Diskussionsthread zum Bahnhofsplatz

  • Unterschiedliche Meinungen sind absolut ok und davon lebt schliesslich ein Diskussionsforum. Mein Job ist unter anderem die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, genauso wie Ahndung von Fehlverhalten und Aufnahme von Ereignissen, wo sich zwei oder mehr Fahrzeuführer unfreiwillig begegnen.


    Aus diesen Erfahrungen und täglichen Beobachtungen resultiert meine Meinung. ;)

    Ich bin im Tief- und Straßenbau tätig, arbeite am Bau der Straßenbahnlinie 2 mit und bin seit 2 Jahren mit kleinen Unterbrechungen daran auf mehreren Baustellen tätig.
    Wir sollten uns nicht gegenseitig die Kompetenz unter die Nase halten. Ich kann nur meine eigenen Beobachtungen schildern und die sind eben anders als deine.
    Und wie ich schon weiter oben schrieb: Der Ulmer Autofahrer sollte schon mal seine Gewohnheiten überdenken was die Fahrten in die Innenstadt angeht. Und was die Ulmer Kennzeichen betrifft die man vor den Parkhäusern der Innenstadt beobachten kann: Damit meinte ich nicht die aus dem Alb-Donau-Kreis sondern schon die aus dem Stadtgebiet Ulm. Ob das sein muß daß man vom Kuhberg oder vom Eselsberg oder Söflingen zum shoppen in die Innenstadt mit dem Auto fährt trotz gutem ÖPNV muß jeder für sich wissen. Aber dann sollte man sich nicht wundern wenns mal klemmt auf den Straßen.

  • Da gebe ich dir vollkommen recht mit den bequemen Ulmer Autofahrer(-innen). Das ist tatsächlich ein ausgeprägtes Phänomen in Ulm und kann das nicht nachvollziehen. Ich wohne ausserhalb und fahre, zumindest zur Arbeit und Shoppen in der Stadt in der Regel mit der Linie 1 in die City. Glücklicherweise habe ich in Söflingen eine Möglichkeit mein Fahrzeug bei der Verwandtschft abzustellen.


    Und Nein, ich sehe das nicht als Kompetenzkampf. Ich akzeptiere deine Meinung voll und ganz und stimme dir bis auf die Reduzierung der Fahrspur in den anderen Sichtweisen ohne Abstriche zu.

  • Wo ich dem Wolfe unbedingt recht geben muss: In diesem Abschnitt zwischen Xinedome und C&A haben wir eine verdammt komplexe Gemengelage. Dass die Lösung funktionieren kann, glaube ich schon. Ob sie funktionieren wird... das muss man sehen. Bin selber gespannt.


    Die Schwierigkeiten, wie sie gerade im Deutschhaus bei der Ausfahrt registriert werden (ich habe sie noch nicht selber erlebt), erwarte ich aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr. Nach Abschluss der Arbeiten stehen wieder drei Fahrspuren für die Ausfahrt zur Verfügung, davon zwei zum Ehinger Tor. Also alles wie davor. Wenn es ein Problem geben kann, dann beim Durchfluss vom Zinglerberg zum Bahnhof.


    Um das Ganze mal zu veranschaulichen und für die Mitlesenden nachvollziehbarer zu machen, habe ich hier einen Ausschnitt aus dem Bebauungsplan, wie er im November letzten Jahres nach kontroverser Diskussion mit Stimmenmehrheit (19:8) beschlossen worden ist, sowie den Bebauungsplan selber als PDF angehängt. Die Originaldatei ist auch bei der Stadt Ulm abrufbar. Ich hoffe, es ist im Sinne der Transparenz und der öffentlichen Debatte, dass ich den Bebauungsplan hier der Diskussion zur Verfügung stelle.


    DdDmFM9.png
    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrecht: Stadt Ulm, Zint & Häußler GmbH)


    Zwei Problematiken, die in der Diskussion der letzten Tage noch gar nicht angesprochen worden sind: Die Neuplanung des ZOB wird die Situation noch einmal kniffliger machen -- auch, weil man noch gar nicht weiß, wo die Ein- und Ausfahrten platziert werden sollen. Und das Deutschhaus ist auch nur vom Zinglerberg und der Neuen Straße aus anfahrbar, nicht mehr aus der Olgastraße.


    So oder so: In Zukunft steht man also am Zinglerberg und hat folgende Optionen:


    TG Bahnhof, geradeaus
    (Friedrich-Ebert-Straße)
    geradeaus (Friedrich-Ebert-Straße),




    PH Deutschhaus
    Neue Straße /




    Neue Mitte
    Fischerviertel
    Fahrstreifen 1 Fahrstreifen 2 Fahrstreifen 3 Fahrstreifen 4



    Je nachdem, wie viele Nutzer auf den Fahrstreifen 1 und 2 parken wollen und wie viele durchfahren möchten, kann es mehr oder weniger rückstauig werden, wenn der Fahrstreifen 1 auf Höhe Deutschhaus zugeht. Das von Wolfe genannte Ziehharmonika-Problem. Zusätzlich schwierig wird es, wenn der Streifen auch noch den Busverkehr zum ZOB aufnehmen sollte, falls die Einfahrt zum ZOB hier an neuer Stelle realisiert wird.


