Neubau-/Ausbaustrecke Ulm-Augsburg

  • Je mehr ich mich mit Karten und dem Projekt, insbesondere den Umwelt-, Lärm-, Fahrgast- und Fahrzeitzielen befasse halte ich einen Aus-/Neubau weitgehend im vorhandenen Korridor für Blödsinn. Eine strikte Anlehnung an den BAB 8-Verlauf erreicht am ehesten die Ziele, dürfte aber teurer werden, zumal im vorhandenen Korridor die Lärmschutzmaßnahmen auch noch deutlich aufwändiger erscheinen. 27 Minuten für 70 km ist das Ziel. Die NBS Ulm-Stuttgart bietet sich hierfür als hervorragendes Anschauungsmodell an. Vorteil für Bayern, dass die Topographie dort einfacher ist.


    Das krampfhafte Festhalten an GZ als Fernverkehrshalt verstehe ich nicht. Günzburg ist nicht einmal Umsteigehalt für andere wichtige Streckenäste. Die bestehende Strecke würde für IRE- und Nahverkehrszüge deutlich größere Kapazitäten erhalten.

  • Da gebe ich dir recht Wolfe.

    Die Bahnen ins Mindeltal und nach Donauwörth/ingolstadt wären auch durch einen IC auf der Altstrecke erreichbar.

    Die Strecke nach Donauwörth sogar direkt mit dem Zug von Ulm aus.

    Ob sich auf der NBS am Legoland ein Zughalt lohnt, da bin ich mir nicht wirklich sicher. Das müsste dann ein Bahnhalt ähnlich wie in Merklingen sein mit 2 Ausweichgleisen. Ob die Stadt GZ daran interessiert ist?

    Die meisten Besucher kommen mit dem Auto und die Busse vom Bhf. Günzburg dorthin vor ein paar Jahren waren nicht sonderlich gut besetzt. Kann sich natürlich in der Zwischenzeit geändert haben.

    Selbst bei einem Kreuzungsbahnhof Legoland an der Kreuzung NBS/Mindeltalbahn müßten die Besucher noch ein gutes Stück laufen bis vors Tor, und das durch ein Gewerbegebiet bergauf, bzw. mit einem Pendelbus fahren. Auch nicht sonderlich attraktiv.

  • Ich denke kommt eine Neubaustrecke, wird sie garantiert auf Höhe Günzburg an der A8 lang gehen. Dann wird es dort auch dem Einzugsgebiet entsprechend einen Halt auf der Gemarkung Günzburg geben, der ein guter Kompomiss ist für das stark wachsende bestehende große Gewerbegebiet an der BAB8 der Kernstadt Günzburg, dem Umland (B16) und dem Legoland. Von Elchingen bis Burgau wäre es von dem Halt wahrscheinlich der Start um z.B. nach Stuttgart zum Flughafen zu kommen.


    Ich denke die Verantwortlichen sollten bei der Bevölkerung vor Ort klar machen, dass der Ausbau der Bestandsstrecke die Entwicklung nicht aufhalten würde, nämlich dass ICEs nicht mehr in Günzburg halten werden. Sprich es geht hier mehr um eine Entlastung der Stadt von Lärm, von dem sie eh nichts hätte. Falls man sich fragt, warum eine 20.000 Einwohner Stadt überhaupt in dieser Erwägung eine Rolle spielt: Denke das ist bayerisches Inseldenken: Man will nicht alles nach Ulm ziehen sehen. Dann natürlich historische Gründe, siehe auch den Beitrag von guyincognito weiter oben, in welchem Günzburg als ebenbürtig zu Ulm gestelltes Oberzentrum in die Raumplanung eingeht.

  • Wow, bin begeistert, aber ob wir das noch erleben?

    Ach, da bin ich eigentlich sehr optimistisch...


    Offen ist für mich noch, insbesondere bezüglich Günzburg, was mit "Fernverkehrszüge" genau gemeint ist. ICE und TGV sind klar, aber wie sind eigentlich die Pläne für den IC als Produkt? Fallen die nicht bereits unter diese Definition? Mit stündlichen ICE-, TGV- und IC-Verbindungen gibt es doch eigentlich schon mehr als 2 Fernverkehrsverbindungen auf der Strecke Ulm-München pro Richtung.

