Weitere Straßenbahnlinien in Ulm

  • Sehe ich vollkommen genauso Tom.
    Man hätte sich mit einer Änderung der Spurweite auf 1435mm schon damals die langwierige Diskussion und Feilscherei mit der DBAG sparen können und ein Stadtbahnsystem aus einem Guss auf die Räder stellen können.
    Einfädelungen ins Bahnnetz in Söflingen, Donauhalle, Ludwigsfeld, Pfuhl und Donautal ( über Wiblingen), um mal nur einige Möglichkeiten zu nennen. Dazu die "normalen" Tramlinien, die nur im Stadtgebiet verkehren und man hätte ein tolles Netz gehabt.
    So bleibt eigentlich nur, sich an 1000mm-Tramnetzen wie Augsburg und Freiburg zu orientieren. Der Zug für eine Strassenbahn-basierte S-Bahn ist wohl definitiv abgefahren.

    Du nennst hier auch wieder viele Dinge, die Geld gespart hätten (oder viel mehr Optionen offengelassen hätten - Mehrwert zum gleichen Preis ist auch sparen) Wieder mein Lieblingsthema von damals "isch uns z deuer", Baustellen, nur zu 90% ausgegoren, daher möchten wirs nicht .. (war ja z.B. die schlechte Wiblinger Anbindung damals im 5Linien Konzept über NU und die Kienlesbergtrasse, die Einschnitte gehabt hätte und .. das Weglassen von Böfingen, aber der Rest wird sicher nach und nach kommen - Eselsbergstrecken, Neu-Ulm, und damit auch die Vervollständigung des Cityrings über Neue und Frauenstraße. Apropos, weiß Jemand von Euch, ob sie mit dem Shopping Eckhaus Neue/Frauenstraße (DM, ..) genug Höhe für eine Tram gelassen haben? An der Stelle siehts mir aus als hätten sie die "Freihaltetrasse" mal ignoriert..

  • Ich kenne mich mit den technischen Hintergründen nicht aus, aber ich bin ehrlich gesagt schon vom Raumeindruck her froh, dass wir keine normalspurigen Trams im Straßenraum haben. Ich habe mich in Karlsruhe von den Dingern oft ein bisschen erdrückt gefühlt. Für unsere Doppelstadt samt Region finde ich 3-5 meterspurige Straßenbahnlinien und ein Regio-S-Bahn-System eigentlich ganz angemessen, nur müssen die halt mal kommen :D .


    Am ärgerlichsten ist immer noch die Vorentscheidung für eine lange Straßenbahnhaltestelle mit nur zwei Bahnsteigen vor dem Hbf. Das dürfte schon mit einer dritten Straßenbahnlinie kaum noch vernünftig fahrbar sein, geschweige denn mit einer hypothetischen vierten.

    Konnte die Argumente kontra 1435mm nie verstehen. Meterspur ist ein Relikt aus Zeiten , als Bahnen klein und schmal waren. Es gibt sie noch, weil man oft große Bestandsnetze hat, die man nicht komplett umbauen möchte - und weil man durchaus vernünftig moderne breite Bahnen auf Schmalspur hinbekommt. Nachteile haben sie trotzdem größere - angefangen beim Gewackel, sehr langsamem Kurvenfahren, geringerer Maximalbreite von Bahnen und der Inkompatibilität mit vorhandenen Bahnspuren. Fahrt mal mit einer modernen Normalspurbahn in Kurven (auch Kurvenradien bekommt man gut auf Normalspur hin) Kann mich auch noch gut erinnern, wie die Combinos anfangs in jeder Kurve hin und hergezappelt sind - dann wurde ja eigens für die Stadt wohl dieses "Nick-/Wank Gelenk" eingeführt - jetzt ist es daher nicht mehr so schlimm (ok, das ist aber jetzt eine andere schlechte Technik - das sind diese sogenannten "Multigelenkbahnen" (Sparversion, zum Preis von 5-10 Einfamilienhäusern nenne ich die Dinger.. :)
    Die Haltestelle vor dem Bahnhof.. wird mit einer weiteren Linie dann nochmal überdacht werden müssen ..

  • Auch Martin Rivoir hat die Straßenbahnverlängerung zur Kohlplatte ins Gespräch gebracht :D


    "Straßenbahn, Landesgartenschau und Bundestagswahl: Martin Rivoir hat bei seinem bereits 24. Neujahrsgespräch lokale sowie bundespolitische Themen angesprochen. Im Vereinsheim des Kuhbergverein, der auch die Bewirtung übernahm, machte der SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied der SPD-Fraktion im Ulmer Gemeinderat seine Positionen deutlich."


