Stadtgespräche Ulm

  • Die Frage ist doch auch, wer sich wirklich daran stört.

    Ich finde Rechtsextremismus absolut inaktzeptabel.

    Aber dass man alles ständig und wieder und wieder

    mit den Nationalsozialismus von Hitler in Kontext bringt

    muss definitiv nicht sein,

    Ich behaupte mal das liegt daran, dass erst in den letzten 20 Jahren aktivere, intensivere Aufarbeitung erfolgt ist. Ich denke da an die KZ-Wächter Prozesse, ich denke daran, dass erst so nach und nach die Behörden offen legen, wie eng die Nazis auch nach dem Krieg im System gebunden waren. Die Sicherheitsbehörden gehören nun mit zu den letzten, welche rechtsradikale Strömungen in ihren Reihen mehr auf den Schirm bekommen.

    So lässt sich sagen, wir sind noch mittendrin in einer verschleppten Aufarbeitung. Wobei nebenbei mich ärgert, dass erstmal 95% der alten Riege aus der Justiz und anderen Positionen sterben mussten, bevor Aufarbeitung aber eben keine Verfolgung stattfinden konnte.

  • Muss ich dann postmortem ein anderes Bild von meinen Großvätern haben, nur weil sie Teil der NS-Zeit, wie Millionen andere auch, waren? Oh Gott und einer hat als Soldat auch noch sein Leben gelassen!!?!


    Die Leute wollen mit dem Nihilieren von Namen und Monumenten aus der dunkelsten deutschen Zeit sich offenbar ein gutes Gewissen einreden, obwohl genau diese Auseinandersetzung Teil einer kritisch, mahnenden Erinnerung ist, welche von den Damen und Herren "political corectness" bei den Jahrestagen zur Befreiung der Konzentrationslager gefordert wurde. Dann macht das bitte aber nicht in dem alles aus.den Stadtbildern einfach streicht. Ich klinke mich hier aus.

  • Die Frage ist doch auch, wer sich wirklich daran stört.

    Ich finde Rechtsextremismus absolut inaktzeptabel.

    Aber dass man alles ständig und wieder und wieder

    mit den Nationalsozialismus von Hitler in Kontext bringt

    muss definitiv nicht sein,

    Den Herrn Heilmayer hatte ich ebenfalls lange nicht auf dem Schirm.Nichtsdestotrotz sollte, wenn es publik wird wie in diesem Fall, schon gegengesteuert werden. Über andere Personen der Zeitgeschichte könnte man sicher diskutieren, das ist wie im Falle Rommel oder anderer sicher eine Abwägungssache.

    Gar nicht geht der olle Hindenburg, preußischer ostelbischer Landjunker, der die "Roten" wie er sie nannte, aufs Blut verachtete und lieber einen Hitler mitinstallierte statt einen Sozialdemokraten oder gar Kommunisten zum Kanzler zu haben.

    Der Name kann gerne weg.

  • Muss ich dann postmortem ein anderes Bild von meinen Großvätern haben, nur weil sie Teil der NS-Zeit, wie Millionen andere auch, waren? Oh Gott und einer hat als Soldat auch noch sein Leben gelassen!!?!


    Die Leute wollen mit dem Nihilieren von Namen und Monumenten aus der dunkelsten deutschen Zeit sich offenbar ein gutes Gewissen einreden, obwohl genau diese Auseinandersetzung Teil einer kritisch, mahnenden Erinnerung ist, welche von den Damen und Herren "political corectness" bei den Jahrestagen zur Befreiung der Konzentrationslager gefordert wurde. Dann macht das bitte aber nicht in dem alles aus.den Stadtbildern einfach streicht. Ich klinke mich hier aus.

    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Das gute Gewissen kann kommen, wenn man alles was die Personen in Ehre hält beseitigt hat und gleichzeitig eine vernünftige Erinnerungskultur pflegt. So verhindert man nämlich genau das kritisierte, die Auslöschung von schlimmer Geschichte.


    Und ja man kann auch vor seinen eigenen Großeltern kritisch bleiben und daraus den besonders wertvollen Schluss ziehen, dass auch normale Bürger einem Hasssystem förderlich gegenüber stehen können.

