Neubau Wohn- und Geschäftshäuser (mit Sparkasse) | Söflinger Straße 231-235

  • Freitag nächster Woche, am 12.07.2019, tagt der Gestaltungsbeirat wieder. Thema unter anderem:

    Neubau Wohn- und Geschäftshäuser mit Sparkasse - Söflinger Straße 231-235

    Das zu entwickelnde Areal befindet sich an der Schnittstelle von drei städtebaulichen Strukturen und stellt somit eine interessante und herausfordernde planerische Entwicklungsfläche dar. Es sollen 5 verschiedene Konzeptansätze beraten werden, welche sehr unterschiedlich auf den individuellen Ort vermittelnd und identitätsstiftend reagieren. Bei allen Varianten ist ein Nutzungsmix geplant. Neben Wohnen in unterschiedlichsten Größen sollen im Erdgeschoss Gewerbe- und kleinteilige Einzelhandelsflächen sowie im 1. Obergeschoss Büro- und Dienstleistungsflächen entstehen. Unter dem Areal ist eine Tiefgarage mit 2 Ebenen geplant.

    Es handelt sich um das Gebäude der Sparkassenfiliale Ecke Söflinger Straße/Sonnenstraße und zwei Nachbargebäude:



    Auf der Karte betrachtet ein recht stattliches Areal, würde man im Vorbeifahren gar nicht denken. Falls die zweigeschossige Tiefgarage sich über die gesamte Fläche erstreckt, kann man auch die ungefähre Zahl der Wohn- und Geschäftseinheiten erahnen.


    Sehr gut auch, dass man mit fünf Varianten in die Gestaltungsbeiratssitzung geht und sich fachlichen Input holt. Schade nur, dass man von Vorhaben, die in diesem Gremium diskutiert werden, früh erfährt, aber sie erst spät auch sieht. Ich habe noch immer keine Ahnung, was in der Bleichstraße 24-26 geplant ist...

  • Auch hier stellt sich die Frage nach dem Bauherrn. Das Gebäude gehörte und beheimatete die Metzgerei Hörmann. Ich schätze das Eckgebäude zur Sonnenstraße dürfte auch der Sparkasse Ulm gehört haben. Wird doch nicht dieses Kreditinstitut die anderen Grudstücke und Gebäude gekauft haben? Die arme regionale Bank hat doch kein Geld whr, nachdem sie bei der Steinle-Pleite (Petrusplatz) der Verlierer sein sollen;)^^:D

  • Hörmann fehlt definitiv in der Branche, da kann ihm der Nachfolger nicht das Wasser reichen.

    Hoffentlich wird das an dem exponierten Eck nicht wieder so ein genormter Borg-Kubus wie es in letzter Zeit immer mehr überhand nimmt.

  • Ein kurzer Bericht aus der Gestaltungsbeiratssitzung:

    • Investor ist die Fa. Eberhardt, die Entwürfe kommen von Braunger Wörtz Architekten; in der Vergangenheit haben Investor und Büro u.a. beim Maienweg, bei der Griesgasse und der Neuen Glacis-Bastion zusammengearbeitet
    • das Büro brachte lobenswerterweise fünf unterschiedliche Varianten in die Sitzung mit, was auch Einblick lieferte in die Diskussionen und Entwicklungsarbeit im Entwurfsprozess; sehr spannend
    • nicht ganz einfach sind die topographischen Umstände: eher längliches und schmales Grundstück mit einer Steigung, die geringer ist als eine Geschosshöhe
    • Allen Beteiligten war der Bezug zur Umgebung sehr wichtig (Stichwort Körnung), die geprägt ist von vielen freistehenden Solitären
    • die fünf Varianten waren (grob umrissen)
      • ein durchgehendes "Langhaus", zur Söflinger Straße hin traufständig
      • ein Komplex mit vier Spitzgiebeln zur Söflinger Straße hin
      • zwei ineinander gedrehte L-Gebäude
      • zwei Gebäude mit innliegendem Atrium zur Erschließung und so einer Art Mansardwalmdach
      • drei "Polygone" mit lauter schrägen Kanten an allen Seiten, also zu den Straßen hin ebenso wie im Dach.
    • der präsentierende Architekt gab klar (und für meine Begriffe auch nachvollziehbar begründet) zu erkennen, dass die Polygone aktuell die Vorzugsvariante darstellen und das Ergebnis langer Diskussionen und vieler Überlegungen sind
    • der Gestaltungsbeirat fremdelte dagegen arg mit den Polygonen und schlug stattdessen vor, die [von mir so benannte; Finn] L-Variante mit diversen Überarbeitungen weiterzuverfolgen; dabei räumte man aber ein, dass das vielleicht nicht die Baumasse hat, die das Vorhaben für den Investor wirtschaftlich macht

    Zur besseren Übersicht, hier eine supergrobe Skizze des Vorschlags des Gestaltungsbeirats, soweit es mir erinnerlich ist:



    Der hier grün eingezeichnete Baukörper und der zur Pfeifenmachergasse hin ausgerichtete Teil des rosanen Baukörpers sind in der Entwurfsvariante nur zweigeschossig (IIRC als Flachdachbauten) geplant; die Mitglieder des Gestaltungsbeirats schlugen vor, die Baumasse des grünen Baukörpers dem südlichen Teil des rosanen Baukörpers zuzuschlagen. (Norden ist hier oben.)