  • Ich hoffe, dass Sie ab Neu-Ulm eine Neubaustrecke bis Augsburg neu bauen und die Altstrecke sanieren. Dann könnten die ICEs ohne Halt durchrauschen und die IC/ECs über Günzburg und vielleicht bei Burgau auf die Neubaustrecke...

  • Die Projektwebseite ist nun aktualisiert. Hier eine interessante Ansicht der Suchkorridore: https://www.ulm-augsburg.de/fi…Bestandsstrecke_klein.png


    Und hier der dazugehörige Text: https://www.ulm-augsburg.de/ne…anungsergebnisse-vor.html

    Hervorragend, keine der möglichen Neubaustrecken wird an der Donau liegen, die Streckenlänge verkürzt. Die Variante Violett sieht sogar sehr ähnlich dem bereits hier diskutierten entlang der A8 liegenden Verlauf aus. Alle Varianten dürften nicht nur wegen des Siedlungs-, Landschafts- und Naturschutzes sondern besonders wegen der Topographie relativ häufige Tunnel aufweisen. Überraschend finde ich, dass im Gegensatz zu der scheinbar unstrittigen Herauslegung aus der Aue es hohe Variabilität am Augsburger Ende gibt, ich hätte da erwartet, dass der relativ gut ausgebaute Bereich zwischen Dinkelscherben und Hbf unstrittig ist -getrennte Verkehrträgersysteme, gerade (geringe Kurvenradien) und flache Streckenverläufe. Das einzige was ich dazu weiß ist, dass der Streckenbau scheinbar dort recht teuer war, weil sehr sumpfiges Gebiet überbaut wurde. Stattdessen gibt es offenbar Ansätze bis in die Stadt hinein Tunnel zu ziehen.

  • Oha, bei der türkisen Variante berichtet cortauri bald live aus den Sitzungen der Bürgerinitiative dagegen ^^. So eine Variante hätte ich nicht erwartet.


    Spontan fände ich eine Kombination aus Violett (Nersingen-Burgau) und Türkis (Burgau-Augsburg) am interessantesten, jedoch zugegeben ohne topographische Kenntnis zu viel Abschnitten entlang der Strecke. Die Kombination aus bereits bestehender Vorbelastung (bis Burgau) bzw. geringem Siedlungsdruck (ab Burgau) scheint mir da am besten gegeben.


    Hervorragend dagegen in jedem Fall, dass man Günzburg buchstäblich links liegen lässt und sich nicht von der dortigen Kirchturmpolitik hat beirren lassen. Ich bin eh der festen Überzeugung, dass ein Kombinationshalt aus NBS und Mittelschwabenbahn, wo auch immer diese sich kreuzen, für den Landkreis Günzburg die beste Lösung wäre. Das muss auch der Landrat von Günzburg, immerhin der bayrische Ex-Verkehrsminister, wissen. Würde auch vollkommen reichen, dort ICs/ECs halten zu lassen, ICE/TGV-Anschluss nur in Ulm und Augsburg.

  • Na die türkise Variante hatte ich anfangs an selbst durchgedacht. Wäre der direkteste Weg und würde helfen, die Altstrecke für Regionalverkehr und Güterverkehr am besten frei zu bekommen. Wobei ich befürchte, dass der Haltpunkt Nersingen und denn damit verbundenen vielen Bahnübergängen mit Schranken, so bleiben wird.


    Ich hoffe, dass es im östlichen Bereich türkis oder grün wird. Türkis würde am wenigsten durch nahegelegene Wohnbebauung durchgehen und Platz für den Ausbau Neusäß bedeuten. Die Altstrecke müsste aber trotzdem angepaßt wird.


    Ich selber versteh die Diskussion um Günzburg gar nicht. Ausschleifen über die Altstrecke und gut ist. In Günzburg gibt es doch eine Anbindung zur Mittelschwabenbahn. Fehlt nur ein direkter Haltepunkt am Legoland, um dann zu Fuß dorthin zu kommen.