    Der ganze Artikel:
    http://www.swp.de/ulm/lokales/…-aufwachen_-14276965.html

    sehr guter Artikel / tolle Ansprache vom Herrn Rivoir :)
    Und die Kohlplatte hatte der Herr von Winning dieses Jahr irgendwann auch mal in einem der Straßenbahntreffen bestätigt - als "vermutlich nächsten Kandidaten für einen Tramausbau" - allerdings wird das noch dauern - ich meine,das Gebiet soll in einigen Jahren erst den ersten Spatenstich als Wohngebiet irgendwann bekommen. Gute Frage ist auch, wie man eine Linie dahin führen würde - es waren ja mal drei Varianten hier schon geschildert.

  • Das war beim 5-Linienkonzept von 1999 so geplant.Inklusive Umspurung von Meterspur auf 1435mm - Eisenbahnspurbreite.

    Ja, trauriges Kapitel :)
    Und ja, Freiburg z.B. hat eine wirklich tolle Innenstadt mit Cafés, Restaurants, schönen Gebäuden, Wasserstraßen links und rechts der Tramwege - keine Autos in der Region. Das Karlsruher Netz ist ohnehin toll - die anderen kenne ich jetzt nicht so.

  • Danke für die Aufklärung zu den technischen Hintergründen! Ich bin leider nicht so sehr in dem Thema, als dass ich Gründe pro und kontra Meterspur und 1435mm vernünftig bewerten kann. Das ist dann in der Tat ärgerlich, dass wir jetzt für Minimum die nächsten paar Jahrzehnte auf die Meterspur festgelegt sind.

  • SPD: Linie 1 zur Kohlplatte verlängern [SWP]

    Zitat

    Hinter Söflingen, westlich des Kurt-Schumacher-Rings, wird eines der größten neuen Wohngebiete entstehen: die Kohlplatte. Für die SPD-Fraktion ist es „das wertvollste Gebiet, das im nächsten Jahrzehnt bebaut werden kann“. Wie es erschlossen wird, soll im zuständigen Ausschuss diskutiert werden, beantragt die SPD. Für sie ist klar, dass dabei die Straßenbahn eine wesentliche Rolle spielen soll.

  • Pläne für längere Straßenbahnlinie 1 [SWP]

    Zitat

    Im Nahverkehrsplan von 2017 ist es eindeutig formuliert: Wenn in zehn Jahren das Wohngebiet Kohlplatte im Söflinger Westen entwickelt wird, muss es an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen werden. SPD und Grüne haben sich bereits positioniert. Sie möchten, dass die Straßenbahnlinie 1 bis zur Kohlplatte verlängert wird. Der Chef der SWU Verkehr, André Dillmann, sieht dafür gute Chancen. Er wartet allerdings auf eine politische Weichenstellung.

    Ich hatte zuletzt 4.500-5.000 EW für die Kohlplatte hochgerechnet, der SWU-Chef (der sicherlich mehr weiß als ich) geht von 7.000+ EW aus... :huh: .

  • Alles gut, was das Thema in der Diskussion hält. Klar lehnen die Genossen sich ein Stück weit aus dem Fenster raus, wenn sie sich auf das Thema setzen, denn so bald wird man da keine Erfolgsmeldung verzeichnen können.


    Mich haben die Berichte wieder einmal zum Denken gebracht, aber irgendwie drehe mich da nur im Kreis. Kurz: Ich denke weiterhin nicht, dass eine Anbindung über Ludwigsfeld wirklich so erstrebenswert wäre. Eine Straßenbahnanbindung Wiblingen sollte vor allem drei Dinge gewährleisten: Komfortgewinn, Kapazitätsausweitung, und Zeitgewinn. Die ersten beiden Punkte sind unproblematisch, aber eine Trassenführung über Ludwigsfeld (Wiley, NU-Zentrum, Neue Mitte) dürfte eher länger brauchen als der jetzige 4er. Klar: Es wird auch Wiblinger geben, die nicht ins Zentrum wollen. Trotzdem würde ich die Fahrtzeit zum Ehinger Tor bzw. zum Hbf als Referenz nehmen.