    Das wirklich nur als knapper Bericht, es ist unmöglich, alle Feinheiten in der (wie ich finde) für die knappe Zeit recht gehaltvollen Diskussion wiederzugeben und würdigen. Der Architekt brachte zum Beispiel durchaus gute Argumente für die Polygone, während aus dem Kreis der Gestaltungsbeiräte interessante Ideen für Detaillösungen kamen - beispielsweise das (hier) blaue Gebäude mittig auf den Pfarrer-Weiß-Weg auszurichten.


    Ich finde den Vorschlag des Gestaltungsbeirats aber ganz vernünftig und denke, dass der südliche Baukörper kompromisshalber auch ein Geschoss mehr erhalten kann, um den zweigeschossigen Flachdachbau entlang der Pfeifenmachergasse zu vermeiden; verschattet sollte nichts werden, gegen eine gewisse Präsenz des Neubaus ist nichts zu sagen.


    Schön fände ich es, wenn man die Gebäudestruktur an der Ecke Söflinger Straße / Sonnenstraße etwas auflockern könnte; zum einen, um den Platzcharakter etwas aufzunehmen, zum anderen aber auch, um die Verkehrssicherheit (durch eine bessere Sichtbarkeit) zu erhöhen. Vielleicht ließen sich da ein paar von den polygonalen Ideen verarbeiten? Eine abgeschrägte Gebäudekante mit einer interessanten Giebelstruktur?


    Last but not least: Der Metzger soll wohl bleiben ;).

  • Danke, erneut ein sehr informativer Beitrag aus der Sitzung. Zwei Geschosse? Das kann eigentlich nicht wirtschaftlich werden. Ich denke auch zur Üfeifenmachergasse sind drei Geschosse keine Zumutung für die Umgebung.


    Zur Söflinger Straße waren es bislang vier Vollgeschosse Plus Dachgeschoss. Daher denke ich fünf Vollgeschosse zur Söflinger Straße sind ok. Das mit einem zurückgenommen Eckgebäude, um den Platzcharakter zu prägen finde ich gut und wirklich überlegenswert, ohne die vorgelegten Varianten zu kennen.

  • Zum Vorhaben liegt nun ein Bebauungsplan vor, der von den Gemeinderäten im Fachausschuss nächste Woche beschlossen werden soll. Die Unterlagen sind wie immer in der Bürgerinfo einsehbar.


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: Braunger Wörtz Architekten, Eberhardt Immobilienbau)


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: Braunger Wörtz Architekten, Eberhardt Immobilienbau)


    Es hat sich am Ende doch der polygonale Entwurf durchgesetzt, für den der Architekt sich damals in der Gestaltungsbeiratssitzung mit viel Energie eingesetzt hatte. (Der Gestaltungsbeirat ist kein Entscheidungs- oder Beschlussgremium, aber man war natürlich um die Anerkennung der Fachkolleg/innen bemüht.) Wie findet ihr ihn?


    Die harten Fakten: 30 Wohneinheiten, 9 Gewerbeeinheiten, zwei TG-Ebenen mit insgesamt 75 Stellplätzen, drei Gebäude mit je drei Geschossen und ausgebautem Dachgeschoss. Über die Stellplatzzahl bin ich angesichts der hervorragenden Anbindung (Straßenbahn, Radweg) gestolpert, aber die Plätze sollen auch von Anrainern angemietet werden. Als Quasi-Quartiersgarage ist das natürlich schon anders, und die Gegend ist auch durchaus arg zugeparkt.

  • Die polygonalen Gebäudeformen sind gewöhnungsbedürftig. Vielleicht muss man es dann in der Realität betrachten und denkt sich dann - oh, das ist mal was Neues und Interessantes! 9 Gewerbeeinheiten sind stramm, hätte mir eher 4 bis 6 WE mehr gewünscht. Außer der Gebäudeform halte ich die Bebauung anhand des Modells für angemessen und gut. In der Höhe ein guter Kompromiss für die Anwohner der Pfeifenmachergasse.

  • Abriss und markanter Neubau in Söflingen [SWP+]

    Zitat

    Die Häuser in der Söflinger Straße 231 bis 235 sind bekannt über die Vorstadt hinaus. Nicht nur wegen der Metzgerei Kleiber, vormals Hörmann, und der Sparkasse, sondern auch, weil die Gebäude den Eingang zum Söflinger Ortskern markieren. Sie sollen nun drei Neubauten weichen.

    Dem Artikel nach empfanden Gemeinderäte und Verwaltung den Entwurf zunächst auch gewöhnungsbedürftig, zeigten sich nach der Auseinandersetzung mit den Plänen aber durch die Bank angetan - so der Artikel.


    Im Artikel ist außerdem die Rede davon, dass das Projekt in mehreren Bauabschnitten verwirklicht werden könnte. Kann ich vor dem Hintergrund der gemeinsamen Tiefgarage nicht ganz verstehen - technisch sicherlich möglich, aber aufwändig und kostspielig.

  • So wie die Immobilienobjekte halt weg gehen. Läuft der Verkauf wird in einem Zug gebaut, stockt das Ganze (vielleicht wegen Corona) realisiert man das Haus für Haus. Nicht ungewöhnlich, war vor dem Boom auch öfter so!