Mobilität und Infrastruktur

  • Auf beiden Seiten der Donau gibt es neue Initiativen für den Radverkehr:


    Radler wollen schnelle und sichere Strecken [SWP+]

    Zitat

    Team will mit einem Bürgerentscheid mehr Raum und Sicherheit für umweltbewusstes Fortbewegungsmittel erreichen. 2600 Unterschriften werden benötigt.

    Derzeit werden in Neu-Ulm Unterschriften gesammelt, um einen Bürgerentscheid zum Ausbau und zur Verbesserung der Radwege-Infrastruktur in die Wege zu leiten.


    ***


    Ziel: 25 Prozent Radverkehr in Ulm [SWP+]

    Zitat

    or neun Jahren hat der Gemeinderat beschlossen: Im Jahr 2020 soll der Radverkehr 20 Prozent des gesamten Verkehrs in Ulm ausmachen. Heute steht fest: Das Ziel wird bei weitem verfehlt. Ein Aktionsbündnis aus mehreren Organisationen brachte daraufhin einen Einwohnerantrag auf den Weg, den mehr als 1800 Ulmer unterschrieben. Sie fordern, den Radverkehr deutlich auszubauen, sicherer zu machen und mehr Geld in die Infrastruktur zu stecken. Mit dem Einwohnerantrag, dem ersten in Ulm, befasste sich der Stadtentwicklungsausschuss.

    Unterlagen zur Diskussion im Ausschuss sind in der Bürgerinfo zu finden - darunter auch bauliche Maßnahmen, die für die nächsten Jahre schon geplant sind. Überwiegend handelt es sich dabei aber um Sanierungen von bestehenden Radwegen.

  • Klingt für mich so ein wenig nach Buchhaltertricks wie der Green Deal der EU, wo einfach bisherige Investitionen umgewidmet werden und über Jahre gebündelt werden, um Substanz vorzugaukeln. Gleichzeitig verstehe ich es auch teilweise, es ist langwierig neue Infrastruktur aufzubauen, und schnelle Erfolge braucht jeder Politiker. Aber man sieht halt auch ganz eindeutig, dass damit nichts erreicht wird, die Radfahrerzahlen bleiben schlecht.

  • Seit Freitag wurde der Fahrbahnbelag auf dem Berliner Ring zwischen Blautalbrücke und der Zufahrt zur oberen Heilmeyersteige erneuert. Dazu war der Berliner Ring in dem Bereich gesperrt.

    Ab morgen früh 4:00 Uhr soll der Verkehr wieder rollen, lt. Aussage eines Mitarbeiters der Stadt Ulm.

  • Seit Freitag wurde der Fahrbahnbelag auf dem Berliner Ring zwischen Blautalbrücke und der Zufahrt zur oberen Heilmeyersteige erneuert. Dazu war der Berliner Ring in dem Bereich gesperrt.

    Ab morgen früh 4:00 Uhr soll der Verkehr wieder rollen, lt. Aussage eines Mitarbeiters der Stadt Ulm.

    Nächstes Wochenende ist ja meines Wissens nochmal eine Vollsperrung angesagt. Was ist dort dann geplant? Der von dir genannte Teil sah mir vorhin schon weitgehend fertig aus, in beide Richtungen, inklusive Markierungen - da wird man also eher nicht nochmal drübergehen müssen. Gibt's dann einen neuen Belag im weiteren Verlauf Richtung Norden?

  • Nächstes Wochenende ist ja meines Wissens nochmal eine Vollsperrung angesagt. Was ist dort dann geplant? Der von dir genannte Teil sah mir vorhin schon weitgehend fertig aus, in beide Richtungen, inklusive Markierungen - da wird man also eher nicht nochmal drübergehen müssen. Gibt's dann einen neuen Belag im weiteren Verlauf Richtung Norden?

    Mein Arbeitgeber hat das nicht gemacht.

    Ich war selbst überrascht daß nur die beiden Kreuzungsbereiche gemacht wurden. Vielleicht ist am nächsten Wochenende das Zwischenstück fällig?

  • Dazu gab es in der Schwäbischen einen schönen Artikel:


    So laufen die Ulmer Bauarbeiten am Berliner Ring [Schwäbische+]

    Zitat

    Das Wochenende nutzte die Stadt Ulm, um auf dem Berliner Ring intensiv zu arbeiten. In der verkehrsarmen Zeit wurden nicht nur Kreuzungen neu asphaltiert, sondern auch Wartungsarbeiten an der Blautalbrücke durchgeführt sowie zahlreiche Bäume gefällt.


    Daraus:

    Zitat

    Der noch fehlende Abschnitt zwischen den beiden Kreuzungen wird am kommenden Wochenende neu asphaltiert und auch dazu wird eine Vollsperrung notwendig sein. Der neue Asphalt wird lärmmindernd sein, die rechnerische Lärmreduzierung von drei Dezibel wird dabei vom menschlichen Ohr als eine Halbierung der Fahrbahngeräusche empfunden.


