Neubebauung Blockmitte Postdörfle | Wörthstraße

  • Das Postdörfle ist der Block Wörthstraße/Elisabethenstraße/Wagnerstraße/Blücherstraße, von dessen Zeile an der Wörthstraße wir schon einmal geschwärmt haben. Nun soll die bisher unzureichende Bebauung der Blockmitte neu entwickelt werden.


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    (Quelle: Stadt Ulm; Bild- und Urheberrechte: GBO Laupheim, LBG Stuttgart)


    Die beiden genossenschaftlichen Eigentümer haben ihr Konzept, das vom Gestaltungsbeirat zerpflückt worden ist, überarbeitet und nun vorgelegt. Den Erstentwurf kann man in der Bürgerinfo begutachten; ich finde, dass die Kritik richtig gesetzt war und der modifizierte Entwurf einen spürbaren Fortschritt darstellt. Ich zähle 102 WE, die entsprechend ihrer genossenschaftlichen Vorhabenträger preislich eher im unteren bis mittleren Bereich anzusiedeln sein dürften. Dennoch soll es eine (zentrale?) Tiefgarage geben, auch wenn ich nicht ausmachen kann, wo sich ihre Einfahrt befinden soll.


  • Als Einfahrt zur Tiefgarage könnte ich mir die Durchfahrt zwischen Haus 1 und Haus 6 vorstellen, erschiene mir zumindest logisch. Die Zufahrten von der Elisabethen-/ und Blücherstraße sind für so was zu schmal. Alternativ wäre eine Zufahrt am ehemaligen Postamt an der Kreuzung Wagner-/ Elisabethenstraße, aber ob da die Aus- und Einfahrt wegen der Ampelkreuzung konfliktfrei lösbar ist? Auch die Besitzverhältnisse der Zufahrt würden da eine Rolle spielen.

  • Anmerkung von mir:
    Ich bin als Kind in der Weststadt aufgewachsen, in der Gneisenaustraße. Das Postdörfle lag an meinem täglichen Schulweg. Ich kann mich deshalb so gut daran erinnern daß trotz vieler geparkter Autos und den hässlichen Garagen immer viel Platz und Grünfläche vorhanden war. Für Kinder ein geschütztes Paradies!
    Positiv fände ich den Bau einer Quartiersgarage weil dadurch trotz Bauverdichtung immer noch genügend Platz vorhanden wäre da die oberirdischen Parkplätze wegfallen.
    Erhalten werden sollte trotzdem eine kleine "Straße" die an den Häusern vorbeiführt, zum ein- und ausladen oder ähnlichem. Man will ja den Einkauf mitsamt Getränkekisten nicht durch den halben Hof schleppen.
    Wie sehen denn überhaupt die Eigentumsverhältnisse aus? Gehört der ganze Hof einem Eigentümer? Wie sind die Eigentumsverhältnisse an der nördlichen Häuserzeile, an der Wagnerstraße? Und wo verlaufen die Grundstücksgrenzen? Die nordwestliche Eckbebauung scheint ja nicht mehr dazuzugehören?

  • Wie sehen denn überhaupt die Eigentumsverhältnisse aus? Gehört der ganze Hof einem Eigentümer? Wie sind die Eigentumsverhältnisse an der nördlichen Häuserzeile, an der Wagnerstraße? Und wo verlaufen die Grundstücksgrenzen? Die nordwestliche Eckbebauung scheint ja nicht mehr dazuzugehören?

    Das weiß ich leider auch nicht, aber der Umgriff deutet an, dass den beiden genannten genossenschaftlichen Eigentümern der komplette Block abzüglich des Komplexes in der Nordwestecke gehört. Zur Renovierung der Zeile im Südosten war ein Plakat der GWO an einem Bauzaun angebracht.


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    (Quelle: Stadt Ulm; Bild- und Urheberrechte: GBO Laupheim, LBG Stuttgart)


    Darauf deutet auch der Einbau der kleinen Kita in die bestehende Nordzeile hin. Eine großflächige, eingeschossige Tiefgarage als Quartiersgarage wäre grandios! Es wird sich schon bemerkbar machen, dass hier Fünfgeschosser in die Blockmitte gepackt werden... schade um das Refugium für Kinder. Damit muss man wohl leider leben, wenn es alle in die Stadt zieht. Die verbleibenden Freiflächen lassen aber auch Luft zum Atmen, könnte noch schlimmer sein.

  • Naja, von einer "weiteren" Ghettoisierung kann man wahrscheinlich nicht wirklich sprechen, so dramatisch sind die Zustände in Ulm Westside auch nicht ;) . Ich würde eher meinen, dass vernünftige Neubauten die soziale Durchmischung befördern.

  • 102 neue Wohnungen für die Weststadt [SWP]

    Zitat

    Im Karré des „Postdörfle“ sollen sieben Neubauten und eine große Tiefgarage entstehen. Fertigstellung bis Ende 2019.

    Nur, um nicht missverstanden zu werden: Ich finde es natürlich auch schade um die Grünflächen. Aber man steckt halt in einem Zielkonflikt: Man will das Grün in der Stadt behalten, man soll den Flächenfraß eindämmen, und man muss (günstige) Wohnfläche schaffen. Da gibt es keine Königslösung. Eine Entscheidung für das eine Ziel ist gleichzeitig eine Absage an die anderen beiden Ziele. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich diese Entscheidungen nicht treffen muss.