    Einen neue Halt auf der NBS für Günzburg kostet Millionen, zzgl. Anbindung ÖPNV,...

  • Ein kleiner Augenzeugenbericht von der Infoveranstaltung zur NBS Augsburg-Ulm, veranstaltet von Pro Bahn und veröffentlicht von einem User der Drehscheibe-Online.

    Als Diskussionsgrundlage ganz ok, finde ich:


    Wenn man sich das Trauerspiel von Bürgerbeteiligung namens Alpha E oder auch die chaotische Auftaktveranstaltung von Bielefeld-Hannover vor Augen führt, war das heute zur Abwechslung mal eine äußerst angenehme Informationsveranstaltung.


    Souverän moderiert von Pro Bahn, hat Projektleiter Markus Baumann nach seiner informativen Folien-Präsentation sich viel Zeit genommen, alle der vielen Fragen ausführlich zu beantworten - vorbildlich! So sollte es immer sein und andere Projekte können sich von einer solch gelungenen Kommunikation eine ordentliche Scheibe abschneiden.


    Neuigkeiten, die ich für mich mitgenommen habe:


    - Die Region hat laut Projektleiter Baumann - ganz im Gegenteil zur niedersächsischen Heide oder auch Ostwestfalen (was auch Rainer Engel betonte) - den Deutschland-Takt und seine Vorzüge - nicht nur im SPNV - verstanden und die daraus abgeleitete Fahrzeit von 26 Minuten wörtlich "verinnerlicht", an der in der Region mittlerweile "niemand mehr rütteln" würde. Die einst geforderte Ausbaustrecke über Offingen sei politisch und regional kein Thema mehr und darüber hinaus sowohl fahrzeittechnisch unzureichend als auch kaum genehmigungsfähig aufgrund der dortigen Schutzgebiete. Erstaunlich, wie gut diese Vorgaben hier aufgenommen werden. Tja, entweder sind die Schwaben einfach weitsichtiger oder Baumann und sein Team haben hier eine viel bessere Überzeugungsarbeit und Kommunikation geleistet.


    - Die schnelle Fahrzeit sei auch der Nutzenbringer, der dem Gesamtprojekt ein erfreulich gutes NKV von "über 2" beschert. Das gilt sowohl für eine exemplarisch durchgerechnete Autobahnvariante (violett mit türkis kombiniert) als auch für eine exemplarisch durchgerechnete südliche Trassierung über Dinkelscherben. Im Zusammenhang mit dem NKV bezeichnete Baumann die Variante grün als kürzeste als "besonders interessant".


    - Brandneu auch die Information, dass die Achse Augsburg-Ulm definitiv durchgehend 4-gleisig werde. Bisher waren ja in den Bereichen Augsburg-Dinkelscherben und westlich von Unterfahlheim nur 3 Gleise vorgesehen. DB Netz habe sich aufgrund der neuen Zugzahlen aus dem D-Takt mit dem BMVI auf eine Fahrplanstudie verständigt, die im Ergebnis nur mit durchgehender 4-Gleisigkeit betriebsstabil umsetzbar sei. Auch, aber nicht nur die Staudenbahn erfordern dies.


    - Die Einbindung der NBS in die Knoten Augsburg und Neu-Ulm erfolge kreuzungsfrei.


    - Einen Personenbahnhof für Günzburg am Legoland schließt Baumann nach Rücksprache mit allen politischen Ebenen absolut aus. Günzburg werde vom FV definitiv über eine Ausschleifung am bestehenden Bahnhof bedient.


    - Die Parlamentarische Befassung zum Projekt findet 2024 statt. Ein ambitionierter Zeitplan sei das. Allerdings zeigte sich Baumann auch optimistisch, dass die Planung samt Vorzugstrasse bis dahin steht.


    Die Präsentation sollte bald auf der Projektwebseite zum Download bereitstehen.



