Umbau Kaufhaus Abt zu Hotel | Münsterplatz

  • In dieser ungewissen Zeit Mitarbeiter ohne große Not oder schwerer Versäumnisse zu entlassen ist schlicht unwürdig für einen Milliardär.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • „In den nächsten Wochen“ – Erwin Müller beginnt Umbau des ehemaligen Abt [SWP+]

    Zitat

    Jetzt soll es losgehen. Drogerie-Unternehmer Erwin Müller beginnt in den nächsten Wochen mit dem Umbau des Abt-Gebäudes. Entstehen wird an der prominenten Einkaufsadresse vergangener Jahre ein Motel-One-Hotel mit drei Giebeln zum Münsterplatz hin. Eine Lösung, die Müller, der das Haushaltswaren-Geschäft Abt 2017 erworben und dann 2019 in die Hirschstraße verlegt hatte, nicht so richtig glücklich machen will. Denn eigentlich schwebte dem Investor ein Einkaufszentrum vor. Ein Projekt, das er, wie er jetzt in einer Mitteilung erklärt, „nach zähen Verhandlungen mit der Stadt“ aufgegeben habe. Nun gebe es nur Geschäfte im Erdgeschoss, die Chance auf eine Belebung des Münsterplatzes sei vertan, meint Erwin Müller.


    Die Visualisierung im Artikel:

    (Quelle: Südwest Presse; Bildrechte: Müller Holding Ltd. & Co. KG)

  • Kann zu meiner Überraschung sehr gut mit der Visualisierung leben. Bei meiner Meinung über den Investor ändert sich hingegen nichts.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • Ist auf jeden Fall ein konservativer Entwurf, der gut in den Bestand passt. (Ob der Bestand in 10 oder 15 Jahren noch so aussieht, sei dahingestellt.)


    Im Text stand auch, dass die Pläne dem Gestaltungsbeirat vorgelegt worden waren, auf dessen Intervention hin der Entwurf angepasst wurde ("Anders als von ihm vorgesehen, wird das Motel One, vom Münsterplatz aus betrachtet, eine dreigliedrige Giebelfassade haben. Das sei zwar teurer als der ursprüngliche Plan, passe in der Gesamtansicht mit den umliegenden Häusern aber durchaus gut, räumt Müller ein."); wäre interessant zu erfahren, wie die ursprüngliche Idee aussah.

  • Konservativ trifft es gut. Hätte gerne Müllers Wunschentwurf gesehen. Den hat es ja sicher schon gegeben, bevor man in die Verhandlungen mit der Stadt ging. Ehrlich gesagt wären mir zwei Etagen Verkaufsfläche, zumindest zum Müpla, mit einem Frequenzbringer, ganz recht gewesen. Das Hotel hätte zur Platzgasse dann ein Geschoss (evtl auch zweites Dachgeschoss wie im Ratter Bau gegenüber) mehr bekommen können.

  • Ich hätte an dieser Stelle auch gerne mehr Verkaufsflächen gesehen, nach dem Umzug vom Abt fehlt dem Münsterplatz ein echter Frequenzbringer. Müller wollte halt gleich ein klassisches, in sich geschlossenes Einkaufszentrum mit eigener Tiefgarage.


    Sei's drum, es kommt jetzt, wie es kommt. Der relativ niedrige Abschnitt in der Platzgasse ist mir auch aufgefallen, aber das schiebe ich mal auf die Statik; vielleicht gibt der Bestand nicht mehr her. Wenn ich es richtig sehe, wird die Fassade des höheren "Eckgebäudes" eine Spur dunkler und wird damit gegenüber den anderen Abschnitten etwas betont - finde ich ein subtiles, aber schönes Detail, um dem Eindruck eines monolithischen Klotzes entgegenzuwirken und etwas Rhythmus reinzubringen.

  • Wenn ich es richtig sehe, wird die Fassade des höheren "Eckgebäudes" eine Spur dunkler und wird damit gegenüber den anderen Abschnitten etwas betont - finde ich ein subtiles, aber schönes Detail, um dem Eindruck eines monolithischen Klotzes entgegenzuwirken und etwas Rhythmus reinzubringen.

    Ich meine auch zu erkennen, dass der erwähnte Eckbau etwas vorsteht im Verhältnis zu den zwei anderen Giebeln.


    Konservativ trifft es gut. Hätte gerne Müllers Wunschentwurf gesehen.

    Ich denke für den Ursprungsentwurf braucht man nur das jetzige Gebäude betrachten, da ist zunächst natürlich intuitiv nicht den Dachstuhl zu drehen. Denke der Giebel war in der Gasse geplant.

  • Mit einem breiten traufständigen Gebäude mit ganz vielen Gauben hätte man vermutlich auch mehr Zimmer mit Münsterplatzblick ausweisen und entsprechend bepreisen können... aber perspektivisch ist es schon richtig, dass man sich für diesen Teil der Platzfassade durchgehend giebelständige Bauten wünscht. Müller kritisiert im Artikel in diesem Zusammenhang auch das Stadthaus ("Elefantenklo").

  • Mit einem breiten traufständigen Gebäude mit ganz vielen Gauben hätte man vermutlich auch mehr Zimmer mit Münsterplatzblick ausweisen und entsprechend bepreisen können... aber perspektivisch ist es schon richtig, dass man sich für diesen Teil der Platzfassade durchgehend giebelständige Bauten wünscht. Müller kritisiert im Artikel in diesem Zusammenhang auch das Stadthaus ("Elefantenklo").

