Sammelthread Wissenschaftsstadt

  • Schade eigentlich, dass dort oben gerade mit Kleinkram so viel Platz "verschwendet" wird.

    Finde ich auch. Wahrscheinlich unfair, das mit dem freihändig entworfenen Masterplan-Konzept von Kees Christiaanse zu vergleichen, aber die Bebauung wirkt da oben schon teilweise etwas arg unzusammenhängend. Aber klar auch, Gewerbebauten und so, da gelten andere Maßstäbe als in der Innenstadt und das muss auch echt nicht auf Ensemble-Wirkung abheben.

  • Das macht man nicht nur bei "billigen" Einfamilienhäusern. Auch manche hochwertige EFHs in Holzständerbauweise bekommen die Fenster bereits in der Montagehalle eingebaut. Hat den Vorteil, dass dort wetterunabhängig und sauber gearbeitet werden kann.

  • Bei Daimler gibt es demnächst Kranarbeiten beim Errichten eines Bürogebäudes mit Garage zu bewundern. Auch in Fertigbauweise (Modulbau). Das Gelände ist eingezäunt, Baucontainer sind aufgestellt.

    Die Firma Motz hat schon mit ordentlich Krach ordentlich gebuddelt. Erst ein Rasenstück abgeschoben um den Aushub zu lagern und dann ein dreistufiger Aushub für das Fundament. Vom Mitarbeiterparkplatz kann man das übrigens anschauen.

  • Und dann gab es da ja mal noch weit gediehene Planungen und erste Sondierungsbohrungen für das Energon 2...

    Bin über den offiziellen Stand nicht im Bilde; ich bin selbst sehr überrascht davon gewesen, daß heute schon die ersten Bagger rollten, nachdem das Ganze sich jahrelang hingezogen hat und wir erst letzte Woche die gute Nachricht erhalten haben... bei Investitionen dieser Größenordnung sind die Entscheidungswege natürlich lang.Die Planung für das äußere Erscheinungsbild lag schon zu Nokia-Zeiten in der Schublade der Software AG, daran dürfte sich nicht viel geändert haben (allerdings wird nun wohl ein Geschoss weniger gebaut als ursprünglich geplant). Architektonisch wird, soweit ich das beurteilen kann, die Formensprache des Energon schön aufgenommen. Viel Glas und so weiter wird es natürlich auch geben. Ob das Energon 2 den Anspruch verfolgt, ebenso wie das Original als Nullenergiegebäude durchzugehen, weiß ich nicht (persönlich hoffe ich auf eine etwas angenehmere Klimatisierung...)
    Innen wurde die Planung an die Bedürfnisse eines Automobil-Entwicklers angepasst; so wird es z.B. im Untergeschoss Werkstätten und abgeschirmte Stellplätze für Prototypen geben. Es sollen ca. 250-300 Mitarbeiter im Energon 2 Platz finden. Die Bauzeit soll nach meinen letzten Infos sportliche anderthalb Jahre betragen.

    ... leider wurde mein damaliger Optimismus nicht belohnt. Wie man so hört, ist das Vorhaben bis auf Weiteres gecancelt worden, und im wahrsten Sinne des Wortes wächst mittlerweile auch wieder Gras über die damals aufgebaggerten Stellen.
    Man ist sich wohl über den langfristigen Raumbedarf der BMW Car IT und somit die Größe des zu bauenden Gebäudes nicht so richtig einig geworden. Zudem sind mittlerweile mehrere Firmen (Mercatis, Axaris...) aus dem Energon ausgezogen, so daß die Car IT zusätzliche Flächen mieten konnte und die Raumsituation trotz stetigen Wachstums nicht mehr so angespannt ist wie noch vor einem Jahr. Stattdessen wird nun wohl das alte Energon technisch aufgerüstet und z.B. die IT-Infrastruktur auf einen aktuellen Stand gebracht. Leider werden wir wohl auf Werkstätten und Garagen verzichten müssen...


    Jammerschade, denn das Energon 2 wäre sicherlich ein architektonisches Juwel in der Ecke geworden.

  • Der Masterplan für die Wissenschaftsstadt ist fortgeschrieben worden, die Gemeinderäte sollen die Vorlage in der kommenden Woche absegnen. Das Original stammt ebenso wie die Fortschreibung vom Büro des renommierten Städtebauers Kees Christiaanse.


    Am interessantesten ist sicherlich die Anlage 1, mit haufenweise Plänen und vielen neuen Projekten, aber auch die Beschlussvorlage enthält aufschlussreiche Hinweise. Ich möchte das nicht vollumfänglich auswerten (da keine Zeit), aber gerne können die zahlreichen Mitglieder vom Oberen Eselsberg hier mit ihrer Ortskenntnis auftrumpfen :) . Mit am spannendsten ist vielleicht, das erstmals eine Vorbehaltsfläche für einen Science Park IV ("nach 2030/2040") ausgewiesen wird. Als kleiner Appetithappen:


    XI4ZuwD.jpg
    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: Stadt Ulm und KCAP, Zürich)


    UHXqSpY.jpg
    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: Stadt Ulm)


    Oben der (fortgeschrieben) Masterplan, unten der aktuelle Übersichtsplan. Die im Masterplan eingezeichneten Gebäude geben keinen Planungs- oder Vorüberlegungsstand wieder, sondern zeigen nur, was möglich und ggf. wünschenswert wäre. Tatsächlich stehen einige Ziele aus dem Masterplan auf dem Programm der nächsten Zeit. Die Albert-Einstein-Allee als zentrale und adressbildende Erschließungsachse soll dichter bebaut und damit urbaner werden. Auch mehr studentische Wohnmöglichkeiten sollen geschaffen werden, etwa in Zusammenarbeit mit Blaustein. Die baulichen Lücken zwischen Daimler und Science Park II sollen geschlossen werden.


    Aber: Im Umgang mit den Naturräumen will man eine "weichere flexible Handhabung" pflegen, sprich mehr als jetzt noch baulich entwickeln. Konkret spricht man die Waldbestände am James-Franck-Ring und an der Haltestelle Uni-West an.


    Zum Science Park III steht in der Vorlage:

    Zitat

    Des Weiteren laufen 2 sehr konkrete Planungen über Vorhaben im Bereich Biotech- und Softwareentwicklung. Außerdem plant ein weiteres Unternehmen im Forschungsbereich seinen Standort dorthin zu verlagern, welches eine Fläche von ca. 7.000 m² und 3.000 m² Optionsfläche einnimmt.

    7.000 m² kann man sich in etwa in der Dimension der Sartorius-Baustelle (6.000 m²) vorstellen, mit Option natürlich entsprechend mehr. Wie bereits von Insidern gemunkelt, hat Blaustein wohl laut Beschlussvorlage Kontakt mit Ulm aufgenommen, um eine Verlängerung der Linie 2 über den Science Park III hinaus bis ins eigene geplante Baugebiet am Scheibenberg zu diskutieren.


    Etwas überraschend: Für den 2. BA des Science Park III wird wohl nun doch eine gemischte Nutzung inklusive Wohnungsbau erwogen, sprich mit bis zu 1.000 WE für ca. 2.500 Einwohner.