbarem) innerstädtischem Wohnraum, damit die Straßen eben auch von Anwohnern bevölkert werden.

  • Und konkret zu den Geschäften: Wenn ich die physisch aufsuchen soll, dann müssen sie etwas bieten, das ich online nicht haben kann. Sei es ein günstiger Preis, sofortige Verfügbarkeit (gerade bei sperrigen Sachen, die ich lieber selbst und kostenlos abhole statt Versandkosten zu zahlen und mich mit Paketdiensten rumzuschlagen), oder Beratung die über meine eigene Recherche hinausgeht. Wenig hilfreich sind da dann "Fachgeschäfte", deren "Fachpersonal" ganz offensichtlich weniger Ahnung von ihren Produkten hat als ich nach meiner eigenen Recherche. Meine Liebe zur Region und zum Einzelhandel geht nicht so weit, dass ich dafür eine Stunde An- und Abreisezeit und einen höheren Preis investieren würde.


    Ein gutes Beispiel für einen Laden, für den ich kürzlich sogar den weiten Weg bis nach Landsberg/Lech gemacht habe, ist ein Teleskopshop nebst Ausstellung zum Anfassen und kompetenter Fachberatung, die jede Webseite übertroffen hat. Das ist nun natürlich sehr speziell, aber solche Spezial-Läden braucht es meines Erachtens, will man Klientel von außerhalb anlocken. Andere Themenfelder, die mir da so einfallen, sind z.B. Fotografie, Modellbau, Bastelzubehör, Spielwaren (richtige Spielwarenläden mit Sachen zum Angucken und Bestaunen, mit kompetenter Beratung, nicht die lieblose Ecke im Kaufhaus). Ein Delikatessenladen, wo man Spezialitäten auch probieren kann bevor man sie mitnimmt. Eben Dinge, wo ein echter Mehrwert geboten wird, wenn man sie in natura sehen und ausprobieren kann, oder sich was von Fachpersonal zeigen lassen kann. Leider werden gerade diese Läden immer weniger, weil gute Beratung, Ausstellungsfläche und Liebe zum Detail eben nicht zum Spottpreis zu haben sind, und die völlig überteuerten Ladenmieten ja irgendwie wieder reinkommen müssen.

  • Also ganz konkret, um die Situation in der Innenstadt zu stärken hätte ich folgende Vorschlag:


    - Erreichbarkeit muss einfach sein


    Ich persönlich will mich gar nicht mit dem Auto in die Stadt quälen und dann Parkplatz suchen (dafür was bezahlen,...). Wenn es eine schnelle Anbindung geben würde (S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn) dann würde ich auch lieber mit dem ÖPNV fahren. Wenn ich in Berlin bin, genieße ich förmlich die Fahrt mit der U-Bahn. Die kommt alle 5 Minuten und man ist viel schneller als mit dem Auto, das ist schon sehr angenehm.


    - Service der Geschäfte


    Hier müssten die Geschäfte deutlich mehr bieten. Kostenloser Versand von Artikel, die nicht in der Größe oder Menge vorrätig sind. Onlinecheck, ob die Waren überhaupt da sind. Gerade in der letzten zeit kommt es häufig vor, z.B. bei IKEA, dass es manche Sachen nicht gibt. Na dann kann ich es gleich online bestellen.


    Kurierdienst für Online-Bestellungen aus der Region. Ich bestelle irgendwas online aus dem Geschäft und es wird mir am selben Tag zugestellt oder ich kann es an einem Wunschort abholen. Hier könnte man ein entsprechendes System aufbauen, an dem quasi alle Geschäfte angebunden sind.


    - bauliche Umstrukturierungen mehr "Passagen"


    Da war ich von Leipzig ganz begeistert. Im Prinzip ist der Innenstadtbereich für PKW Verkehr gesperrt. Hier gibt es quasi eine rießige Fussgängerzone, dazu gibt es in den Häuserblöcken entsprechend schöne Passagen, mit Einzelgeschäften. Also ein Zwitter zwischen Shoppingmall und Fussgängerzone.


