Neubau Frauenstraße 124

  • Freitag nächster Woche, am 21.02.2020, wird der neu konstituierte Gestaltungsbeirat drei Projekte unter die Lupe nehmen. Eines der Projekte ist ein Neubau (so vermute ich stark) der Frauenstraße 124, die wir hier schon diskutiert hatten. Es handelt sich nämlich um das Gebäude des kleinen Discounters Treff 3000, von dessen Schließung Wolfe im Sommer berichtet hatte.


    (Quelle: Open Street Map)


    Ich wünsche fröhliches Spekulieren :). Den bisherigen Erfahrungen dauert es bei Projekten, die durch dieses Gremium laufen, sehr lange, bis konkrete Infos online aufschlagen - es hat nicht zufällig jemand an dem Tag Urlaub und nix Besseres zu tun...? :*

  • Ich wünsche fröhliches Spekulieren :).

    Na gut, wenn sonst keiner will ^^.


    Ich bin sehr gespannt auf das Vorhaben. Die Gegend kenne ich ganz gut, bin da öfter, und der Block kann weiß Gott eine Revitalisierung vertragen. Die mutmaßlich zur Verfügung stehende Fläche ist sehr groß, die Umgebungsbebauung dicht und hoch - daran wird sich der Neubau sicher orientieren. Mögliche Konflikte sehe ich in den Abständen zur Bestandsbebauung, vor allem in der Blockmitte.



    Ich tippe auf eine Blockrandbebauung entlang der Frauen- und Brenzstraße, Wohnnutzung ab OG1, im EG ein kleinerer Supermarkt aus der Edeka-Familie. Zur Blockmitte erwarte ich einen weiteren Baukörper, der sich an die Rückseite des Radio7-Gebäudes anschließt. Die fällige Tiefgarage wird hoffentlich als Quartiersgarage ausgelegt, um den Platz am nahegelegenen Haltepunkt Ulm-Ost vom (ruhenden) Verkehr zu befreien - unabhängig davon, ob der Haltepunkt Richtung in westliche Richtung verlegt wird oder nicht. Dort wäre viel Potential für einen kleinen, grünen Quartiersplatz.


    (Der Parkdruck in den umliegenden Straßen ist nicht ohne; die hochdichte Bebauung aus der Zeit der Stadterweiterung der Jahrhundertwende hatte ja noch keine Vorstellung, dass zu jeder volljährigen Person 120 Jahre später noch einmal zwei Tonnen Stahl auf sieben Quadratmetern gehören...)

  • Heute gesehen:



    Das kommt jetzt doch etwas überraschend. Auf der Homepage der Neue Arbeit gGmbH steht:

    Zitat

    Neue Filiale

    Liebe Kunden,

    am 02.06.2020 eröffnet unsere dritte Filiale in der Frauenstraße 124 in Ulm. Hier finden Sie eine große Auswahl an Möbeln und Haushaltswaren.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

    Ihr Team der Neuen Arbeit

    Von einer temporären Nutzung ist hier nicht die Rede. Zur Erinnerung: Das Projekt ging im Februar durch den Gestaltungsbeirat, am 05.05. stand laut ursprünglichem Arbeitsprogramm der Verwaltung der Auslegungsbeschluss auf dem Plan. Ist das nun eine geplante Zwischennutzung, oder gibt es hier womöglich Schwierigkeiten?


    Nichts gegen die Neue Arbeit übrigens, ich habe sehr viel Respekt vor deren Engagement.

  • Laut Bürgerinfo wird das Projekt am 14.07. den Ausschussmitgliedern im Gemeinderat vorgelegt.