    Außerdem:

    Zitat

    Nicht so ganz einverstanden zeigten sich einige Dutzend Autofahrer mit den Absperrungen. Der obere Abschnitt der Heilmeyersteige musste vorübergehend zur Einbahnstraße erklärt werden, damit die Bauarbeiten auf der Kreuzung und der Verkehr gleichzeitig gemacht werden können. An mehreren Verbotsschildern vorbei und schließlich auch links an einer Verkehrsinsel vorbei ignorierten sie die Gebote. Damit die Sperrung am Recyclinghof durchgesetzt werden kann, musste die Stadt Ulm dort sogar einen Sicherungsposten abstellen, damit nicht Autofahrer die Absperrungen wegschieben, wie an anderen Baustellen im Stadtgebiet passiert.

    Ein bekanntes Muster...

  • Mein Arbeitgeber hat das nicht gemacht.

    Ich war selbst überrascht daß nur die beiden Kreuzungsbereiche gemacht wurden. Vielleicht ist am nächsten Wochenende das Zwischenstück fällig?

    Ja, so wird's sein (wurde weiter unten ja auch bestätigt). Als ich die Frage stellte, war mir noch nicht bewusst, dass das Zwischenstück fehlte - ich hatte nur den schönen frischen Teer und die blitzenden neuen Markierungen an den beiden Enden gesehen ;-)

  • Bahnhöfe in Blaubeuren und Beimerstetten werden modernisiert [SWP+]

    Zitat

    In Beimerstetten wird die Deutsche Bahn demnächst mit dem Umbau des Bahnhofs samt Fußgängerunterführung beginnen, in Blaubeuren geht’s im März 2021 los.

    Daraus:

    Zitat

    Gebaut wird in Beimerstetten eine Fußgängerunterführung unter den Gleisen 1 und 2 zu einem neuen Zwischensteig. [...] „Wir führen Gespräche, die Unterführung unter Gleis 3 und 4 zu verlängern“, berichtet [Bürgermeister] Haas. Das mache aus Sicht der Gemeinde Sinn, denn dann könnte auf der Westseite der Gleise ein neuer Busumsteigepunkt gebaut werden. [...] Das werde besonders interessant, wenn die Regio-S-Bahn umgesetzt wird, denn dann könnte in Beimerstetten ein Umsteigepunkt für umliegende Gemeinden entstehen. „Von hier ist man mit dem Zug in zehn Minuten am Ulmer Hauptbahnhof.“

    Wenn man mal auf die Karte schaut, dann wäre das Areal westlich des Beimerstetter Haltepunktes nicht nur für einen Busumsteigepunkt interessant, sondern auch für eine weitere Bebauung. Erschlossen wird das Gebiet künftig ja von einer Ortsumfahrung, die die L 1239 von Dornstadt bzw. dem Gewerbegebiet Ulm-Nord kommend nach Norden verlängert und vor dem Wald unter (über?) den Gleisen nach Osten schwenkt, am neuen Gewerbegebiet vorbei.


    Gut, jetzt ist eine Fläche zwischen Bahnglesien und Ortsumfahrung sicher keine bevorzugte Wohnlage. Aber für einen zukünftigen S-Bahn-Halt zehn Minuten vom Hbf entfernt, mit Fußgängerunterführung am Bahnhof, wäre es zu schade, die Fläche unbebaut zu lassen. Vielleicht wäre sie ja für Bürogebäude oder so etwas interessant?

  • Wäre auch völlig okay, für Pendler bspw. aus Breitingen, Bernstadt, Hörvelsingen, Tomerdingen, sogar Dornstadt könnte das eine gute Option sein.


    Ich würde mir halt auch so langsam wünschen, dass man nicht mehr nur von außen rein nach Ulm denkt, sondern von Ulm raus ins Umland. Überall dort, wo es eine echte S-Bahn gibt, entwickelten sich die Städte und das direkte Umfeld entlang dieser Straßenbahnlinien weiter, mit den Haltepunkten als Kristallisationspunkte. In Hamburg etwa konnte man das sehr gut nachvollziehen.


    Jetzt ist Ulm nicht Hamburg und die Regio-S-Bahn keine S-Bahn im herkömmlichen Sinn, aber im Kleinen kann man trotzdem auch für unsere Gegend eine Entsprechung erwarten - schon, weil das Umland so enorm profitiert von seinem starken Oberzentrum. Ich würde mir wünschen, dass Ulm und Neu-Ulm auf die vielen Gemeinden mit zukünftigen S-Bahn-Haltepunkten zugeht und auslotet, wo ein städtebaulicher Impuls im beidseitigen Interesse wäre, dem Interesse des Oberzentrums und der Umlandsgemeinde. Ich denke da zum Beispiel an Beimerstetten, Westerstetten, Lonsee, Elchingen, Nersingen, Senden für Wullenstetten und Witzighausen - alle höchstens so weit weg vom Ulmer Hbf, wie man mit der Straßenbahnlinie 1 von der Endhaltestelle in Böfingen braucht.