    Diese Struktur könnte ich mir für Ulm auch sehr gut vorstellen. Das Gebiet innerhalb Frauenstraße, Olgastraße, Friedrich-Ebert-Straße und Neue Straße wird eine große Fussgängerzone und innerhalb gibt es mehrere Passagen. Vorteil von Leipzig ist hier natürlich der City-Tunnel. Man stelle sich für Ulm eine Verbindung für eine S-Bahn und Regionalbahn zwischen Hauptbahnhof und zur Brenzbahn bzw. Bahnstrecke Augsburg/Memmingen. Einen Halt am Münsterplatz und z.B. Friedrichsau. mit dem Zug von Burlafingen zum Münster in 8 Minuten,...

  • Gute Punkte. Karlsruhe glänzt natürlich durch guten ÖPNV, und auch Berlin finde ich in der Hinsicht toll und würde mir weder da noch dort ein Auto leisten, würde ich in Reichweite des Netzes wohnen. Die Tram in Ulm finde ich auch gut, aber es gibt eben nur die beiden Linien. Die Busse finde ich ganz furchtbar, weil eng und oft zu voll, und inklusive Fußweg zur Haltestelle brauche ich vom Eselsberg halt auch ne halbe Stunde bis in die Stadt (mit dem Auto keine 10 Minuten). Und auch weiterhin sollte der ÖPNV zumindest samstags, besser aber immer kostenlos oder zumindest sehr viel günstiger sein. Für zwei Personen muss ich 8,20€ hinlegen, um einmal in die Stadt und wieder heimzukommen, dann kann ich auch grad das Auto nehmen und mehrere Stunden lang parken, oder noch besser, irgendwo einkaufen gehen, wo mich die Anfahrt nichts kostet. Monats- oder gar Jahreskarten sind natürlich völlig sinnfrei, wenn man den ÖPNV nicht für das tägliche Pendeln nutzt, sondern eben nur 1-2x die Woche in die Stadt wollen würde. Ich hab also die Wahl, nen Fünfer fürs Parkticket oder knapp das Doppelte für den ÖPNV zu löhnen, oder halt kostenlos ins BTC zu gehen...


    IKEA hat einen Onlinecheck für Verfügbarkeit ;-) Und auch so Sachen wie Click & Collect, wo man in Ruhe online "einkaufen" und dann selbst abholen kann - viel zu teuer allerdings. Aber insgesamt hast du recht, in die Richtung müsste viel mehr gemacht werden, um die Zielgruppe einzufangen, die eben schon online recherchiert und ziemlich genau weiß, was sie will, bevor sie auch nur das Haus verlässt. Wenn ich mir die Produkte in verschiedenen Läden der Region online zusammenklicken könnte, und die dann noch am gleichen Tag an einem zentralen (mit Auto erreichbaren) Ort abholen könnte, würde ich das sicherlich häufig nutzen, sogar wenn's ein paar Euro mehr kosten würde - weil das für mich ein Komfortgewinn wäre, wenn der Versand wegfällt. Das Modell würde natürlich der Innenstadt ansonsten nicht weiterhelfen, aber wenigstens dem lokalen Einzelhandel...

  • IKEA hat einen Onlinecheck für Verfügbarkeit ;-) .........Das Modell würde natürlich der Innenstadt ansonsten nicht weiterhelfen, aber wenigstens dem lokalen Einzelhandel...

    Leider funktioniert der Onlinecheck bei IKEA auch nicht 100%. Hatte ich genutzt, von den über 100 Glastüren die angeblich da sind, waren es genau "null". Na ja.


    Für den Einzelhandel in der Stadt hätte das System durchaus Vorteile. Vielleicht generieren Sie damit nicht Upsellgeschäft, aber ich bestelle öfters Kleinigkeiten bei Amazon (wegen Prime kostenloser Versand, was meistens am nächsten Tag auch kommt, ganz angenehm). ich spare mir also den Weg und Zeit wegen Kleinigkeiten.


    Wenn ich jetzt aber das Zeugs noch am selben Tag bekomme, eventuell innerhalb 1-2 Stunden ist das genial. In somit hätten die Geschäfte eine deutlichen Umsatzsteigerung und für die Umwelt wäre es auch besser. (keine Verpackung im herkömmlichen Sinn, weniger Autoverkehr,...)


    Wundert mich, dass da noch keiner diese Idee umsetzt.

