Umbau Kaufhaus Abt zu Hotel | Münsterplatz

  • Ich würde sagen, dass es sich um altersbedingten Starrsinn handelt. Ja, der liebe Herr Müller liegt seit dem Bau seines Haupthauses und dem Kauf des alten Laumayer-Gebäudes mit dem anschliessenden Neubau für K&L Ruppert so richtig im Clinch mit der Stadt. Da gibt es eine wirklich köstliche Geschichte dazu, die würde aber den Rahmen hier sprengen. Ich durfte Herrn Müller vor einigen Jahren persönlich kennenlernen. Ja, als Geschäftsmann sehr eigen und speziell aber als Privatmann fand ich ihn durchaus sehr sympathisch und sehr humorvoll. Was seine eigenen Interessen angeht, kennt er wenig Freunde und leider lebt er schon ein bisschen in seiner eigenen Welt und da muss oder erwartet er halt, dass es nach seiner Meinung zu laufen hat.


    So what! Ich fände einen Umbau im Bestand durchaus akzeptabel und gut, weil das Abt-Gebäude für mich zum Müpla gehört. Kein Augenschmaus aber irgendwie nicht wegzudenken. Ein Hotel mit Handel im EG passt doch. Und glaubt mir eines, auch ein Umbau im Bestand wird keine B oder C-Lösung. Nein, da wird er trotzdem klotzen statt kleckern. Die gegenseitige Abneigung von Drogeriekönig und Stadt wird es nicht beseitigen!!

  • Für die Erstellung des Baugesuchs sind übrigens Ankner Buchholz Architekten engagiert, über Renommee und Qualität kann sich jede/r selbst ein Bild machen. Über den gestalterischen Aspekt mache ich mir bei der Sache auch die allerwenigsten Sorgen; knifflig wird wenn, dann die Kommunikation zwischen den Parteien.


    Auf einem ganz anderen Blatt steht natürlich noch einmal die Frage, wie viele Betten mehr der Hotelstandort Ulm/Neu-Ulm verträgt. In der Schwäbischen wurde Wolfgang Dieterich, Chef der Ulm/Neu-Ulm Touristik, paraphrasiert mit der Aussage, dass UL/NU mit 5.500 bestehenden und 1.000 geplanten Betten bald Karlsruhe überholen würde. Da musste ich schon schlucken. Vielleicht wäre es ratsam, UL/NU noch einmal deutlich mehr als Messestandort zu pushen.


    Mit der NBS und (etwas später) direkten Anbindung an den Flughafen Stuttgart bekommt man da durchaus Argumente. Ich meine auch, mich ganz ganz dunkel an so eine Art Hochschul-Konferenzzentrum zu erinnern, das zum ersten großen Öffentlichkeits-Push zum Citybahnhof mal als Möglichkeit für das Dichterviertel oder die Schillerrampe genannt wurde. Bei den vielen Initiativen der Uni Ulm und der regionalen Hochschulen, zuletzt beim Thema Startup, wäre so ein gemeinsames Zentrum durchaus sinnvoll.


    Und ich mache mir leise Hoffnungen, dass das Einstein Discovery Center (wenn es ca. so kommt, wie es angedacht ist) ein massiver Frequenzbringer für die Stadt sein kann. Momentan denke ich nicht, dass die Hoffnungen ganz unberechtigt sind. Auch dieses Museum könnte die Bettenbelegung gut steigern.

  • Finn

    Hat den Titel des Themas von „Abriss, Neubau Abt? | Münsterplatz“ zu „Umbau Kaufhaus Abt zu Hotel | Münsterplatz“ geändert.
  • Hoteliers rechnen mit belebender Konkurrenz [SWP]

    Zitat

    Mehr Hotel-Betten in Ulm und Motel One will direkt beim Münster öffnen. Das verändert den Ulmer Übernachtungsmarkt. Das sagen die örtlichen Hoteliers zur neuen Konkurrenz.


    Kommentar zum Abt-Gebäude: Guter Name, gute Adresse [SWP]

    Zitat

    Ein Motel One am Münsterplatz ist mehr als nur ein Ersatz für zusätzliche Handelsflächen. Nämlich eine neue gute Adresse in der Stadt, meint Matthias Stelzer.

  • Ein bißchen zahm der Kommentar, aber egal...

    Ich bin auf jeden Fall für das Motel One an dieser Stelle weil ich die Häuser dieser Kette kennen und schätzen gelernt habe.

    Nur (und nur das!) mit der Tiefgarage macht mir etwas Magengrummeln. Ich mag unter diesem Haus keine TG, denn die einzig mögliche Zufahrt wäre von der Ulmer Gasse/Walfischgasse, die Abfahrt über die Pfauen- /Sterngasse möglich.

    Einzig öffentliche Garagen in der Nähe wären Neue Mitte oder Salzstadel.

  • Habe ich bezüglich der Tiefgarage eigentlich etwas überlesen? Die einzige Erwähnung in einem der verlinkten Artikel bezog sich auf die ursprünglichen Pläne von Müller, die einen Neubau mit Tiefgarage vorsahen, für den die Stadt zurecht Verkehrsgutachten verlangt hatte.


    Ich glaube nicht, dass mit dem Hotel-Umbau eine TG geplant ist. Einzig vorstellbar für mich wäre eine Kurzzeit-Parkzone in der Rebengasse zum Ent- und Beladen, aber selbst da bekomme ich schon Bauchschmerzen, wenn ich an die jetzt schon gut ausgelasteten Straßen Wengengasse/Walfischgasse/Pfauengasse/Sterngasse denke.

  • Habe ich bezüglich der Tiefgarage eigentlich etwas überlesen? Die einzige Erwähnung in einem der verlinkten Artikel bezog sich auf die ursprünglichen Pläne von Müller, die einen Neubau mit Tiefgarage vorsahen, für den die Stadt zurecht Verkehrsgutachten verlangt hatte.


