Erweiterungsbau Theater (Probenräume, Werkstätten,...) und Neubau Junge Ulmer Bühne

  • Auf der Seite der Stadt Ulm lässt sich die bislang beste Visualisierung zum Neubau finden:


    (Quelle: Stadt Ulm)


    Sogar noch radikaler, als ich gedacht hatte. Das Fassadenmuster setzt sich nahezu ungebrochen im Dach dort. Ob man sich schon ein Beleuchtungskonzept zur Inszenierung überlegt hat?


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    Sedelhöfe und Giebelhäuser: Ulm muss sich entscheiden, wie modern es bauen will – Ein Kommentar [SWP+]

    Zitat

    Die Architektur der Sedelhöfe spaltet die Stadt. Jetzt ist klar: Der Erweiterungsbau am Theater Ulm wird ein hohes Giebelhaus. Ulm muss diskutieren, wo es städtebaulich hin will, findet Magdi Aboul-Kheir

    Dem Kommentar kann ich mich zu großen Teilen anschließen. Zur Jury-Kritik habe ich mich schon ähnlich geäußert; ein "Brückenschlag zur Altstadt", der "an die alte Reichsstadt Ulm erinnern soll" - gequirlte Jurorenlyrik, mutmaßlich auf die ortsfremden Preisrichter rund um Lederer zurückgehend.


    Allerdings ist der Kommentar auch nicht so geradlinig, wie die Überschrift es vermuten lässt - weil "Ulm" sich halt nur bedingt entscheiden kann, wie modern es bauen will. Bei kommunalen Bauten ist das weitestgehend uneingeschränkt so, bei privaten nur sehr beschränkt. Natürlich pflegt man in der Stadt einen intensiven Austausch mit Vorhabenträgern, zum Beispiel über den Gestaltungsbeirat - aber gerade der Abt-Umbau, bei dem auch die Stadtverwaltung die Nachrichten erst aus der Presse erfahren hat, sieht man, dass das Grenzen hat.


    Zuletzt wirkt auch der Gegensatz zwischen modernen Sedelhöfen und einem traditionalistischen Theater-Anbau auch etwas konstruiert - ich finde die Sedelhöfe deutlich konventioneller und klassischer als den Dudler-Entwurf zum Jugendtheater. Ich habe weiterhin ein grundsätzliches Problem mit Giebelbauten außerhalb des Altstadtrings, aber losgelöst davon und für sich genommen ist der Jugendtheaterentwurf als Latte für das Theaterviertel schon spannend.

  • Den Siegerentwurf mit den verschiedenen Giebelbauten, der durchgehenden Fassadengestaltung und diesem Freiraum zwischen den Dächern zufinde ich persönlich viel zu durcheinander. Hat ein bisschen was von einem Lego-Haus bei dem die Steine nicht ganz reichten und dann halt ab dem 1.Obergeschoss irgendwas gebaut wurde, hauptsache Dach drauf.:P:saint:

    Ist aber wohl starke Geschmackssache. Das Stadthaus hat ja auch diese Giebel kombiniert mit anderen Design-Elementen.



    Der zweite Platz ging an Wulf Architekten aus Stuttgart. Auf deren Homepage ist jetzt ihr Entwurf zu sehen.

    https://wulfarchitekten.com/


    Diesen Entwurf finde ich auf Anhieb passender. Auch wenn ich Giebelhäuser in der Regel schöner finde als Flachdach-Kuben, fügt sich dieser Entwurf meiner Meinung nach besser in die Umgebung ein.

  • Sehr interessant, wenn man die beiden Entwürfe nebeneinander legt.


    Mir ist tatsächlich erst die Gemeinsamkeit und nicht die Unterschiedlichkeit aufgefallen: Die schiere Masse. Da sieht man erst, wie viele und wie unterschiedliche Räume hier auf eine relativ kleine Fläche zu packen waren. Insofern erstaunlich, dass der Dudler-Entwurf es hier schafft, den Anbau wie zwei Baukörper wirken zu lassen.


    Am Wulf-Entwurf gefällt mir, dass er wie so eine Art Werkhalle wirkt, fast schon industriell - für ein Gebäude mit viel technischer Funktion durchaus passend. Gefällt mir auch gut.

  • Danke für den Link Chrise. Meinem Gefühl nach haben wir in Ulm schon genug mehr oder weniger gelungene Kubus Bauten. Auch, wenn ich mich wie sicher viele erst an eine durchgängige Fassade ohne Fenster gewöhnen muss so spiegelt es doch jüngere Ulmer Architekturgeschichte und jenen Mut Kontraste zu setzen. Ich jedenfalls bin schon sehr gespannt auf die finale Umsetzung und freu mich auf ein weiteres unverkennbares aber auch mutiges Ausrufezeichen in unserer schönen Stadt.

    Obwohl die Probleme der Welt immer komplexer werden, bleiben die Lösungen beschämend einfach.
    Bill Mollision