Weitere Straßenbahnlinien in Ulm

  • Ich finde das von Finn bzw. Aquarium aufgestellte Konzept auch sehr schlüssig, es stellt sich mir hier jedoch die Frage was mit dem Takt zum Kuhberg passiert. Ich könnte mir vorstellen, dass die Anwohner nicht begeistert sind wenn man die 2 dort ganztags nur noch im 10-Minuten-Takt fährt bzw. nur einzelne Verstärkerfahrten bis zum Theater verkehren.


    Eine Option wäre dann eine zusätzliche Linie und alle vier im 10-Minuten Takt:


    • Linie 1: (Kohlplatte -) Söflingen - Böfingen via Ulm Hbf
    • Linie 2A: Science Park III - Ludwigsfeld via Ulm Hbf
    • Linie 2B: Blaustein - Kuhberg via Ulm Hbf
    • Linie 3: Kuhberg - Pfuhl via Ehinger Tor
  • Eine Linienführung durch die Einsteinstraße wäre wohl auch die einzige die auf fast gesamter Strecke einen eigenen Bahnkörper hätte. Der Querschnitt ist hier meist sehr großzügig. Zudem hieß es ja immer wieder, dass Einsteinstraße und Theodor-Heuss-Platz ohnehin umgebaut werden sollen. Die Kosten könnte man sich hierdurch sparen.

    Muss zugeben, die Verknüpfung mit fälligen Arbeiten am Theodor-Heuss-Platz und an der Einsteinstraße ist ein schlagendes Argument. Aber wenn ich für eine Linienführung zur Kohlplatte über Söflingen argumentiere, dann spreche ich mich ja nicht unbedingt gegen eine Straßenbahntrasse in der Einsteinstraße aus.


    Für die "direktere" Verbindung spricht meiner Meinung nach vor allem die kürzere (günstigere) und schnellere Verbindung zur Innenstadt. Auch wäre die Kohlplatte... sagen wir "natürlicher" an die Stadtteilmitte in Söflingen angebunden. Ein größeres Problem sähe ich in der Frage, wie man die bisherige Endhaltestelle passend umbaut; schon jetzt ist die Situation unübersichtlich.


    Die Einsteinstraße hat einen ganzen Haufen Nutzer und ist so breit, dass sie locker eine eigene Trasse aufnehmen kann. Aber nach der Kreuzung mit der Jägerstraße, durch das Gewerbegebiet, wird es schon dünner, und der Rote Berg kann allenfalls ganz am Rande touchiert werden.


    Ich würde mich eher für eine Linie aussprechen, die über Einsteinstraße und Lupferbrücke den weißen Eselsberg erschließt. Ich habe zugegeben wenig Fantasie, was da machbar wäre (Weinbergweg-Ruländerweg-Heilmeyersteige?), aber der weiße Eselsberg würde einen Straßenbahnanschluss verdienen.

  • Ich sehe im Anschluß an die Einsteinstraße (die wurde für eine Straßenbahnlinie so breit gebaut) keine Möglichkeit einer eigenen Trasse sondern nur im Straßenplanum. Im Gewerbegebiet und am Roten Berg wirds insgesamt noch schmaler.

    Die einzig gangbare und sinnvolle Möglichkeit wäre für mich die Trasse durch die Harthauser Straße:

    - die Strecke ist die kürzeste und bindet die Ortsmitte von Söflingen an

    - ist die logische Fortführung der Linie 1

    - bei einer Führung durch die Einsteinstraße müsste die Linie 1 gesplittet werden oder ab THP eine eigene Linie eingerichtet werden.

    Was die Streckenführung an der bisherigen Endhaltestelle in Söflingen betrifft könnte ich mir eine Streckenführung zweigleisig durch die Uhrmachergasse vorstellen, dann wäre auch der Schienenradius in Richtung Harthauser Straße groß genug und auch eine Haltestellenanlage an der Friedhofskirche machbar.


    Zweite Alternative wäre die Streckenführung durch die J.-Syrlin-Straße, erschließt auch ein sehr großes Fahrgastpotential, würde aber ab dem Tangentenring eine sehr weite Strecke über unerschlossenes Gebiet befahren. Bei einer Erweiterung des Baugebiets Kohlplatte sicherlich eine Alternative.


    Eine eigenständige Linie ab THP über Einsteinstraße, Jägerstraße, Lupferbrücke, Weinbergweg und Ruländerweg ist von den Platzverhältnissen kein Problem. Die Straßen wurden in den 50er Jahren wegen einer zukünftigen Tramlinie zum Eselsberg so breit gebaut.

    Knackpunkt wäre an der Ecke Ruländerweg/Heilmeyersteige. Keine Ahnung wie man da um die Ecke kommt wegen des Neigungswinkels im Kreuzungsbereich beider Straßen...

  • Leider kann ich den Artikel nicht lesen, zumindest heute noch nicht... aber es dürfte wohl um das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz auf Bundesebene und seine Entsprechungen in BW und BY gehen. Auch wenn die Zuschüsse vom Bund im novellierten GVFG sehr üppig ausfallen können - die Hessebahn im Landkreis Calw bekommt satte 90 % Förderung! -, könnten sich im Zuge der Coronakrise und ihrer Folgen die Kommunalfinanzen zum Hemmschuh entwickeln... man erinnere sich daran, dass die Stadt Ulm für den Bau der Linie 2 ein sehr voluminöses Sparbuch angelegt hatte.


    Und doch soll das die Neu-Ulmer bitte nicht von der Diskussion abhalten. Bis eine mögliche Neu-Ulmer Linie ausdiskutiert ist und die ganzen Voruntersuchungen und Vorplanungen durch sind, fließt noch sehr viel Wasser die Donau hinab, und dann sieht die Welt kommunalfinanziell auch schon wieder anders aus.

  • Ach so, ich hatte ja eine kleine Zusammenfassung versprochen. Hier entnommen:

    • Mitte Mai stehte eine große Besprechung zwischen dem Regio-S-Bahn-Verein und den Ländern BY und BW an. (War schon?)
    • Verein und BY finanzieren gemeinsam die Vorplanung (ca. 810.000 Euro) für sechs neue Bahnhalte rund um Memmingen; Dienstleister ist SWU Verkehr.
    • Laut Bundesverkehrsministerium werden die Kriterien bei Nutzen-Kosten-Analysen zukünftig etwas freundlicher gestaltet, der volkswirtschaftliche Nutzen wird damit erreichbarer. Dauert aber wohl noch ein paar Jährchen.
    • Die Reform des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes brachte folgende Änderungen mit sich:
    Zitat

    Bislang steuerte der Bund maximal 60 Prozent bei, künftig können es 75 Prozent sein. Die Länder Bayern und Baden-Württemberg beteiligten sich bislang mit 20 Prozent Fördergeld an solchen Projekten. Zumindest der Stuttgarter Verkehrsminister Winfried Hermann hat schon angekündigt, diesen Satz beibehalten zu wollen.

    Wenn Bayern den gleichen Weg geht, müssen die Städte und Landkreise gemeinsam nur noch fünf Prozent der Kosten für die Regio-S-Bahn stemmen.

    • Selbige Bedingungen gelten auch für Straßenbahnvorhaben, auch wenn der Redakteur davon berichtet, dass möglichen Vorhaben Unterstützer fehlen - in Neu-Ulm insgesamt, in Ulm für die Kohlplatte wohl seitens der CDU.

    Also ehrlich, bei 75+20 % Förderquote würde ich die Töpfe schamlos räubern ^^.