Neubau Hauptbahnhof (Citybahnhof)

  • Sehr interessant, danke! Ich kann mir die Punkte, die du genannt hast, gut auch für Ulm vorstellen. Die Glasfront macht was her, das Gebäude würde vom Format her fast 1:1 nach Ulm passen (auch wenn ich mir bei aller schwäbischen Bescheidenheit noch ein oder zwei hübsche Schleifchen mehr wünsche :D ). Und die Passage wirkt belebt und schön breit, prima.


    Was mir in Münster nicht so gefällt ist der sehr nüchterne Innenraum mit eher betriebsmäßigen Geländern und vielen ungestalteten Blindflächen. Außerdem wirken manche Durchgänge etwas bedrückend, so eng und hoch und ohne viel Naturlicht. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass hier die Bahn Bauherr war. Macht einem glatt wieder den Gedanken sympathischer, dass die Stadt sich zusammen mit Investoren hinter das Projekt klemmt. Ich hätte gerne eine große lichte Halle, in der man gar nicht merkt, dass man sich auf -1 befindet...

  • Findest den geplanten Neubau in München wirklich schön? Ich finde der passt irgendwie gar nicht zu München an der Stelle. Mir gefällt der Turm zum Beispiel nicht und ich würde mir als Münchner etwas anderes wünschen, was besser zum Münchner Stadtbild passt.
    In Ulm würde mir der Bau allerdings gefallen (ohne Turm), da würde der Entwurf auch passen.

  • Der Turm wirkt irgendwie so, als ob er gerne Turm wäre, aber nicht sein darf... aber ich weiß, die Münchner haben ein schwieriges Verhältnis zu ihren Hochbauten. Ich war zu lange nicht in der Münchner Hbf-Gegend (und wenn, dann nur nachts :D ), um sagen zu können, ob er zur Umgebung passt. In Ulm hat man den "Vorteil", dass da herzlich wenig historische Bausubstanz da ist, an der man sich orientieren muss/kann. Glas und Stahl würden da nicht aus dem Rahmen fallen. Wenn's überhaupt was wird, so, wie die Bahn sich anstellt...

  • Mir ging es auch nur wie schon im Wettbewerb illustriert um einen Hochbau, dessen Form und Materialwahl keinen Bezug zum Münchener Entwurf hat. Im Übrigen finde ich den Münchener Entwurf unabhängig der Form als zu gedrungen. Der geplante Hbf. München hingegen sag mir sehr zu. Vielleicht hat Auer Weber noch einen finanzierbaren Entwurf für Ulm in der Schublade.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision

  • Wenn wir schon mal von schönen Türmen reden. Das kann ja dann mal in die Diskussion verschoben werden.


    Von Novel..Hekla entsteht gerade in Paris Le Defence.


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    Einzigartig nicht die Höhe von 200+ aber das Disign.



    So etwas ein wenig kleiner für Ulm. Ich mag mehr Naturstein.


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    Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
    "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )

  • Nee, befriedigend ist die Lösung auch unabhängig von dieser Gleisunterführungsgeschichte natürlich nicht. Vom Hausbahnsteig muss man an Bahnsteig A weit runterrollen, dann im Aufzug die sehr hohe Brücke rauf, und dann am Bahnsteig B-D wieder runter. Den Posttunnel gibt es natürlich auch weiterhin, aber mit seinen relativ steilen Rampen ist er zurecht nicht so beliebt.


    Ich sehe den großen Vorteil der neuen Erschließung darin, dass man jetzt von Süden und Westen kommend, also z.B. vom ZOB oder aus der Schillerstraße, einen schnelleren Zugang zu den Gleisen hat. Perspektivisch ist das auch für das DB-Pendlerparkhaus an der Schillerstraße, wann auch immer es kommt, eine gute Geschichte. Insofern: Nehme ich gerne. Die Unterführung will ich trotzdem :D

  • Als Nachtrag, damit der Artikel nicht untergeht:


    Ulm bekommt einen barrierefreien Hauptbahnhof [NUZ]

    Zitat

    Fahrgäste mit Behinderung sowie Reisende mit Kinderwagen und schwerem Gepäck gelangen künftig mit Aufzügen zu den Gleisen. Warum die Stadt dennoch skeptisch ist.

    Sehr ausführlich wird hier von Winning zitiert. Ich kann mich dem Gesagten nur anschließen und freue mich, dass das Thema Bahnhofsneubau wohl noch nicht vom Tisch ist.

  • Ich wohne zwar seit 15 Jahren nicht mehr in Ulm, aber der Abgang zu den Gleisen im HBF ist doch die breite Treppe?
    Ich frage mich, weshalb da unabhängig von einem Neubau nicht schon längst Rolltreppen installiert wurden. Das gleiche gilt zu den Aufgängen der Gleise. Oder ist das baulich nicht möglich?

  • Ich wohne zwar seit 15 Jahren nicht mehr in Ulm, aber der Abgang zu den Gleisen im HBF ist doch die breite Treppe?
    Ich frage mich, weshalb da unabhängig von einem Neubau nicht schon längst Rolltreppen installiert wurden. Das gleiche gilt zu den Aufgängen der Gleise. Oder ist das baulich nicht möglich?

    Sehe da ehrlich gesagt auch keinen Grund wieso das nicht schon längst hätte passieren können. Nun ja die Bahn will eben nicht investieren..immerhin wird es bald vom Steg aus Zugang zu den Gleisen geben..Ein Schritt in die richtige Richtung..

  • Ich sehe da einige Probleme:
    - die Breite der Treppenaufgänge, das ist einfach zu schmal für ne Extra-Rolltreppe. Wenn da z.B. auf Gleis 2 ein IC oder ICE ankommt dann herrscht da das Chaos auf der Treppe.
    Die Treppen an den anderen Bahnsteigen sind ja noch schmaler...
    - die baulichen Veränderungen für die Rolltreppe sind enorm. Ich weiß nicht was da sonst noch alles unter den Treppen untergebracht ist, aber die Rolltreppen gehen baulich ganz schön in die Tiefe.
    - schlußendlich der finanzielle Aspekt: So wie die DBAG rumzickt will die kein Geld in die Station Ulm reinstecken, es wird nur das unbedingt Nötigste an Investitionen getätigt.

  • Rolltreppen sind ja schön und gut, und eine Hilfe für alle Menschen, die damit fahren können. Das hilft aber Rollstuhlfahrern genausowenig wie Personen mit Fahrrad.
    Ich habe in der letzten Zeit mehrfach einen Zug am hintersten Bahnsteig mit Fahrrad erreichen müssen. Da gibt es keinen Posttunnel mehr und man muss das Fahrrad im Prinzip hochtragen. Wie wird das denn bisher für Rollstuhlfahrer gehandhabt? Kann man einen "Fahrservice" beantragen, der einen dann über den normalerweise gesperrten, ebenerdigen Übergang von Bahnsteig C auf Bahnsteig D fährt?


    In jeden Fall freue ich mich schon über die neuen Aufzüge und Treppen.

  • Rolltreppen sind ja schön und gut, und eine Hilfe für alle Menschen, die damit fahren können. Das hilft aber Rollstuhlfahrern genausowenig wie Personen mit Fahrrad.
    Ich habe in der letzten Zeit mehrfach einen Zug am hintersten Bahnsteig mit Fahrrad erreichen müssen. Da gibt es keinen Posttunnel mehr und man muss das Fahrrad im Prinzip hochtragen. Wie wird das denn bisher für Rollstuhlfahrer gehandhabt? Kann man einen "Fahrservice" beantragen, der einen dann über den normalerweise gesperrten, ebenerdigen Übergang von Bahnsteig C auf Bahnsteig D fährt?


    In jeden Fall freue ich mich schon über die neuen Aufzüge und Treppen.

