Gewerbegebiete Ulm-Nord, Ulm-Himmelreich und Dornstadt-Himmelweiler mit Containerbahnhof

  • Von der Logik her wäre ein neuer Thread angebracht... aber ich mutmaße, dass er wenig Frequenz sehen würde. Also hier!


    Der Bebauungsplan für das neue Gewerbegebiet Himmelreich östlich von der Mergelgrube (Müller, Seifert, Containerbahnhof) soll nun ausgelegt werden. Die Beschlussvorlage und die Planungsunterlagen sind bei der Bürgerinfo hinterlegt.


    (Quelle: Stadt Ulm)


    Ich weiß, gibt nicht viel zu sehen ;). Ein paar der interessanteren Infos, die ich herausgelesen habe:

    • Die Kreuzung an der L 1165 (Jungingen-Beimerstetten) soll beampelt werden.
    • Der Ortschaftsrat Jungingen hat den Plan aus Lärmschutzgründen fast einstimmig abgelehnt.
    • Die Südfassaden sollen hochabsorbierend sein, um nicht den Autobahnlärm Richtung Jungingen zu reflektieren (was der Vorwurf der Junginger an das Seifert-Gebäude ist).

    Unabhängig vom Bebauungsplan bemüht sich die Stadt, südlich der Autobahn einen Wall in Form einer Seitendeponie aufzuschütten, um Jungingen vom Lärm abzuschirmen. Außerdem lässt sich am Plan leicht erkennen, dass das Gebiet auf eine Erweiterung nach Norden und Osten ausgelegt ist.

  • Finn

    Hat den Titel des Themas von „Gewerbegebiete Ulm-Nord und Dornstadt-Himmelweiler mit Containerbahnhof“ zu „Gewerbegebiete Ulm-Nord, Ulm-Himmelreich und Dornstadt-Himmelweiler mit Containerbahnhof“ geändert.
  • Ich weiß, gibt nicht viel zu sehen ;). Ein paar der interessanteren Infos, die ich herausgelesen habe:

    • Die Kreuzung an der L 1165 (Jungingen-Beimerstetten) soll beampelt werden.
    • Der Ortschaftsrat Jungingen hat den Plan aus Lärmschutzgründen fast einstimmig abgelehnt.
    • Die Südfassaden sollen hochabsorbierend sein, um nicht den Autobahnlärm Richtung Jungingen zu reflektieren (was der Vorwurf der Junginger an das Seifert-Gebäude ist).

    Unabhängig vom Bebauungsplan bemüht sich die Stadt, südlich der Autobahn einen Wall in Form einer Seitendeponie aufzuschütten, um Jungingen vom Lärm abzuschirmen. Außerdem lässt sich am Plan leicht erkennen, dass das Gebiet auf eine Erweiterung nach Norden und Osten ausgelegt ist.

    Für die Kreuzung / Einmündung hätte ich mir einen Kreisverkehr gewünscht, weil dieser den Verkehr rund um die Uhr bremst. Die Lichtzeichenanlage wird am Abend und Am Wochenende außer Betrieb gesetzt und man hat das Raserproblem Richtung Beimerstetten wieder, nur mit einer zusätzlichen Querstraße als weiteren Gefahrenfaktor.


    Eine Erweiterung Richtung St. Moritz und Beimerstetten ist natürlich vorgesehen. Es gibt ältere Planzeichnungen, welche dies schon dargestellt haben. Die Vorlage ist nur der 1. BA.


    Der Lärmschutz für die Junginger sollte mit dem sechsstreifigen Ausbau der BAB 8 effektiver angegangen werden als gegen die Erweiterung zu sein, wobei ich die Auflagen für lärmabsorbierende Fassaden und Bauweisen gut finde.

  • Das RP hatte sich auch tatsächlich für einen Kreisverkehr ausgesprochen. In der Abwägung heißt es dazu nur (etwas dürr):

    Zitat

    Nach Rücksprache mit dem Regierungspräsidium Tübingen wird unter der Berücksichtigung der verkehrlichen Entwicklungen im Ulmer Norden von der Forderung nach einem Kreisverkehrsplatz abgesehen. Der Knotenpunkt - wie im Bebauungsplan dargestellt - wird als vollsignalisierter Knotenpunkt geplant.

  • Zum Baufortschritt: Die beiden Kreisverkehre im Gewerbegebiet Ulm-Nord sind fertig, aber die Durchfahrt des Eiselauer Wegs unter der A 8 ist derzeit nicht passierbar. Auch an der Albrecht-Berblinger-Straße in nördlicher Verlängerung des Eiselauer Wegs (nicht im Bild) wird fleißig gebuddelt.



    Die Erschließung des nördlichen Teils des Gewerbegebiets erfolgt aktuell nur über die fertiggestellte Querspange parallel zur A 8, im Bild oben die Rampe linkerhand. Steht man oben auf der Brücke, kann man hinter dem Seifert-Lagerhaus die landwirtschaftlichen Flächen (Raps, Werbeturm) erahnen, auf denen der neue Gewerbeschwerpunkt im Norden fortgesetzt wird. Rechts die Behelfsfahrbahn der gerade im Ausbau befindlichen A 8.


