Mobilität und Infrastruktur

  • Ich würde die Seilbahn in der Stadt vielleicht mit der Wuppertaler Schwebebahn vergleichen, ist also Gewöhnungssache. Weniger flexibel, dafür scheinbar leiser und billiger. Billiger ist denke ich auch das Stichwort bei der Frage nach der jüngsten Beliebtheit bei Bürgermeistern. Keine aufwendigen Gutachten und Risiken bei Untertunnelung (die im vollen Untergrund auch immer tiefer gehen muss), keine langfristigen Behinderungen beim Bau, keine Entsorgungsprobleme beim Aushub, und und und.

  • Ich könnte mir sehr gut beim Ulmer Relief mit seinen drei, vier "Bergen" eine Verknüpfung über die Schneißen dazwischen mit Gondeln vorstellen. Entspräche im Zusammenhang mit den Straßenbahnlinien einer Querverknüpfung. Wäre aber wohl die enorme Verdichtung der Bebauung an den Hängen der letzten Jahrzehnte hinderlich.

    Man überlege nur, dass jeder dieser Hügel ja auch eine Bastion oder sonstigen Bundesfestungsbau beherbergt. Wäre also ein durchgängiges Motto für die Gartenschau und hätte auch touristisch enorm Potenzial.

  • Ulrich Lange: "Es ist Zeit für eine neue Bahnreform" [AA]

    Zitat

    Ulrich Lange, verkehrspolitischer Sprecher der Union, will die Deutsche Bahn reformieren. Er sieht kritisch, dass es eine Aktiengesellschaft ist.


    Union will DB-Konzern zerschlagen [ntv]

    Zitat

    Damit sich die Deutsche Bahn in Zeiten ehrgeiziger Klimaziele ganz auf den Fahrbetrieb konzentrieren kann, will die Union das Schienennetz aus dem Mammutkonzern herauslösen und etliche der Tochterfirmen abstoßen. Das Verkehrsministerium reagiert verhalten auf die Zerschlagungspläne.


    Dieses Interview hat vor kurzem viele Wellen geschlagen. Lange stellt das System der Deutschen Bahn in seiner Gesamtheit zur Diskussion, und das tut er, noch bevor der von Verkehrsminister Scheuer vorgeschlagene Bahngipfel im Frühjahr Form angenommen hat. Im Sinne des Framing und Priming ist das politisch sehr geschickt taktiert.


    Die DB-Frage kann man andernorts angemessener diskutieren, aber ich will das gerne in den Kontext der Citybahnhof- und Regio-S-Bahn-Diskussionen in Ulm und Region stellen. Nach meinem Dafürhalten ist gerade sehr viel Bewegung im System, und man sollte sich hüten, sich zu früh auf etwas festzulegen - wie etwa auf eine bloße Renovierung des Hauptbahnhofs.

  • Ich bin auch dafür einzelne Teile der DBAG aus dem Konzern herauszulösen, dazu gehört DB Netz auf jeden Fall!

    Station & Service (S&S) wäre auch so ein Kandidat um z.B. Verkauf oder Vermietung von Bahnhöfen etwas unabhängiger zu machen.

    Ansonsten sollte der Konzern so belassen werden, von "Zerschlagung", wie auch immer das aussehen soll halte ich nichts.

    DB Regio z.B. teilt sich sowieso nach Ländern auf und ist schon relativ eigenständig.

  • Ich selber habe keinen Durchblick, was die Unternehmensstruktur der DB angeht und ergo, welche Unternehmensstruktur sinnvoll wäre. Die großmaßstäbliche Privatisierung in den 1990ern war zwar für meine Begriffe ein Fehler, aber ich bin auch skeptisch, ob man mit einer Renationalisierung wieder die Uhr zurückdrehen kann oder sollte.


    Als nächstbeste Lösung erscheint mir der gängigste Vorschlag, also die Herauslösung der Netzinfrastruktur und ihre Verstaatlichung, ziemlich schlüssig. Der Staat hätte dann die vollen Durchgriffsrechte,und die volle Verantwortung bei Herstellung und Erhalt der Schieneninfrastruktur; ihre Finanzierung müsste nicht mehr mit dem Betrieb von Fern-, Nah-, und Güterverkehr verrechnet bzw. querfinanziert werden. Das wäre auch für die anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen fairer.


    Die Betroffenheit von Ulm/Neu-Ulm wäre vielfältig: RAB ZugBus, der Citybahnhof als Gebäude, der Citybahnhof als Mobilitätsdrehscheibe bzw. zentraler S-Bahn-Knoten, Ulm als Fern- und Nahverkehrsknoten in buchstäblich alle Himmelsrichtungen, das Instandsetzungswerk,...

  • Das Problem ist, gerade die noch im Besitz befindlichen Bahnhöfe und das Bahnnetz sind der Schatz der ansonsten vollkommen überschuldeten Bahn. Da das Europarecht eine Trennung der Infrastruktur vorsieht, werden die Vorgänge aber wohl nicht aufzuhalten sein -wie von anderen bereits erwähnt auch zum Vorteil. Hauptsächlich wird es jedoch auf eine enorme Belastung für den Bund hinaus laufen und kreative Wertschöpfung wie die Nutzung der Glasfaserinfrastruktur entlang der Gleise wird auch nicht gerade wahrscheinlicher so.

  • [...] Hauptsächlich wird es jedoch auf eine enorme Belastung für den Bund hinaus laufen und kreative Wertschöpfung wie die Nutzung der Glasfaserinfrastruktur entlang der Gleise wird auch nicht gerade wahrscheinlicher so.

    Ich hoffe Olaf Schulz wird sich da ein wenig durchsetzen gegen die Union, dass einiges des Überschusses in die Infrastruktur einfließt und da vorrangig in die Schiene.