    Ich glaube nicht, dass mit dem Hotel-Umbau eine TG geplant ist. Einzig vorstellbar für mich wäre eine Kurzzeit-Parkzone in der Rebengasse zum Ent- und Beladen, aber selbst da bekomme ich schon Bauchschmerzen, wenn ich an die jetzt schon gut ausgelasteten Straßen Wengengasse/Walfischgasse/Pfauengasse/Sterngasse denke.

    Hast du natürlich nicht.

    Ich mache mir nur mal prophylaktisch Gedanken darüber. Wenn Herr Müller bei einem Kaufhaus solche Überlegungen anstellt dann halte ich es für durchaus möglich daß er das bei einem Hotelbau auch macht.

    Alternativ wäre der Kauf oder die Anmietung von Stellplätzen in einer der von mir erwähnten TG ja möglich...;)

  • Die Kriterien eines Um oder Neubaus an diesem neuralgischen Punkt sind sicher ziemlich eng gefasst und dürften dem Herrn Müller nicht gefallen. Die Zulieferungswege bestehen meines Erachtens bereits. Zudem ist dem gemeinen Hotelgast der kurze Weg vom Hauptbahnhof durchaus zuzumuten.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • der gemeine Hotelgast könnte heutzutage auch eine ältere, womöglich gehbehinderte Person sein. Für diese Menschen könnte der 'kurze' Weg vom Hauptbahnhof einem Halbtagesausflug entsprechen

    Ja, definitiv. Die Zahl der gehbehinderten oder auf Mobilitätshilfe angewiesenen Personen dürfte auch immer größer werden, wenn wir an die demographische Entwicklung und die steigende Lebenserwartung denken. Deswegen sind Zonen fürs Be- und Entladen, fürs Aussteigen lassen, für die Abholung und für Taxen im rückwärtigen Bereich auch zwingend. Nur Abstellplätze kann ich mir direkt am Haus nicht vorstellen.


    Vielleicht meinte Thorsten ja auch die Neue Mitte mit ÖPNV-Haltestelle und Rathausgarage. Von der Sparkasse zum geplanten Hotel sind es 250 ebene Meter Fußweg mit abgesenkten Bordsteinen. Wer aber mit Mobilitätsproblemen aufs Auto angewiesen ist und ein Hotel in Ulm benötigt, sollte vielleicht einfach nach Alternativen schauen - gibt ja genügend. Die suboptimale Erschließung dieses geplanten Hotels ist halt auch seiner Lage geschuldet.

  • Hab in der Tat nicht Menschen mit Einschränkungen gemeint und das auch vorausgesetzt. Hier gilt es natürlich Beförderungsoptionen zu schaffen. Dem Hotelgast ohne Einschränkung ist es aber in der Tat zuzumuten den kurzen Weg zum Münsterplatz auf sich zu nehmen.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • „Ein guter Vorschlag“: So steht es um das geplante Müller-Hotel im alten Abt-Gebäude [Schwäbische+] [auch NUZ+]

    Zitat

    Die Nummer drei im Herzen Ulms soll einem Neubau weichen: Das nach dem höchsten Kirchturm der Welt und dem Stadthaus auffälligste Gebäude am Münsterplatz kommt weg. Wie Ulms Baubürgermeister Tim von Winning auf Anfrage unserer Zeitung sagt, sei bei der Ulmer Bauverwaltung ein Antrag auf einen Neubau des Gebäudes am Münsterplatz 7 eingegangen. „Ein guter Vorschlag“, sagt von Winning über den Antrag. Die Chancen einer Genehmigung stünden sehr gut. Die Pläne würden die Attraktivität des Areals steigern.

    Dem Artikel zufolge soll das Konzept die Anmietung von Parkkontingenten in der Umgebung beinhalten. Offene Fragen gibt es aber noch:

    Zitat

    Kritik übt die Bauverwaltung an der geplanten Fassadengestaltung. Die passt nach Auffassung des Baubürgermeisters nicht an diese sensible Stelle im Herzen Ulms. Weitere Details wollten weder von Winning noch Müller nennen.

    Neubauten von Motel One haben oft ein sehr durchgestyltes, auf das eigene Corporate Design abgestimmte Erscheinungsbild. Dass sich das mit städtebaulichen Zielen am sensiblen Münsterplatz beißt, kann ich mir vorstellen.

  • Haha, ich hatte das ehrlich gesagt komplett überlesen ^^.


    Ich habe zwar von "Neubauten von Motel One" geschrieben, aber das war nur ein sprachlich unsauberer Ausdruck dafür, dass ich eine ebenso stringente Fassadengestaltung (die sich mehr auf das eigene Corporate Design als auf das städtebauliche Umfeld bezieht) wie bei den Neubauten von Motel One erwarte.


    Sehr interessant ist aber die Zusatzinfo in der kleinen Meldung, dass die Traufrichtung des Gebäudes gedreht wird - von traufständig auf giebelständig. Wäre für den Münsterplatz sicherlich zu begrüßen. Angesichts der Gebäudebreite gehe ich jetzt mal von drei Giebeln aus...

  • Da bin ich schon jetzt auf die erste Visualisierung gespannt. Ob ich es an diesem neuralgischen Ort für gutheiße, ein historisches Gebäude bis zur Unkenntlichkeit zu verändern wird sich zeigen.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • Historisch insofern schon, als dass es das einzige andere prägende Gebäude des Münsterplatzes (neben dem Münster) im bundesrepublikanischen Ulm war, bis das Stadthaus dazukam. Herausragend schön sicherlich nicht, aber historisch ist ja auch kein anderes Wort für schön ;).