  • Ich finde man erkennt ein wenig an den vorgetragenen Punkten, dass zwar eigentlich das Auto ideal wäre zum Einkaufen zu kommen, jedoch die Bedingungen in der Innenstadt dieses Verkehrsmittel nicht wirklich zulassen zu angemessenen Konditionen. Parkhäuser bilden hier nur einen Kompromiss, weil dennoch weite Fußwege, Verkehrsstress, Parkstress, und natürlich die Kosten relevant sind. Deshalb würde ich mich beim Modal Split für die Innenstadt eher auf zukünftige Verbesserungen für den öffentlichen Verkehr konzentrieren. Das könnte auch an Relevanz gewinnen, weil die Argumente für den Autoverkehr eher zunehmen, wenn alle Autos klimaneutral, leise und günstig fahren. Man muss also schon ein besonders gutes Gegenangebot machen. Man könnte da natürlich auch versuchen, die Innenstadt per Auto erreichbarer zu machen vor diesem Hintergrund. Aber Preis und Bequemlichkeit wird dennoch nicht mit diskutierten Einkaufs-, Fachmarkt- und Outletcentern mithalten können außerhalb. Ganz wichtig fände ich z.B., dass man Familien/Gruppen ein attraktives Angebot macht, da ist heute einfach das Auto ziemlich alleingestellt, auch weil ein Shuttleservice zum und vom Startbahnhof fehlt, geht man vom ländlichen Umland aus, und auch daraus folgend die Tarifstruktur nicht wirklich darauf ausgerichtet ist.


    Natürlich ist das jetzt nur ein Aspekt von mehreren angesprochenen, für das unumgängliche Ziel einer Innenstadt mit hoher Frequentierung.

  • Das könnte auch an Relevanz gewinnen, weil die Argumente für den Autoverkehr eher zunehmen, wenn alle Autos klimaneutral, leise und günstig fahren. Man muss also schon ein besonders gutes Gegenangebot machen. Man könnte da natürlich auch versuchen, die Innenstadt per Auto erreichbarer zu machen vor diesem Hintergrund. Aber Preis und Bequemlichkeit wird dennoch nicht mit diskutierten Einkaufs-, Fachmarkt- und Outletcentern mithalten können außerhalb. Ganz wichtig fände ich z.B., dass man Familien/Gruppen ein attraktives Angebot macht, da ist heute einfach das Auto ziemlich alleingestellt, auch weil ein Shuttleservice zum und vom Startbahnhof fehlt, geht man vom ländlichen Umland aus, und auch daraus folgend die Tarifstruktur nicht wirklich darauf ausgerichtet ist.

    Das Argument kann ich nachvollziehen, dass der Wunsch bei einer vollkommenden Co2 Neutralität von PKWs diese nicht weiter von der Nutzung ausgegrenzt werden sollten. Jedoch sehe ich mehrere Punkte, wieso dem nicht so ist:


    1. Flächenverbrauch:

    Auch Elektroautos sind in Größe vergleichbar mit Verbrennern und bewegen deutschlandweit im Durchschnitt 1,46 Personen (Zahl aus 2018). Man sieht also, dass der überwiegende Teil alleine im Auto unterwegs ist. Ca. 9 qm Platzbedarf für 1,46 Personen (6,16/Person). Ein Fahrrad braucht 1,25 qm. Ein Gelenkbus ca. 48 qm bei ca. 100 Personen (0,48/Person). Will man also Flächenverbrauch (mehr und breite Straßen), Parkplätze nicht noch weiter steigern, muss hier der Autoverkehr reduziert werden.


    Wenn es um Platzbedarf geht, muss also versucht werden Autos weiterhin aus der Stadt zu halten.


    2. Energiebedarf:

    Elektroautos brauchen Strom und Strom (Co2-Neutraler) ist knapp und wird auf lange Sicht knapp bleiben. Dementsprechend wird Autofahren weiterhin teuer bleiben. Zudem kommt dazu, dass die Effizienz - wieviel KW Strom brauche ich, um wohin zu kommen - schlecht ist.


    3. Lebenswert:

    Autoverkehr, verursacht bewusst oder unbewusst Stress. Sowohl bei den Autofahrern, als auch bei den Anwohnern bzw. Passanten. Wir sehen ja, dass die Aggressivität, der Egoismus im Autoverkehr immer weiter zunimmt. Um eine Stadt Lebenswert zu machen, bedarf es also stressfreien Raum. Auch das spricht für entspannten Individualverkehr bzw. sehr gut ausgebauten ÖPNV.