    Der Blick nach Norden zeigt eine mögliche Erweiterungsfläche für den erfolgreichen Güterbahnhof. Vielleicht die Schlüsselfläche für die Zukunft des Güterverkehrs in der Ulmer Region? Dem bestehenden Güterbahnhof fehlt auch noch eine Durchbindung nach Süden (Richtung Ulm), aktuell ist er nur von Norden her (aus Beimerstetten) befahrbar. Vielleicht kriegt man irgendwo noch einen Haltepunkt für den Regionalverkehr untergebracht? Wenn man schon dabei ist...


    Auch hier keine abschließende Fotostrecke, dazu bräuchte man wohl heutzutage eine Drohne, und das Wetter war zu schön, um nicht in die Pedale zu treten :).

  • Hehe, wie es der Zufall so will:


    Industriegas: Unsichtbar und überall drin [SWP+]

    Zitat

    Das mittelständische Unternehmen Widmann Gase hat in Dornstadt schon sieben Millionen Euro investiert. Der komplette Umzug ist ins Jahr 2021 verschoben.


    Daraus:

    Zitat

    Indes macht ein Alltagsproblem jenen Beschäftigten zu schaffen, die kein Auto haben, um zur Arbeitsstelle zu fahren: der ÖPNV. „Es gibt noch keinen funktionierenden Nahverkehr“, sagt Widmann, und das „bei insgesamt 2000 Beschäftigten in dem Gewerbegebiet“. Er lässt seine Mitarbeiter an einer recht weit entfernten Bushaltestelle abholen.Die Radwegverbindung von/nach Dornstadt sowie Jungingen ist übrigens sehr gut.

  • Ich weiß auch nicht, ist es okay für seine Beschäftigten öffentlich bezahlten Nahverkehr zu fordern? Ich meine sind 2000 Menschen, von denen vielleicht statistisch 15% den ÖPNV nutzen (Werte vom deutschen Durchschnitt) also 300 das Angebot nutzen würden 2 mal täglich genug? Ist nicht rhetorisch oder ironisch, frage ich mich echt.

  • Auch an der Albrecht-Berblinger-Straße in nördlicher Verlängerung des Eiselauer Wegs (nicht im Bild) wird fleißig gebuddelt.

    Die Straße führt dann in Zukunft vom Containerterminal nach Norden bis zum neuen Kreisverkehr zwischen Dornstadt und Beimerstetten. Ich könnte mir vorstellen daß dort irgendwann auch Gewerbeflächen entstehen.

  • Ich weiß auch nicht, ist es okay für seine Beschäftigten öffentlich bezahlten Nahverkehr zu fordern? Ich meine sind 2000 Menschen, von denen vielleicht statistisch 15% den ÖPNV nutzen (Werte vom deutschen Durchschnitt) also 300 das Angebot nutzen würden 2 mal täglich genug? Ist nicht rhetorisch oder ironisch, frage ich mich echt.

    Die Diskussion hatten wir so ähnlich ja bei der Sanierung der Bahnhof- und Hirschstraße. Die IHK fordert die Sanierung, also ein Invest der öffentlichen Hand, will aber nicht beteiligt werden. Da tendiert die Meinung in die Richtung, dass das nicht geht.


    Auf der anderen Seite würde ich anführen, dass diese Forderung von einer ganz anderen Dimension ist; es gibt ja bereits einen Nahverkehrsanschluss von Ulm-Nord, nur eben keinen wahnsinnig guten. Er deckt bislang nur das Gebiet südlich der A 8 ab. Linienführungen werden ja regelmäßig geprüft und angepasst, ein Abstecher zu einer neuen Haltestelle nördlich der A 8 sollte nicht die Welt kosten.


    (Für meine Begriffe böte sich eine Verlängerung über das Heimstiftungsareal bis nach Dornstadt prima an.)

  • Ich finde es super schwierig, zum einen soll ja die Quote an umweltfreundlichem Transport (zu dem heute die meisten Autos einfach nicht zählen) steigen, zum anderen kann man nicht jede Arbeitsplatzagglomeration perfekt erschließen. Wie entscheidet man denn sowas, denn prinzipiell ist ja ein Bedarf immer da, nur die Größe variiert? So könnte selbst für einen Kleinbetrieb ein zweimal täglich fahrender Kleinbus dem Bedarf entsprechen. Gesellschaftlicher Gewinn sind hier dann die 12 Menschen, die umweltfreundlich unterwegs sind. Aber die Ressourcen von der Stadt werden damit irgendwie ja doch privatisiert, da es eigentlich nur einem kleinsten Teil der Gesellschaft direkt dient. Sorry der gedanktliche Exkurs sprengt hier das Thema.