    Bliebe noch die Direktverbindung. Da käme man, mit dem aktuellen Stand, auf ca. 2,5 km Distanz zwischen den zwei Haltepunkten, die man als gesetzt annehmen kann: Donaubad und Kloster. Da könnte man zwar richtig schön hochbeschleunigen und sagenhaft Zeit sparen, aber für die Klärung der Finanzierung sehe ich das (noch) als KO-Kriterium. Wenn ich mich nicht täusche, sind die längsten Abschnitte im jetzigen Streckennetz die Distanzen Donauhalle/Eugen-Bolz-Straße (ca. 1,4 km) und Hasenkopf/Uni-Süd (ca. 1,2 km).; auch lang, zudem mit großem Gefälle, aber doch auch kürzer als die genannten 2,5 km, die zudem an einer Stelle die Iller überwinden müssten.


    Bliebe noch die Möglichkeit, einen sinnvollen Haltepunkt zwischen Wiblingen und dem Donaubad zu errichten. Aber was wäre da sinnvoll? Ein P+R-Parkhaus? Und wo - an der Jakobsruhe? Würde das reichen? Ich fürchte, nein.


    Insofern drehe ich mich da, wie gesagt, im Kreis. Vielleicht muss man darauf warten, bis ein externer Impuls gesetzt wird - etwa eine bauliche Entwicklung Neu-Ulms westlich der B28 (Illerbrücke? Gewerbe am Kaltwässerle?), auf die man aufspringen könnte. Sagen wir mal: die Gärtnerei Vogt verlagert ihren Standort, die Stadt erwirbt das Gelände und entwickelt zusammen mit den umliegenden Flächen (den Kleingärtenbesitzern müssten Alternativstandorte angeboten werden) z.B. einen kleinen, hochschulaffinen Gewerbepark oder so etwas.

  • In der Tat: Solange kein Zeitgewinn zu erzielen ist bleibt das unattraktiv.
    Will man also Wiblingen mit der Schiene erschliessen bleibt nur eins: die S-Bahn!
    Z.B. von der Weißenhorner Strecke nach der Industrie durch die Vorhaltetrasse zwischen Wiley und Ludwigsfeld (mit Halt) nach Wiblingen. Dann übers Donautal, oder Gögglingen irgendwie an die Laupheimer Strecke...

  • Sensationell :D .


    So eine ähnliche Idee hatte ich hier auch mal, wahrscheinlich in einer Sommerpause, ins Forum gesetzt. An die Nutzung der Freihaltetrasse kam ich damals nicht - hätte auch für den Neu-Ulmer Süden etwas Gutes.


    Ich meine, dass ich damals einen Abzweig von der Südbahn vorgeschlagen hatte. Von Ulm kommend müsste man vor dem Kuhbergring neue Gleise nach Südosten legen, die parallel zur Wiblinger Allee verlaufen und die Donau und den B30-Knoten auf irgendeine Art und Weise passieren.


    Was dort passiert... kommt auf die eigene Fantasie an :) . Damals hatte ich (glaube ich) vorgeschlagen, den südlichen Teil Wiblingens zu untertunneln; der Bahnhaltepunkt wäre unterirdisch am Tannenplatz, raus käme man irgendwo Richtung Unterweiler. Als ich mir die Karte heute noch einmal angeschaut habe: Man könnte auch den Wiblinger Ring "doppelt" nutzen; entweder die Autos oder die Bahn unter die Erde auf Ebene -1 legen, mit dem anderen Verkehrsmittel auf Ebene 0 darüber mit einem Bahnhaltepunkt ca. auf Höhe des Schulzentrums. Raus käme man dann südöstlich.


    Bei beiden Auslässe kann man beliebig weiterspinnen und die Linie im Kopf weiterführen. Illerkirchberg, Staig, Hüttisheim, Achstetten könnten weitere Stationen sein. Laupheim-Stadt von Norden her zu erschließen wäre wunderbar, wenn da nicht der Friedhof im Weg liegen würde...