  • Jedem seine Meinumg. Meine ist es nicht! Und an meine Großeltern und auch Eltern, welche zur Machtergreifung geboren sind, habe ich nur gute Erinnerungen. Es waren rundum gute Menschen und das lasse ich mir von einer Generation, die meist den Geschichtsabschnitt nur aus der Schule, Bücher und maximal Erzählungen kennen, nicht kaputt machen. Ich habe den erwähnten Generationen viel zu verdanken und das ist zumindest für mich entscheidend. Das lässt vielleicht den Blick auf das Ganze etwas neutraler und nüchterner werden.

  • Ich bin kein großer Fan von dem, was ich gleich mache - aber ich werde jetzt als Moderator einmal allen reingrätschen müssen. Es ist nicht richtig, alle wieder mit den eigenen Meinungen nach Hause zu schicken, wenn ein Thema wie dieses vor allem gute und vernünftige Gespräche und Auseinandersetzungen braucht, aber - und jetzt kommt's - das Bauforum ist nicht der richtige Ort dafür. (Wenn jemand einen guten Ort dafür kennt, gebt mir gerne einen Tipp...)


    Wenden wir uns mal wieder thematisch passenderen Dingen zu :whistling:.


    Der Fachbereich Stadtentwicklung, Bau und Umwelt hat sein Arbeitsprogramm für dieses Jahr vorgelegt - einsehbar in der Bürgerinfo. Wie gehabt möchte ich an dieser Stelle eine brutalst subjektive Auswahl der interessenteren Punkte auflisten, jeweils mit dem avisierten Zeitraum zur Vorlage im Fachausschuss:


    Aufgabe
    Datum
    Evaluation kostenfreie Samstage im ÖPNV
    03.03.
    Sachstandsbericht Citybahnhof
    31.03.
    Verfahren Sanierung Bahnhofstraße/Hirschstraße31.03.
    Aufstellungsbeschluss Söflinger Straße 231-235 (Satzung: 15.12.)31.03.
    Projektbeschluss Abbruch Brücke Innere Wallstraße, Neubau Fußgängerbrücke Goethestraße31.03.
    Beschluss zur dauerhaften Umsetzung Verkehrsberuhigung Marktplatz/Herdbruckerstraße31.03.
    Satzungsbeschluss Dichterviertel/Kleiststraße
    05.05.
    Aufstellungsbeschlüsse Multscherstraße I/II
    05.05/30.06
    Aufstellungsbeschluss Frauenstraße 124
    05.05.
    Aufstellungsbeschluss Parkhaus Schillerstraße05.05
    Aufstellungsbeschluss Dichterviertel/Bleichstraße 20-26
    30.06.
    Baubeschluss Knotenanpassung Karlstraße/Frauenstraße
    30.06.
    Machbarkeitsstudie Straßenbahnausbau Kohlplatte
    30.06.
    Beschluss Neubau ZOB
    14.07.
    Bericht Projektentwicklung Stockmahd14.07.
    Aufstellungsbeschluss Dichterviertel/Mörikestraße14.07.
    Aufstellungsbeschluss Moco-Areal
    14.07.
    Brückenzustandsbericht 2020
    13.10.
    Bericht zum Theateranbau
    17.11.
    Bericht Wachstumsregion Ulm/Neu-Ulm: Wohnen, Arbeiten, Bevölkerungsentwicklung
    Q4
    Neugestaltung Karlstraße 3. BA
    Q4
    Bericht zum Neubau Adalbert-Stifter-GMS
    Q4
  • Jedem seine Meinumg. Meine ist es nicht! Und an meine Großeltern und auch Eltern, welche zur Machtergreifung geboren sind, habe ich nur gute Erinnerungen. Es waren rundum gute Menschen und das lasse ich mir von einer Generation, die meist den Geschichtsabschnitt nur aus der Schule, Bücher und maximal Erzählungen kennen, nicht kaputt machen. Ich habe den erwähnten Generationen viel zu verdanken und das ist zumindest für mich entscheidend. Das lässt vielleicht den Blick auf das Ganze etwas neutraler und nüchterner werden.

    Sorry Finn, aber das musste jetzt noch geschrieben werden, hat mich zu sehr provoziert.