    Tja, erst beleidigte Leberwurst spielen und dann nicht mal der Wortschöpfer des "Elefantenklo" zu sein ist schon unwürdig für den Herrn...


    https://de.wikipedia.org/wiki/Elefantenklo_(Gie%C3%9Fen)

  • Das sagt der Baubürgermeister zu den Hotel-Plänen Erwin Müllers [SWP+]

    Zitat

    „Ich bin dankbar, dass sich Herr Müller auf diese Veränderung eingelassen hat.“ Ulms Baubürgermeister Tim von Winning hat sich sehr gefreut, als er am Mittwoch die Skizze des Ulmer Motel One in der SÜDWEST PRESSE gesehen hat: mit drei Giebeln zum Münsterplatz hin.

    (Hervorhebung von mir; ^^)


    Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass von Winning zufolge auch der erste Entwurf von Müller ("der noch einen Giebel und einen großen Gebäudeteil mit der Dachfläche zum Münsterplatz hin vorgesehen hatte") genehmigungsfähig war, er sich aber auf die Vorschläge der Stadt und des Gestaltungsbeirats eingelassen hat. Und der Baubürgermeister lobt das intelligente Sanierungskonzept und den "Mix aus Hotel, Gastronomie und Gewerbe".


    Bei aller Kritik an den Haltungsnoten, der ich mich auch anschließe, kann ich am Entwurf ehrlich nicht viel aussetzen - soweit wir den Entwurf von der Visualisierung ableiten können. Das sieht nach einem Qualitätsprojekt aus, das dem Münsterplatz gut tun wird.

  • Was ich jetzt erst gerafft habe: Der Umbau an der Ecke Pfauengasse ist ja echt nicht ohne. Im Bestand schiebt sich das Nebengebäude gewissermaßen in das Hauptgebäude hinein, es entsteht eine eigentümlich verwinkelte Situation. Der Umbau will das geradebügeln und eine saubere Gebäudeflucht herstellen - und dafür wird das Nebengebäude teilweise um zwei weitere Vollgeschosse plus Dachgeschoss aufgestockt. Spannend. Ich würde gerne mal eine Draufsicht der Planung sehen... wie ich überhaupt auch gerne weitere Ansichten sehen möchte, auch für die Rebengasse, in der mutmaßlich die Anlieferungszone für Hotel und Geschäfte neu organisiert werden muss.

  • Im Ernst? Der Baubürgermeister hat den Entwurf aus der Zeitung? Also ich weiß nicht was da schief läuft, wenn der Chef für alle Baumaßnahmen von solch einem Projekt, in Bezug auf den sensiblen Standort und den medialen Nebengeräuschen, aus der SWP erfährt:/

  • Das Erwin-Müller-Hotel Motel-One kann nach Ulm kommen [NUZ+]

    Zitat
    Architekten überarbeiten im Auftrag von Erwin Müller die Pläne für Ex-Abt am Münsterplatz. Der Milliardär gibt sich beleidigt, die Stadtverwaltung hingegen freudig.

    Die Baustelleneinrichtung wird wohl in der Rebengasse, in der Platzgasse und auf dem Münsterplatz realisiert werden, was auch den Wochenmarkt betreffen wird.


    Der Ulmer Münsterplatz wird vom Müller-Hotel profitieren [NUZ+]

    Zitat

    Die Pläne sind so gut wie durch: Nach langen Querelen darf Milliardär Erwin Müller den Ex-Abt umbauen. Das ist eine gute Nachricht. Kommentar von Oliver Helmstädter.

    Der Redakteur schließt sich dem Argument des Baubürgermeisters an, dass der Münsterplatz nachts durch einen 24-Stunden-Betrieb etwas mehr an sozialer Kontrolle gewinnt, und verweist darauf, dass Ketten wie Motel One oder Me & All auch Städtetouristen ansprechen, die ihre Reiseziele primär über die Existenz ihrer Lieblingsketten definieren.

  • Das wird schon heftig, zwei Jahre Baustelle am Münsterplatz mit Baustellenverkehr just über den Münsterplatz, zwischen Goldenem Rad und Münstertor durch. Die Anlieger (Schuhgeschäft Ratter, Fischhaus Heilbronner, Juwelier Roth) zeigen sich verständnisvoll und freuen sich wegen der erwarteten Belebung auf die Zeit danach - aber um Heilbronner mache ich mir freilich Sorgen, weil mindestens diese Sommersaison so viel von der Außenbestuhlung in der Gastronomie abhängt. Ob die Baustellenplanung so gelegt werden konnte, dass die Belastung für die Rebengasse erst im Herbst hochgefahren wird?


    ***


    Kommentar zu den Bauarbeiten für das Motel One am Münsterplatz: Hart, aber trotzdem gut [SWP+]

    Zitat

    Der Umbau des früheren Abt-Gebäudes zum Hotel wird hart für Händler und Gastronomen in der Nachbarschaft. Dennoch ist es gut, dass es jetzt losgeht, meint Chirin Kolb.

    Daraus:

    Zitat

    [...] auch Bauherr Erwin Müller hat über seinen Bauleiter, wird berichtet, Kooperationsbereitschaft und Rücksichtnahme signalisiert.

    Hoffen wir mal, dass alle gut durchkommen.

  • Die Anlieger zeigen sich verständnisvoll und freuen sich wegen der erwarteten Belebung auf die Zeit danach

    Mehr Belebung als ein Abt wird es wohl nicht geben, keine Ahnung, was die Anlieger sich da erhoffen. Das war doch der Frequenzbringer. Was soll da eines von gefühlt hundert Hotels besser machen? Als Touri kauf ich eher selten eine Diamantkette, zumindest wenn ich im Motel One gastiere.

  • Ich tippe mal, sie meinen Belebung relativ zum aktuellen Leerstand... und der Neubau wird ja auch 2-3 neue Ladenflächen bringen. Negativ wird sich das nicht auf die Passantenfrequenz auswirken. Vielleicht könnte die Rebengasse ein heimlicher Profiteur werden?