    Fazit:


    Wenn ich entscheiden könnte, würde ich alle finanziellen Mittel vom Straßenbau etc. abziehen und in den ÖPNV stecken bzw. in Lösungen investieren, die eine Zwitterlösung von ÖPNV und Individualverkehr vorsieht.


    Ist jetzt etwas gesponnen, aber man stelle sich mal vor, es gibt ein Tunnelsystem oder ein Art Schwebebahnsystem innerhalb der Stadt. Darüber fahren eine Art Passagierkapsel in unterschiedlicher Ausstattung. (1 Person, 2 Personen, 4 Personen, großes Ladevolumen), Diese Kapseln können gebucht werden und sind umgehend benutzbar. Der Passagier gibt seinen Wunschort ein und das System nutzt die Tunnel bzw. Schienensysteme autark. Außerhalb des Stadtgebiets wird es auf eine Plattform gesetzt und fährt dann wie ein Auto zum Wunschort. Dort angekommen, steigt man aus und das Fahrzeug bewegt sich zu einer Basis, um geladen oder für den nächsten Einsatz bereit zu sein.


    Das Ganze können Pendler zum Beispiel nutzen. Sie ordern eine Kapsel weil Sie um 7:50 im Donautal sein wollen. Die Person wohnt z.B. in Nersingen. Die Kapsel mit der klassischen Fahrplattform steht rechtzeitig vor der Haustür auf der Straße. Man steigt ein und das System fährt ein vollautomatisch zum Ortsrand bei den Bahngleisen, weil dort ein Hub sich befindet, der die Kapsel in das Schienensystem einbindet. Von dort geht es vollautomatisch über verschiedene Routen ins Donautal. Man steigt an dem Hub aus und läuft die letzten Meter.


    Vorteil, kein Stau, keine Parkplatzsuche, da das System immer genau weiß, wie die Infrastruktur ausgelastet ist und die Personen entsprechend leitet.

  • Ist jetzt etwas gesponnen, aber man stelle sich mal vor, es gibt ein Tunnelsystem oder ein Art Schwebebahnsystem innerhalb der Stadt. Darüber fahren eine Art Passagierkapsel in unterschiedlicher Ausstattung. (1 Person, 2 Personen, 4 Personen, großes Ladevolumen), Diese Kapseln können gebucht werden und sind umgehend benutzbar. Der Passagier gibt seinen Wunschort ein und das System nutzt die Tunnel bzw. Schienensysteme autark. Außerhalb des Stadtgebiets wird es auf eine Plattform gesetzt und fährt dann wie ein Auto zum Wunschort. Dort angekommen, steigt man aus und das Fahrzeug bewegt sich zu einer Basis, um geladen oder für den nächsten Einsatz bereit zu sein.

    Aber warum denn so kompliziert? Das Problem beim ÖPNV (in Ulm) sehe ich nicht so sehr in der real existierenden infrastruktur. Das Hauptproblem ist doch, dass er einfach zu teuer ist. Ich hätte ja überhaupt kein Problem damit, meine Karre an einen der P&Rs zu stellen und dann 20 Minuten mit der Tram in die Innenstadt zu fahren, der Zeitaufwand ist kaum höher als selbst reinzufahren. Aber für zwei Personen knapp 10€ dafür zu zahlen, das sehe ich nicht ein. Ich wäre absolut für einen steuerfinanzierten, dafür kostenlosen ÖPNV. Inklusive Regioverkehr auf der Bahn und Zubringerbussen aus dem Umland. Damit man sich eben keinen Kopf mehr drum macht, ob die Fahrt mit dem Auto ins Innenstadtparkhaus plus Parkgebühren vielleicht sinnvoller und günstiger wäre.


    Der zweite Punkt sind die Betriebszeiten. Wenn der letzte Bus nach Hause um kurz vor Mitternacht geht, dann überlege ich mir schon auch, ob ich nicht eine Alternative organisiere. ÖPNV muss rund um die Uhr funktionieren. Nicht im 10-Minuten-Takt, aber wenigstens 2x pro Stunde muss ich eine Möglichkeit haben, heimzukommen. Auch werktags nachts. Und ohne dafür nochmal 2 Euro Nachtzuschlag zahlen zu müssen. Wenn das nicht gegeben ist, muss ich eine Alternative vorhalten für die Fälle, wo meine Freizeitgestaltung nicht mit dem Schichtplan der SWU übereinstimmt. Und wenn ich dann eh ein Auto habe, dann steigt die Hemmschwelle für ÖPNV gewaltig.