  • Das ist ja spannend, darüber habe ich nie nachgedacht. Sind entlang bzw. mit den Schienen keine weiteren Medien verlegt? Ich weiß, dass das Glasfaser-Backbone zum Beispiel teilweise mit Gasleitungen oder Strom-Erdkabeln verläuft. So gesehen wäre ja jede Gleissanierung, jede Reaktivierung und erst recht jeder Streckenneubau eine Chance, ein Höchstleistungsnetz auf- bzw. Redundanzen und weitere Kapazitäten aufzubauen.


    Ich hoffe Olaf Schulz wird sich da ein wenig durchsetzen gegen die Union, dass einiges des Überschusses in die Infrastruktur einfließt und da vorrangig in die Schiene.

    Die Bekenntnisse sind da in der Politik, aber wenn es mal zum Spruch kommt...

  • Das ist ja spannend, darüber habe ich nie nachgedacht. Sind entlang bzw. mit den Schienen keine weiteren Medien verlegt? Ich weiß, dass das Glasfaser-Backbone zum Beispiel teilweise mit Gasleitungen oder Strom-Erdkabeln verläuft. So gesehen wäre ja jede Gleissanierung, jede Reaktivierung und erst recht jeder Streckenneubau eine Chance, ein Höchstleistungsnetz auf- bzw. Redundanzen und weitere Kapazitäten aufzubauen.

    Also meines bescheidenen Wissens nach, geht es bei diesem aktuellen Projekt hauptsächlich um von der Bahn genutzten Dateninfrastruktur, die natürlich so mehr ausgelastet werden kann und Geld einbringt.

    Das Oberleitungsnetz wäre für den Stromnetzausbau ja auch interessant, aber habe von Inkompatibilität gelesen. Vielleicht weiß allgemein Jemand mehr...

  • Ich setz meine Nachricht mal hier rein, wenn es hier falsch ist bitte verschieben!


    Der letztes Jahr am Gleisdreieck Wagner-/Bayerstraße verunfallte Combino Nr.50 kehrt wieder repariert aus Wildenrath zurück. Anlieferung ist in der Nacht vom 23. auf den 24.1.20, also von Donnerstag auf Freitag. Die Entladung wird ab 8 Uhr morgens beginnen.

  • Und daher schnell eine Linie 3 ....... und 4, vielleicht kapieren es jetzt auch die Nihilisten und Verweigerer oder auch die Seilbahnfans.


    Rückgrat eines funktionierenden städtischen ÖPNV ist schienengebunden!!!


    Die Andienung der Straba dann gerne per Bus. Dort kann man dann auch die innovativen neuen Batteriebetriebenen oder auch Wasserstoffbusse testen!!!

  • Und daher schnell eine Linie 3 ....... und 4, vielleicht kapieren es jetzt auch die Nihilisten und Verweigerer oder auch die Seilbahnfans.


    Rückgrat eines funktionierenden städtischen ÖPNV ist schienengebunden!!!


    Die Andienung der Straba dann gerne per Bus. Dort kann man dann auch die innovativen neuen Batteriebetriebenen oder auch Wasserstoffbusse testen!!!

    So ist das!

    Das von dir geschilderte System funktioniert auch in anderen Städten:

    Hauptachsen werden mit großen Einheiten von der Straßenbahn bedient, die Tangentiallinien, Wohngebiete und Gebiete mit geringerem Aufkommen sind für "flexible" Buslinien prädestiniert.

    Und mit den Verlängerungen zur Kohlplatte sowie in den SP 3 und nach Blaustein wäre das mit der Linie 3 eine Verdreifachung in ca. 20 Jahren!;)

  • Was den Ausbau der Illertalbahn möglich macht [NUZ]

    Zitat

    Nach den ursprünglichen Plänen standen die Chancen für eine zügige Lösung beim Ausbau der Illertalbahn schlecht. Doch Bund und Freistaat helfen zusammen.


    Der Ausbau der Illertalbahn war noch nie so nah [NUZ]

    Zitat

    Verzögerungen drohen noch immer. Doch die Tatsache, dass der Ausbau der Strecke Ulm – Kempten festgezurrt ist, ist nach jahrelangem Warten ein großer Erfolg. Kommentar Von Sebastian Mayr

  • Was sich Radfahrer für Ulm wünschen [Schwäbische+]

    Zitat

    Die Stadt Ulm hat Gitter auf der Beringerbrücke festgeschweißt: Kein Fußgänger und kein Radfahrer soll die Bahngleise dort überqueren, das Bauwerk ist baufällig und wird abgerissen. Ob es einen Ersatzneubau geben wird, will der Ulmer Gemeinderat in der zweiten Jahreshälfte diskutieren.

    Kurzum: An baulicher Infrastruktur wünscht man sich eine Nachfolgebrücke für die Beringerbrücke und die Bahnüberführung in Verlängerung der Zeitblomstraße hinüber ins Dichterviertel Nord. Letztere ist ja keine spinnerte Idee, sondern war mal Teil des alten Citybahnhof-Konzepts. Mittel-/langfristig sollte man das wohl auch im Blick behalten, aber vorher muss geklärt werden, was man mit dem Theaterviertel und ggf. den alten Gleisen entlang der Schillerstraße vor hat.

  • Unfall: 180 Tagessätze für Straßenbahnfahrer [SWP+]

    Zitat

    Eine öffentliche Verhandlung gab es nicht. Aber ein Urteil. Nach rund einem Jahr hat das Amtsgericht Ulm einen Straßenbahnfahrer zu einer Strafe von 180 Tagessätzen verurteilt. Angeklagt war der heute 65-Jährige wegen fahrlässigen, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und fahrlässiger Körperverletzung.

    Der Anwalt des verurteilten Straßenbahnfahrers hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt.