Nördliches Dichterviertel (2015+)

  • Man sollte die Chancen nutzen, die ein zentraler Viertelneubau bietet.

    Sorry, aber ich schreibe vom südlichen Dichterviertel, das hat einen großen Altbaubestand der die nächsten Jahrzehnte nicht verschwinden wird.
    Wie willst du die Menschen zwingen auf ihre Autos zu verzichten? Das geht nur in vorher definierten Neubaugebieten wo den Neu-Bewohnern das im Voraus klar gemacht wird, siehe Freiburg-Vauban.

  • Sorry, aber ich schreibe vom südlichen Dichterviertel, das hat einen großen Altbaubestand der die nächsten Jahrzehnte nicht verschwinden wird.Wie willst du die Menschen zwingen auf ihre Autos zu verzichten? Das geht nur in vorher definierten Neubaugebieten wo den Neu-Bewohnern das im Voraus klar gemacht wird, siehe Freiburg-Vauban.

    Okay, entschuldige, da bin ich nicht auf dem besten Stand informiert, mein fälschlicher Eindruck war, dass großräumig neugebaut wird. Aber zu dem rückwirkenden Zwang den Du benennst: Eine Transformation eines Viertels basiert fast nie auf Basis der ursprünglichen Bewohner, siehe Gentrifizierung. Es ist ein fließender Übergang, weswegen ich auch keinen plötzlichen Zwang zum Autoverzicht sehe, mehr dass es immer leichter gemacht wird andere (bevorzugt zu Fuß) Verkehrsmittel zu nutzen.

  • Hoppla nein, entschuldigen muss sich hier keiner ;) . Ich freue mich im Gegenteil über Eindrücke von Auswärtigen. Wenn man zu nahe die Entwicklung einer Stadt verfolgt, verliert man auch irgendwann ein Stück weit den Blick fürs große Ganze.


    dv.PNG


    Das Missverständnis ist ja schnell aufgeklärt: Die großflächige Entwicklung findet im nördlichen Dichterviertel statt, im Wesentlichen die ehemalige Gewerbefläche nördlich der Bleichstraße, während alles südlich davon stark verdichteter Geschosswohnungsbau ist, teils gründerzeitlich, teils Nachkriegsbestand. Im südlichen Bereich gibt es nur punktuell Veränderungen, aktuell etwa die Gartenstraße 20. Weite Teile des Wohnungsbestands sind in genossenschaftlicher Hand (Heimstätte), teils wohl auch kommunaler; bitte nicht festnageln, ich kenne die Eigentumsverhältnisse nicht im Einzelnen. Sie sind jedenfalls noch relativ leistbar angesichts ihrer innenstadtnahen Lage.


    In dieser Lage drängt es sich natürlich auf, neue und moderne Mobilitätskonzepte zu verankern. Aber im Bestand ist das schwieriger als bei neu konzipierten Arealen, wo nicht so sehr die latente Gefahr der kalten Enteignung mitschwingt. Auch beim Rosensteinviertel wird man in dieser Hinsicht integriert planen können. Mir wird in diesem Forum keiner vorwerfen, MIV-Fan zu sein :D , und mir ist es ein großes Anliegen, öffentlichen Raum nicht mit Blech zuzustellen; aber bei der erheblichen Zahl an Anwohnern wird man immer gewisse Parkierungsflächen vorhalten müssen.

  • Da ich fast schon Anti-MIV bin (zumindest was Pendelverkehr und Einkaufen im Supermarkt anbelangt), wäre natürlich eine völlig krasse Idee meinerseits gewesen (aber nicht mehr umsetzbar):


    Dichterviertel mit der Tiefgarage am Bahnhof durch eine, den Bahnhof unterquerende Passage, verbinden. Eventuell ist man so aus dem Dichterviertel unterirdisch direkt in der Stadt :D

  • Dichterviertel mit der Tiefgarage am Bahnhof durch eine, den Bahnhof unterquerende Passage, verbinden. Eventuell ist man so aus dem Dichterviertel unterirdisch direkt in der Stadt

    Ja, die Stadt hätte gerne die Passage zur Schillerstraße mit Renovierung des Bahnhofs, die DBAG will das nicht (liegt wohl an DB Station&Service). Kostet angeblich 40 Mio. Euro. Stand wohl mal so in der SWP, Quelle habe ich aber keine an der Hand.

  • In dieser Lage drängt es sich natürlich auf, neue und moderne Mobilitätskonzepte zu verankern. Aber im Bestand ist das schwieriger als bei neu konzipierten Arealen, wo nicht so sehr die latente Gefahr der kalten Enteignung mitschwingt. Auch beim Rosensteinviertel wird man in dieser Hinsicht integriert planen können. Mir wird in diesem Forum keiner vorwerfen, MIV-Fan zu sein :D , und mir ist es ein großes Anliegen, öffentlichen Raum nicht mit Blech zuzustellen; aber bei der erheblichen Zahl an Anwohnern wird man immer gewisse Parkierungsflächen vorhalten müssen.

    Eben dieses "zugestellt" sein verband ich bisher mit dem Viertel (zumindest in Bahnhofsnähe wo ich mich hin verirrte schon). Und dabei ist so enorm das Potential gegeben, Lage schon genannt aber auch 'landschaftlich' mit Oberflächengewässern und alten Rüstungsbauten und wie Du erwähnst wohl auch schönen Fasaden.