    Ich sehe da zwei bis drei Möglichkeiten, die Situation etwas zu entschärfen. Man könnte den ZOB hier rausnehmen und etwa in die Schillerstraße verlagern, zwischen Steg und dem fiktiven Westportal des Bahnhofs. Würde die Situation am Bahnhof (auf Kosten der Schillerstraße und des Dichterviertels) etwas entzerren. Außerdem: Die Ampelschaltung am Zinglerberg bestimmt weitestgehend, wie viele Fahrzeuge sich in diesem Bereich bewegen, von der kleinen Auffahrt von der Neuen Straße am Xinedome mal abgesehen. Lässt man weniger Autos in diesen Abschnitt, entspannt sich alles etwas. Wenn die Schaltung mit den beiden Fußgängerübergängen beim Bahnhof gut vertaktet ist, kann man hier auch gewiss eine ordentliche Zahl an Wagen pro Phase durchschleusen.


    Gleichzeitig würde man den Rückstau damit aber auch wieder in die Zinglerstraße zurückverlagern, also die aktuelle Situation, wie von Wolfe beschrieben, zementieren. Reicht dieser tatsächlich bis zum Bismarckring zurück, würde ich auch sagen: nicht toll. Heißt es aber "nur", dass man zu Stoßzeiten eine oder vielleicht zwei Ampelphasen länger warten muss, dann tendiere ich ehrlich gesagt auch eher zur Aussage: Muss man vielleicht hinnehmen.


    Am Ende ist es ja eine Sache der Bequemlichkeit, und die Diskussion eine Frage, wie sehr man der Bequemlichkeit von MIV-Nutzern entgegenkommen muss. Damit meine ich ausdrücklich nicht Fahrer mit Gebrechen, Erkrankungen, Kindern oder ähnlichen Unannehmlichkeiten :D , auch nicht Handwerker und Lieferverkehr. Sondern tatsächlich eher die hier genannten potentiellen Sedelhöfe-Kunden, die vom Zinglerberg aus an zwei guten Parkhäusern vorbeifahren, um sich im einspurigen Abschnitt den Hintern plattzusitzen, bis sie in die Sedelhöfe-TG kommen. Manchmal sitzt das Problem vielleicht nicht im Rathaus, sondern hinterm Lenkrad.


    Aber gut, das sehen wir ja alles in ein paar Jahren.

  • ich finde, man hätte sich überlegen sollen eine Zufahrt vom NORDEN zu der Bahnhofstiefgarage zu ermöglichen. Damit meine ich nicht über die Friedrich-Ebert-Straße sondern aus dem theaterviertel, welches ja umgebaut werden soll. Damit könnten Leute über die Verbindung: Blaubeurer Ring --> Ludwig-Erhard-Brücke --> Kreuzung Karl-Str/Neutorstr und eine Entsprechende Straßenverbindung im Theaterviertel in die Bahnhofstiefgarage fahren (und analog von dort wieder rausfahren).
    Das würde sicherlich einen Teil des Verkehrs an der vom Finn anschaulich beschriebenen Stelle reduzieren

  • Danke für die Erklärung der Situation Finn!
    Eine Möglichkeit für die Busse von der Neuen Strasse/Zinglerstrasse zum Busbahnhof zu gelangen wäre die Zufahrt über die Strassenbahntrasse wie es heute schon teilweise von den SWU-Bussen praktiziert wird. Damit kämen sie auch dem MIV nicht zu sehr in die Quere.

  • Habe mir gerade nochmal den Bebauungsplan für den Bahnhofsplatz angesehen. Betrachtet man den breiten Bereich der Tramhaltestelle stellt sich mir die Frage ob man nach Herausnehmen der Fahrradstreifen an den Fahrspuren des MIV nicht genùgend Platz hätte um meine weiter oben beschriebene Haltestelle zu verwirklichen. Oder spielt mir da mein verschobenen Blickwinkel einen Streich? :D

  • ich finde, man hätte sich überlegen sollen eine Zufahrt vom NORDEN zu der Bahnhofstiefgarage zu ermöglichen. Damit meine ich nicht über die Friedrich-Ebert-Straße sondern aus dem theaterviertel, welches ja umgebaut werden soll. Damit könnten Leute über die Verbindung: Blaubeurer Ring --> Ludwig-Erhard-Brücke --> Kreuzung Karl-Str/Neutorstr und eine Entsprechende Straßenverbindung im Theaterviertel in die Bahnhofstiefgarage fahren (und analog von dort wieder rausfahren).
    Das würde sicherlich einen Teil des Verkehrs an der vom Finn anschaulich beschriebenen Stelle reduzieren