    Ja, das kostet alles Geld. Aber man gibt ja auch ein paar hundert Millionen für ein Parkhaus aus, die man sich vielleicht hätte sparen können, wenn man den ÖPNV zu einer echten Alternative machen würde.

  • Prinzipiell gebe ich dir recht, dass die Preise des ÖPNV zu hoch sind, besonders für 2 Personen und mit Kindern. Das Thema aber über solche Lösungen, wie 2. Person gratis oder 50% ist zu kompliziert.


    Da sehe ich lieber den Radikaleren Schritt, dass es ein 365 Euro Jahresticket geben muss, was alle Bürger zahlen müssen. Ausnahmen und Mehrkosten (nach Vermögen) natürlich berücksichtigt. Dafür ist der ÖPNV gratis.


    Trotzdem löst dies noch nicht das Thema "Verfügbarkeit", denn der Betrag reicht wohl nicht mal für den Unterhalt bestehender ÖPNV Angebote. Wie will man da mehr Verbindungen etablieren.


    Deshalb die Idee eines vollautomatischen Services, denn Personen zum Betrieb, besonders nachts und am Wochenende kostet Geld. Durch moderne, künstliche Intelligenz lassen sich Mehrwerte wie Stauvermeidung, Unfälle,.. vermeiden.

  • Da sehe ich lieber den Radikaleren Schritt, dass es ein 365 Euro Jahresticket geben muss, was alle Bürger zahlen müssen. Ausnahmen und Mehrkosten (nach Vermögen) natürlich berücksichtigt. Dafür ist der ÖPNV gratis.


    Trotzdem löst dies noch nicht das Thema "Verfügbarkeit", denn der Betrag reicht wohl nicht mal für den Unterhalt bestehender ÖPNV Angebote. Wie will man da mehr Verbindungen etablieren.

    ÖPNV ist Teil der systemrelevanten Basisinfrastruktur (oder sollte es zumindest sein), demzufolge sollte da keine Gewinnerzielungsabsicht dahinterstehen. Genauso wie auch der Rest der Grundversorgung mit Strom, Gas, Wasser, Verkehrsinfrastruktur, Schulen, Polizei, Krankenversorgung eigentlich in staatliche Hände gehören und nicht in die von börsennotierten Unternehmen. Aber anderes Thema.


    Jedenfalls sehe ich es schon als Aufgabe der öffentlichen Hand, dafür zu sorgen, dass es eine ausreichende Verfügbarkeit des ÖPNV (auch auf dem Land) gibt, und zwar völlig unabhängig von der Rentabilität. Auf welche Weise man das gegenfinanziert, sei es durch Steuergeld, eine Umlage wie das 365-Ticket, eine einkommensabhängige Sozialleistung (das hätte doch mal Charme - Mobilitätsversicherung!) oder was auch immer, ist da für mich erst mal zweitrangig - irgendwie kommt der Staat immer an das Geld, das er braucht. Aber wenn man eine Verkehrswende will, dann ist ein privatisierter ÖPNV mit dem Zwang zum kostendeckenden oder gar gewinnbringenden Betrieb keine Lösung, weil das immer dazu führen wird, dass unrentable Gegenden nicht abgedeckt werden, und/oder wegen der Querfinanzierung ebensolcher die Preise exorbitant hoch sind. Und dann ist das Auto eben für viele die bessere oder gar die einzige Lösung.


    Dein Kapselsystem wäre natürlich in vielerlei Hinsicht eine großartige Sache, ich glaube aber nicht, dass das im Betrieb sehr viel günstiger wäre als herkömmliche Transportmittel, vor allem wenn man die Entwicklung und die nötige neue Infrastruktur einbezieht. Da sehe ich die Zukunft eher in autonom fahrenden Zügen und Bussen, wie es sie ja in manchen Städten schon gibt, die dann die existierende Infrastruktur (mit)nutzen können. Eventuell ergänzt auf der letzten Meile durch das Konzept der "Robotaxis", die ja auch in der Entwicklung sind, oder eben autonome Shuttle-Kleinbusse, wie sie in Karlsruhe gerade im Probebetrieb eingesetzt werden.