    [E]s gibt ja bereits einen Nahverkehrsanschluss von Ulm-Nord, nur eben keinen wahnsinnig guten. Er deckt bislang nur das Gebiet südlich der A 8 ab. Linienführungen werden ja regelmäßig geprüft und angepasst, ein Abstecher zu einer neuen Haltestelle nördlich der A 8 sollte nicht die Welt kosten.

    Was es schwierig macht ist also nicht die (winzige) Investition in ein Schild usw., sondern die Frage ist der Gewinn an Bequemlichkeit ausschlaggebend für mehr Arbeitnehmer dort den ÖPNV zu nehmen? Wäre dann aber trotzdem die Frage, ab wann die Angebote nicht das gesellschaftliche Interesse übersteigen.

    Da finde ich zum Beispiel Dein Beispiel mit der Bahnhof-Hirschstraße anders gelagert. Denn davon profitiert ja durchauch garantiert jeder, der in der Stadt lebt und es ist einzig die Frage, ob das Mittel im Moment notwendig ist oder nicht in akutere Dinge investiert werden muss.

  • Der Exkurs passt prima - sonst dürfte ich ihn nicht weiterspinnen :whistling:.


    Ich gebe dir insofern recht, als dass der Ertrag mutmaßlich nicht in Verhältnis zum Aufwand steht - ein oder auch zwei Dutzend Nutzer je Richtung zu den Hauptverkehrszeiten. Ich würde den Begriff der Privatisierung aber nicht nutzen wollen, weil das Angebot ja weiterhin prinzipiell der gesamten Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Bei vielen Angeboten, klassischerweise Büchereien, Museen, Schwimmbädern etc., ist man als Kommune ein Stück weit verpflichtet, ein Angebot zu machen - zur kostendeckenden Nutzung kann man die Bürger aber nicht verpflichten.


    Dein Beitrag hat mich aber zum Nachdenken über individuelle Mobilität in Gewerbegebieten gebracht - da gibt es nämlich tatsächlich schon eine private Initiative in Ulm. Auf Ulm-Nord übertragen: Eine relativ zentrale Haltestelle (bspw. ein Bahnhalt) und ab dort dann autonome Shuttles, die die verschiedenen Schwerpunkte der Agglomeration abfahren (Lehrer Feld, Himmelweiler, Mergelgrube/Himmelreich). Natürlich auf Privatkosten der Betriebe ;).


    Ehrlich gesagt, die pragmatischste und schnellste Lösung wäre vielleicht, ganz banal E-Bikes und E-Scooter an die Haltestellen zu stellen. Könnte man auf die NFC-Schnittstelle der Zutrittskarten der Arbeitnehmer programmieren, oder eben entsprechende Zutrittskarten austeilen.

  • Es ist schier unmöglich etwas ganz Allgemeingültiges zu sagen. So nutzen Firmen natürlich Standortinfrastruktur zu ihren Gunsten und sonst gäbe es da ja auch keinen Standortwettbewerb. Man denkt da natürlich schnell negativ, weil man erinnert ist an Großunternehmen, welche den Städten noch die letzte Vergünstigung raushandeln. Gleichzeitig muss klar sein, dass eine kleine Firma vielleicht eben grade wegen geringerer Kostenhürden überhaupt am Markt bleibt. Verpflichtet man nun alle für die Infrastruktur zu sorgen, gibt es am Ende keine schnell nachwachsenden Unternehmen mehr. Die Eintrittsinvestitionskosten dürfen nicht zu hoch ausfallen, sonst entstehen Oligopole oder Monopole. Deswegen wird es wohl immer mehr solcher eigentlich gemeinschaftlichen Investitionen geben. Sieht man ja im R&D, wo viel mit Steueranreizen und öffentlichen Partnern passiert. Das ist nichts anderes, als wenn der Bus praktisch nur fürs eigene Unternehmen fährt.


    Finde ich spannend, was Du da gefunden bzw. als Idee entwickelt hast. Grade die letzte Meile ist zumindest laut Paketdienstleistern sehr teuer, da gefällt mir gut dieses Zusammenwirken und es lässt sich politisch deutlich besser rechtfertigen. Weil es auch einen ausgleichenden Effekt gibt. Große Unternehmen müssen mehr ausgeben für die vielen Arbeiter, als ein kleinerer, dem vielleicht sogar ein einzelnes Fahrzeug reicht. Das kann ja tatsächlich von der Stadt auch als zu buchende Dienstleistung angeboten werden. Dann zahlt das große Unternehmen, dass der Bus eben doch die letzte Meile fährt. Das muss um es zeitnah zu sehen nicht autonom sein.

    Ist aber jetzt streng genommen ja genau die Situation, die wir als guten Zustand umreißen, über die sich der Unternehmer beschwert. Ich plädiere als dafür, dass der Unternehmer die städtische Gesellschaft beauftragt die Linie gegen einen Preis zu sich zu verlängern. Sollte das rechtlich nicht möglich sein, wäre es aus meiner Sicht eine interessante Kiste für alle Verkehrbetriebe in Deutschland.