    Natürlich kommt jetzt die Keule mit junge Menschen haben eh keine Ahnung. Alsob Du in irgendeiner Form mehr Erfahrungen auf dem Gebiet machen konntest. Die Leute haben doch nie von der Zeit groß erzählt auch auf Nachfrage, und wenn dann sind komischerweise immer alle vollkommen unbescholten und haben quasi den geheimen Widerstandskämpfer gemimt. Jaja.

    Ich sprach auch von Großeltern und die waren ja wohl alt genug, um den Systemwechsel mitzubekommen.


    Ach so und weil Deine Generation ja ach so einen nüchternen und neutralen Blick hat kommt ja auch auf Eure Zeit eine beispiellose Wiedererstarkung der Rechten.

  • Zum Arbeitsprogramm noch ein paar kurze Kommentare, die ich mir nicht verkneifen kann:

    • Das Vorhaben in der Multscherstraße ist mir neu, sagt das wem was? Ganz in der Nähe ist die Bleidornkaserne, aber eben nicht an der Multscherstraße. Andererseits deutet die Existenz von zwei Bauabschnitten an, dass das etwas Größeres sein könnte...
    • Parkhaus Schillerstraße: yeah! Hoffentlich verbunden mit Aussagen, wie und wann die Schillerstraße umgebaut bzw. saniert wird.
    • Ich hätte nicht gedacht, dass es so bald mit dem Umbau der Karlstraße weitergeht. Verwaltung und Gemeinderat hatten den 3. Bauabschnitt ja angesichts der mühsamen Baustellenzeit für die ersten beiden Bauabschnitte vertagt, mein Eindruck war: auf unbestimmte Zeit.
    • Mörikestraße kann das grüne Monster oder die schon teils abgeräumten Flächen zur Viertelmitte hin meinen.
  • Nein, wirklich, ich muss darauf bestehen. Ich sehe wenig Ansätze, dass die Diskussion fruchtbar wird, deswegen ist das Thema an dieser Stelle beendet.

    Auch meine Meinung.

    Jeder hat seinen Standpunkt klar gemacht den andere nicht teilen müssen.

    Weitere Diskussionen halte ich deswegen für unnötig da sich dann eh alles nur im Kreis dreht.

  • Ulmer SPD-Fraktion will Steingärten verbieten [Schwäbische]

    Zitat

    Sauberkeit, Ordnung und der Krieg gegen das Unkraut: Seit Anfang vergangenen Jahres postet der Botaniker und Biologe Ulf Soltau auf seinem Blog „Gärten des Grauens“ fast täglich Bilder zur Kiesgartenkultur in Deutschland. Steingärten kommen auch in Ulm immer mehr in Mode. Sie gelten als pflegeleicht und unkrautfrei. Was immer mehr Hausbesitzer schick und praktisch finden, entpuppt sich jedoch zusehends als Problem – für die Artenvielfalt und das Stadtklima.

    Bin mir gerade nicht sicher, ob so etwas in den Regelungsbereich von Bebauungsplänen fällt, oder fallen sollte... wäre vielleicht besser in einer städtischen Satzung aufgehoben. So oder so, ich mache gerade den Betende-Hände-Emoji.


    Den im Artikel angesprochenen Blog "Gärten des Grauens" gibt es auf Facebook, Instagram und Tumblr.

  • ich hasse diese Steingärten wie die Pest, allerdings denke ich dass Verbote hier nicht das richtige Mittel sind. Wir haben schon an jeder Ecke genügend verbote die den Leuten in Ihren Privatbesitz eingreifen.

    Naja, ne, sehe ich anders. Wo private Interessen auf öffentliche Interessen treffen, sind verbindliche Vorschriften zur Regelung schon legitim. Wenn jemand seine eigenen vier Innenwände kotzgrün und neonlila kariert streichen will, darf er das mit seinem Privatbesitz machen; wenn er seine eigenen vier Außenwände kotzgrün und neonlila kariert streichen will, tangiert das den öffentlichen Raum, und dann geht es eben nicht mehr nur um den Privatbesitz.


    In vorliegenden Fall kann man den ästhetischen Aspekt auch ganz ausklammern. Private Steingärten versiegeln Flächen, die zur Versickerung/Infiltration von Regenwasser, aber auch als Biotope der Öffentlichkeit dienen. Für mich liegt da klar ein öffentliches Interesse vor.