  • Als ich heute an Dornstadt vorbeigefahren bin, fiel mir auf, dass die komplette B 10 im Stadtgebiet doppelt so breit ist, wie sie eigentlich sein müsste.



    Von Süden, also aus Ulm kommend ist die B 10 autobahnähnlich ausgebaut, was bis zum Autobahnkreuz Ulm-West im Sinne eines Autobahnzubringers absolut sinnvoll ist. Ab den Autobahnkreuz (hier unten rechts) bleibt die B 10 aber noch für weitere knapp drei Kilometer vierspurig, bis sie knapp hinter dem Ortsende (hier oben links) gewissermaßen anlasslos auf eine zweispurige Straße reduziert wird. Das Verkehrsaufkommen ist spätestens ab der Abfahrt nach Dornstadt auf Höhe der alten Tankstelle nicht ansatzweise so hoch wie bis zum Autobahnkreuz - quasi genau so hoch wie die im späteren Verlauf nur noch zweistreifige B 10.


    Im Grunde genommen würde hier also genügen, was auch ab dem Ortsende genügt: Eine zweispurige Straße mit je einem Fahrstreifen pro Richtung. Einen autobahnähnlichen Ausbau nach Norden, Richtung Lonsee/Amstetten/Geislingen, für den man sich diese Kapazität bewahren sollte, kann ich mir absolut nicht vorstellen - auch die geplante Ortsumfahrung von Geislingen/Steige wird nur zwei- bzw. dreistreifig (siehe hier und hier).


    Was könnte man mit so einem Rückbau von Infrastruktur erreichen? Neben verringerten Unterhaltskosten (vor allem bei den Brückenbauwerken) würde die trennende Wirkung zwischen Hauptort und dem zukünftigen Entwicklungsschwerpunkt Dornstadter Höfe deutlich reduziert und schlicht auch Fläche gewonnen - und wenn es nur Erweiterungsfläche für die bestehenden Gewerbeansiedlungen entlang der B 10 ist, wenn man schon ab dem Autobahnkreuz reduziert. Auf der anderen Seite müsste man den Verlust einer gewissen Flexibilität hinnehmen, etwa bei Ausweichflächen bei Straßenbaustellen.

  • Sehr interessant Finn. Ich muss zugeben, ich fahre die Strecke häufiger und darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Wenn man aber das Verkehrsaufkommen beachtet, stimmt es, dass diese breite Autobahn eigentlich gar nicht notwendig ist und es in Zukunft auch nicht sein wird.

    Dornstadt liegt direkt vor der Tür Ulms und ist mit dem Auto schnell zu erreichen, mit dem ÖPNV ist man hingegen deutlich länger unterwegs. Dabei ist Dornstadt nur einen guten Kilometer von der Filstalbahn entfernt.


    Eine interessante Idee wäre die westliche Fahrbahn durch ein Gleis zu ersetzen und den Rest zu begrünen. Das Gleis führt dann über die Autobahn und südlich dem Gebiet Lehrer Feld nach Osten zur Filstalbahn. Dann noch zwei Bahnhöfe, einer beim McDonalds und einer im Norden und Dornstadt hätte eine sehr attraktive Anbindung an Ulm. Das teuerste Bauwerk (die Querung der A8) ist ja bereits vorhanden, so dass von den zwei entfallenden Fahrspuren dann eine für die Bahn genutzt werden könnte. Dornstadt hat immerhin auch fast 9.000 Einwohner und wäre dann Verknüpfungspunkt nach Ulm für die Albgemeinden.

  • Hui, das führt aber weit ^^. Ich bin den Vorschlag auf der Karte abgefahren und bin ehrlich gesagt über zu viele Probleme gestolpert, als das ich mir so eine Stichstrecke vorstellen könnte. Vor allem die Strecke zwischen dem vorgeschlagenen Filstalbahn-Abzweig südlich vom Lehrer Feld bis zu dem Punkt, an dem die B 10 realistischerweise teilreduziert werden könnte, kann ich im Kopf kaum überbrücken. Die Idee eines Bahnhalts quasi in der Ortsmitte ist aber supercharmant.