  • - Die schnelle Fahrzeit sei auch der Nutzenbringer, der dem Gesamtprojekt ein erfreulich gutes NKV von "über 2" beschert. Das gilt sowohl für eine exemplarisch durchgerechnete Autobahnvariante (violett mit türkis kombiniert) als auch für eine exemplarisch durchgerechnete südliche Trassierung über Dinkelscherben. Im Zusammenhang mit dem NKV bezeichnete Baumann die Variante grün als kürzeste als "besonders interessant".


    - Brandneu auch die Information, dass die Achse Augsburg-Ulm definitiv durchgehend 4-gleisig werde. Bisher waren ja in den Bereichen Augsburg-Dinkelscherben und westlich von Unterfahlheim nur 3 Gleise vorgesehen.


    - Die Einbindung der NBS in die Knoten Augsburg und Neu-Ulm erfolge kreuzungsfrei.


    - Einen Personenbahnhof für Günzburg am Legoland schließt Baumann nach Rücksprache mit allen politischen Ebenen absolut aus. Günzburg werde vom FV definitiv über eine Ausschleifung am bestehenden Bahnhof bedient.

    Ohne wirklich etwas vorweg greifen zu wollen, aber reizt mich jetzt doch eine Wette zu platzieren, welche Trassierung wohl gewählt werden könnte. Kombiniert man die hier zitierten Aussagen, kann man durchaus gewisse Überlegungen anführen:

    Zum einen ist denke ich die Variante nah an Günzburg unwahrscheinlich, wenn kein Halt südlich von Günzburg am Legoland geplant ist und stattdessen die Ausschleifung.

    Denn, meine These nun, es wird einen Regionalhalt geben, wenn nicht um die dichtere Siedlungen um Günzburg und das Günztal, dann eben im Tal bei Burgau, was auch mittiger liegt. Der Regionalhalt würde sicher wie in BW an der Autobahn liegen, was die Trassierung nach dieser These im Süden unattraktiver gestaltet.

    Dazu kommen die Pläne der Viergleisigkeit, wo ich nördlich von Diedorf eher zu enge Platzverhältnisse in der Bestandsstrecke sehe (im Moment 2 Gleise).

    Dann noch sehe ich südlich von Burgau bei Jettingen engere Verhältnisse und Wohnbebauung im Gegensatz zum direkt an der Autobahn liegenden Verlauf. Ein Regionalhalt hier eventuell sogar mit einem Anschluss an die Altstrecke wäre mit der Kurvenlage und Topografie wohl schwieriger.

    These zwei: Die Neubaustrecke sollte möglichst weit von der Bestandsstrecke liegen, was die Aussage der ,,interessanten grünen Route" untermauert, obwohl die sicher sehr teuer ist. Warum? Weil man dann maximale Nachfrage noch auf der alten Schiene hat ohne größere Kannibalisierung und kann diese als eigenen Ast z.B. für S-Bahnen entwickeln - auch als Zubringer. Auch ist eine Alternativstrecke bei Problemen sicher nicht schlecht. Da muss ich jedoch meine Laienhaftigkeit hervorheben, ob das mit den modernen Zügen mit ETCS 2 überhaupt denkbar ist.

    Vor dieser Überlegung würden dann die südlichen Trassen über Ichenhausen nochmal unattraktiver, da sie zwar die Altstrecke aufnimmt, aber eben auch damit nicht wie andernorts Kapazität schafft (4 Gleise statt 6 in O-W-Richtung).

    Daher wäre mein Vorgriff wahrscheinlich einer dieser Verläufe:

    Rot mein Tipp wahrscheinlichster Trassen, Türkis die Bestandsstrecken, die Kreuzung in der Mitte mein kolportierter Regionalhalt Burgau

  • Finde ich sehr plausibel! Der Nahverkehrshalt bei Burgau à la "Merklingen - Schwäbische Alb" ("Burgau - Mittelschwaben") hätte sehr viel Charme. Sehr cool wäre ein Turmbahnhof: Oben die NBS mit Regionalbahnhalt, unten die Mittelschwabenbahn mit passend getakteter Regio-S-Bahn.