    Sieh's mal so: Verbote gibt es nur in freiheitlichen Staaten. In freiheitlichen Staaten ist grundsätzlich alles erlaubt, was nicht verboten ist. Anders ist es in Polizeistaaten; da ist grundsätzlich alles verboten, was nicht explizit erlaubt ist. Ist das besser?

  • Also ich bin einer der so einen Steingarten vor dem Haus hat. Die Fläche ist etwa 3 x 7m.


    Aber:


    Ich hab mich wirklich bemüht dort was wachsen zu lassen. Die Erde war immer steinhart - Ostseite. Ich hab dort (von Hand) 20cm abgetragen und beste Muttererde eingebracht und bepflanzt, bereits 3 Jahre später wieder nur halb vertrocknetes Unkraut im verdichteten Boden. Mir war das ehrlich gesagt zu blöd vor dem Haus mir einen abzureißen. Da ist jetzt ein Kiessteingarten mit ein paar Gräsern und ich bin der Meinung da versickert das Wasser jetzt sogar besser als vorher. Früher bei Starkregen war der Boden sofort dicht und das Wasser ist auf den Gehweg und dann in den Gulli geflossen. Das passiert jetzt nicht mehr.

  • Bei der Bürgerinfo ist zu sehen, dass mehrere Ausschusssitzungen und andere kommunalpolitische Termine schon abgesagt wurden. Die Gemeinderatssitzung am 25.03. und die Sitzung des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt am 31.03. betrifft das (noch) nicht. Am 31.03. sollten laut Arbeitsprogramm u.a. der Sachstandsbericht zum Citybahnhof und der Auslegungsbeschluss für das Vorhaben Söflinger Straße 231-235 auf der Tagesordnung stehen.


    Ist jetzt alles nicht so hochprioritär, aber in beschäftigungsarmen Zeiten wandern die Gedanken halt...


    Auf den Sachstandsbericht zum Citybahnhof hatte ich mich schon gefreut. Immerhin: Es ist nicht zu erwarten, dass die DB in der aktuellen Situation kurzfristige Maßnahmen ergreifen oder umsetzen will, was sie Renovierung des Bahnhofsgebäudes angeht. Spielt den Ulmer Plänen meines Erachtens prinzipiell in die Karten.

  • Ich finde diese Steingärten echt zum ...

    Ein bischen Grün in der Stadt tut Not. Ich sage nichts dagegen, wo es bspw. aufgrund der

    Lage des Gartens ein Steingarten das Sinnsvollste ist, aber die meisten Leute sind

    nur zu faul zum Mähen und Stutzen.

    Den Landwirten schreibt mal auch alles vor. (Bienensterben)

    In der Stadt kann man Bienen auch halten und einen guten Honig bekommen

  • Steingärten sind auch keine Steinwüsten.

    Meine Eltern hatten in ihrem Schrebergarten Natursteinmauern die nicht mit Mörtel befestigt wurden sondern durch die Neigung gegen die Bergseite ebene Flächen schafften.

    In den Ritzen der Mauern konnten sich Insekten ansiedeln, das war also sehr nützlich.

    Heutzutage muß alles schön gepflegt und pflegeleicht sein. Bloß keine Arbeit damit haben...

  • Naja, "Den Landwirten schreibt man alles vor..." , aber halten tun sich die ja auch nicht dran. Und ein Acker ist ja auch nur Monokultur, da lebt auch nicht mehr viel, dazu wird der Rest totgespritzt und zugegüllt. Ich finde das ist ein weit größeres Problem als ein paar Steingärten.

  • Naja, "Den Landwirten schreibt man alles vor..." , aber halten tun sich die ja auch nicht dran. Und ein Acker ist ja auch nur Monokultur, da lebt auch nicht mehr viel, dazu wird der Rest totgespritzt und zugegüllt. Ich finde das ist ein weit größeres Problem als ein paar Steingärten.

    Ich spreche nicht von allen, aber für viele bedeutet das Bienen- und Artenschutzgesetz erhebliche Einschränkungen

    und lieber kauf ich mein Fleisch bei nem Landwirt den ich kenne und weiss wie die Tiere gehalten werden und

    er seine Felder bewirtschaftet8)