    Ich gebe zu, dass ich ich mir die Gegend um Dornstadt schon öfter auf der Karte angeschaut und mich am Kopf gekratzt habe, was man da machen könnte. An der mit ÖPNV deutlich unterversorgten Gemeinde mit perspektivisch bald 10.000 Einwohnern führen demnächst zwei Bahnlinien in großer Nähe vorbei, neben der Filstalbahn auch die NBS, und sie hat quasi keinen Nutzen davon. Dabei wäre das, was gerade in Merklingen gebaut wird, so oder so ähnlich beispielsweise auch zwischen Dornstadt und Bollingen möglich gewesen.

  • Puhh, also die schlechte Anbindung von Dornstadt versteh ich total. Dafür aber 2 Spuren der B10 zu nehmen, erscheint mir viel zu teuer. Aktuelle Anbindung der Tank-und Rastanlage,...

    Ich persönlich würde hier eher auf ein Schienenverkehr, wie in Karlsruhe setzen. Karlsruhe hat eine Art Straßen-/S-Bahn. Fährt also als Straßenbahn durch die Stadt, kann aber auch größere überregionale Strecken fahren. Das klappt sehr gut, weil Sie sowohl normale Schienen de rbahn befahren können, also auch die gleiche Spurweite als Straßenbahn hat.

    Ich würde die Bahn, dann nach dem Güterbahnhof ausleiten und die Beimerstetter Straße bzw. Lange Straße führen. Diese Strecke wäre dann erweiterbar Richtung Bollingen oder/zusätzlich als Ast nach Tomerdingen.

  • Ich persönlich würde hier eher auf ein Schienenverkehr, wie in Karlsruhe setzen. Karlsruhe hat eine Art Straßen-/S-Bahn. Fährt also als Straßenbahn durch die Stadt, kann aber auch größere überregionale Strecken fahren. Das klappt sehr gut, weil Sie sowohl normale Schienen de rbahn befahren können, also auch die gleiche Spurweite als Straßenbahn hat.

    Das berühmte Karlsruher Modell, eine Erfolgsgeschichte von der ich selbst über ein Jahrzehnt lang profitiert habe. Hat man sich hier leider damit verbaut, indem man für die Ulmer Straßenbahnen auf Schmalspur gesetzt hat (und das leider auch für die Linie 2 in Beton gegossen hat) - ein Tramtrain-Netz für den Großraum Ulm/Neu-Ulm wäre eine tolle Sache gewesen. Für Dornstadt alleine würde sich sowas, denke ich, nicht lohnen...

  • Das berühmte Karlsruher Modell, eine Erfolgsgeschichte von der ich selbst über ein Jahrzehnt lang profitiert habe. Hat man sich hier leider damit verbaut, indem man für die Ulmer Straßenbahnen auf Schmalspur gesetzt hat (und das leider auch für die Linie 2 in Beton gegossen hat) - ein Tramtrain-Netz für den Großraum Ulm/Neu-Ulm wäre eine tolle Sache gewesen. Für Dornstadt alleine würde sich sowas, denke ich, nicht lohnen...

    Die Stadt Ulm und die SWU wollten das ja, nur viele Abstimmende bei der Abstimmung für den 5-Linien-Plan 1999 wollten das nicht. Die Zustimmung war zwar größer als die Ablehnung, aber leider so knapp daß es die Stadt sich wohl nicht mit den Gegnern verscherzen wollte. 2014 wäre dieser Plan wohl fertig ausgeführt gewesen, d.h. wir hätten heute ein großteils vernünftiges Straßenbahnnetz.

    Aber selbst da gab es berechtigte Widersprüche:

    - Führung einer Linie durch ein Schrebergartengebiet am Mähringer Weg.

    - Bau einer Wendeschleife in den Ehinger Anlagen (an der heutigen Haltestelle M.-Luther-Kirche)

    - der Bau der Verlängerung nach Böfingen war garnicht vorgesehen


    TramTrain wäre damals übrigens sehr wohl möglich gewesen und auch im Anschluß an den Ausbau vorgesehen.

    - Aufweitung der Gleisabstände zur Verlegung von Schienen auf Normalspur auf der Linie 1 war schon abgeschlossen.

    - Anschlußstellen zur Überleitung auf die DB-Bahnstrecken waren vorgesehen u. a. an der Donauhalle und in Söflingen.

  • Hat man sich hier leider damit verbaut, indem man für die Ulmer Straßenbahnen auf Schmalspur gesetzt hat (und das leider auch für die Linie 2 in Beton gegossen hat) - ein Tramtrain-Netz für den Großraum Ulm/Neu-Ulm wäre eine tolle Sache gewesen.

    Zweifellos.

    Aufgrund der vollendeten Tatsachen die wir heute haben sollten wir uns m.M.n. eher an Augsburg und Freiburg orientieren. Übrigens beides Stätde mit Meterspur-Straßenbahn und Regio-S-Bahnnetz. Fände ich ne tolle Sache wenn das klappen würde.