    (Quelle: Stadt Ulm; Bildrechte: Kapitalpartner Campus Ulm GmbH & co. KG, Steinhoff Haehnel Architekten GmbH)


    Es handelt sich um drei Gebäude mit gemeinsamer, zweigeschossiger Tiefgarage. Die beiden Gebäude zur Brenzstraße bzw. Frauenstraße (Haus A, Haus B) sind im Stil der umliegenden Bebauung ausgeführt: Blockrandbebauung mit Traufgassen und Walmdächern. Die beiden Gebäude haben je insgesamt 6 Geschosse und zusammen 28 WE, als nettes Gimmick noch Dachterrassen. Im rückwärtigen Teil wird noch ein dreigeschossiges Gebäude mit 20 Studentenappartements realisiert. Die Tiefgarage wird 40 Stellplätze haben.


    Ich bin insgesamt ganz glücklich mit diesen Entwürfen. Die Architektur orientiert sich ausdrücklich an der markanten Architektur der direkten Umgebung, inklusive angedeutetem Erker am Straßeneck und bei einem Gebäude wohl auch einer vollhohen Steinfassade. Dafür, dass die Gegend einen etwas schmuddligen Charme hat, ist das qualitativ mehr, als ich erwartet hätte. (Die Gentrifizierungsdebatte tobt im Hinterkopf...)


    Ein Wermutstropfen: Ich hatte mir angesichts der große Baufläche und des hohen Parkdrucks im Areal eine Quartiersgarage gewünscht. Das wäre für mich der Schlüssel dazu gewesen, den Platz am Haltepunkt Ulm-Ost vom Parkplatz zu einem begrünten, kleinen Quartiersplatz zu verwandeln.

  • In diesem Fall sind die Fenster auch gar nicht bodentief - bisschen größer als bei den historischen Nachbarn, aber insgesamt doch sehr im Rahmen.


    Was macht bodentiefe Fenster schlechter? Von der Fassade oder von der inneren Nutzung gedacht? :)

    Aus eigener leidvoller Erfahrung auf Baustellen: Bodentiefe und vollhohe Fenster machen die Leitungsverlegung viel schwieriger. Macht keinen Bock, in der Decke im Beton rumzustemmen, um die Fenster zu umfahren...

  • In diesem Fall sind die Fenster auch gar nicht bodentief - bisschen größer als bei den historischen Nachbarn, aber insgesamt doch sehr im Rahmen.


    Aus eigener leidvoller Erfahrung auf Baustellen: Bodentiefe und vollhohe Fenster machen die Leitungsverlegung viel schwieriger. Macht keinen Bock, in der Decke im Beton rumzustemmen, um die Fenster zu umfahren...

    Hmm... verstehe ich, aber wenn es fertig ist, sind bodentiefe Fenster scho woas scheens. Ich bin ein Fan von bodentiefen Fenstern 😎

  • Sollten diese Gebäude tatsächlich in echt so aussehen, sie würden für mich zu den schönsten Neubauten gehören. Endlich kein schnöder Flachdachklotz, der irgendwie deplatziert wirkt in der Umgebung und auch kein Giebelhaus, sondern schöne Walmdächer.


    Bodentiefe Fenster sind so ne Sache. Klar sie sind schön, innen und auch außen. Aber derzeit werden sie teils zu oft verwendet, da etwas mehr Differenzierung und die Architektur kann wieder abwechslungsreicher werden.

  • Sollten diese Gebäude tatsächlich in echt so aussehen, sie würden für mich zu den schönsten Neubauten gehören. Endlich kein schnöder Flachdachklotz, der irgendwie deplatziert wirkt in der Umgebung und auch kein Giebelhaus, sondern schöne Walmdächer.

    Ich bin ein großer, großer Fan vom Walmdächern, oder genauer gesagt Mansardwalmdächern! In der engeren Innenstadt halte ich Spitzgiebel für passender, aber es gibt in Ulm genügend Viertel und Straßenzüge aus der Zeit der Stadterweiterung und Jahrhundertwende, in die Mansardwalmdachgebäude wunderbar passen. Vor allem in der Neu- und Oststadt kann ich mir viel mehr solcher Vorhaben vorstellen.