  • Vor allem mit deinem Hinweis auf das Oberflächengewässer gebe ich dir völlig recht. Die Großen und die Kleine Blau haben ein wahnsinniges Potential, die Qualität des öffentlichen Raums im Dichterviertel positiv zu beeinflussen, und wurden bislang sträflich vernachlässigt. Abgesehen vom Donauufer gibt es kaum einen Ort in Ulm, wo man dem Wasser im geschlossenen und dicht bebauten Besiedlungsgebiet so nahe kommt; Söflingen noch, klar, aber das liegt recht peripher und ist eher dörflich-kleinstädtisch geprägt.

  • Nächste Woche wird dem Bauausschuss ein Bericht über die drei Sanierungsgebiete Dichterviertel, Weststadt II und Wengenviertel vorgelegt.


    Im Dichterviertel stehen noch ca. 5,6 Mio. Euro an Fördersumme bis Ende April 2022 zur Verfügung, von ursprünglich insgesamt ca 8,7 Mio. Euro. Der gemeinsame Neubau der UWS und Heimstätte mit Mietwohnungen und einer Kita nimmt dem Bericht nach das zentrale Grundstück des nördlichen Dichterviertels ein. Außerdem ist wohl das grüne Monster am Nordende des Sanierungsgebietes aktuell von den Planungen ausgeklammert, es soll nun unter dem Vorzeichen der LGS 2030 untersucht werden - dito der "Böblinger Turm" nahe der Ballspielhalle. Weitere Nachrichten kann man dem Bericht nicht entnehmen.

  • https://www.swp.de/suedwesten/…e-sanierung-32524309.html


    "Bauen in UlmDichterviertel in Ulm: Mühsame Sanierung

    Die Altgebäude im Dichterviertel kommen nach und nach weg. Investor Rainer Staiger spielt eine Schlüsselrolle, kauft zu und macht in Sachen Vonovia Druck...."(SWP vom 21.08.2019)


    Das sind die Probleme alter kleinteiliger Parzellen- und Besitzverhältnisse. Völlig normales Problem, welches man aus Sanierungsgebieten kennt. Besonders groß, wenn man viele Kleine aufkaufen muss um etwas zu entwickeln. Das war bspw. Auf dem Kreuz anders, weil man Hausbesitzer selbst animieren konnte Geld in die Hand zu nehmen und ihre Gebäude auf Vordermann zu bringen. Hier im Dichterviertel muss man im großen Stil kleinere Parzellen zum einem Gesamten kaufen, um ein Projekt zu entwickeln.


    Das die beiden Eigentümer (Demirel und Nachbarn) über kurz oder lang einknicken war doch klar. Man muss sich nur die Situation vor Ort anschauen.


    Na ja die Familie Holbein pokert weiter und will das absolut Maximale herausholen, weil selbst bauen werden die nicht.


    Bei den Firmen Maier und BÄKO ist es neben dem Preis (und hierzu habe ich private Info's) das Angebot alternativer Ansiedlungsgrundstücke. Hier pokern auch beide Seiten in jeweils ihrem Sinne. Legitim und würde ich auch machen.


    Was das grüne Monster anbetrifft kann ich nur sagen, dass die Vonovia sich in Ulm so präsentiert wie sie deutschlandweit "geschätzt" wird. Als mieterfeindliches Aktienunternehmen (auch Heuschrecke genannt), welche auf Gewinnmaximierung auf dem Rücken anderer bekannt ist. Ob die seelenlosen Manager sich vom Ulmer Druck beeinflussen lassen bezweifle ich, nachdem das Unternehmen nach mehreren Verhandlungsgesprächen immer wieder einen Rückzieher macht (die Mieten kommen und investieren muss ich in die alte Hütte mit den anspruchslosen Bewohnern auch nichtX/).


    Ich bin gespannt, denke aber die Grundstücke werden zeitnah die Eigentümer wechseln, um die großflächigen Planungen umsetzen zu können. Gut finde ich die schnelle Umsetzung in der Bleichstraße.

  • Trotz der Qualitäten der bisherigen Projekte bin ich etwas skeptisch, was das heftige Engagement von der Firma vom Staiger im Dichterviertel Nord angeht. Beim bereits fertigen Block erkenne ich gerne an, dass man um Diversität in der äußeren Erscheinung bemüht war, und das auch recht erfolgreich. Der Tendenz zur Monokultur und zum Stadtviertel vom Reißbrett entkommt man so aber nicht. Ich warte auf die Entwürfe der Sanierungstreuhand und der UWS/heimstätte.


    Dass mit Staiger ein privater Investor beim fraglichen Nagelhaus zum Zug kam, finde ich aber ausdrücklich gut. Das heißt für mich, dass die Stadtverwaltung finanziell nicht jeden Unsinn mitmacht. Mal sehen, was die so arrondiert kriegen... umsonst wurde das Investment sicher nicht getätigt.

  • Da der Webcam Thread im Archiv liegt -zurecht, fast alle Webcams sind nicht mehr in Betrieb- wollte ich zwar nicht gleich eine neue Sammlung aufmachen, jedoch habe ich mir gedacht durch alle durchzuklicken und dann fiel mir die hier auf:


    Wetter.com


    Die zeigt schön den Bauhotspot vom Dichterviertel und sogar noch die Sedelhöfe.