  • Hallo zusammen,


    als Anwohner dachte ich mir ich melde mich mal zu Wort. Eine Nachverdichtung ist sicherlich sinnvoll im Hinblick auf die Wohnsituation generell.


    Das Problem ist eher die Parkplatzsituation die dadurch entsteht. Die Genossenschaften LBG und GWO schmeißen nämlich alle ihre bisherigen Mieter
    raus (aus den Garagen und von den Stellplätzen) und bauen nur für die neuen Mieter Stellplätze. Die bisherigen Mieter der umgebenden Häuser haben keine Möglichkeit
    mehr ein Auto abzustellen.


    Bedeutet parken nur noch für die Mieter die sich die hohen Mieten in den Neubauten leisten können. So geht es soziales Wohnen heute....

  • Wow, wenn das wirklich so ist, dann ist das ganz schön scheiße. Gerade, wenn ausgerechnet genossenschaftliche Träger so agieren. Ich frage mich, wieso die Verwaltung und der Gemeinderat das so hingenommen haben.


    P.S.: Trotzdem herzlich willkommen, trotz des traurigen Anlasses...

  • Rings ums „Postdörfle“ herrscht Parkplatznot [SWP]

    Zitat

    Beim Rundgang mit der CDU-Fraktion in der Weststadt rücken die Anwohner die schwierige Parkplatzsituation ins Blickfeld.

    Keine Aussage zu den Bestandsparkplätzen der alteingesessenen Anwohner. Auch der Kommentar Jeschecks am Ende zielt am Bericht hier im Thread vorbei.


    Ein Parkhaus am LIDL hielte ich aber auch für eine prüfenswerte Sache. Überhaupt: Die Zeit der eingeschossigen, großflächigen Einkaufsmärkte in dicht bebauter innerstädtischer Lage sollte abgelaufen sein. Die Fläche über den Märkten muss man einfach nutzen, siehe etwa Söflinger Straße, auch wenn das hier natürlich aus Gründen der Statik nachträglich nicht mehr möglich wäre.

  • Hier mal ein Update der bisherigen Mieter zum Thema wie gut es doch die Genossenschaften mit den Menschen meinen und sich so gern für das soziale Engagement loben.


    Zum Thema Nachverdichtung haben die Mieter ja nix ABER zum Umgang mit diesen und der Vorgehensweise.
    Wir hatten vor einiger Zeit eine vor Ort Begehung mit dem Gemeinderat um auf unsere Sorgen und Nöte hinzuweisen. Interessant ist das der Ulmer Gemeinderat auf das Parkplatzproblem und die sich daraus ergebenden Probleme der bisherigen Mieter hingewiesen hat und um Abhilfe bzw. Vorschläge von seiten der beteiligten Genossenschaft gebeten hat.


    Die Landesbaugenossenschaft Stuttgart und die Genossenschaft GWO zeigten KEINE Reaktion und antworteten nicht auf die Anfrage des Gemeinderates.


    Ich denke die Vorgehensweise ist die übliche:


    1. Zerstörung der Infrastruktur und des bestehenden sozialen Umfelds
    2. Nachverdichten der Flächen ohne Rücksicht der bisherigen Anwohner und Mieter
    3. Neubau und Maximierung der Erträge.


    Dabei gilt:
    Es ist uninteressant welche Probleme Bestandsmieter haben.


    So geht bauen heute.

  • Hallo Caligulaa,
    wenn sich dein Ärger auf die fehlenden Parkplätze bezieht dann ist das nachweislich auch die Mitschuld der umgebenden Firmen und deren Mitarbeiter. Alles auf die Politik abzuwälzen und den Genossenschaften Profitgier zu unterstellen ist schon ein bißchen eindimensional.

    1. Zerstörung der Infrastruktur und des bestehenden sozialen Umfelds
    2. Nachverdichten der Flächen ohne Rücksicht der bisherigen Anwohner und Mieter
    3. Neubau und Maximierung der Erträge.

    1. Welche Infrastruktur wird zerstört? Die Häuser oder eure bisherigen Parkplätze? Wenn die bisherigen Mietverträge der Parkplätze ordentlich gekündigt wurden sehe ich da kein Problem. Es gibt kein Recht auf freie Parkplätze. Schon gar nicht wenn stattdessen mitten in der Stadt stattdessen Wohnraum geschaffen wird.
    2. Nachverdichten? Ich kenne das Postdörfle seit meiner Kindheit weil ich in der Nachbarschaft meine Kinder- und Jugendzeit verbracht habe. Diese Nachverdichtung ist schon seit Jahren nötig und auch richtig. Das wäre auch unter der UWS so passiert, siehe Nachverdichtungen am Mähringer Weg. Dagegen ist das nachverdichten im Postdörfle noch großzügig.
    3. Was du Gentrifizierung nennst ist ganz einfach Durchmischung von verschiedenen Mietstrukturen. Oder meinst du eine Wohngenossenschaft kann es sich erlauben für Neubauten Mieten aus den 80ern zu verlangen? Oder die Altbauten zu sanieren und zu den alten Preisen weiterzuvermieten?


    Dabei gilt:
    Es ist uninteressant welche Probleme Bestandsmieter haben.

    Welche Probleme haben die Bestandsmieter denn nun, außer den Parkplätzen?