    Ist natürlich alles prohibitiv teuer und komplett unrealistisch, aber als Hirnakrobatik ganz nett. Zumal ein Bahnhaltepunkt Wiblingen auch nicht den gesamten Ortsteil erschließen kann. Wahrscheinlich macht es mehr Sinn, sich hinter die Straßenbahn zu klemmen :)

  • Wie sich's gehört ;) . Aber nee, das müsste ja nicht so bleiben. Kommt Zeit, kommt Gentrifizierung, und dann werden da nur noch Tauben gefüttert :D

    Alles viel zu umständlich!
    Da wird einfach eine Stichstrecke in die Banlieue nach Wiblingen gebaut, zweigleisig und natürlich elektrifiziert!
    Abzweigend von der Illertalbahn in Höhe Bahnübergang Schwaighofen unterirdisch durchs Wiley und die neue Siedlung an der Albert-Schweitzer-Schule, dann oberirdisch über Illerkanal, B28 und Iller dann wieder unterirdisch unter Alt-Wiblingen hindurch zum Tannenplatz.
    Haltestellen könnte man in Wiley, Albert-Schweitzer-Schule, Kloster Wiblingen und am Einkaufszentrum Tannenplatz vorsehen. Das Alles im Bergmännischen Vortrieb wäre ohne Probleme möglich. Im 10-Minuten-Pendelverkehr mit Langzügen gibts auch keine Kapazitätsprobleme ... :D:D:D


    Bevor es jetzt völlig OT wird sollte man dann doch lieber den Tramausbau untersuchen. Da wird aber der NKF aber wohl nicht über 1,0 liegen, egal welche Variante... ;)

  • Ich bin ja ein ganz großer Anhänger von schienengebundenen Verkehrsmitteln. Insbesondere Straßenbahnen und S-Bahnen sind für mich das Rückgrat eines ÖPNV. Einer auch von mir gewünschten Strecke nach Wiblingen gebe ich gar keine Chance. Sie würde keiner noch so schön gerechneten Wirtschaftlichkeit (Kosten-Nutzen) derzeit standhalten, leider. Die direkteste Steckenführung wäre am Donaubad vorbei über Ulmer Straße nach Wiblingen. Solange sich ab Wonnemar bis Ulmer Straße baulich nichts tut wird das nix. Einer Streckenführung über das Donautal, auch da könnte ich mir zumindest zwei mögliche Führungen vorstellen, gebe ich mittel- bis langfristig keine Chance.


    Man sollte sich auf den Kernbereich der beiden Städte konzentrieren. Das ist wirtschaftlich und realistisch - äh..... na ja, erst wenn auf Neu Ulmer Seite die Nuxit-Debatte beerdigt wird und ein neuer OB da ist. Man braucht Befürworter und keine Bremser. Sowohl für die bayerische als auch württembergische Seite fallen mir da sehr geeignete Streckenführungen ein.


    Aber hier im Forum darf man auch mal träumen. Das ist ja das Schöne!!!

  • Naja, bringen tut die Aktion dieses Jahr auch nicht viel. Die Neu-Ulmer wählen erst 2020, von denen hängt der ganze Spaß ab. Die Ulmer im Allgemeinen muss man genauso wenig wie die Wiblinger im Speziellen davon überzeugen.


    Ich kann mich übrigens immer noch nicht mit einer Trassenführung nach Wiblingen über Ludwigsfeld anfreunden. Werde da einfach nicht warm mit :(. Im März soll es übrigens eine größere Runde beim Staatlichen Bauamt Krumbach zur Adenauer-Brücke gegeben haben. Durchgedrungen ist davon AFAIK nichts. Ob da von irgendwem zumindest ein Vorbehalt für eine Straßenbahntrasse eingebracht wurde?

  • Ich kann mich übrigens immer noch nicht mit einer Trassenführung nach Wiblingen über Ludwigsfeld anfreunden. Werde da einfach nicht warm mit :( . Im März soll es übrigens eine größere Runde beim Staatlichen Bauamt Krumbach zur Adenauer-Brücke gegeben haben. Durchgedrungen ist davon AFAIK nichts. Ob da von irgendwem zumindest ein Vorbehalt für eine Straßenbahntrasse eingebracht wurde?

    Gegen eine Trasse nach Wiblingen über eine neue, breitere Adenauerbrücke hätte ich auch nix, ist halt eine Frage von Kosten und Nutzen. Vielleicht hält man die Förderrichtlinien als Gesamtlinie 3 Wiblingen - Illerbrücke - Donaubad - Ehinger Tor - Neue Mitte - Petrusplatz - Ludwigstraße - ZUP - Vorfeld - Wiley - Ludwigsfeld ein?

    Der einzige neue Kunstbau rein für die Tramlinie wäre dann eine Trambrücke über die Iller. Den könnten sich dann Ulm/Neu-Ulm/Ba-Wü und Bayern teilen, minimiert die Kosten für alle Beteiligten.