    Zumindest fürs ein- und aussteigen in den Zug gibt es einen Service, da wird der Rollifahrer mit einem Hublift in den Zug eingeladen. Macht wohl die Bahnhofsmission. Ich denke schon daß einem da bis in die Bahnhofshalle geholfen wird. Muß allerdings vorab angemeldet werden.
    Mit dem Anspruch auf Unabhängigkeit ist da leider nicht mehr viel wenn einem dauernd geholfen werden muß...

  • Gerne verweise ich auf dieses schön produzierte und gemachte Video zu den Baustellen rund um den Hauptbahnhof. Achtet vor allem auf den aktuellen Masterplan, der ab Minute 6:42 immer mal wieder eingeblendet wird, und da auf die römischen Ziffern. Diese Masterpläne sind bisweilen notorisch wenig aussagekräftig und schnell überholt, aber man kann zumindest sehen, in welche Richtung die Stadtplaner die Stadt entwickeln wollen. Und die aktuelle Fassung ist gegenüber meinem letzten Kenntnisstand noch einmal bisschen gewagter geworden.

  • Gerne verweise ich auf dieses schön produzierte und gemachte Video zu den Baustellen rund um den Hauptbahnhof. Achtet vor allem auf den aktuellen Masterplan, der ab Minute 6:42 immer mal wieder eingeblendet wird, und da auf die römischen Ziffern. Diese Masterpläne sind bisweilen notorisch wenig aussagekräftig und schnell überholt, aber man kann zumindest sehen, in welche Richtung die Stadtplaner die Stadt entwickeln wollen. Und die aktuelle Fassung ist gegenüber meinem letzten Kenntnisstand noch einmal bisschen gewagter geworden.

    Wenn man den Masterplan so ansieht dann wird da nicht weniger als die westliche Innenstadt komplett umgegraben. Und die Sedelhöfe sind da flächenmäßig ein Fliegenschiß dagegen... trotzdem gut daß sich was tut, es waren über 30 Jahre Stillstand in der Ecke. ;)

  • Ja, schon witzig, dass diese riesige Grube eigentlich nur ein kleiner Baustein ist. Für eine Stadt in der Größe Ulm ist das alles in der westlichen Innenstadt und den anschließenden Stadtteilen schon ein richtig kolossaler Eingriff.


    Für mich neu war der wohl aktuelle Entwurf für das Bahnhofsgebäude, das den Bahnhofsvorplatz in seiner Logik radikal und komplett umschmeißt.


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    Statt eines sehr großen und undefinierten Bahnhofsvorplatzes gäbe es einen kleinen, nördlichen als Entrée zum Theaterviertel und einen etwas größeren, aber immer noch relativ kompakten südlichen. Ich denke, dass der Haupteingang des neuen Bahnhofsgebäudes sich auch nach Süden orientieren und von drei Hochpunkten eingerahmt werden würde: Bahnhofsgebäude 15 Stockwerke, Bahnhofshotel 22 Stockwerke (!)), Bahnhofstraße 17 aktuell 7 Stockwerke.


    Im obigen Masterplan hätte man eine direkte Blickbeziehung in die Bahnhofstraße erhalten, was mit dem Beschluss zum Bahnhofsplatz 7 ja Makulatur ist. Trotzdem würde sich der Eingang der Bahnhofstraße so ziemlich mittig zum südlichen Bahnhofsplatz orientieren. Finde ich nicht uninteressant.


    Wie gesagt: Diese Masterpläne sind sehr, sehr flüchtige Dinge, die sehr schnell von der Realität überholt werden. Ich fand es aber ganz witzig, diese Vision einmal durchzudenken, weil ich an so etwas noch gar nicht gedacht hatte. Ich sehe auch hier kritische Punkte etwa bei der Erweiterungsfähigkeit der ÖPNV-Haltestelle, aber für die neue Perspektive bin ich ganz dankbar.