    Prinzipiell eine interessante Idee, das würde auch die Theaterkreuzung stark entlasten. Das Problem wäre die derzeit vorhandene Bebauung. Es müsste also entweder mit dem Bau der nördlichen TG-Zufahrt gewartet werden bis das Theaterviertel bebaut wird oder man müsste nach noch nicht vorhandenen Plänen die Zufahrten vorab bauen und den Abriss der im Wege stehenden Gebäude jetzt schon realisieren. Stelle ich mir als fast unmöglich vor.

  • hätte man nicht folgendermaßen Eine Lösiung realisieren können die sowohl 4 MIV Spuren als auch mehrere OPNV Stege beinhaltet?


    - alle MIV Spuren auf die östliche Seite der F. Ebert-Str. verlegen
    - den alten Parkplatz vor de Bahnhofshotelund die Fläche südlich davon bis etwa zum ZOB nutzen um dort weitere Busstege anlegen


    entschuldigt die schlampige Skizze
    Unbenannt.JPG


    ich weiß es ist prblematisch mit dem Durchkreuzen der anderweitig mittig verlaufenden Gleise, aber vielleicht wäre da doch noch eine gute Lösung möglich

  • Wäre auch möglich panpikus.
    Mich würde das Verlegen der Haltestelle auf die Ahnhofsseite nicht so stören, ist ja z.B. in Karlsruhe am Bahnhof auch so gelöst worden. Bleibt nur zu bedenken wie oft und lange bei einer Vorrangschaltung der Ampel für den ÖPNV der MIV stehen muß. Hat ja auch ein gewisses Staupotenzial, und das auch noch zu beiden Seiten der Bahnhofshaltestelle.

  • Die Gleisquerung wäre sicherlich ein Problem, aber ehrlich gesagt auch eines, das ich lieber gehabt hätte. Eine solche kompakte Haltestelle mit zwei Bahn-/Bussteigen je Richtung wäre deutlich zukunftsfester gewesen als die jetzt ewig lange mit nur einem Steig je Richtung. Das ärgert mich nach wie vor und ich glaube, wenn der Betrieb mal losgeht nach Fertigstellung der Haltestelle, wird es noch mehr Leute ärgern.

  • Heute alle Diskussions betreffenden Beiträge aus anderem Thread nach hier geholt.
    Es ist so sicher einfach mal auf etwas älteres betreffendes zurück zu greifen. ;)

    Sedelhöfe Galerie, klick, Orginalgröße,
    "Die beste Methode das Leben angenehm zu verbringen, ist, guten Kaffee zu trinken." ( Jonathan Swift )

  • Wäre auch möglich panpikus.
    Mich würde das Verlegen der Haltestelle auf die Ahnhofsseite nicht so stören, ist ja z.B. in Karlsruhe am Bahnhof auch so gelöst worden. Bleibt nur zu bedenken wie oft und lange bei einer Vorrangschaltung der Ampel für den ÖPNV der MIV stehen muß. Hat ja auch ein gewisses Staupotenzial, und das auch noch zu beiden Seiten der Bahnhofshaltestelle.

    In Karlsruhe wurde dann allerdings der Durchgangsverkehr gleich ganz vom Bahnhofsvorplatz verdrängt, was dank einer entsprechend leistungsfähigen Umfahrung südlich der Gleisanlagen auch kein allzugroßes Problem darstellte. Heutzutage ist der Bereich zwischen Haltestellen und Zoo quasi eine Fußgängerzone mit gelegentlichem Taxiverkehr. Damit sind auch die Gleisquerungen kein Problem, die werden vom MIV kaum bis gar nicht genutzt. Kiss and Ride findet ebenfalls auf der Südseite des Bahnhofs statt, wo es dann auch die Parkplätze gibt, und einen direkten (und ebenerdigen) Zugang zum Bahnsteigtunnel.


    In Ulm sehe ich diese Möglichkeit nicht, jedenfalls nicht, wenn man die Funktion der Friedrich-Ebert-Straße als Hauptverkehrsachse erhalten will.

  • Soweit wie ich das bisher begriffen habe ist ja bis die Tiefgarage fertig ist, die Schien erstmal provisorisch auf dem "Deckel" verlegt oder? Das heißt wenn man merkt das es doch nicht ganz so schlau ist auf einen Bahnsteig pro Fahrtrichtung zu setzen , gäbe es auf alle Fälle die Möglichkeit das noch umzuplanen. Eine schöne breite Fahrradstraße statt der dritten Fahrspur für Autos hätte eigentlich auch was :D